Romy Hausmann: Himmelerdenblau

Seit 2023 ist Julie Nowak verschwunden. Ihr Vater hat nie aufgehört, nach ihr zu suchen. Als sich ihr Verschwinden zum zwanzigsten Mal jährt, nimmt die Podcasterin Liv Kontakt zu ihm auf. Sie möchte ein Interview führen und gemeinsam mit ihm herausfinden, was damals wirklich geschah. Trotz aller Bedenken sagt Theo, Julies Vater, zu. Er leidet an Demenz und merkt selbst, dass seine klaren Phasen immer seltener werden. Da er unbedingt wissen will, was damals passiert ist, freut er sich, dass Liv ihm helfen möchte, alles aufzudecken.

Hier ist nichts so, wie es scheint – und die Geschichte ist so spannend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

Der Einstieg ins Buch ist zunächst etwas ungewöhnlich, da man das Gefühl hat, abrupt in die Handlung hineingeworfen zu werden. Die Kapitel aus Theos Perspektive sind ein wenig wirr, genauso wie sein Geist selbst, und es dauert eine Weile, bis man den Überblick gewinnt. Doch genau dieses Chaotische empfand ich als äußerst spannend, sodass ich das Buch kaum weglegen konnte.

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Clare Mackintosh: Die Toten der anderen

Zwischen England und Wales liegt ein See. Auf dem einen Ufer wurde „The Hill“ gebaut, eine noble Wohngegend für reiche Leute. Reiche englische Leute meist. Auf der anderen Seite liegt Wales. Dort ist man nicht ganz so reich und arbeitet häufig für die reichen Engländer. Aber das ist nicht ganz fair, denn auch auf englischer Seite liegt hinter „The Hills“ das Viertel, in dem Allie wohnt, die gerne reich und versnobt wäre, es aber nicht ist.

Auf englischer Seite sorgt Leo für Ordnung, auf walisischer Ffion. Die beiden sind in den ersten beiden Bänden mühsam zusammengekommen und Allie ist Leos geschiedene Frau. Leo bearbeitet gerade eine Einbruchserie in „The Hill“, bei der wenig gestohlen wird, aber zunehmend Menschen verletzt werden. Ffion bekommt es gleich mit einer Leiche zu tun. Eine Immobilienmaklerin wird tot aus einem Kanu geborgen, was zunächst wie ein betrunkener Unfall aussah, entpuppt sich als Mord. Und mehr und mehr stellt sich heraus, dass die beiden Fälle zusammenhängen.

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Liann Zhang: Belladonnas

Chloe und Julie sind Zwillingsschwestern. Ihre Eltern kamen bei einem Autounfall ums Leben, als sie noch sehr klein waren, und Chloe wurde adoptiert, während Julie bei einer Tante unter prekären Verhältnissen aufwuchs. Jetzt sind sie Jugendliche, fast schon erwachsen, wissen zwar voneinander, kennen sich aber nicht wirklich. Eines Abends erhält Julie einen Anruf von Chloe, der sie derart in Unruhe versetzt, dass sie bei der Schwester vorbeisehen will – und sie tot auffindet. Man hält die Tote für Julie und Julie wird zu Chloe. Übernimmt deren erfolgreiches Influenzerleben beinahe mühelos, niemand scheint Verdacht zu schöpfen, Chloe ist erfolgreicher denn je. So erfolgreich, dass sie auf den begehrten Inselurlaub der Belladonnas eingeladen wird – und jetzt erst erfährt, welchen Preis Erfolg haben kann.

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Anne Stern: Die weiße Nacht

Soviel vielleicht gleich vorweg: Dieser tiefgehende, oft beklemmende, ruhig erzählte Kriminalroman ist nichts für Leserinnen und Leser, die auf schnelle Wendungen, viel Action und möglichst kurze Kapitel stehen. Anne Stern versteht es wieder einmal, die Lesenden mitzunehmen in eine Atmosphäre, die eher düster ist und manchmal hoffnungslos scheint. Berlin im zweiten Hungerwinter, Dezember 1946. Die Stadt liegt in Trümmern, Ruinen bestimmen das Bild; daran ändert auch die dichte Schneedecke nichts, die das darunterliegende Elend zudeckt.

Die Menschen leiden Hunger und Not, haben oft noch immer kein Dach über dem Kopf, leben von dem, was sie auf dem Schwarzmarkt tauschen oder sonst wie ergattern können. Tote gehören noch immer zum Alltag, doch diese junge Frau, die die Fotografin Marielouise „Lou“ Faber im Schnee in den Ruinen entdeckt, als sie wieder einmal mit ihrer Kamera auf Streifzug ist, passt hier nicht ins Bild. Etwas an der Art, wie die Leiche der jungen Frau abgelegt worden ist, irritiert Lou. Noch kann sie nicht greifen, woran sie das erinnert, aber es lässt sie nicht los.

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Ivar Leon Menger: Der Tower

Job weg, Freund weg, Wohnung weg – da kommt für die Galeristin Nova das Angebot, ein Jahr lang kostenlos im hochmodernen Pramtower mitten in Berlin zu wohnen, wie gerufen. Der absolute Jackpot! Doch bald verwandelt sich Novas Glücksgefühl in Unbehagen. Ihr neues Luxusdomizil ist ganz und gar nicht das Paradies, für das sie es anfangs hält. Irgendetwas stimmt nicht mit diesem Ort. Warum verhalten sich ihre Nachbarn so seltsam? Und wieso ist ihre Vormieterin tot? Nova muss die Wahrheit herausfinden, bevor es auch für sie zu spät ist …

Was traumhaft beginnt, entwickelt sich mehr und mehr zu einem Albtraum.

Die Geschichte ist extrem spannend und voller Nervenkitzel. Sie hat mich richtig mitgenommen, weshalb ich während des Lesens immer mal wieder eine Pause einlegen musste. Dennoch bin ich förmlich durch die Seiten geflogen, denn ständig passiert etwas Unerwartetes.

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Kate Alice Marshall: Eisnebel

Geheimnisse, Intrigen, Missverständnisse, aufkeimende Erinnerungen, eine Ahnung von Bösem – das erwartet einen in dem recht spannend geschriebenen Thriller, der uns in die luxuriöse Winterwelt einer sagenhaft reichen Familie führt, die ganz offensichtlich eine Menge zu verbergen hat. Das trifft allerdings wohl auch auf Theo zu, die als frisch Verlobte des jüngsten Sohnes der Daltons eingeladen ist, die Weihnachtstage in Idlewood zu verbringen.

Von Anfang an fühlt Theo sich hier weder wohl noch willkommen. Drohnachrichten, in denen ein unbekannter Absender sie mahnt, zu verschwinden, die Finger von Connor zu lassen und die Daltons in Ruhe zu lassen, machen die Situation nicht angenehmer. Zudem hat sie das unbestimmte Gefühl, schon einmal an diesem etwas unheimlichen, äußerst abgeschiedenen Ort in den tief verschneiten Bergen gewesen zu sein. Doch wann soll das gewesen sein? Und warum? An ihre früheste Kindheit hat Theo keine Erinnerungen. Sie wurde als kleines Mädchen adoptiert, warum und wer ihre leiblichen Eltern waren, hat ihr nie jemand erklärt. Dass sie von Connors sagenhaftem Reichtum nichts wusste, als sie sich kennengelernt haben, glaubt ihr hier niemand. Alle denken, sie sei nur auf sein Geld aus, wie wohl viele vor ihr. Sie lassen sie spüren, dass sie in ihrer Familie keine Freunde finden wird.

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Rita Falk: Apfelstrudelalibi

Der dreizehnte Fall ist nicht der schlechteste der Reihe – witzig, spannend und auch ein bisschen emotional

Dreizehn Bände umfasst die Reihe um den Dorfsheriff Franz Eberhofer inzwischen – und ich habe sie alle gelesen. Darunter waren wirklich gelungene, bei denen man Tränen lachen musste oder vor Spannung an den Fingernägeln knabberte. Aber es gab auch Bücher in dieser Serie, die waren eher mittelmäßig, dumpf humorig, hatten wenig von einem Krimi, dafür umso mehr von einer Klamotte. Doch dieser dreizehnte, der ist wieder gut geworden.

Denn diesmal vermeidet die so fleißige Autorin allzu tumben Witz, allzu viele Kalauer, legt mehr Wert auf den Krimipart der Handlung. Wiewohl auch wieder das Privatleben des Eberhofer eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Rolle spielt.

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Martin Conrath: Kohle, Stahl und Mord: Das Totenhaus

Am 21. Dezember 2018 hat auch die letzte Zeche in Deutschland die Steinkohleförderung eingestellt. Nach mehr als 150 Jahren, wobei der Abschied von der heimischen Steinkohle schon Jahre vorher begonnen hatte, die Förderung war einfach unverhältnismäßig teuer geworden im Vergleich zu anderen Staaten, in denen die Kohle nicht ganz so tief unter der Erde lag. Zehntausende Bergleute in Deutschland mussten neue Arbeitsplätze finden, Umschulungen machen oder in Rente gehen. Für das Ruhrgebiet und das Saarland werden die Folgen des Bergbaus noch jahrzehntelange Herausforderungen bereithalten. Deutschland hatte den Steinkohlebergbau jahrzehntelang subventioniert, bis im Jahr 2007 beschlossen wurde, die Subventionen 2018 einzustellen.

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T. M. Logan: The Mother

Vor zehn Jahren kam Heather für den Mord an ihrem Mann Liam, einem einflussreichen Politiker, ins Gefängnis. Ihre beiden Söhne, damals noch Kleinkinder, hat sie seitdem nicht mehr gesehen. Nun hat sie ihre Strafe abgesessen und nur ein Ziel vor Augen: Ihre Unschuld beweisen, um ihre Kinder wiedersehen zu können. Denn Heather hat Liam nicht getötet. Nur: Wie soll sie das beweisen?

In ihrem Fall gab es nie Zweifel, kaum andere Verdächtige. Polizeibeamte und Richter sind inzwischen längst in Rente, der Skandal hat sich gelegt. Nur der Journalist Owen glaubt daran, dass an Heathers Fall etwas faul ist, hat es aber nie beweisen können.

Gemeinsam versuchen die beiden, für Gerechtigkeit zu sorgen, doch der echte Mörder beobachtet jeden ihrer Schritte …

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Simon Beckett: Knochenkälte

Der siebte Band von Simon Becketts Reihe um den forensischen Anthropologen David Hunter beginnt wie ein klassischer Horrorfilm: tiefschwarze Nacht, Sturm und Blitz und Donner, sintflutartige Regenfälle, ein undurchdringlicher, finsterer Wald. Mittendrin David Hunter, der sich verfahren hat. Eigentlich war er auf dem Weg nach Carlisle, um an einer Ermittlung teilzunehmen. Stattdessen landet er in einem abgeschiedenen Dorf in den Cumbrian Mountains und einem heruntergekommenen ehemaligen Hotel mit spinnwebverhangenen Fenstern. Fehlen nur noch Zombies, Vampire oder Poltergeister.

Hinreichenden Ersatz findet Hunter in den Bewohnern des gar sich so paradiesischen Edendale. Die Menschen sind unfreundlich, misstrauisch oder gar feindselig, insbesondere ein herrischer, hasszerfressener Alter, ein hinterhältiger Riese und ein pubertierendes Rabenaas.

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