Mathijs Deen: Der Retter

Mit „Der Retter“ legt Mathijs Deen, den dritten Fall für den kauzigen Kommissar Liewe Cupido vor.  Mathijs Deen, 1962 in Hengelo geboren, studierte Niederländisch in Groningen und arbeitete anschließend als Journalist bei Radio Noord.  Er veröffentlichte Sammlungen seiner Radiokolumnen, Kurzgeschichten und Romane.  Sein Kommissar Liewe Cupido ist gebürtiger Deutscher, aber auf Texel aufgewachsen.

Zunächst will der Holländer, so wird der Kommissar in Kollegenkreisen genannt, den Fall nicht übernehmen. Was war geschehen? Bei einem Spaziergang an der englischen Küste Northumberlands stoßen niederländische Urlauber auf die Überreste einer Leiche. Eine alte Schwimmweste deutet auf eine Verbindung zu einem 21 Jahre zuvor geschehenen Unglück hin.

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Tine Dreyer: Morden in der Menopause

Absurder, temporeicher und makabrer Spaß

Dieser Roman ist eher nichts für Männer. Ich kann mir weder vorstellen, dass sie mit der Protagonistin mitfühlen noch, dass sie über ihre Aktivitäten wirklich lachen können. Und lachen muss man bei dieser witzigen Geschichte immer wieder.

Erst ist es die Pubertät und später dann die Wechseljahre, die Frauen ertragen und überstehen müssen. Ohne dass sie dem entkommen oder dass sie Verständnis oder Rücksicht erfahren, wenn sie in dem jeweiligen Zustand sind. Besonders krass wird es dann, wenn beides zusammentrifft in Form von pubertierenden Kindern, während die Mutter mit Hitzewallungen, Schlaflosigkeit und Stimmungsschwankungen zu kämpfen hat.

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Ulf Kvensler: Der Ausflug: Nur einer kehrt zurück

Wahnsinnig atmosphärischer skandinavischer Thriller – ein Silberstreif am Horizont

„Dieser Bergwand war es egal, ob wir zu ihren Füßen überlebten oder starben wie ein sinnloses Opfer. Sie würde auch noch in ein paar Millionen Jahren hier stehen, stumm und unerschütterlich.“ (S.257)

Über 2.000 Meter hohe Gipfel, imposante Bergmassive, Gletschertäler, tiefe enge Schluchten, wilde Sturzbäche, sich schlängelnde Gewässerlandschaften… Schwedens größter Nationalpark Sarek ist eine majestätische alpine Landschaft, eingebettet in den schwedischen Teil Lapplands.

Inmitten dieser unberührten Natur – ohne markierte Wege, Hütten oder andere Annehmlichkeiten – wird jede Durchquerung des Sarek zu einer wahren Herausforderung.

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Sven Petter Naess: Glut

Harinder Singh und seine Kollegin Rachel Hauge von der Kripo Oslo werden nach Elvestad geschickt, um die Ermordung eines jungen, prominenten Mannes aufzuklären. Er muss sich anhören, der Beste für diesen Job zu sein, weil er früher dort gewohnt habe und die Besonderheiten des Ortes kenne. Dies sieht Harinder natürlich anders. Wie kann man Bewohner befragen, die ihn heute vermutlich genauso ablehnen werden, wie sie es früher getan haben?

Die Ermittlungen erweisen sich gerade in diesem Fall als besonders schwierig. Hass und Ignoranz helfen einfach nicht dabei, die Mauer des Schweigens und der Lügen zu durchbrechen. Zeugen flüchten, werden entführt oder ermordet. Doch dann beginnen zwei Frauen, von ihren Erlebnissen zu erzählen und geben der Ermittlung eine neue Richtung.

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Barbara Rieger: Eskalationsstufen

Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven. Laut der Theorie von Jane Monckton Smith durchläuft eine Beziehung acht Eskalationsstufen, bis ein Mann seine (Ex-) Partnerin tötet. Der Text von Barbara Rieger orientiert sich an diesem Modell. Er beschreibt, wie der Maler Joe Julia anbaggert. Julia kann gut zeichnen, wurde aber an keiner Kunstuni aufgenommen. Sie begegnen einander bei einer Ausstellung. Joe umgarnt Julia so lange, bis sie sich wieder und wieder mit ihm trifft, bis sie mit ihm schläft, bis ihr Freund mitbekommt, was läuft und sie auf die Straße setzt.

Die naheliegendste Lösung für sie ist, bei Joe einzuziehen. Joe, der seine Frau auf dramatische Weise verloren hat, weil sie einfach verschwunden ist. Seither malt er nur tote Frauen. Julia ahnt, dass sie da an einen extrem toxischen Typen geraten ist, kann aber nicht von ihm lassen.

