Gerda Raidt: Klassenbuch: Wer gewinnt im Spiel des Lebens?

In diesem Buch geht es um gesellschaftliche Bildung, soziale Gegensätze und allgemeine Klassifizierungen im nahen und erweiterten Lebensumfeld. Es beschreibt den Lebensweg von der Geburt über die Schulzeit und die Berufsfindung bis hin zur Einordnung in die Gesellschaft.

Kindgerecht werden große und kleine Unterschiede dargestellt, die verdeutlichen, dass wesentliche Grundsteine für die weitere Entwicklung häufig bereits in der Familie gelegt werden. In manchen Familien herrschen ähnliche Strukturen, in anderen gelten ganz unterschiedliche Regeln und Vorgaben. Auch jüngere Kinder nehmen das schnell wahr und lernen daraus. Ganz nonchalant wird aufgezeigt, welche Kinder ohne eigenes Zutun bevorteilt sind und wer sich von Anfang an stärker anstrengen muss. Äußerlichkeiten, Besonderheiten in der sprachlichen Ausdrucksweise und entsprechendes Verhalten verdeutlichen soziale Unterschiede. Auch bei Wohn- und Freizeitgestaltung registrieren Kinder Gegensätze. Die beschriebenen Situationen zeigen Zugehörigkeiten mit hohem Wiedererkennungswert, aber auch Gegenteiliges oder Fremdartiges und Ungewöhnliches.

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Justinus Kerner: Das Mädchen von Orlach (1834)

Der Arzt und Dichter Justinus Kerner lebte von 1786 bis 1862. Eine editorische Notiz gleich zu Anfang des Textes erläutert, dass dieses Buch Kerners Schriftstück „Geschichten Besessener neuerer Zeit“ folgt. Justinus Kerner beschäftigte sich damals auch mit Spiritismus im zeitgenössischen Kontext.

Die Geschichte um das Bauernmädchen Magdalene hat Justinus Kerner nach einer wahren Begebenheit, die sich in der Zeit zwischen 1831 und 1833 zugetragen hat, verfasst.

Zum Inhalt

Die junge Magdalene Gronbach lebte in einem kleinen Ort in Württemberg. Das Mädchen verfiel in jugendlichen Jahren immer wieder in beunruhigende, unerklärliche Trancezustände, in denen sie Geistererscheinungen hatte. Dieses Leiden wurde mit der Zeit immer heftiger. Magdalenes Eltern konsultierten Ärzte und Pfarrer, die ihrem Kind helfen sollten.

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Josephine Johnson: Ein Jahr in der Natur (1969)

Josephine Johnson wurde 1910 in Missouri geboren und verstarb 1990 in Ohio. Mit gerade 24 Jahren wurde ihr 1924 der Pulitzer-Preis für ihren Debütroman Die November-Schwestern verliehen.

Bereits Ende der sechziger Jahre, als Josephine Johnson „Ein Jahr in der Natur“ geschrieben hat, störte sie sich an Ausbeutung und Ungleichheit der Welt; sie empfand alles Leben wider die Natur. So betrachtete sie es als dringlich und notwendig, die Natur zu schützen und die Welt um sie herum zumindest schriftlich aufzuzeichnen und damit festzuhalten.

In „Ein Jahr in der Natur“ thematisiert Johnson ihr Leben in Ohio auf dem Grund einer einsamen, unbewirtschafteten Farm. Johnson bezeichnet ihr bewaldetes Stück Land mit den zwei Bächen und den kleinen Schluchten als ihr Lebenselixier. Ihr Ziel ist, dieses Stück Natur sich selbst zu überlassen, damit die Wildnis zurückkomme und sich ein Naturschutzgebiet entwickeln kann.

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Marie Menke: Spielverderberin

Die Freundinnen Sophie und Lotte wohnen im selben Dorf. Das ist ihr Lebensbereich, der sie durch ihre Kindheit trägt und Rückhalt gibt. Hier auf dem Land ist die Welt noch in Ordnung.

Als in der Oberstufe Romy plötzlich im Dorf wohnt, wird schleichend alles anders. Romy ist wie ein Magnet. Beide Mädchen buhlen abwechselnd um die Gunst der Zugezogenen aus der Großstadt mit Akademikereltern.

Drei sind, wie so häufig, eine zu viel. Die Dreierfreundschaft gestaltet sich nicht gleichlaufend, nimmt mitunter fast toxische Züge an. Das Unheilvolle ist erahnbar, entwickelt sich schleichend. Lotte verliert nach einem Unfall eine Zeit lang den Anschluss an die beiden Freundinnen, die sich durchs Abitur kämpfen.

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Stewart O’Nan: Abendlied

Der amerikanische Schriftsteller Stewart O’Nan hat bislang zahlreiche, von der Kritik gefeierte Romane verfasst. In unserem Leselustportal ist eine weitere Rezension zu seinem 2022 erschienenen Roman „Ocean State“ zu finden.

Sein neuer Roman „Abendlied“ ist im Gegensatz zu „Ocean State“ eine ruhige Geschichte, was wohl an den betagten Hauptfiguren liegt.

„Abendlied“ ist in O’Nans Geburtsort Pittsburgh, Pennsylvania, angesiedelt. Hier haben sich mehrere betagte Damen zu einer Selbsthilfeorganisation zusammengefunden und den „Humpty-Dumpty-Club“ gegründet. Ihr Hauptanliegen ist es, sich gegenseitig und weitere alte Menschen zu unterstützen, damit alle noch möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben führen können. Im Laufe der Jahre sind einige vertraute Personen gegangen, andere kamen dazu.

