Terézia Mora: Muna oder Die Hälfte des Lebens

Terézia Mora erhielt 2013 für ihren Roman „Das Ungeheuer“ den Deutschen Buchpreis. In diesem Jahr ist sie mit „Muna oder Die Hälfte des Lebens“ wieder nominiert. Der Deutsche Buchpreis wird am 16. Oktober 2023 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen. Der Roman ist am 30. August 2023 im Luchterhand Literaturverlag erschienen.

Muna Appelius ist gerade achtzehn geworden, da versucht ihre alkoholabhängige Mutter, Schauspielerin am Theater der Stadt Jüris in der DDR, sich mit Tabletten und Alkohol das Leben zu nehmen. Munas Vater starb an Lungenkrebs als sie ein Kind war. Die Mutter überlebt und macht eine Therapie. Es ist 1989 und Muna steht kurz vor dem Abitur.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Eva Lohmann: Das leise Platzen unserer Träume

Jule und David ziehen aus der Stadt aufs Land. Gemeinsam renovieren sie ein Bauernhaus. David arbeitet weiterhin im Krankenhaus als Anästhesist, Jule als Köchin bei Events auf einem nahen Gutshof. Der Traum von einer Familie, von Kindern, die im Garten herumtollen, erfüllt sich nicht. Mit Anfang vierzig sind sie immer noch kinderlos. Eine Tatsache, die vor allem für Jule bitter ist. David scheint das leichter zu verkraften. Er unterhält allerdings in der Stadt eine Affäre mit Hellen, geschieden und Mutter von achtjährigen Zwillingen.

Hellen will nur Sex und David ist das recht, gibt es mit Jule doch schon lange keine intimen Begegnungen mehr. Obwohl ihre Ehe nur noch auf dem Papier besteht, schaffen Jule und David es nicht, einander reinen Wein einzuschenken und die Tatsachen auf den Tisch zu legen. Hellen weiß, dass David verheiratet ist und wie seine Frau heißt. Jule hat von der Existenz von Hellen keine Ahnung.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Gisela Stelly Augstein: Der Fang des Tages

Eine Erbschaft ist oft ein emotionales Erlebnis, unter anderem weil zuvor das Ableben eines Menschen erforderlich ist. Häufig wird der Grad der Zuneigung der Erblasserin, des Erblassers an dem Wert des zugewiesenen Erbes festgehalten. Die ganze Angelegenheit wird umso schmerzhafter, wenn die Aufteilung des Nachlasses offensichtlich manipuliert worden ist …

Im Hause Escher kommen nach dem Tod der Mutter die erwachsenen Kinder zusammen. Der Verdacht, dass bereits im Vorfeld einiges von dem Familienvermögen abhandengekommen sein könnte, motiviert die zwei Brüder und zwei Schwestern, alte und neue Konflikte aufleben lassen.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Annette Mingels: Der letzte Liebende

Die Kölner Autorin und Literaturwissenschaftlerin Annette Mingels (Jahrgang 1971) ist promovierte Germanistin. Sie schreibt Romane und Erzählungen. Mingels lebte einige Jahre in den USA. 2020 erschien der Erzählband „Dieses entsetzliche Glück“ mit Geschichten aus dem fiktiven Hollyhock, Virginia. Am 30. August 2023  veröffentlichte der Penguin Verlag ihren neuen Roman „Der letzte Liebende“.

Zu diesem Roman haben unsere Rezensenten Sabine Sürder und Andreas Schröter ganz unterschiedliche Meinungen. Wir veröffentlichen hier beide. Teilen Sie uns gerne Ihre Meinung in den Kommentaren unten mit.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Tatiana de Rosnay: Sarahs Schlüssel

Die Geschichte einer verdrängten französischen Schuld – einfühlsam und berührend

Auf zwei Zeitebenen erzählt die französische Autorin vom Schicksal eines kleinen jüdischen Mädchens während der deutschen Besatzung in Frankreich.

Sarah ist zehn Jahre alt, als die Deutschen ihre Familie deportieren wollen. Als die Männer sie und ihre Mutter abholen, versteckt das Mädchen ihren vierjährigen Bruder in einem Wandschrank, schließt ab und nimmt den Schlüssel mit sich. Sie glaubt daran, dass alles ein Missverständnis ist und sie bald zurückkommen wird.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Jane Campbell: Kleine Kratzer

Nachdenkliche Geschichten aus der Sicht alter Frauen

Diese Autorin begann mit dem Schreiben, als sie selbst bereits ein fortgeschrittenes Alter erreicht hatte. So verwundert es nicht, dass die in diesem Band versammelten Geschichten sich mit Frauen in ebendiesem Alter befassen. Sie sind dabei weder betulich noch altmodisch, sondern vielmehr hochinteressant, spannend und überraschend.

Eigentlich kann man den Inhalt nicht besser zusammenfassen als dies im Klappentext geschieht: „13 Heldinnen – voller Hoffnungen und Sehnsüchte, voller Leben – die ihre ganz eigenen, überraschenden Wege finden, wie sie bekommen, was sie wollen.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Dietlind Falk: No Regrets

In ein Tattoo-Studio irgendwo im Ruhrpott entführt uns die 1985 geborene Autorin Dietlind Falk in ihrem Roman „No Regrets“. Luz, die alle der Einfachheit halber Lutz nennen, heuert in einem Laden dieser Art an.

In ihm herrscht ein gnadenloses Durcheinander, und im Schaufenster verströmt ein ausgestopfter Alligator einen widerlichen Geruch. Die drei Gestalten, die dort arbeiten, haben ihre beste Zeit hinter sich oder sind gnadenlos verschüchtert. Zumindest gilt das für den Zeitpunkt, an dem Luz sie kennenlernt.
Natürlich ändert sich das. Die Neue bringt Schwung in die verkrustete Situation, und auch ihre Kollegen erwachen zu neuem Leben.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Amir Gudarzi: Das Ende ist nah

Angela Merkel sagte 2015: „Wir schaffen das.“ In diesem Zusammenhang wurde damals von einer ‚Flüchtlingskrise‘ gesprochen. Inzwischen hat sich einiges geändert. „Wir schaffen das“ wurde abgeschafft. Es kamen weniger Flüchtlinge. Die Schwierigkeiten nahmen in den Aufnahmeverfahren wieder zu und gleichzeitig auch die Not der Flüchtlinge.

Der Autor Amir Gudarzi flog 2009 als junger Mann und Intellektueller von der Türkei aus nach Österreich. In seinem biographischen Roman erzählt er von seinen Erlebnissen im Iran und in Österreich. Für seine Werke wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker*Innen. „Das Ende ist nah“ ist sein Debütroman. Amir Gudarzi beschreibt anschaulich und einprägsam die unterschiedlichen Welten, die er als Kind und als junger Mann in Österreich erlebt. Ohne anzuklagen thematisiert er die Not im Iran und die im Exil: Gewalterfahrung, Ausbeutung, Angst gepaart mit Hunger und Ausgrenzung, aber auch wie ihm die Freundschaft zu Sarah das Leben gerettet hat.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Wolf Haas: Eigentum

Der Österreicher Wolf Haas (Jahrgang 1960) schreibt Krimis und Romane. Für seine Krimis mit dem ehemaligen Polizisten und Detektiv Simon Brenner wurde er mehrfach ausgezeichnet. Einige der Krimis wurden verfilmt. Daneben veröffentlichte Haas mehrere Romane. Am 4. September 2023 erschien sein neuester Roman „Eigentum“ im Carl Hanser Verlag.

Auf dem Packpapier-Einband des Buches prangt ein roter Stempel „Eigentum von Wolf Haas“. Damit auch kein Zweifel über Urheberschaft und Besitz entsteht. Wolf Hass hat über seine Mutter Marianne geschrieben oder besser gesagt über sich und seine Mutter. Im Text wechseln sich Passagen des Ich-Erzählers (Wolf) mit Passagen der Ich-Erzählerin (im Dialekt Mutter Marianne).

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Nele Pollatschek: Kleine Probleme

Nele Pollatschek, eine 1988 geborene Autorin aus Berlin, beschreibt in ihrem Roman „Kleine Probleme“ einen 49-jährigen Mann – Lars heißt er –, der mit den kleinen Anforderungen des Lebens so seine Probleme hat.

Am letzten Tag des Jahres macht er sich eine Liste, auf der immer wieder aufgeschobene Arbeiten stehen, die er noch vor Jahresende erledigen will: putzen, Steuererklärung machen, das Bett für die Tochter aufbauen, den Vater anrufen, die Regenrinne sauber machen … Dabei sieht er sich ja eigentlich als kommenden großen Schriftsteller, der „den besten Roman der Welt“ schreiben wird. Jedes Kapitel handelt von einem anderen Punkt auf Lars‘ Liste. Demnach umfasst die Handlung lediglich diesen Silvestertag.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: