Volker Klüpfel: Mord ist die beste Beseitigung

Produktbild: Mord ist die beste Beseitigung

Volker Klüpfel, bekannt und beliebt geworden als Co-Autor der mit Michael Kobr verfassten Erfolgsreihe um Kultkommissar Kluftinger, startete mit »Wenn Ende gut, dann alles« seine eigene Solo-Krimireihe. Nun liegt der zweite Band dieser Krimiparodie vor und dürfte ähnlich begeistert aufgenommen werden.

Tommy, der von Millionensellern und einem Leben als Starautor träumt, über Ideen und wenige Notizen aber nicht hinauskommt, lebt nach wie vor in einem Wohnmobil, das von Haushaltshilfe Svetlana, einem Quell ukrainischer und verquerer deutscher Sprichwörter, in Schuss gehalten wird. Und wieder schlittern sie, Tommy unfreiwillig, Svetlana zielstrebig, in einen Kriminalfall hinein.

Gerade noch haben sie einen Reiseruf im Radio gehört, da fährt die Frau im blauen Audi an ihnen vorbei. Natürlich wollen sie helfen und folgen dem Wagen, verlieren ihn aus den Augen, entdecken ihn auf einem Rastplatz – aber die Frau, Gabriele Zorn, ist verschwunden. Noch auf dem Rastplatz beginnt Svetlana zu ermitteln. Bei ihren Nachforschungen stoßen sie auf einen dubiosen Fahrradunfall mit Todesfolge und die noch dubiosere Selbsthilfegruppe »Die Glücklichen«. Wofür genau dieser Name steht, werden die beiden Hobbydetektive herausfinden und sich damit in Lebensgefahr bringen.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Sebastian Fitzek: Die Therapie

In „Die Therapie“ von Sebastian Fitzek geht es um den bekannten Psychiater Viktor Larenz, dessen Leben aus den Fugen gerät, als seine Tochter spurlos verschwindet. Jahre später lebt er zurückgezogen auf einer abgelegenen Insel, geplagt von Schuldgefühlen und der Ungewissheit über ihr Schicksal.

Dort begegnet er einer geheimnisvollen Frau, die ihn um Hilfe bittet. Sie leidet unter Wahnvorstellungen und spricht von einem Mädchen, das unter mysteriösen Umständen verschwindet – mit auffallenden Parallelen zu Viktors eigener Vergangenheit. Während der Sitzungen verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen Realität und Einbildung, und Viktor wird immer tiefer in ein verstörendes psychologisches Spiel hineingezogen.

Die Geschichte entwickelt sich zu einem intensiven Thriller, in dem nichts so ist, wie es scheint, und der Leser bis zum Schluss über die Wahrheit im Unklaren bleibt.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Monika Mansour: Die Wahrheit ruht im Sempachersee

Vogelsterben, ein riesengroßer Umweltskandal, Korruption, Machenschaften von Großkonzernen, menschliche Abgründe, Gier und rücksichtslose Gewissenlosigkeit – das sind die Themen, die Monika Mansour im neuen Fall für Kommissar Cem Cengiz zu einem spannenden Plot verarbeitet. Zu Anfang vielleicht ein bisschen sperrig, zäh, aber im Laufe der Geschichte nimmt die Handlung Fahrt auf und entwickelt eine richtig gute inhaltliche Spannung, ganz ohne überflüssiges Blutvergießen.

Ein sehr persönlicher Fall für Cem Cengiz, der seit drei Monaten versucht, damit klar zu kommen, dass Eva, seine Frau, eine erfolgreiche, ehrgeizige Staatsanwältin, tot sein soll. Mitten in der Nacht war Eva zu einem Treffen mit einem geheimen Informanten zum See gefahren, wo sie bei einer Explosion auf einen Boot ums Leben gekommen sein soll. Cem kann das nicht glauben. Er versinkt in Trauer und Verzweiflung, bis seine Chefin ihn mit den Ermittlungen zu einem mysteriösen Vogelsterben am See beauftragt. Was als Ablenkung für Cem gedacht ist, entwickelt sich zu einem ausgewachsenen Ökoskandal, in den nicht nur ein milliardenschwerer Agrarkonzern verwickelt ist, sondern auch politische Entscheidungsträger aus der Region Luzern und weiter es sind.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Miguel Silva: Die Tote von Nazaré

Urlaub am Meer – das ist genau, was Maren jetzt braucht. Ruhe und Erholung nach einem langen Klinikaufenthalt und einer längeren Zeit im Koma. Bei einem Banküberfall war Hauptkommissarin Maren Berger angeschossen worden, eine Kugel musste aus ihrem Kopf entfernt werden. Keiner kann sagen, wie schnell sie sich davon erholen wird. Deshalb jetzt Nazaré, wo es – wie Maren gehört oder geträumt hat – die höchsten Wellen gibt, gerade auch im Winter. Ein Paradies für Surfer und Kitesurfer. Dazu gehört Maren zwar nicht, aber vom Strand aus zuzuschauen, das stellt sie sich beruhigend vor.

