Naja Marie Aidt: Aus dem Dunkel

Die dänische Schriftstellerin und Dichterin Naja Marie Aidt zählt zu den wichtigsten Stimmen in der skandinavischen Literatur.

In ihrem 2021 erschienenen Roman Carls Buch verarbeitet sie sehr bewegend den tragischen Tod ihres Sohnes.

Auch „Aus dem Dunkel“ ist ein aufwühlendes Buch voller Tragik. Wir lesen darin von Gewalt und Übergriffen, aber auch von Freundschaft und Zusammenhalt.

Die Kindheit der Protagonistin im Haus der Eltern mit zwei Schwestern ist unschön und problembehaftet durch ihren unberechenbaren, gewalttätigen Vater. Die Mädchen leben in ständiger Angst. Später wird die Protagonistin in ihrer Jugend Opfer einer Vergewaltigung und eine ihrer Schwestern kommt nach Drogenkonsum ums Leben. Viele Jahre später, ihre drei Söhne sind bereits erwachsen und selbständig, wird sie Zeugin einer Gewalttat auf offener Straße. Sie eilt dem Opfer zu Hilfe und während diese junge Frau den Angriff nicht überlebt, wird sie selbst vom Täter mit dem Messer verletzt.

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Elena Ferrante: An den Rändern

An den Rändern“ wird vor allem für Fans von Elena Ferrantes Büchern interessant sein. In diesem Essay gewährt sie ausgesprochen persönliche Einblicke in ihre Schriftstellerei. Mit den vier Bänden ihrer „Neapolitanischen Saga“ erreichte die italienische Schriftstellerin, die unter Pseudonym veröffentlicht, Weltruhm.

In unserem Leselustportal sind von Elena Ferrante folgende Rezensionen zu finden:

Frau im Dunkeln, Tage des Verlassenwerdens, Zufällige Erfindungen, Frantumaglia: Mein geschriebenes Leben sowie die vier Bände aus der Neapolitanischen Saga: Die Geschichte des verlorenen Kindes, Die Geschichte der getrennten Wege, Die Geschichte eines neuen Namens, Meine geniale Freundin

Hier nun sind Elena Ferrantes Vorträge, die sie an der Universität Bologna über ihr Schreiben hielt, nachzulesen.

Wir erfahren, wie Elena Ferrante schon als junges Mädchen zum Lesen fand und wie sich ihr Schreiben entwickelte, das sie als regelrechte Sucht bezeichnet. Weiter lesen wir davon, wie sie ihre bislang erschienenen Romane konzipierte. Hierzu gibt die Autorin Einblicke in die Überlegungen, welche sie anstellte, um die Charaktere und das Agieren ihrer Protagonistinnen zu erschaffen und weiter vom Entwickeln und Zusammenführen verschiedener Erzählstränge. Wer Ferrantes Bücher gelesen hat, wird also bald wieder auf ihre bekannten Figuren Lenú und Lila aus ihrer Neapolitanischen Saga und weitere Protagonistinnen wie Delia, Olga oder Leda stoßen.

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Max Küng: Supertoskana

„Supertoskana“ – bei solch einem Romantitel glaubt man fast schon zu wissen, was einen im Buch erwartet. Ja, und was so schön nach Urlaub klingt, ist tatsächlich auch eine prima Urlaubslektüre. Allerdings erleben die Figuren darin, drei Paare, ihre gemeinsame Auszeit in der Toskana alles andere als entspannend.

Es ist lange her, seit dem letzten Urlaub, den sie zusammen in Frankreich verbracht haben. Vieles hat sich seither verändert, zwischenmenschlich, altersmäßig, beruflich und überhaupt. Gemeinsamkeiten gibt es so gut wie keine mehr. Die Jahre haben ihre Spuren in allen Bereichen hinterlassen.

Die Hauptfiguren sind zum einen das zu Geld gekommene, künstlerisch veranlagte Gastgeberpaar, weiter ein gutmütiger, belesener Zahnarzt mit seiner neuen Flamme, deren Niveau so gar nicht zu den anderen passt, samt Baby, und letztlich sind noch Jean, der alle bekocht und seine Frau Jacqueline dabei.

