Arno Strobel: Stalker: Er will dein Leben

Wo waren hier die Stalkervibes? Meiner Meinung nach ist das, was Eric passiert, nicht stalken, aber ok. Titel für mich schon mal verfehlt. Doch leider nicht nur das, denn auch die Story war für mich eine der Schlechtesten dieses Autors und das, obwohl ich seine Bücher eigentlich immer inhaliere und sie mich nicht mehr loslassen.

Wir treffen auf Eric Sanders, dieser hat seine erste Rolle im Fernsehen bekommen und erhofft sich damit eine Karriere aufbauen zu können. Nach der Ausstrahlung steigert sich seine Bekanntheit und die Anfragen steigen, doch mit dem Ruhm kommen auch die Schattenseiten ans Licht. Jemand fängt an seine Social-Media-Accounts zu kopieren und treibt mit Sanders Identität ein böses Spiel, er bedroht Eric sogar und dieser soll nun einen Mord gestehen, um das Leben seiner Lieben zu schützen.

Das Buch lässt sich flüssig lesen, wenn ich auch hier den Schreibstil des Autors anders fand als in seinen bisherigen Werken. Irgendwie konnte mich hier der Aufbau der Geschichte nicht so sehr fesseln und mir fehlte das Konstrukt der psychologischen Ebenen und die Einblicke in Sanders Gefühlswelt waren zu wenig verworren.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Richard Osman: Wir finden Mörder

Skurriles Gespann auf Mörderjagd, vielversprechender Beginn einer neuen Reihe

Wer liebt sie nicht, die Krimis von Richard Osman rund um den Donnerstagsmordclub, eine Gruppe unternehmungslustiger Senioren bei der Aufklärung mysteriöser Mordfälle. Nun beginnt der erfolgreiche Autor eine neue Reihe, mit neuen, nicht weniger interessanten Protagonisten.

Amy Wheeler, erfahrene und unerschrockene Personenschützerin, behütet gerade das Leben einer über 80-jährigen Schriftstellerin, die diverse Morddrohungen erhielt, als sie selbst ins Fadenkreuz von Mördern gerät. Und sie wird nicht nur von gedungenen Mördern gejagt, sondern auch noch selbst als Mörderin angeschwärzt.

Mehrere Influencer sterben auf besonders grausame Weise und immer war Amy zur Tatzeit irgendwo in der Nähe. Zusätzlich werden verschiedene Spuren gelegt, die auf sie hindeuten.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Ben Pastor: Stürzende Feuer: Martin-Bora-Roman 03

Am 09. Juli 1944 unterbricht Oberstleutnant Martin von Bora seinen Fronteinsatz in Italien, um in Berlin seinen Onkel zu beerdigen. Angeblich starb der renommierte Kinderarzt freiwillig.

Am gleichen Tag wird Bora zu später Stunde mit der Aufklärung des Mordes an einen bekannten Hellseher beauftragt, für den es bereits vier Verdächtige gibt. Theoretisch könnte sich Bora über die Vorarbeit freuen, zumal ihm für die Ermittlung nur eine Woche gegeben wird. Trotzdem ist Bora der gesamte Kontext verdächtig. Warum soll er und nicht die dafür zuständige Kriminalpolizei ermitteln? Und warum werden ihm irritierende Andeutungen und Gerüchte zugetragen? Bora sieht sich in der Rolle des Sündenbocks, während um ihn herum Berlin systematisch durch Bomben oder die SS zerstört wird.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Mary Downing Hahn: Meine Freundin Helen: Eine Geistergeschichte

Unheimlich gut: Grusel-Nostalgie aus den 80ern

Könntest du nachts schlafen, wenn direkt vor deinem Fenster ein Friedhof liegen würde?

Zum Inhalt:

Heather ist die nervigste kleine Göre, die man sich vorstellen kann – die neue Stiefschwester ist ein wahrer Quälgeist für Molly und Michael in ihrer neuen Patchwork-Familie. Doch als ob das nicht schon genug Drama wäre, beginnt der eigentliche Albtraum, als Heather auf dem düsteren Friedhof hinter ihrem neuen Zuhause, einer unheimlichen alten Kirche, eine neue »Freundin« findet: Helen.

Kein gewöhnliches Mädchen, sondern ein ruheloser Geist, der dort seit über hundert Jahren lauert – verborgen im Schatten der Grabsteine, mit einem finsteren Plan…

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Stephan R. Meier: Toxic

Ein Plot, wie er erschreckender kaum sein könnte. Die Vorstellung, dass jemand einen Anschlag mit einem Nervengift plant, um Millionen Menschen gleichzeitig und geräuschlos zu töten, ist so gruselig, dass man sie am liebsten gar nicht weiterdenken möchte. Und dennoch ist es absolut im Bereich des Möglichen, des Realistischen, dass so etwas geschehen könnte. In diesem Thriller geht es um einen geplanten Anschlag mit einem absolut tödlichen Nervengift, das in die Wasserversorgung einiger Großstädte eingeleitet werden soll.

Ziel ist es, sechs Millionen Deutsche zu töten, – als Vergeltung für den Holocaust. Geplant wird alles von Oligarchen, politischen Größen, die vor nichts zurückschrecken, um ihre Rache in die Tat umzusetzen. Ausführen soll das Ganze „Lupus“ – der angeblich gefährlichste Auftragsattentäter der Welt. Mit richtigem Namen Boris, Russe und Bruder eines der mächtigsten, reichsten und einflussreichsten Männer in Russland. Bislang hat „Lupus“ eine makellose Erfolgsbilanz. Das soll möglichst auch so bleiben. Alles läuft unter dem Radar, alle Beteiligten wissen nur, was sie wissen müssen – „Lupus“ arbeitet nicht mit Amateuren. Seit Jahren schon ist ihm die BND-Agentin und Zielfahnderin Meredith auf den Fersen, allerdings bislang ohne Erfolg. In monatelangen schmerzhaften Experimenten hat Boris seine DNA verändert, sonstige Spuren hinterlässt er selbstverständlich sowieso nicht.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Tilo Eckardt: Gefährliche Betrachtungen: Der Fall Thomas Mann

Was für eine imposante Idee, den einstigen Literaturnobelpreisträger Thomas Mann fiktiv in einen historischen Kriminalroman zu verweben! Weitaus bemerkenswerter jedoch erweisen sich im Plot die Parallelen vom Deutschland der dreißiger Jahre mit den immer mehr an Aufwind erlangenden nationalistischen Strömungen zur aktuellen politischen Stimmungslage. Hier wird auf erschreckende Weise deutlich, wie sich Geschichte wiederholen kann.

Das einstige Sommerhaus von Thomas Mann auf der Kurischen Nehrung in Nida ist heute eine deutsch-litauische Begegnungsstätte und Museum. Nur wenige Meter davon entfernt hat der Autor Tilo Eckardt für zwei Monate in einer Autorenresidenz gelebt und an diesem Buch geschrieben. Hierher, mit Blick auf das Memeldelta und Haff, ließ Thomas Mann sich 1929 sein Ferienhaus erbauen. Hier verbrachte Thomas Mann drei Sommer über mit seiner Familie. Inmitten knorriger Kiefern mit Blick aufs Wasser lebte der Schriftsteller zurückgezogen im Sommerhaus und hat geschrieben. Tilo Eckardt erweckt die Vergangenheit und den großen Schriftsteller mit seinem Roman „Gefährliche Betrachtungen“ auf ungewöhnliche Weise wieder zum Leben:

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Eva Rossmann: Alles Gute

Die Journalistin Mira Valenksy und ihre Freundin Vesna Krajner, Chefin einer Reinigungsfirma, geraten wieder einmal in einen Kriminalfall. Sie besuchen das Konzert von Vesnas Freund in Graz, als sie ein offenbar verwirrter Mann anspricht. Er bittet sie um Hilfe. Er redet von Shitstorms, falschen Beschuldigungen, zwei durchstochenen Lisas, die aber Polster seien. Mit den Leuten von der „Union der Sozialpatrioten“ sei nicht zu spaßen, man solle die nicht verharmlosen, gierige Giganten wollen Lisa kaufen und missbrauchen. Er sei gegen die Spaltung und habe eine App entwickelt. Mira kombiniert, das muss Peter Gruber sein.

Er hat die App „Lisa wünscht alles Gute“ auf den Markt gebracht, mit der man mittels eines Strichmännchens jemandem zeigen kann, dass man an ihn denkt. Dieses Strichmännchen habe seine Nichte Lisa gezeichnet, sagt der Fremde. Niemand sei mehr bereit zu Kompromissen und zum Dialog. Er wolle die Menschen wieder zusammenführen. Er sei Lehrer gewesen an einem Gymnasium, sei aber suspendiert worden. Die beiden Damen überreden Gruber zu einem Treffen in Wien und er gibt Vesna ein Kuvert mit zehntausend Euro, bevor er in der Menge verschwindet. Zu diesem Treffen kommt es nicht. Peter Gruber bleibt unauffindbar.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Volker Kutscher: Rath

Jetzt ist er also da, der letzte Band der Reihe um den gebürtigen Kölner Kommissar Gereon Rath. Er heißt ganz einfach nur „Rath“ und Volker Kutscher hat bereits sehr deutlich gemacht, dass es keine weiteren Bände mehr geben wird. Auf der einen Seite finde ich das gut, ich möchte Gereon weder bei den amerikanischen Truppen erleben noch ihm beim hilflosen Mitfiebern über den Großen Teich während des Zweiten Weltkrieges zuschauen. Auf der anderen Seite finde ich es schade. Zum einen natürlich, weil die Bücher wirklich gut waren, zum anderen aber auch, weil viele Schicksale noch in der Luft hängen. Aber vielleicht ist das auch eine Aussage: Sehr vielen Menschen stand ein Schicksal bevor, dass sie sich 1938 noch nicht einmal hätten ausmalen können.

Gereon ist in Köln bei Adenauer untergekommen und wartet mehr oder weniger auf den Tod seines Vaters. Noch immer ist er ein gesuchter Verbrecher in Deutschland. Charlotte ist in Berlin und kommt während ihrer Tätigkeit für Böhm einer Sache auf die Spur, die auch ihren Pflegesohn Fritze betrifft. Der bekommt eine recht große Rolle in diesem Roman und darf zeigen, dass er bei aller Verehrung für die HJ durchaus noch in der Lage ist, selber zu denken. Einmal im Monat trifft sich das Ehepaar Rath in einem Hotelzimmer in Hannover – eine für beide unbefriedigende Situation.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Andreas Winkelmann: Mord im Himmelreich

Es stimmt. Ein „ganz anderer Winkelmann“ erwartet uns da. Sein erster Cosy-Krimi ist ganz anders als alles, was man bisher von ihm gelesen hat. Witzig, amüsant, locker geschrieben und gut „in einem Rutsch“ zu lesen. Seine Liebe zur Natur, seine eigenen Erfahrungen als Camper, als jemand, der zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, machen es ihm einfach, sich in das Leben auf einem Campingplatz reinzudenken. Dass es dort lustige, witzige, vielleicht auch traurige Geschichten gibt, die man gut erzählen kann, liegt nahe, dass aber ein Camper eine Leiche an Land zieht, die unter ein Stand-Up-Paddleboard geschnürt ist, ist dann doch sicher eher der Fantasie eines Autors entsprungen.

Gerade erst auf dem Campingplatz „Himmelreich“ angekommen, noch gar nicht richtig eingerichtet, wird der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus von einer wild gestikulierten Dame am Seeufer zu Hilfe gerufen. Nicht ihr soll er allerdings helfen, sondern einem kleinen Hund, der auf einem Board sitzend auf dem Wasser treibt. Was will er machen? Kupernikus hat keine Wahl. Also los, auch wenn er nicht so ein begeisterter Schwimmer ist.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Alexandra Benedict: Das mörderische Christmas Puzzle

Ein Rätsel lösen, um Morde zu verhindern – halbwegs spannender Krimi aus England

Rätsel sind ja das A und O eines Kriminalromans, ist doch der Krimi an sich das Rätsel schlechthin. Von daher macht es Sinn, einen Krimi in Form eines Rätsels, in diesem Fall eines Puzzles, aufzubauen.

Doch leider schafft es der Plot nicht, ausreichende Spannung zu erzeugen. Dafür wird zu viel mit der Vergangenheit gehadert, zu viel Selbstreflexion und zu viele Selbstvorwürfe der Protagonistin beschrieben.

Edie O’Sullivan ist eine alte und sehr erfahrene Rätselexpertin. Sie schreibt für renommierte Zeitungen die Kreuzworträtsel und ist dafür berühmt. Eines Tages findet sie vor ihrer Tür ein Päckchen mit einzelnen Puzzlestücken und einem merkwürdig drohenden Brief. Würde sie das Puzzle nicht rechtzeitig lösen, würden noch vor Weihnachten vier Menschen sterben.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: