Romy Hausmann: Himmelerdenblau

Seit 2023 ist Julie Nowak verschwunden. Ihr Vater hat nie aufgehört, nach ihr zu suchen. Als sich ihr Verschwinden zum zwanzigsten Mal jährt, nimmt die Podcasterin Liv Kontakt zu ihm auf. Sie möchte ein Interview führen und gemeinsam mit ihm herausfinden, was damals wirklich geschah. Trotz aller Bedenken sagt Theo, Julies Vater, zu. Er leidet an Demenz und merkt selbst, dass seine klaren Phasen immer seltener werden. Da er unbedingt wissen will, was damals passiert ist, freut er sich, dass Liv ihm helfen möchte, alles aufzudecken.

Hier ist nichts so, wie es scheint – und die Geschichte ist so spannend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

Der Einstieg ins Buch ist zunächst etwas ungewöhnlich, da man das Gefühl hat, abrupt in die Handlung hineingeworfen zu werden. Die Kapitel aus Theos Perspektive sind ein wenig wirr, genauso wie sein Geist selbst, und es dauert eine Weile, bis man den Überblick gewinnt. Doch genau dieses Chaotische empfand ich als äußerst spannend, sodass ich das Buch kaum weglegen konnte.

Die Geschichte wird überwiegend in der Ich-Perspektive erzählt. Dadurch rückt keine einzelne Figur dauerhaft in den Mittelpunkt, dennoch gelingt der Wechsel zwischen den verschiedenen Erzählperspektiven hervorragend. Ein roter Faden zieht sich klar durch die Handlung. Alles ist mysteriös und spannend inszeniert, die Cliffhanger sind stets gut gesetzt. Besonders im letzten Drittel wird die Spannung enorm gesteigert. Die Wendung dort hat mich mehr als überrascht – ich konnte es kaum fassen. Mit vielem hatte ich gerechnet, aber ganz sicher nicht damit.

Ein mehr als gelungenes Buch, das ich jedem Thriller-Leser wärmstens empfehlen kann. Ich werde es lange nicht vergessen.

Romy Hausmann: Himmelerdenblau
Penguin, August 2025.
464 Seiten, Paperback, 18,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Katja Plattner.

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