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Julian Barnes: Abschied(e)

Julian Barnes ist am Ende seiner schriftstellerischen Karriere angelangt und benennt dies auch ausdrücklich. Im Januar 2026 wird er achtzig Jahre alt. Nun ist es an der Zeit, das eigene Leben zu hinterfragen und zu ordnen, befindet er, und wendet sich damit an seine Leser.

Barnes erzählt von den Anfängen seiner Schriftstellerei und macht einen Sprung bis an das Ende. Dazwischen steht die Erzählung von der Beziehung seiner Kommilitonen Stephen und Jean aus der gemeinsamen Zeit in Oxford.

Wie Barnes selbst schreibt, verwendet er für diesen Roman Aufzeichnungen aus Notiz- und Tagebüchern. Manches erzählt er, wie es sich zugetragen hat, in anderen Teilen verwebt er Erinnerungen mit Fiktionen. Natürlich ist dadurch ein sehr persönlicher Text entstanden.

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Pascal Mercier: Der Fluss der Zeit

Pascal Mercier ist im Jahr 2023 im Alter von 79 Jahren gestorben. Mit seinem Roman „Nachtzug nach Lissabon“ (2004), der 2013 auch verfilmt wurde, erreichte er Weltruhm. In unserem Leselustportal ist noch die Besprechung „Das Gewicht der Worte“ von ihm zu finden.

Wir lesen in diesem schmalen Büchlein fünf kürzere Erzählungen von Pascal Mercier. Die Gedanken und das Agieren seiner Figuren, die plötzlichen Schlüsselerfahrungen ausgesetzt sind, zeichnet der Autor so lebensnah nach, dass beim Lesen unweigerlich Selbstreflexionen erzeugt werden.

In der ersten Geschichte „Die Übergabe“ lernen wir ein Ehepaar kennen, das ein Haus erstanden hat. Die Hausübergabe von dem betagten Verkäufer zieht sich in die Länge und wird zu einer schier unerträglichen Prozedur. 

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Sirpa Kähkönen: Komm, Mama

Komm, Mama“ zählt zur Kategorie der autofiktionalen Romane, die auf dem Buchmarkt mittlerweile immer häufiger zu finden sind.

Sirpa Kähkönen beschreibt darin nicht so sehr ihre eigene Geschichte, dafür die ihrer Familie und damit ihrer Herkunft. Vor allem geht es aber um eine schmerzliche Beziehung zu ihrer Mutter. 

In ihrem Heimatland Finnland gilt sie als Bestsellerautorin und wurde 2023 für diesen Roman mit dem Finlandia-Preis ausgezeichnet.

Zum Inhalt:

Der Tod ihrer Mutter liegt bereits ein Jahr zurück und Sirpa nimmt des Nachts in ihren Gedanken Abschied von ihr, indem sie sich mit vielen zurückgebliebenen Gegenständen auseinandersetzt. Dabei geht es unter anderem um eine  Strickjacke, eine Rute, oder  Filzstiefel. Zu allen Objekten existiert eine besondere Geschichte. Sirpa befasst sich mit jedem einzelnen dieser Teile und verknüpft damit Erinnerungen. Diese Erinnerungen setzen sich teilweise aus früheren Erzählungen ihrer Familie zusammen. Dazu baut die Autorin eine weitere Figur ein: „Tuonis Tochter“, eine Figur aus der Unterwelt der finnischen Mythologie, deren Kopftuch aus Polarlicht besteht.

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#DerApotheker: Von Aspirin bis Zink: Die Wahrheit über unsere Arzneimittel: Was nicht im Beipackzettel steht

#DerApotheker hat Pharmazie studiert und arbeitet seit mehr als zehn Jahren als approbierter Apotheker. „Von Aspirin bis Zink“ ist sein viertes Buch. Darin gibt er einen umfassenden Überblick über wichtiges pharmazeutisches Wissen für Laien. Nicht immer ist alles im Beipackzettel nachzulesen. Manches erwähnt vielleicht auch der verordnende Arzt nicht.

Wir erfahren, warum es wichtig ist, Medikamente richtig einzunehmen, oder von den Wechsel- und Nebenwirkungen gängiger Arzneimittel. Oft ist es eben nicht damit getan, nur Tabletten zu schlucken und auf Besserung zu warten.

Weiter lesen wir in gut verständlicher Form viel Interessantes über verschiedene Medikamente und ihre jeweiligen Wirkstoffe. Ob es sinnvoll ist, seinem Körper zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe zuzuführen und auf welche teuren Mittel man getrost besser verzichten kann.

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Natascha Wodin: Die späten Tage

Manchmal stößt man auf Bücher, bei denen man sich am Ende der Lektüre fragt, warum man nicht schon längst auf diesen Autor/diese Autorin aufmerksam geworden ist. Natascha Wodin gehört für mich zu genau diesen SchriftstellerInnen. Angetan von der dreißigseitigen Leseprobe musste ich dieses Buch unbedingt so schnell wie möglich in den Händen halten und zu Ende lesen, was bis zur letzten Seite angehalten hat.

Natascha Wodin ist Jahrgang 1945 und wurde als Tochter sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth geboren. 1983 erschien ihr erster Roman „Die gläserne Stadt“, auf den zahlreiche weitere Veröffentlichungen samt Auszeichnungen wie dem Hermann-Hesse-Preis, dem Brüder-Grimm-Preis, dem Preis der Leipziger Buchmesse und viele weitere Preise folgten.

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