Hannah Richell: Das Wochenende

Eigentlich doch eine schöne Idee: die alten Studienfreunde und ihre Familien einzuladen über ein langes Wochenende. Man hat sich lange nicht gesehen. Max und Annie haben vor einiger Zeit ihr renommiertes Architekturbüro in London aufgegeben, um mit ihrem 12-jährigen Adoptivsohn Kip in Cornwall, in der Natur, ein neues Leben anzufangen. Ihr neues Projekt ist ein luxuriöser Campingplatz, den sie an diesem Wochenende ihren Freunden vorstellen wollen. Kira, Dominic, Jim und Suze haben zu Studienzeiten mit Max und Annie in einer gemeinsamen WG gewohnt, sind seitdem befreundet.

Außerdem sind natürlich Tanya und Fred eingeladen, – die zweite Frau von Dominic und Kiras neuer Partner. Ebenso selbstverständlich die Kinder. Schon am ersten Abend gibt es Streit am Lagerfeuer. Phoebe, die jüngste Tochter von Dom, hat Kip ein Marshmallow geklaut, was diesen aus der Fassung bringt. Kip ist besonders. Er ist Fremden gegenüber scheu, in sich gekehrt, zurückgezogen und kann mit Unvorhergesehenem nicht gut umgehen. Seit sechs Jahren lebt er bei Max und Annie. Endlich Pflegeeltern, die ihm wirklich das Gefühl geben, willkommen zu sein und zu ihnen zu gehören. Als die Situation eskaliert, weil Dominic ausrastet, verschließt sich Kip total.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Tove Ditlevsen: Vilhelms Zimmer

Ein autobiografischer Roman, der in experimenteller Form vom Zerfall einer Ehe handelt

Tove Ditlevsen lebte von 1917 bis 1976. In Dänemark zählt sie zu den großen literarischen Stimmen. Ihr letzter Roman „Vilhelms Zimmer“ wird zugleich als „das Buch ihres Lebens“ benannt. Der Roman wurde 1975 veröffentlicht, im Jahr darauf beging sie Suizid.

Die Rezensionen von Tove Ditlevsen vorangegangener „Kopenhagen-Trilogie“  mit den drei Titeln „Kindheit“, „Jugend“ und „Abhängigkeit“ sind ebenfalls auf Schreiblust Leselust zu finden.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Kai Meyer: Das Haus der Bücher und Schatten

Das dritte Buch über das Graphische Viertel in Leipzig – mystisch-spannend

Die bisherigen zwei Bände, die sich ebenfalls auf die eine oder andere Weise mit dem berühmten Graphischen Viertel in Leipzig beschäftigen, waren absolute Highlights. Der Handlungsaufbau, die geschickt erschaffene Spannung sowie natürlich das über allem stehende Thema Bücher, all das schuf ein packendes Romanwerk.

Nun also ein dritter Band. Alle drei stehen für sich und können unabhängig voneinander gelesen werden. Es gibt nur wenige Bezüge zwischen den drei Büchern, ein paar wenige Figuren werden hier wie dort erwähnt. Es sind vor allem Thema und Setting, die das Bindeglied zwischen den Büchern bilden sowie ein Fall der Hauptfigur aus dem vorigen Band.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Nicole Böhm: Looking down the Valley

Mit Wyatt verbindet Haley mehr, als sie je für einen Mann empfunden hat, auf der anderen Seite hat sie schreckliche Angst davor, ihm die Wahrheit darüber zu sagen, was im Penthouse passiert ist. Als die beiden auf Drängen des Presseteams einen gemeinsamen Urlaub miteinander verbringen – Traumsetting inklusive – ahnt Haley nicht, dass sie dort jener Nacht ins Auge blicken muss, die sie seither verfolgt. Doch Wyatt kämpft um sie und ihre Freundschaft … die mittlerweile auch für ihn zu so viel mehr geworden ist.

Die Charaktere kennt man bereits aus Band eins der Reihe, und erneut wurde ich nicht recht warm mit ihnen, konnte mit ihnen keine Beziehung eingehen und sie waren mir einfach zu oberflächlich und ungenau gezeichnet. Auch tat ich mich weiterhin mit dem Schreibstil schwer, ich kam einfach nicht in das Buch hinein und er konnte mich nie in seinen Bann ziehen. Gefühlt brauchte ich eine halbe Ewigkeit, um das Buch zu beenden, da es mir leider ziemlich schnell auf die Nerven ging. Band eins mochte ich deutlich lieber als den Zweiten.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Håkan Nesser: Ein Brief aus München

Der schwedische Schriftsteller Håkan Nesser (Jahrgang 1950) lieferte im Herbst dieses Jahres den 8. Band um seinen Kommissar Gunnar Barbarotti ab. Zuletzt erschien der Krimi „Schach unter dem Vulkan“, der im Schriftstellermilieu spielt. Für das neue Buch mit dem Titel „Ein Brief aus München“ hat sich Håkan Nesser den Mord an einem Künstler ausgedacht. Der btb Verlag veröffentlichte es am 23. Oktober 2024 in einer Übersetzung von Paul Berf.

Tod an Weihnachten 2020

Im Dezember 2020 wütet die Corona-Pandemie in der Welt. In Schweden erhalten die Geschwister Leif, Lars und Louise Rute einen Brief ihres ältesten Bruders Ludvig, einem berühmten Künstler, der sie zu Weihnachten ins abgelegene Sillingbo einlädt. Alle folgen dieser Einladung, obwohl sie sich jahrzehntelang nicht gesehen haben.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Tricia Levenseller: Daughter of the Pirate King

Isla de Canta, die Insel der Gesänge, so heißt sie – eine mystische Insel irgendwo in den Weiten der See. Gerüchte wollen wissen, dass die Sirenen all das Gold und die Juwelen, die sie ihren Opfern jemals abgenommen haben, genau dort versteckt haben sollen. Ein Schatz so groß, dass man ein Königreich davon kaufen könnte.

Einst soll es sogar eine Karte zu der Insel gegeben haben. In drei Teile geteilt ist sie verschollen, nur ein Mythos – oder mehr?

Alosa, Tochter des Piratenkönigs und Abkömmling einer Sirene, hat den väterlichen Auftrag einen Teil eben jener Karte zu beschaffen. Einst war die Karte auf die Kapitäne der drei alten Piratenlords verteilt worden. Dass der Kapitän einer dieser Clans von seinen Söhnen umgebracht wurde, lässt sie zu einer List greifen.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Marko Martin: Und es geschieht jetzt

Dilemma. Dieses Wort wird der Situation nicht einmal ansatzweise gerecht, in der sich Juden in Israel und weltweit seit dem 7. Oktober befinden. Der in Sachsen geborene Autor Marko Martin mit jüdischen Wurzeln hat dazu Betroffene befragt. Oder vielmehr: Er lässt sie erzählen gegen die Sprachlosigkeit. Eine Mutter in Berlin, die Angst um ihr Kind hat und sich in der Öffentlichkeit nicht mehr als Jüdin outet. Junge Aktivisten, welche in Tel Aviv gegen Natanjahus Regierung demonstrieren. Muslimische Israelis, die das häufig vorgefertigte Bild des Westens auf den Kopf stellen. Martin zeichnet das feinfühlige Porträt einer Generation, für die der Holocaust bereits weit weg war und die nun wieder den geballten Judenhass zu spüren bekommen.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Yanis Varoufakis: Technofeudalismus

„Ich weiß noch, wie ich … sagte: „Wir erleben etwas, das in eklatantem Widerspruch zu allen Formen des Kapitalismus steht.“ (S. 113)

In den Augen des Wirtschaftswissenschaftlers, Politikers und Autoren Yanis Varoufakis hat der Technofeudalismus den Kapitalismus getötet. Unter Technofeudalismus versteht er unter anderem ein riesiges, digitales Finanzsystem, das systematisch Gebühren („Renten“) von Internetnutzern einfordert, ohne hierfür tatsächlich eine Gegenleistung zu erbringen.

Die Natur einer Rente erklärt der Autor wie folgt: „Eine Rente fließt aus dem privilegierten Zugang zu Dingen mit fixem Angebot wie fruchtbaren Boden oder Land, in dem fossile Brennstoffe lagern. Man kann nicht mehr von diesen Ressourcen produzieren …“ (S. 145) Im Gegensatz hierzu steht der Profit, der durch unternehmerisches Handeln entsteht und durch Wettbewerb gefährdet ist.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Charlotte Inden: Im Warten sind wir wundervoll

Ein anrührender Roman, der viel mehr ist als eine simple Liebesgeschichte. Wir erfahren hier eine ganze Menge über die Lebensumstände in Deutschland in der Nachkriegszeit mit all ihren Problemen und Nöten. Wir erfahren auch, welche Hürden junge Frauen überwinden mussten, denen es „passiert ist“, sich in einen amerikanischen Soldaten zu verlieben und ihn heiraten zu wollen. Das war nicht erlaubt. Viele Frauen mussten deshalb alleine zurückbleiben. Manchmal bereits verheiratet – was ebenfalls verboten war und bestraft wurde -, manchmal sogar mit Kind. Bis der sogenannte „war-bride-act“ erlassen wurde, der es den Frauen, die mit einem GI verlobt waren, gestattete, ihm in die USA zu folgen. Der Act galt allerdings nur befristet bis zum 31.12.1948.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Sebastian Fitzek: Das Kalendermädchen

Um das Leben ihrer Tochter zu retten, begibt sich Olivia auf die verzweifelte Suche nach den richtigen Eltern ihrer Tochter. Die Akte ist allerdings unter Verschluss, denn den Namen darf keiner erfahren, denn das würde die leibliche Mutter in Gefahr bringen. Bei der Recherche stößt Olivia auf die Legende des Kalendermädchens, dies soll eine junge Frau sein, die sich einst zur Weihnachtszeit in einer einsamen Hütte zurückgezogen hatte und dort gezwungen wurde, einen Adventskalender des Grauens zu öffnen …

Der Prolog verspricht hier eine spannende Geschichte und dem ist auch so, wenn es sich für mich in der Mitte des Buches auch etwas zog und der typische Fitzek Plottwist bei dem Buch etwas länger auf sich warten ließ – aber er kam.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: