Katie Holt: Not in my Book

Dieses Buch bietet den Leser*innen eine charmante und humorvolle Liebesgeschichte – genauer gesagt sogar zwei: die von Aiden und Rosie sowie die von Max und Hunter.

Im Mittelpunkt stehen jedoch Rosie und Aiden. Obwohl sie gemeinsam Kreatives Schreiben studieren, unterscheiden sie sich grundlegend. Rosie liebt das Romance-Genre, während Aiden es strikt ablehnt. Ihr Professor zwingt die beiden, zusammen eine Liebesgeschichte ohne Happy End zu verfassen; andernfalls droht ihnen das Nichtbestehen. Also müssen sie – ob sie wollen oder nicht – zusammenarbeiten. Während ihre Figuren sich ineinander verlieben, verändern sich auch die Gefühle der beiden Autor*innen füreinander …

Neben der Liebesgeschichte greift das Buch auch tiefere Themen auf, etwa den Umgang mit Konkurrenz und die Leidenschaft fürs Schreiben selbst.

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Thomas Meyer: Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

Mordechai Wolkenbruch, genannt Motti, Sohn einer strenggläubigen und auf strikte Einhaltung aller Regeln bedachten Mutter, befindet sich auf der Suche. Zum einen nach der Liebe – mit 25 ist er immer noch Jungfrau – zum anderen nach der für ihn passenden »Art, jüdisch zu sein«.

Das Buch ist ein Entwicklungsroman im klassischen Sinne, aber von der ausschließlich leichtfüßigen Art, auch wenn Motti mit schwerwiegenden Problemen zu kämpfen hat wie der übergriffigen Mutter, die ihn unentwegt zu verkuppeln versucht (zu seinem Leidwesen ausschließlich mit Frauen, die ihr viel zu ähnlich sind), und der unerreichbar erscheinenden, angehimmelten Laura, einer Schickse, sprich, einer Nichtjüdischen Frau (was, wie wir erfahren, im Jiddischen neben dem reinen Fakt auch eine besonders erotische Ausstrahlung beinhalten kann).

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Carina Wilde: Velvet Mountains: Risk with me

Sechs Jahre sind vergangen, seit Ayla und Julien ihren besten Freund und Seilpartner haben abstürzen sehen. Seitdem haben sie sich nicht mehr getroffen. Ayla hat sich vom Bergsteigen abgewandt und leitet stattdessen eine Lodge für Kletterer aus aller Welt. Und in diese platzt eines Tages unverhofft Julien – samt Filmcrew und Agentin, erfolgreicher denn je und fest entschlossen, den legendären Gipfel endlich zu erklimmen. Trotz all der unausgesprochenen Dinge zwischen ihnen flammt die Anziehung von damals sofort wieder auf. Noch schwieriger wird es, als Ayla erkennt, dass Julien den Berg nicht ohne eine starke Seilpartnerin bezwingen kann. Ohne jemanden, der ihn als Bergsteiger wirklich kennt. Ohne sie. Schließlich entscheidet Ayla sich, noch einmal alles mit ihm zu riskieren.

Die Story-Idee fand ich erfrischend und angenehm anders. Auch das Setting hat mich überzeugt. Leider hat mich die Geschichte jedoch nicht so berührt, wie ich es erwartet hatte. Die Gefühle der Hauptfiguren waren für mich nicht klar genug, um wirklich mit ihnen mitzufühlen.

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Anabelle Stehl: Novel Haven 02: Match of Fate

Willkommen zurück in Novel Haven

Band 2

Um „Novel Haven“ zu vermarkten, geht Nataly als Social Media Managerin das erste Mal live – und hat gleich Dylan, einen berühmten E-Sportler am Hals, der Kritik am Spiel nimmt. Die nachfolgende Diskussion geht viral und sorgt für einen Shitstorm. Und wäre das noch nicht genug, muss sie auf dem nächsten Bühnenpanel neben ihm sitzen. Um das Spiel zu retten, schlägt Fake Dating vor. Alles scheint in bester Ordnung, wäre da nicht Jack …

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Peter Stamm: Auf ganz dünnem Eis

Der Schweizer Schriftsteller Peter Stamm (Jahrgang 1963) hat ein neues Buch vorgelegt. Darin sind neun Erzählungen. Unter dem Titel „Auf ganz dünnem Eis“ ist das Buch am 8. Oktober 2025 im S. Fischer Verlag erschienen.

Peter Stamm stellt seine Figuren auf dünnes Eis

„Auf ganz dünnem Eis“ – der Titel gibt vor, was Leserinnen und Leser im Inneren des Buches erwartet. Peter Stamms Figuren in den neun Erzählungen bewegen sich auf dünnem Eis, auf dem sie jederzeit einbrechen können.

In den beiden Erzählungen mit dem Titel „Auf dünnem Eis I“ und „Auf dünnem Eis II“ ist die Protagonistin eine Schauspielerin, die mit ihren Rollen verschwimmt. Mit ihrem Lebensgefährten Manuel lebt sie am Bodensee und spielt, simuliert für angehende Ärzte in einer Psychiatrie Patientinnen. Dabei lernt sie den Assistenzarzt Jonas kennen. Ein Engagement in Ingolstadt führt sie vom Bodensee fort, aber da ist sie schon schwanger.

