Antoine Laurain: Auf gefährlich sanfte Art

Faszinierendes Psychospiel mit überraschendem Ausgang

Wenn man zu einem Buch dieses französischen Autors greift, weiß man, dass man eine gut geschriebene und meist sehr verblüffende Geschichte bekommt. So auch mit diesem neuen Roman, dessen Ich-Erzähler ein Pariser Psychoanalytiker ist.

Doktor Faber, so sein Name, bekommt eine neue Patientin, Nathalia. Sie erzählt, sie sei Fotografin, aber es sei ihr momentan unmöglich, ihre Arbeit zu verrichten. Daher benötige sie nun die Hilfe des Arztes.

Doch auf seine üblichen Fragen, die bei anderen Patienten funktionieren, die dazu führen, dass diese sich öffnen, reagiert Nathalia nicht. Sie antwortet einsilbig mit ja oder nein. All seine sonst probaten Methoden scheinen bei dieser mysteriösen Patientin nicht zu fruchten.

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Heather G. Harris: Glimmer 2: Tod einer Nymphe

Jessica Sharp – genannt Jinx – hat im ersten Band dieser Serie lernen müssen, dass neben ihrer Welt, Norm genannt, noch andere existieren. Hauptsächlich die Anders genannte Parallelwelt, in der Fabelwesen auch Fabelwesen sein dürfen. Den Grundgedanken, dass die beiden Welten Parallelwelten sind, die nebeneinander und übereinander existieren, fand ich schon im ersten Band ziemlich gut. Hier geht die Heather G. Harris noch einen Schritt weiter und verlegt Drogenprobleme ins Anders. Witzig, wie ein oller Patriarch wie der Drache Emory damit umgeht, dass seine Teenies plötzlich Drogen nehmen und auch witzig, wie schnell er sich – auch innerlich – verändern kann, wenn er ins Norm wechselt.

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Betty Cayouette: One last shot

Theo und Emerson waren als Teenager unzertrennlich, doch gerade als sie sich ihre Gefühle gestehen, zieht Emerson überstürzt weg. Zehn Jahre später ist sie ein gefragtes Model und er ein Modefotograf. Eine Erinnerung am Handy erinnert an den Heiratspakt, den sie vor Jahren geschlossen hatten. Kurzerhand lässt sich Emerson für eine Kampagne buchen, die er fotografiert und reist somit nach Italien. Doch Theo ist nicht so glücklich Emerson zu sehen, wie sie erhofft hatte …

Ein Buch für alle, die Friends-to-lovers und Second-Chance-Trope gerne lesen.

Ich bin allerdings nicht ganz so überzeugt von diesem Buch und würde es eher als Sommerlektüre bezeichnen, denn passieren tut in der Geschichte eigentlich nicht so viel wie erhofft. Auch wird nicht viel auf das wunderschöne Setting der italienischen Bergdörfer eingegangen, wie ich es gedacht habe. Das Thema des Buches, was allem Anschein nach die Kritik an der Modewelt ist, kam gut rüber. Das gewisse Etwas um mich durch das ganze Buch begeistern zu können fehlte mir aber, ein rechtes Lesefeeling stellte sich zu keiner Zeit ein.

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David Wagner: Verkin

David Wagners Roman „Verkin“ nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Türkei und das bewegte Leben der titelgebenden Protagonistin. Verkin, eine armenische Türkin in ihren Siebzigern, berichtet dem Erzähler – einem Berliner Schriftsteller – von ihrer außergewöhnlichen Vergangenheit. Die Erzählung erstreckt sich von ihrer Kindheit am Bosporus über die dramatischen Ereignisse des armenischen Genozids, den ihr Vater überlebte, bis hin zu ihrem glamourösen Leben in internationalen Künstlerkreisen und ihrer politischen Tätigkeit in der Türkei. Allerdings kommen auch westliche Themen vor, denn Verkin hat lange in Deutschland gelebt und hatte zwei deutsche Männer.

​Das alles erfährt der Ich-Erzähler aus zeitlich zum Teil weit auseinanderliegenden Gesprächen mit Verkin, wobei Wagner im Vagen lässt, ob ihre Erzählungen der Wahrheit entsprechen oder ausgedacht sind. Dieses Romankonstrukt hat zur Folge, dass es keinen durchgängigen Plot gibt. Der Text wirkt wie eine manchmal etwas willkürliche Aneinanderreihung von Anekdoten und Erinnerungen, die teilweise jeweils nur schlaglichtartig beleuchtet werden, um dann zum nächsten Thema zu springen.

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Daniela Krien: Mein drittes Leben

Daniela Krien ist seit 2010 freie Autorin. „Mein drittes Leben“ steht auf der Longlist der Nominierungen für den Deutschen Buchpreis 2024. Die Autorin Daniela Krien ist Jahrgang 1975 und lebt in Leipzig. Seit 2010 ist sie freie Autorin.

Ihre vorangegangenen Romane Die Liebe im Ernstfall und Der Brand standen monatelang auf der Bestsellerliste und wurden in viele Sprachen übersetzt. Für ihren Erzählband Muldental wurde der Autorin 2015 der Nicolas-Born-Debütpreis verliehen.

Die Protagonistin Linda durchlebt zwei einschneidende Schicksalsschläge. Erst verliert sie ihre Tochter bei einem tragischen Verkehrsunfall, danach muss sie gegen eine Krebserkrankung ankämpfen, wobei sie mit der Diagnose nicht groß hadert. Sie betrachtet die Erkrankung pragmatisch als logische Folge ihrer Trauer. Seit Sonjas Tod hat sie sich selbst verloren.

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Kari Vanadis: Secrets of Dublin 2: Gebrochene Flüche

Leslie lebt in einer WG mit ihrer besten Freundin Ciara, einer Hexe, und dem Dämon Nathaniel, der an seinen besseren Tagen als mürrischer Teenager durchgeht und sich zur Bestrafung in ein Oija-Brett verwandelt. Ihre Mutter führt den Antiquitätenladen „Pot of Gold“, natürlicher inklusive magischer Gegenstände und seit dem ersten Band keimt eine zarte Liebe zwischen Leslie und dem halbvampirischen Privatdetektiv Victor auf.

Das sind also die durchaus komplizierten Verhältnisse kurz zusammengefasst, als Ciara, die für ihren Reporterjob wirklich lebt, die Change ihres Lebens erhält. Ein berühmter Duellmagier, der ungefähr den Teenystatus von Taylor Swift hat, bittet sie während eines Interviews um Hilfe  – wobei auch das Interview selbst für Ciara schon einen Karrieresprung bedeutet. Die Familienbanshee ist ihnen erschienen und seine Mutter ist fest davon überzeugt, dass ihr Heulen ihm gilt. Natürlich will Ciara helfen – und Nathaniel und Victor und Leslie. Leslie hat gerade mit ihrem eigenen Fluch zu kämpfen, ein unangenehmer Überrest aus dem ersten Band.

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Karen M. McManus: Such Charming Liars

Kat hat ein alles andere als gewöhnliches Leben, denn ihre Mutter ist eine professionelle Juwelendiebin. Doch nun will sie aus der Branche aussteigen und kommt von ihrer Chefin nur los, indem sie einem allerletzten Juwelenraub zustimmt. Ziel ist die Kette einer reichen Erbin, gestohlen werden soll sie auf dem Anwesen der steinreichen Familie während Feierlichkeiten, bei denen sich Kat und ihre Mutter als Kellnerinnen einschleichen. Doch es kommt alles anders als geplant, denn die Begleitung dieser reichen Erbin ist ausgerechnet der Ex-Mann von Kats Mutter, der ebenfalls ein doppeltes Spiel spielt.