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Patrick van Odijk: Der falsche Vermeer

Die persönlichen Voraussetzungen, die Patrick van Odijk mitbringt, um seinen Debütroman „Der falsche Vermeer“ auf dem deutschen Krimimarkt zu platzieren, sind denkbar günstig: Er liebt Vermeer! „Johannes Vermeer von Delft ist für mich der größte Maler!“, bekannte er in einem Interview. Der Autor ist als Niederländer in Deutschland zweisprachig aufgewachsen. In Konstanz studierte er Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik. Eine Tätigkeit als Radioreporter, Redakteur und Moderator für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schloss sich an. Es war wohl eine Mischung aus beruflichem Instinkt und persönlichem Interesse, die van Odijk zu seinem ersten Roman inspirierte.  Äußerlicher Anlass war die große Vermeer-Ausstellung, die von Februar bis Juni 2023 im Rijksmuseum in Amsterdam gezeigt wurde. Pünktlich zur Ausstellung legte er sein niederländisches Original „Het meisje van de valse Vermeer“ vor (auf Deutsch: „Das Mädchen des falschen Vermeer“). Worum geht es?

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Darcy Coates: From Below: Die Toten warten

Geisterschiff-Tiefseehorror meets paranormalen Mysterythriller

„Und sie waren auf eine Tiefe abgetaucht, die dem geplanten Selbstmord eher gleichkam als einfachem Schwimmen.“ (S. 117)

„From Below“ verspricht eine atemberaubende Spukgeschichte, die zwischen Geisterschiff-Tiefseehorror und paranormalem Mysterythriller rangiert und dabei Gänsehaut-Feeling vom Feinsten garantiert. Allein das Cover ist ein Kunstwerk!

Ein kleines Tiefsee-Tauchteam wird rekrutiert, um einen Dokumentarfilm über das mysteriöse Verschwinden des vermeintlich unsinkbaren Ozeandampfers SS Arcadia zu produzieren.

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Susanne Goga: Der Teufel vom Tempelhof

Anspruchsvoller und spannender Krimi aus dem Berlin der 20er Jahre

Der neunte Fall für Oberkommissar Leo Wechsler und in meinen Augen einer der besten. Die Mönchengladbacher Autorin erzählt eine hochdramatische, fundiert recherchierte und thematisch herausfordernde Kriminalgeschichte.

Leo Wechsler wird zu einem Toten gerufen, der an einem einsamen Platz am Rand von Berlin gefunden wurde. Es handelt sich um einen Arzt, der in seiner Praxis vor allem Frauen behandelte, wie sich nach und nach herausstellt. Zuerst scheint es kein Motiv zu geben für einen Mord an diesem Mann, die Kriminalpolizei tappt lange im Dunkeln. Einerseits gäbe es viele mögliche Verdächtige, andererseits weisen diese entweder Alibis vor oder haben angeblich keine Beziehung zum Mordopfer.

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Agatha Christie: Und dann gab’s keines mehr

Agatha Christies „Und dann gab’s keines mehr“ ist der bestverkaufte Kriminalroman aller Zeiten – zu Recht?

Zehn Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, reisen nach Einladung auf eine einsame Insel. Die meisten freuen sich auf die Auszeit – doch bereits auf dem Boot wird es merkwürdig: Keiner von ihnen scheint den Gastgeber U. N. Owen persönlich zu kennen und als sie dann im einzigen Haus auf der Insel ankommen, ist niemand da, um sie zu empfangen. Nicht weiter schlimm, wahrscheinlich handelt es sich um eine harmlose Verspätung.

Doch dann stirbt der erste von ihnen …

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Ursula Poznanski: Die Burg

Kann eine KI böse sein?

Der Milliardär Nevio hat in der alten Burg Greifenau den ultimativen Escape-Room geschaffen. Mittelalterliche Türme, Gänge und Verliese wurden wieder ausgegraben und ausgebaut und zusätzlich mit interaktiver Technik versehen. Man geht also in einen alten Saal und die Technik erschafft ein Szenario mit Bänken, Tischen, Leuchtern und sogar Figuren. Ganz auf die Wünsche des jeweiligen Benutzers zugeschnitten. Gesteuert wird das Ganze durch eine hochmoderne, selbstlernende KI. Die Burg steht kurz vor der Eröffnung und als letzter Test ist eine Gruppe eingeladen, deren Mitglieder jeder auf eine andere Art und Weise Experte für diese Art von Escape-Room sind. Gemeinsam erstellen sie ein Szenario nach ihren Wünschen, gehen durch die erste Tür und landen … direkt in der Hölle.

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