Marie Menke: Spielverderberin

Die Freundinnen Sophie und Lotte wohnen im selben Dorf. Das ist ihr Lebensbereich, der sie durch ihre Kindheit trägt und Rückhalt gibt. Hier auf dem Land ist die Welt noch in Ordnung.

Als in der Oberstufe Romy plötzlich im Dorf wohnt, wird schleichend alles anders. Romy ist wie ein Magnet. Beide Mädchen buhlen abwechselnd um die Gunst der Zugezogenen aus der Großstadt mit Akademikereltern.

Drei sind, wie so häufig, eine zu viel. Die Dreierfreundschaft gestaltet sich nicht gleichlaufend, nimmt mitunter fast toxische Züge an. Das Unheilvolle ist erahnbar, entwickelt sich schleichend. Lotte verliert nach einem Unfall eine Zeit lang den Anschluss an die beiden Freundinnen, die sich durchs Abitur kämpfen.

Auch nach der Schule bleibt Romy eine Art Vorbild für Sophie und Lotte. Romy spielt mit ihrer Macht, Geheimnisse entstehen, die belasten.

Wie immer hat Romy genaue Vorstellungen von ihrer Zukunft. Sie will in Köln studieren, hat bereits eine WG. Für Sophie und Lotte ist es nicht so selbstverständlich und einfach, ihr behütetes Landleben zu verlassen. In die Großstadt nach Köln zu ziehen, ist ein großer Schritt, aber mit Romys Anwesenheit dort würde alles gut gehen. Als es soweit ist, scheint Romy sich in Luft aufgelöst zu haben. Während Lotte in Sophies Wohnung mit einzieht, bleibt Romy verschwunden. In den Köpfen der Freundinnen bleibt sie dennoch präsent und die unangefochtene Königin. Sogar Sophies Beziehung zu ihrem Freund Milan leidet unter Romy, die immer wieder durch Sophies Kopf geistert.

Die Kapitel wechseln ab mit den stets gleichen Überschriften „Als Romy ging“ und „Vier Jahre zuvor“. Hier wurde die Story immer wieder zerschnitten und der Plot entsprechend mit Rückblenden neu geordnet. Das hat dem Roman gutgetan, die Spannung wird konstant gehalten.

Spielverderberin“ ist Marie Menkes Debütroman. Die Handlung liest sich durchweg ansprechend und unterhaltsam.

Besonders geeignet für New Adult-LeserInnen.

Marie Menke: Spielverderberin.
Kiepenheuer & Witsch, Februar 2026.
gebundene Ausgabe, 224 Seiten, 23,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Annegret Glock.

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