Uli Breé: Klapperstorch: Liesl von der Post 02

Im zweiten Band der „Liesl von der Post“ -Reihe mit dem Titel „Klapperstorch“ verwickelt Autor Uli Breé die Postbeamtin Liesl wieder in dubiose Kriminalfälle, die auf den ersten Blick gar keine zu sein scheinen. Der Schlagerstar und Volksmusiktycoon Adam Möschl feiert seinen fünfundsechzigsten Geburtstag. Liesl arbeitet bei der Party in seinem Fertigteil-Schlösschen als Kellnerin und folgt ihm in seine Privatgemächer, weil er ihr etwas zeigen will. Als sie aus diesen wieder auftaucht, wundert sich ihre Freundin Barbara, dass Liesl plötzlich die Haare anders trägt. Haben Adam und Liesel etwa … ??

Barbara ist fassungslos. Liesl will sich zu diesem Vorfall, der vielleicht einer ist oder auch nicht, ihrer Freundin gegenüber nicht äußern. Dastut ihrer Freundschaft nicht gut, weil Barbara sich bezüglich ihrer Beziehung zum feschen Postenkommandanten Liesl gegenüber bedeckt hält. Adams Frau jedenfalls wirft ihren Gatten wegen des vermuteten Techtelmechtels mit Liesl aus dem Haus. Der wohnt darauf in seinem alten Wohnmobil in einem Steinbruch. Dort stürzt er samt Fahrzeug über einen Abgrund und verbrennt.

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Theres Lundén, Johannes Wätterbäck: Mit Kaltanbau zu grünen Wundern

Mit der Übernahme eines Landstücks, beschlossen Theres Lundén und Johannes Wätterbäck, es mit der Selbstversorgung zu probieren – und das so umweltfreundlich wie möglich. Für die Selbstversorgung muss jedoch das ganze Jahr über geerntet werden können, was nur mit teuren beheizten Gewächshäusern möglich ist, die viel Strom fressen und Wärme ausstoßen – oder so zumindest könnte man denken, bevor man dieses Buch gelesen hat.

Unterstützt von inspirierenden Bildern und leicht verständlichen Praxistipps, erläutern die Autoren in diesem Buch, wie man seinen Garten das ganze Jahr über nutzen kann und das komplett ohne Heizsystem. Dabei wird sich an der Natur orientiert, Setzkästen mit Schnee bedeckt und Kohl erst bei eisigen Temperaturen geerntet. Der Einklang mit der Natur scheint für die Autoren am Ende sogar so ergiebig zu sein, dass die vierköpfige Familie mit zwei Kindern aus dem eigenen Garten leben kann. Was als Hobbyprojekt begann, ist heute für sie ein Lebensinhalt.

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Otto Jägersberg: Abendblätter

Kurz und knackig auf den Punkt gebracht, aber mit viel Tiefgang. Abendblätter ist eine Mischung von Kurzgeschichten und Alltagsbeobachtungen, die bisweilen bis auf die Größe von Aphorismen verdichtet sind. In 134 Kapiteln verpackt Otto Jägersberg Buchtipps und Dichter, historische Anekdoten, Einblicke in seine Heimat im Schwarzwald und Kurioses aus dem Bereich des Zwischenmenschlichen. Keine Lust auf fette Schmöker? Dann ist diese Kürzest-Literatur, die Ihr Gehirnschmalz auf Trab hält und Ihnen dabei so manches Grinsen entlocken wird, genau das Richtige!

Die Zahnpasta als Metapher fürs Leben

Morgens beim Zähneputzen geht es los. Protagonistin Brigitte vergleicht ihr Leben mit der wurmartigen Geschmeidigkeit, mit welcher die Zahnpasta aus der Tube gedrückt wird. „So ist mein Leben, dachte sie. Da dreht einer, und ich gehe auf, ich gleite in den Tag. Wer aber dreht an ihr? Ihr Mann, die Kinder, Gott?“. Mit solchen Gedanken wird selbst ein bloßes Bad zum Blick in den Abgrund des Alltags. Mit nur sieben Sätzen schafft Jägersberg Szenen, die sich beim Lesen festsetzen. Sie muten harmlos an, bis sich der bittersüße Beigeschmack an die Oberfläche bahnt.