Als dann doch noch jemand ermordet wird, läuft der Konkurrenzkampf endgültig aus dem Ruder. Zusammen mit ihrem Ex-Stiefbruder Liam, versucht Kat, die Intrigen aufzuklären – und dabei selbst am Leben zu bleiben. Und das ist leichter gesagt als getan, denn bei all den charmanten Lügnern um sie herum ist es unmöglich zu wissen, wer die Wahrheit sagt …

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Carissa Broadbent: The Ashes and the Star-Cursed King

Willkommen in Obitraes, einer Welt, in der Mensch und Vampir Seite an Seite leben. Nun ist diese Beschreibung nicht wirklich gänzlich zutreffend, herrschen doch die unsterblichen Vampire und betrachten die Menschen in ihren Slums als rechtlose Nahrung.

Immer wieder gehen sie auf die Jagd, denn, mal ehrlich, was gibt es schon Delikateres, als ein frisch gejagtes Menschenblut, direkt von der Quelle, die von Angst und Panik erfüllt, ihren Lebenssaft mit wunderbaren Aromen aus Adrenalin und Cortison angereichert hat?

Auch Oraya musste dies bereits in sehr jungen Jahren erfahren. Ihre Familie war bei einem Krieg zwischen den verfeindeten Vampirsippen als Kollateralschaden zwischen die Parteien geraten, ein paar einfache Vampirkämpfer wollten sich gerade über das schutzlose, verzweifelte Kind hermachen, da schritt ausgerechnet der nachtgeborene König der Vampire ein. Er nahm das Kind in seinen Haushalt auf, zog das Menschenjunge zur toughen Frau heran. Dass er dabei nicht über sie herfiel, kann kaum einer seiner Untertanen glauben, allein, Oraya sah fürderhin in ihm den Vater, den sie nie gekannt hat.

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Alina Bronsky: Pi mal Daumen

Berührende Freundschaft zweier liebenswert skurriler Figuren in einem etwas unfertigen Roman

Es gibt Träume, für die lohnt es sich zu kämpfen, Träume, die man nicht aufgeben soll, so schwer es auch fällt, weiter an sie zu glauben. Darum geht es vor allem in diesen neuen Roman von Alina Bronsky, der Autorin mit einer Vorliebe für besondere Charaktere.

Hier treffen zwei sehr besondere Figuren aufeinander. Oscar Maria Wilhelm Graf von Ebersdorff, 16-jähriges Mathegenie, der mehrere Klassen überspringen konnte und nun sein Mathematikstudium an der Universität seiner Wahl beginnt. Und Monika Kosinksy, 53, Mutter, Großmutter, Tochter und Schwester, die in mehreren Jobs arbeitet, um über die Runden zu kommen. Auch Monika beginnt das Mathe-Studium und sitzt vom ersten Tag an in den Vorlesungen neben Oscar.

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Reinhard Kaiser-Mühlecker: Brennende Felder

Der mit dem Bayrischen Buchpreis dekorierte Schriftsteller-Bauer Reinhard Kaiser-Mühlecker präsentiert sein neues Buch. „Brennende Felder“ erzählt eine eigenständig lesbare Geschichte, die aber mit seinen vorherigen Büchern über die handlungstragende Figur Luisa in Verbindung steht. Diese Luisa weiß schon als Kind, dass sie ihren Vater mehr liebt als ein kleines Mädchen seinen Papa lieben sollte. An ihrem fünfzehnten Geburtstag erfährt sie, er ist gar nicht ihr biologischer Erzeuger, woraufhin sie ihm sofort ihr Begehren gesteht. Daraus resultiert eine Feindschaft mit der Mutter und Luisa wird aus der Familie entfernt. Sie wächst im Dorf auf und nicht auf dem Hof der Familie. Im späteren Leben beendet sie kein Studium, träumt vom Schreiben, ohne tatsächlich ein Buch zustande zu bringen, hält sich mit wechselnden Beschäftigungen über Wasser, bekommt in zwei Ehen mit zwei Männern zwei Kinder, die beide nicht bei ihr, sondern bei deren Väter aufwachsen, in Kopenhagen und in Göteborg. Dort schlägt Luisa auch immer wieder spontan auf, hält die Kinder tagelang von der Schule fern, weil sie ja mit ihrer Mama Besseres zu tun haben.

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