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Daniela Dröscher: Sprechen

Daniela Dröscher dürfte den meisten Lesern durch ihren 2022 erschienenen Roman „Lügen über meine Mutter“ bekannt sein. In unserem Leselustportal ist die Rezension ihres 2025 erschienenen Romans „Junge Frau mit Katze“ zu finden.

Wie man vom Titel bereits ableiten kann, sind in ihrem Essayband „Sprechen“ die Sprache und das Sprechen ihr zentrales Thema. Hier beleuchtet Daniela Dröscher Sprache von der wissenschaftlichen Seite aus und Sprache im Allgemeinen. Dabei nimmt sie Stellung zu Dialekten, Hochdeutsch, Fachsprache, zur sozialen Herkunft oder zur Tonalität der Worte.

Wie die Autorin selbst anmerkt, legt sie den Fokus dabei auf die Sphäre des Zwischenmenschlichen.

Immer wieder lässt sie Beispiele mit Interna aus ihrer Kindheit, die sie auch schon in ihren Romanen thematisiert hat, einfließen. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf im Hunsrück, war sie dort mit dem örtlichen Dialekt ebenso konfrontiert wie mit dem Hochdeutschen, das ihre Mutter zu sprechen pflegte. Geprägt von der Mutter, die sich auf ihre ganz eigene Art einst in die Dorfgemeinschaft einbrachte, versuchte auch Daniela Dröscher als Kind, sich präzise auszudrücken. Wir lesen unter anderem von Streitgesprächen in der Familie, vom Nichtverstandenwerden oder von falschen Interpretationen des Gesagten.

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Elke Cremer: Heimgehen: Ein Episodenroman in vierundzwanzig Stunden

Alles in diesem Buch spielt sich an einem Donnerstag ab. Die jeweiligen Kapitel sind mit der Uhrzeit des Geschehens überschrieben, denn mehrere Personen sind plötzlich einem einschneidenden Ereignis ausgesetzt. Dadurch werden alle Figuren und Abläufe miteinander verwoben.

Es ist ein Schuss aus dem Gewehr eines Amokläufers, der die Situationen der verschiedenen Protagonisten von jetzt auf nachher verändert. Jede/r von ihnen ist bereits mit einer zentralen Thematik behaftet. Zum einen ist da eine junge Frau, die kurz vor dem Knall noch halb in Angst, halb in Vorfreude vor einem Treffen mit ihrem Vater schwelgt. Weiter geht es mit einem jungen homosexuellen Paar, das eine Krise bewältigen muss, oder um drei Geschäftsmänner, die zusammensitzen, weil sie einen Grund zum Feiern haben. Ganz plötzlich wirft eine Gewalttat alles aus dem Lot. Für alle ist es ein tiefer Einschnitt.

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Thommie Bayer: Gern gesehene Gäste

Thommie Bayer zählt zu jenen Autoren, in deren Romanen man zu Teilen immer irgendeinen Bezug zum Verfasser vermuten kann. Hier nun erfährt man so einige Interna aus dem Literaturbetrieb.

Von folgenden vorangegangenen Romanen sind weitere Besprechungen von Thommie Bayer in unserem Portal zu finden:

Die kurzen und die langen Jahre
Das innere Ausland
Das Glück meiner Mutter
Einer fehlt

Diesmal geht es um den Werdegang des jungen Matteo. Als eher introvertiertes Kind hatte er keine Freunde, obwohl seine Mutter, eine Buchhändlerin, alles versuchte, um ihm Freundschaften zu ebnen. Das Gefühl, Außenseiter zu sein, belastete ihn als Kind. Später konnte er sich gut mit der Situation arrangieren. Zudem fand er früh einen Zugang zu Büchern, womit er Vieles kompensierte.

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Ildikó von Kürthy: Alt genug

Ildikó von Kürthy ist auf dem Schriftstellerparkett eine Garantin für erfolgreiche Frauenliteratur. Ihre Bücher wurden mehr als sieben Millionen Mal verkauft und in 21 Sprachen übersetzt. Ihre stets aktuelle Frauenthematik hat bei den Leserinnen und Lesern einen hohen Wiedererkennungswert.

In ihrem neuen Roman schreibt sie nun vom Älterwerden und vom Alter. Schließlich ist die Zeit auch für die Autorin, die mit ihren Büchern und den Leserinnen und Lesern gereift ist, nicht stehen geblieben.

Humorvoll und mit leichter Selbstironie berichtet Ildikó von Kürthy von ihren Erfahrungen auf dem Heavy-Metal-Musikfestival in Wacken, das sie mit einer Freundin besucht hat. Mit ihren bald sechzig Lebensjahren hat sie mittlerweile andere Ansprüche als noch vor zehn Jahren, muss sie sich eingestehen. Auch nächtliche Geburtstagsfeste mit „Reinfeiern“ entsprechen nicht mehr ganz ihren Vorlieben.

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Siri Hustvedt: Ghost Stories

Der Schriftsteller Paul Auster, um den es geht, verstarb im April 2024 an seinem Krebsleiden.

Er wolle ein Geist werden, hat er zu seiner Frau Siri gesagt. Nun hat Siri Hustvedt Begebenheiten aus dem Leben Paul Austers samt ihrer gemeinsamen Zeit, die sie in ihrem Haus in Brooklyn verbracht haben, und vor allem die Leidenszeit ihres Mannes in Ghost Stories verankert. Entstanden ist ein Buch, das sich aus vielen verschiedenen Fragmenten wie Erinnerungen, Tagebucheinträgen, Briefen, Kurznachrichten und Fotos zusammensetzt: „geisterhafte Bruchstücke gemeinsamer Geschichten, Ghost Storys, die auch Love Storys sind“ (E-Book S. 259).

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Christien Brinkgreve: Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen

Christien Brinkgreve, Jahrgang 1949, lebt in Amsterdam.

Sie ist emeritierte Professorin für Soziologie. Sie forschte und publizierte zum Umgang mit Emotionen sowie zu den Beziehungen zwischen Männern und Frauen und zwischen Eltern und Kindern.

Nach dem Tod ihres Mannes macht sie sich Gedanken über ihre zu Ende gegangene Partnerschaft und beginnt beim Ordnen und Sortieren des Hauses, alles zu hinterfragen.

Sie reflektiert ihr Leben mit Blick auf ihre Rolle innerhalb der Familie, auf ihre Partnerschaft und auf die Wahrnehmung ihrer selbst. Währenddessen scheint das Leben ihres Mannes, der sich zu Lebzeiten von nichts trennen konnte und die Vergangenheit in vollgestopften Schränken und Schachteln konservierte, allgegenwärtig. Was darf sie wegwerfen, und was sollte oder möchte sie in dem Chaos seiner Hinterlassenschaften behalten? All das ist Bestandteil ihres Trauerprozesses.

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Gerda Raidt: Klassenbuch: Wer gewinnt im Spiel des Lebens?

In diesem Buch geht es um gesellschaftliche Bildung, soziale Gegensätze und allgemeine Klassifizierungen im nahen und erweiterten Lebensumfeld. Es beschreibt den Lebensweg von der Geburt über die Schulzeit und die Berufsfindung bis hin zur Einordnung in die Gesellschaft.

Kindgerecht werden große und kleine Unterschiede dargestellt, die verdeutlichen, dass wesentliche Grundsteine für die weitere Entwicklung häufig bereits in der Familie gelegt werden. In manchen Familien herrschen ähnliche Strukturen, in anderen gelten ganz unterschiedliche Regeln und Vorgaben. Auch jüngere Kinder nehmen das schnell wahr und lernen daraus. Ganz nonchalant wird aufgezeigt, welche Kinder ohne eigenes Zutun bevorteilt sind und wer sich von Anfang an stärker anstrengen muss. Äußerlichkeiten, Besonderheiten in der sprachlichen Ausdrucksweise und entsprechendes Verhalten verdeutlichen soziale Unterschiede. Auch bei Wohn- und Freizeitgestaltung registrieren Kinder Gegensätze. Die beschriebenen Situationen zeigen Zugehörigkeiten mit hohem Wiedererkennungswert, aber auch Gegenteiliges oder Fremdartiges und Ungewöhnliches.

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