Ihre Ruhe währt allerdings nicht allzu lange. Eines Morgens, als sie gerade auf dem Weg zum berühmten Praia do Norte ist, wo die Wellen am besten sein sollen, findet sie bei der Surferstatue die Leiche einer jungen Frau. Maren verständigt sofort die örtliche Polizei. Als sie allerdings mit den Beamten zurückkommt, ist die Tote verschwunden. Die Beamten halten sie wahrscheinlich für eine durchgeknallte deutsche Touristin, aber das ist Maren egal. Sie weiß, was sie gesehen hat, und sie erinnert sich auch, dass sie die junge Frau am Abend zuvor in einem Café gesehen hat. Einzig Inspector Joao Ferreira glaubt Marens Aussage und interessiert sich für ihren Bericht. Ferreira spricht gut Deutsch, was es einfacher macht, außerdem macht er einen kompetenten und sympathischen Eindruck, Maren fasst Vertrauen zu ihm.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Liza Marklund: Das kalte Moor

Das in recht dunklen Farben gehaltene Cover vermittelt einen guten Vorgeschmack auf die Geschichte, die der zweite Teil der Polarkreis-Trilogie erzählt. Düster, geheimnisvoll, aber diesmal wesentlich persönlicher als im ersten Teil, den man im Übrigen nicht gelesen haben muss, um jetzt im zweiten mitzukommen. „Das kalte Moor“ ist gut als Standalone zu lesen, die Geschichte erklärt sich gut und ohne viele Bezüge.

Düster und leicht bedrückend ist die Gegend, in der die Autorin das Geschehen angesiedelt hat. Stenträsk, ein kleiner schwedischer Ort nördlich des Polarkreises und unmittelbar angrenzend an ein Raketenversuchsgelände, das schon an sich geheimnisumwoben ist, weil die, die dort arbeiten, ob aus dem kleinen Ort oder von ihren Firmen irgendwo auf der Welt für eine gewisse Zeit abgeordnet, natürlich nicht über das reden dürfen, was auf dem Gelände passiert oder erforscht wird. Dennoch kommt man natürlich miteinander in Kontakt, immerhin müssen diejenigen, die nur auf Zeit in Stenträsk arbeiten, ja im Hotel wohnen und man trifft sich natürlich auch mal in der Kneipe. Markus, der Sohn des örtlichen Polizeichefs Wiking Stromberg, arbeitet auf dem Versuchsgelände. Was genau er dort macht, darf er auch seiner Familie nicht erzählen, nur so viel: Er soll befördert werden und würde dieses Angebot auch gerne annehmen. Wenn da nicht dieses anonyme Schreiben wäre, das ihn eindringlich davor warnt. Der Schreiber, die Schreiberin bittet ausdrücklich, dass Markus das Schreiben seinem Vater zeigt, der sofort einen bestimmten Verdacht hat, wer der Absender sein könnte.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Christiane Franke, Cornelia Kuhnert: Matjes al dente

Amüsant, warmherzig und liebevoll wie immer, gewürzt mit einer guten Portion friesischen Charmes. Die Ostfriesenkrimis dieses Autorinnen-Duos sind ein bisschen wie Urlaub an immer dem gleichen Ort. Man kennt die Umgebung, mag die handelnden Personen und die Region und ist gleich mittendrin. Ohne lange Vorrede sind wir auch diesmal wieder beim ersten Todesfall. Postbote Henner findet die tote Reederin Tjalda auf ihrem Schiff, mitten in der Blumendeko für die nächste Seebestattung, die in wenigen Stunden stattfinden soll. Sein Freund Rudi und dessen Polizistenkollege Schnepel stellen eindeutig fest: Tjalda ist erschossen worden. Schnepel, der gerne mal ohne lange nachzudenken Schlüsse zieht, hat auch gleich eine einleuchtende Theorie: Das war ein Mafiamord. Immerhin war Tjalda mit einem Italiener verheiratet, der einen Feinkostladen führt, und sie war im Vorstand des gerade vor Kurzem erst gegründeten Hanf-Vereins in Neuharlingersiel.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Romy Fölck: Fünf Fremde