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Donald Windham: Verlorene Freunde

Donald Windham erinnert sich in diesem Buch detailreich an die tragischen Entwicklungen seiner Freundschaften zu Truman Capote und Tennessee Williams.

Mit Tennessee Williams war Donald Windham mehr als 30 Jahre befreundet. 1945 produzierten die beiden gemeinsam ein Stück am Broadway. Die Bekanntschaft mit Truman Capote machte Windham 1948 in Venedig. 

Der Buchtitel „Verlorene Freunde“ könnte nicht besser gewählt sein. Beide Schriftsteller, Truman Capote wie auch Tennessee Williams, waren am Ende ihrer jeweiligen Karrieren nicht nur in sich selbst gefangen und verloren, auch die Verbindung zu Donald Windham veränderte sich.

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John Irving: Königin Esther

Mit Königin Esther legt der amerikanische Bestsellerautor John Irving im Alter von über 80 Jahren ein Werk vor, das alle vertrauten Zutaten seines Schreibens enthält – und doch erstaunlich leblos bleibt. Zwar blitzt hier und da jener eigentümliche Humor auf, der seine Romane seit Garp und wie er die Welt sah oder Owen Meany auszeichnet, doch insgesamt wirkt dieser späte Roman eher wie ein intellektuelles Experiment.

Irving verwebt verschiedene Schauplätze und Zeiten – Wien, Neuengland, Palästina und Jerusalem –, doch die ständigen Orts- und Perspektivwechsel zerren am erzählerischen Zusammenhalt. Das Ergebnis ist ein sprunghaft aufgebauter Text, dessen mittlere Kapitel verwirrend wirken. Die Handlung verliert sich in Nebengleisen, und die Titelfigur, Esther Nacht, bleibt erstaunlich blass. Ihr Innenleben, ihre seelische Entwicklung – all das bleibt schemenhaft, der Leser erfährt so gut wie nichts darüber.

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Bianca Iosivoni: Der letzte erste Song

Ich werde nie wieder singen. Dieses Versprechen hat sich Grace vor langer Zeit gegeben. Doch als Masons Band eine Sängerin sucht, lässt sie sich schließlich überreden, mitzumachen. Allerdings ist sie nicht auf das Prickeln vorbereitet, das sie plötzlich in Masons Nähe spürt – und auch nicht auf die Erkenntnis, dass sich hinter seinen vorlauten Sprüchen weit mehr verbirgt, als es zunächst den Anschein hat. Mit ihm gemeinsam Songs zu schreiben fühlt sich richtiger an als alles andere. Aber Grace weiß, dass sie nie mehr als Freunde sein können. Denn Masons Herz gehört einer anderen …

Der LYX Verlag brachte das Buch erstmals 2008 heraus. Im Jahr 2025 erhielt die gesamte Reihe eine Neuauflage mit wunderschönen Covern, die mir deutlich besser gefallen als die der ersten Ausgabe. Hier handelt es sich um den letzten Band dieser emotionalen Reihe.

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Carsten Henn: Sonnenaufgang Nr. 5

Ein Leben in Erinnerungen. Aber möglichst nur solchen, die einem angenehm sind – keine schlechten! Das möchte die alternde, exzentrische Filmdiva Stella Dor in ihrer Autobiografie wiederfinden. Sie lebt recht einsam in einem kleinen, ziemlich verlassenen Ort an der Küste, in einem ehemaligen Pavillon, den sie der Gemeinde, die ihn eigentlich aufgeben wollte, für einen symbolischen Euro abgekauft hat.

Der Bürgermeister hat sich von diesem Verkauf ein bisschen Glamour für seinen Ort erhofft, vielleicht Künstler, die den Ort beleben würden oder die ein oder andere Ausstellung oder Veranstaltung, aber Stella lebt dort eher zurückgezogen und allein – mit ihren Notizzetteln überall, auf denen sie ihr Leben erinnert. Um all das in Buchform zu bringen, braucht sie Unterstützung. Die findet sie in Jonas, einem 19-jährigen, der grade sein zu trockenes, zu langweiliges Germanistikstudium geschmissen hat, um sich als Ghostwriter seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Sollte das nicht gelingen, so hat er versprochen, wird er in einem Jahr seinem Vater im Restaurant helfen. Vorerst ist er froh, diesen ersten Auftrag bekommen zu haben und von zuhause wegzukommen. Auch dort muss er sich nämlich nicht nur dem Leben stellen, sondern auch Erinnerungen, die er lieber verdrängt.

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Kiran Millwood Hargrave u. a.: Gruselige Stunden

Absolut gelungene Geschichten mit hohem Gruselfaktor – tolle Fortsetzung der Reihe

Es sind „nur“ sechs Gruselige Geschichten in diesem Buch vereint, aber die haben es in sich. Ich wüsste nicht zu sagen, welche besser als die anderen oder gar die beste ist, alle sechs sind wirklich gelungen, wunderbar geschrieben, hochspannend und vor allem eben ziemlich gruselig.

Da ist die Geschichte „Wirt“ von Kran Millwood Hargrave um ein kleines Mädchen, das als Wirt für ein verstorbenes Kind herhalten muss, zu dem in einer Séance Kontakt aufgenommen soll. Dass das nicht gut ausgehen kann, ist abzusehen.

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