Vor zehn Jahren kam Heather für den Mord an ihrem Mann Liam, einem einflussreichen Politiker, ins Gefängnis. Ihre beiden Söhne, damals noch Kleinkinder, hat sie seitdem nicht mehr gesehen. Nun hat sie ihre Strafe abgesessen und nur ein Ziel vor Augen: Ihre Unschuld beweisen, um ihre Kinder wiedersehen zu können. Denn Heather hat Liam nicht getötet. Nur: Wie soll sie das beweisen?
In ihrem Fall gab es nie Zweifel, kaum andere Verdächtige. Polizeibeamte und Richter sind inzwischen längst in Rente, der Skandal hat sich gelegt. Nur der Journalist Owen glaubt daran, dass an Heathers Fall etwas faul ist, hat es aber nie beweisen können.
Gemeinsam versuchen die beiden, für Gerechtigkeit zu sorgen, doch der echte Mörder beobachtet jeden ihrer Schritte …
Von T. M. Logan habe ich vorher bereits „The Parents“ gelesen, was mir ganz gut gefallen hat. Mit einem weiteren Buch von ihm dachte ich, nicht falschliegen zu können, wurde aber einigermaßen enttäuscht. Die Geschichte hat ihre spannenden Höhepunkte, lässt sich auch zwischendurch ganz gut lesen, wird aber durchgehend gedämpft von ihren absolut farblosen Charakteren. Gerade Heather als Protagonistin ist provozierend naiv und eindimensional; dies wirkt aber nicht wie handwerklich gewollt, sondern einfach schlecht ausgeführt. Dass eine Mutter ihre unrechtmäßig entzogenen Kinder zurückbekommen möchte? Ein solider Startpunkt für einen Charakter. Dass sie ansonsten keinerlei Interessen oder Persönlichkeit an den Tag legt? Im besten Falle langweilig, im schlimmsten eine problematische Reduzierung auf die „Muttertier“-Rolle.
Ich habe mir große Mühe gegeben, das Buch zu mögen. Zum Beispiel die Figur der ehemals drogenabhängigen Jodie, die wie Heather auf Bewährung ist und zu ihrer ersten echten Freundin wird, hat sich mit jedem Auftritt mehr in mein Herz geschlichen und verdeutlicht, dass der Autor sein Handwerk sehr wohl versteht.
Von diesen echten Verbindungen finden sich in „The Mother“ allerdings nur sehr wenige und so bleiben am Ende vor allem das langsame Handlungstempo und die erschreckend naive Protagonistin in Erinnerung. Das unlogische (und seltsamerweise deutlich schlechter als der Rest geschriebene – Zeitdruck?) Ende ist die absurde Krönung eines diesmal leider nicht gelungenen Thrillers.
T. M. Logan: The Mother
Aus dem Englischen übersetzt von Sonja Rebernick-Heidegger
Piper, Juli 2025
512 Seiten, Taschenbuch, 13,00 €
Diese Rezension wurde verfasst von Isabella M. Banger.