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Amy Neff: Warte auf mich am Meer

Evelyn Myers ist Mitte 70 als bei ihr Parkinson diagnostiziert wird. Eine fiese Krankheit. Die Ärzte erklären ihr außerdem, dass die Krankheit bei ihr besonders schnell verlaufe. Sie hat nicht mehr lange zu leben. Für Joseph, ihren Mann, mit dem sie seit gut sechzig Jahren zusammen ist – sie sind schon als Nachbarskinder groß geworden, haben sich später ineinander verliebt – ist die Vorstellung, ohne Evelyn weiterleben zu müssen, unerträglich. Die beiden beschließen, ihrem gemeinsamen Leben ein gemeinsames Ende zu setzen. Nächstes Jahr im Juni. Noch recht lange halten sie die Krankheit wie auch ihren Plan vor ihren drei Kindern und ihren Enkeln geheim.

Sie wollen sie nicht in Verzweiflung stürzen. Sie wissen genau, dass Jane, Thomas und Violet versuchen würden, sie von ihrem Beschluss abzubringen. Sie würden es nicht verstehen. Sie würden nicht damit klarkommen, auf ein bestimmtes Datum hinzuleben und zu wissen, dass sie an diesem Tag X beide Eltern verlieren würden. Aber auf Dauer lässt sich Evelyns sich merklich verschlechternder Zustand nicht verheimlichen. „Wir müssen einen Weg finden, uns zu verabschieden“, sagt Evelyn. Es kommt, wie erwartet. Tränen, Verzweiflung, Versuche, die Eltern umzustimmen, Vorwürfe, rationale Argumente. Evelyn und Joseph lassen sich nicht umstimmen.

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Ulrike Haidacher: Malibu Orange

Überraschend unterhaltsam: Satire meets Tragikomödie

„Malibu Orange“ verwebt BFFs, Burnout und toxische Dynamiken zu einer spritzigen und tiefgründigen Lektüre.

Ulrike Haidacher versteht es, gezielt zu übertreiben und ihre Protagonisten gnadenlos ins Chaos zu stürzen. Mit bissig scharfem Blick entlarvt sie Phrasen und Glaubenssätze, bis nichts mehr heilig ist.

 „[…], also heutzutage ist es so, wenn du dir in der Früh denkst, ah, heute habe ich keine Lust zu arbeiten, dann hat das sicher irgendeinen Namen, es hat sicher irgendeinen englischen Namen mit „Syndrom“ am Ende […]“ (S. 82)

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Luca D´Andrea: In Zeiten des Todes

Dieser Thriller basiert auf einer wahren Begebenheit!

Ein Serienmörder bleibt jahrelang unentdeckt. Bis an einem kalten Winterabend die Leiche einer jungen Prostituierten gefunden wird. Der neue Commissario Luther Krupp übernimmt die Ermittlungen. Er will sich nicht an die korrupten Gesetze der Polizei halten. Doch dann stößt er auf die blutige Spur des Monsters von Bozen und gerät immer tiefer in die Schattenseiten der Justiz.

Dadurch, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit basiert (das echte Monster von Bozen tötete im Zeitraum von sieben Jahren fünf Frauen) ist das Lesen umso erschreckender, wie auch echter. Der Autor selbst wurde in Bozen geboren und kennt diese Stadt in Südtirol deshalb sehr genau, wie auch sicherlich die Thematik des echten Falles des Monsters von Bozen.

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Jennie Godfrey: Unser Buch der seltsamen Dinge

Im Yorkshire der 70er und 80er Jahre hat Miv eine einsame Kindheit. Seit ihr Vater zu einer beruflichen Neuorientierung gezwungen wird und ihre Mutter unter Depressionen leidet, hat sie bei den anderen Kindern an Ansehen verloren. In der Kirche fällt sie einer Mutter auf, die sie zu sich nach Hause einlädt und damit das Leben ihrer Tochter Sharon und Mivs verändert. Die beiden gleichaltrigen Mädchen werden allerbeste Freundinnen. Nun ist Miv nicht mehr allein. Sie kann sich mit ihrer Freundin über alles austauschen. Unter anderem ist der Serienmörder Ripper in Mivs Fokus. Sie kann die Angst vor ihm und die erfolglose Suche der Polizei nach ihm nicht mehr ertragen. Am schlimmsten jedoch ist für sie der Plan ihres Vaters, wegzuziehen, dorthin, wo es sicher ist.

„Was, wenn ihn jemand erwischte?, fragte ich mich, während ich allmählich eindöste. Was, wenn die Morde aufhörten? Und wir hierbleiben könnten? Dann müsste ich Sharon nicht zurücklassen, und wir könnten für immer beste Freundinnen bleiben.“ (S. 23)

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Mai Corland: Five Broken Blades

Ein archaisches Reich, das von einem unsterblichen Kaiser regiert wird, ein Plan, der das Leben eben jenes Herrschers kosten soll und sechs Menschen, die diesen Plan in die Tat umsetzen sollen. Aus diese Ingredienzien hat Mai Corland den Auftakt ihrer High-Fantasy-Trilogie gestrickt.

Willkommen in Yusan. Der Gottkönig ist, dank eines Relikts des Drachenherrschers einer lang untergegangenen Hochkultur, unsterblich. Zwar altert er langsam, getötet werden aber kann er, zumindest so lange er die antike Krone trägt, nicht.

Die vier unter ihm die Provinzen des Reiches beherrschenden Könige haben einen Plan. Man nehme die versiertesten Attentäter der Länder und biete ihnen die Erfüllung ihrer geheimsten Wünsche, wenn sie denn den Gottkönig erfolgreich meucheln.

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Judith W. Taschler: Nur nachts ist es hell

Nicht so überzeugende Fortsetzung einer sehr gelungenen Familiengeschichte

Mit großen Erwartungen sehnte ich die Fortsetzung von „Über Carl reden wir morgen“ herbei, einem Familienroman, der mir absolut gefiel, der mich fesselte, bei dem ich voll und ganz in die Geschichte eintauchen konnte.

So ist es aber oft, je größer die Erwartungen, desto größer die Enttäuschung. Die jetzt vorliegende Fortsetzung konnte mich nicht überzeugen, mich nicht erreichen.

Geschrieben ist der Roman aus der Sicht von Elisabeth, der Tochter der Familie Brugger, die im Mittelpunkt des Vorgängerbandes stand. Elisabeth ist geboren kurz vor der Jahrhundertwende. Sie erzählt in Ich-Form ihre eigene Geschichte einer anderen Person, ihrer Großnichte, der Enkelin eines ihrer Brüder. (Hier hilft der am Ende des Buchs gezeigte Stammbaum der Familie Brugger beim Verständnis).

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Joseph Conrad: Herz der Finsternis (1899)

Des Menschen Gier ist unersättlich. Davon zeugt diese 1899 erstmals erschienene und nun bei Diogenes deluxe Verlag neu aufgelegte Geschichte von Joseph Conrad. Forscher, Goldsucher, Händler, Abenteurer – im Text beschönigend als „Pilger“ bezeichnet – ziehen in die Schwärze des afrikanischen Kontinents, immer weiter am Fluss Kongo entlang. Dort bringen sie nicht etwa den vermeintlichen Fortschritt, sondern schröpfen den Kontinent bis aufs Blut. Von Bodenschätzen über Elfenbein bis hin zu den Menschen, den Sklaven. Entrechtet, ausgebeutet, gefoltert, getötet: Diese von Conrad beschriebenen Szenen wirken bisweilen wie ein Fiebertraum, wie ein Delirium, erschreckend nah und distanziert-abgeklärt zugleich.

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