Silje Ulstein: Ihr Ein und Alles

Hypnotischer Sog? Ungewöhnlicher, düsterer Psychothriller

Kann man seine Vergangenheit wie die Haut einer Schlange jemals wirklich abstreifen?

Halb Psychothriller, halb modernes Märchen – das gruseligste norwegische Krimidebüt seit Jahren? …

Worum geht’s?

Eines Abends fassen Liv und ihre WG-Freunde Egil und Ingvar den verrückten Plan, eine Baby-Tigerpython zu adoptieren. Doch bald wird Nero zum Auslöser düsterer Ereignisse. Liv hält ihn in ihrem Zimmer und verfällt der Schlange zunehmend. Sie lässt Nero bei sich im Bett schlafen und beginnt, seine bedrohlichen Zischlaute wie eine unheimliche Sprache zu verstehen.

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Lauren Muñoz: Suddenly a murder: Mord auf Ashwood Manor

Hier handelt es sich um einen Thriller für Leser ab 14, die Charaktere haben gerade ihren Highschool-Abschluss gemacht und man merkt ihnen die jugendlichen, unbeschwerten Züge in ihren Charakteren an. Sie sind alle ziemlich Ich-Bezogen und es geht eben um die klassischen Jugendthemen wie Liebe, Party und Drogen. Persönliche Konflikte stehen hier stark im Vordergrund, wodurch es eben auch zu der angespannten Grundsituation kommt.

Die Geschichte spielt in einem alten Herrenhaus, das auf einer abgelegenen Insel liegt und es soll das perfekte Abschlussgeschenk werden, ein letztes Mal sollen alle Freunde zusammen kommen und feiern, dass sie den Abschluss in der Tasche haben und es nach den Ferien in eine neue Schule geht. Doch was eine glamouröse Party werden sollte, entwickelt sich schnell zu einem Albtraum, denn einer der Anwesenden beginnt einen Mord.

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David Leviathan, Dion MBD: Letztendlich sind wir dem Universum egal / Every Day

A wacht jeden Tag in einem anderen Körper auf. Jeden Tag die gleiche Person, aber immer ein anderes Leben – Mädchen, Junge und manchmal etwas dazwischen. A lebt sein Leben von einem Tag in den anderen, versucht, die Person, bei der A zu Gast ist, unangetastet zu lassen und wenn A verschwindet, kann sich niemand an etwas erinnern. Es gibt gute Tage und schlechte, manchmal sind die Körper glücklich, manchmal haben sie mit psychischen oder physischen Problemen zu kämpfen – all das erlebt A immer nur für einen einzigen Tag, aber das ist okay.

Bis A Rhiannon trifft, in die A sich unsterblich verliebt, während As Körper der von Rhiannons Freund ist. Und dann erzählt A ihr alles, denn A spürt, dass auch Rhiannon ihn liebt, aber kann eine Beziehung funktionieren, wenn der eine jeden Tag in einem anderen Körper aufwacht?

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M. A. Carrick: Sturm gegen Stein: Rabe und Rose 02

Willkommen zurück in Nadežra, der Stadt voller Intrigen, Magie und Geheimnissen. Dort begegnen wir der alt-eingesessenen, inzwischen verarmten Händlerfamilie der Traementis. Der Grand Dame der Familie, Donaia Traementis und ihrer Tochter steht das Wasser finanziell bis zum Hals. Als Renata – Ren – Viraudax, eine Trick-Betrügerin versucht, sich als vermeintlich lang verschollene Verwandte eben jener reichen Kaufmannsfamilie einzuschleichen, wäre die alte Dame nur zu froh, wenn sie eine Mitstreiterin mehr in ihrer fast ausgestorbenen Familie begrüßen könnte.

Als anlässlich eines Stadtfestes ein Anschlag auf die Adeligen verübt und der Familienerbe der Traementis dabei ermordet wird, beginnt die Angelegenheit für Ren persönlich zu werden. Sie hatte den jungen Mann gemocht, vielleicht gar ein wenig zu sehr, jetzt hat ein Unbekannter sie angegriffen und dabei den Unschuldigen dauerhaft aus dem Spiel genommen. Was als trickreicher Betrug begann, das nimmt nun ernste, tödliche Züge an. Es geht nicht nur um Intrigen, um Macht, es geht um die Herrschaft, die mit allen Mitteln erreicht werden soll. Da wird eine neue Droge ebenso eingesetzt, wie Sprengstoffattentate, Aufwiegelung der Massen, Erpressung und Massenmord.

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Michael Tsokos: Mit kaltem Kalkül

„Die dunkelbraune Masse trat ungefähr auf Höhe Augenbrauen aus den Schädeln aus und hing wie ein Vorhang aus Floralem und Verwesung vor den völlig leeren Augenhöhlen der beiden Toten.“  – Sätze wie diese gehören einfach dazu, wenn man einen Rechtsmedizinthriller von Michael Tsokos liest. Da muss man durch. Das macht’s aber auch authentisch, denn immerhin ist der Autor Rechtsmediziner und weiß also, wovon er schreibt. Insofern sind seine Thriller auch immer so etwas wie ein kleines Lehrbuch der Fachterminologie und Herangehensweise. Wer zuhört, kann einiges lernen.

Die Fälle, die in diesen Thrillern behandelt werden, sind so oder ähnlich auch reell – das macht das Ganze noch ein bisschen spannender. Tsokos versteht es, seine Figuren sympathisch, authentisch und kompetent rüberkommen zu lassen, sei es Prof. Paul Herzfeld, der Chef der Abteilung „Extremdelikte“ beim BKA Berlin oder jetzt eben Dr. Sabine Yao, seine Stellvertreterin, seit dem Ausscheiden von Dr. Fred Abel oder auch die übrigen Mitglieder des Teams. Der eine leicht schrullig, der andere noch jung und unerfahren, die Sekretärin resolut und ehrfurchtgebietend, aber herzensgut und die Seele der Abteilung  –alle kompetent und zuverlässig.

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Samuel Burr: Das größte Rätsel aller Zeiten

Auf ungewöhnliche Weise erzählte Geschichte über die Suche nach Zugehörigkeit

Rätsel – wer liebt sie nicht. Kreuzworträtsel, Bilderrätsel, Geheimcodes, Puzzles, Labyrinthe: All das erdenken und erschaffen die Mitglieder der „Gemeinschaft der Rätselmacher“. Diese außergewöhnlichen Menschen haben sich zusammengefunden dank der Initiative von Pippa Allsbrock.

So erzählt dieser Roman vor allem ihre Geschichte, die Geschichte einer Frau, die stets ihren Weg ging, für ihre Rechte als Frau kämpfte und dabei viele Opfer brachte. Vor allem hat sie es nie geschafft, eine Familie zu gründen, nie den Mann fürs Leben gefunden. Also wird die Gemeinschaft, die sie 1979 gründet, ihre Ersatzfamilie. Mit der sie schließlich sogar in eine Hausgemeinschaft zieht.

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Carys Davies: Ein klarer Tag

Carys Davies ist eine walisische Autorin von Kurzgeschichten und Romanen. Nach Jahren in den USA lebt sie heute im schottischen Edinburgh. Ihr erster Roman „West“ erschien 2019 auf Deutsch. Nun veröffentlichte der Luchterhand Literaturverlag am 14. August 2024 ihren neuen Roman „Ein klarer Tag“ in einer Übersetzung von Eva Bonné.

„Clearances und Disruption of 1843“

Auf 224 Seiten erzählt Carys Davies die Geschichte von John Ferguson, einem armen Pfarrer der neuen schottischen Freikirche, der sich 1843 aufmacht zu einer kleinen, weit nördlich vor der Küste Schottlands gelegenen Insel, um den letzten Bewohner aufzufordern, seine Heimat zu verlassen. Als Hintergrund wählt sie zwei reale historische Entwicklungen in Schottland:

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Rachel Caine: Asche und Feder: Die magische Bibliothek 03

Willkommen in einer Welt, in der Bücher alles, Wissen gefährlich und die Bibliothek ein despotischer Herrscher ist. Sind sie jetzt verwirrt – nun, eigentlich ist dies, wie im Übrigen fast alles, einfach, wenn man weiß, was dahinter steckt. Einst gründeten die Pharaonen die Bibliothek – ein Hort des Wissens, der ihnen zur Verfügung stehen, und ihre Macht sichern und vermehren sollte. Doch dann entschieden die Archivare der Bibliothek, dass das Wissen nicht nur dem Herrscher, sondern allen Menschen zugänglich sein sollte. Ein hehrer Vorsatz, der in den Jahrhunderten danach dazu führt, dass ein Jeder ein Blankobuch erhält, in das er alle zugänglichen Bücher der Bibliothek laden und lesen kann. Der private Besitz von papierenen Büchern ist dagegen streng verboten.

Haben sie im vorletzten Satz das Wörtchen „zugänglich“ bemerkt?

Nun ist ja auch einzusehen, dass gefährliche Bücher – etwa über das Herstellen von Sprengstoff oder der Auslösung von Seuchen – unter Verschluss gehalten werden. Inzwischen aber hat sich, wie so oft, eine eigentlich richtig gute Idee verselbstständigt.

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Nikolas Kuhl, Stefan Sandrock: Das Dickicht

Wieder ein neues Ermittlerteam für Hamburg. Ein recht ungleiches Team findet sich da zusammen, um einen alten, eigentlich längst zu den Akten gelegten Fall neu aufzurollen und Ermittlungen wieder aufzunehmen, die ein inzwischen verstorbener Kollege auch nach dem offiziellen Abschluss der Ermittlungen sozusagen privat weitergeführt hatte. Juha Korhonen, Kriminalhauptkommissar bei LKA Hamburg mit finnischen Wurzeln war damals noch recht jung, als er gemeinsam mit seinem damaligen Partner Werner Swoboda die Entführung eines 14-jährigen Jungen aufklären sollte. Das Lösegeld wurde gezahlt, durch einen Hinweis konnte der Junge auch gefunden werden. Verbuddelt in einer Kiste im Wald, die zwar über ein Belüftungsrohr verfügte, das aber durch herabfallendes Laub verstopft war. Der Junge hatte nicht überlebt. Wenig später wurde dann auch der vermeintliche Täter überführt – ein Jugendlicher, der Selbstmord begangen hatte. Seine Mutter hatte nach seinem Tod in seinem Schrank einen Rucksack und eine Decke gefunden, die dem Opfer zugeordnet werden konnten. Eigentlich alles klar. Und dennoch hat Swoboda keine Ruhe gegeben. Seine weiteren Erkenntnisse konnte er allerdings nicht mehr öffentlich machen, er starb wenig später an Krebs.

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Uli Brée: Jugendsünden

„Öd“ heißt der Schauplatz des Geschehens in Uli Breés Buch „Jugendsünden“. In Öd ist der Name Programm. Beschaulicher geht es nicht mehr, denn um Öd herum liegt sehr viel Provinz. In diesem Ambiente ist Lieselotte, die „Liesl von der Post“, die Postbotin. Sie kennt alle und jeden und weil sie natürlich weiß, wer was wo bestellt und wer welche Briefe; Rechnungen, Mahnungen, gerichtliche Vorladungen usf. bekommt, ist ihr auch das Privatleben der Öder nicht fremd. Umso erstaunter ist sie, als sie die Leiche von Magdalena Schamberger findet, der sie ein Päckchen zustellen muss, denn besagte Verstorbene war Mitglied in zahlreichen ehrbaren, ja biederen Vereinen und ist allem Anschein nach beim Liebesspiel in ihrem Bett verstorben.

Noch viel mehr staunt die Liesl von der Post bei einem Blick in Schambergers Kleiderschrank und bei einem in ihren Keller. Die Dame hatte eine ausgeprägte Neigung für sadomasochistische Vergnügungen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Dr. Barbara Gapp beginnt Liesl zu recherchieren, denn sie ist sicher, Magdalena Schamberger ist keines natürlichen Todes gestorben. Und ruckzuck gibt es eine weitere Leiche.

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