Die Wellen peitschen gegen die Fähre, als fünf Passagiere an einem stürmischen Oktobertag die Insel Neuwerk in der Nordsee erreichen. Für vier von ihnen ist es die Rückkehr an einen Ort, der dunkle Erinnerungen wachruft. An einen Sommer vor dreißig Jahren, in dem zwei Teenager spurlos aus dem Schullandheim verschwanden. Auch damals waren die vier auf Neuwerk – und eine Frage hat sie seither nie mehr losgelassen: Was geschah in jenem verhängnisvollen Sommer wirklich? Als ein Orkan aufzieht und niemand die Insel verlassen kann, drängen lang gehütete Geheimnisse an die Oberfläche. Denn es gibt jemanden, der die Antwort kennt. Und der nicht eher ruht, bis eine alte Schuld endlich gesühnt wird …

Die Vielzahl der Charaktere erfordert zu Beginn einiges an Konzentration, um den Überblick zu behalten. Da die Geschichte auf zwei Zeitebenen und aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt wird, muss man als Leser stets aufmerksam bleiben, um nicht den Faden zu verlieren.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Alessio Guerrini: Im Schatten der Palazzi

Erster Eindruck

Was bietet Alessio Guerrini dem Leser mit ›Im Schatten der Palazzi‹, dem ersten Roman, den er unter diesem Pseudonym schreibt? Einen ebenso spannenden wie sympathischen Kriminalroman sowie einige Kurzkrimis hat er uns unter dem Namen Rudolf Georg schon vorgestellt. Nun ist es ein spannender Krimi vor der malerischen Kulisse San Gimignianos in der Toskana. Eine gelungene Mischung aus Sommer- und Urlaubsgefühlen und dem schaurig-schönen Kribbeln, das einen überfällt beim Lesen über raffinierte Verbrechen, die unblutig sind und die einen nicht selbst betreffen. Der leichtfüßige Schreibstil trägt dazu bei, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Zwischen Zypressen und Palazzi: In der Toskana verschmelzen Kunst, Macht und Verbrechen zu einem mörderischen Spiel.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Sven Stricker:  Sörensen geht aufs Haus

Richtig gut geschrieben, aber weniger Krimi als Psycho- und Sozialstudie

Der zweite Sörensen-Krimi von Sven Stricker, den ich gelesen habe. Und schon wie beim letzten Band sah ich beim Lesen stets den Schauspieler Bjarne Mädel vor mir, der den Kommissar im Film verkörpert, und hörte seine unvergleichliche Art zu sprechen in den Dialogen.

Die wieder den Hauptteil der Geschichte ausmachen, die unglaublich gut gelungen sind, aber für die Handlung, also den Kriminalfall, um den es gehen soll, oft recht wenig bedeuten.

Es ist ein Cold Case, der wieder aufgegriffen wird, als im Garten eines ehemaligen Schulfreundes von Sörensen, der plötzlich in Katenbüll wohnt, menschliche Knochen gefunden werden. Erst nach und nach stellt sich heraus, wessen Knochen das sind, der Verdacht aber taucht auf, es könne sich um die Leiche der vor ein paar Jahren verschwundenen Mia handeln.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

John Grisham: Das Vermächtnis

Simon Latch, Provinzanwalt in Braxton, einer Kleinstadt in Virginia, hat seine liebe Müh mit seinem Leben: eine schlecht gehende Praxis, eine teure Scheidung, drei Kinder mit geldverschlingenden Hobbys und Ambitionen, Wettschulden, das Konto hoffnungslos überzogen. Plötzlich hellt sich der Himmel auf in Gestalt der 85-jährigen Witwe Eleanor Barnett, für die Simon ein Testament aufsetzen soll. Als sich herausstellt, dass sie über ein millionenschweres Erbe verfügt und sie bereits ein Testament bei einem windigen Konkurrenten gemacht hat, der sich rechtswidrig ihre riesigen Aktienpakete unter den Nagel reißen wollte, sieht er seine Chance.

Allerdings ist auch sein Testament alles andere als standesrechtlich sauber. Zwar baut er Spenden an gemeinnützige Organisationen ein, aber in erster Linie will er an die Millionen, die ihn von allen Sorgen befreien würden. Er freundet sich mit Eleanor an, führt sie großzügig zu zahlreichen Restaurantbesuchen aus und setzt alles daran, ihr Vertrauen zu gewinnen. Aber warum zeigt sie ihm nicht ihr Portfolio? Warum hat sie noch keine seiner Rechnungen bezahlt? Gründe, misstrauisch zu sein, gibt es genug. Doch Simon will ihr glauben. Seine Gier, sein Traum vom großen Reichtum behält die Oberhand.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: