Calum ist 14 Jahre alt und hat in seinem Leben in fast ebenso vielen Wohngruppen gelebt. Nirgends konnte er länger bleiben, seine Eltern kennt er gar nicht. Zurzeit lebt er in Chicago, doch plötzlich möchte ihn die Dame vom Jugendamt in eine Wohngruppe in einem völlig anderen Bundesstaat stecken. Hier lernt Calum die 13-jährigen Mädchen Jasleen und Skye sowie den gleich alten Jungen Miro kennen. Die drei bleiben sehr für sich und Calum findet keinen Zugang zu ihnen. Auch mit den Kids in der Schule kommt er nicht klar und findet sich, wie fast immer, in einer Außenseiterrolle wieder. Doch dann finden die Jugendlichen heraus, dass die Wohngruppe abgehört wird und Kameras sie beschatten. Sie stellen fest, dass sie längst Teil eines größeren Ganzen sind und jeder von ihnen ein Geheimnis in sich trägt.
WeiterlesenAutor: Leselust Team
Vera Weidenbach: Ada Lovelace: Visionärin und Genie
Die Frauen des Chaos Computer Clubs haben weibliche Vorbilder, erklärt die Autorin Vera Weidenbach im Vorwort ihres Buches. Eine von ihnen ist die Mathematikerin Ada Lovelace, die 1843 das erste Computerprogramm veröffentlicht hat. Ihr Ausgangspunkt war die zweite mechanische Rechenmaschine von Charles Babbage.
Augusta Ada Byron (1815-1852) war die Tochter des Dichters Lord Byron und der Mathematikerin Anna Isabella Wentworth. Kurz nach Adas Geburt zerbrach die Ehe und wurde geschieden. Die Berichte über Lord Byrons Sexualverhalten beendeten seine Karriere. Nur die Scheidung verlief ohne den sonst öffentlichen Pranger.
WeiterlesenEva Baltasar: Mammut
Dieser kleine Roman zeigt den mutigen Versuch einer jungen Frau auf, ihr konventionelles Leben hinter sich zu lassen und auszusteigen.
Die Protagonistin und Ich-Erzählerin ist unzufrieden mit sich, mit ihrer Tätigkeit als Mitarbeiterin ihrer Universität. Täglich sammelt sie Daten über Demografie und Langlebigkeit und befragt hierzu Senioren in geriatrischen Einrichtungen. Von Mal zu Mal hadert sie mehr mit ihrem Job und den vielen Oberflächlichkeiten um sie herum. Sie will tiefer eintauchen ins Leben, sucht das Ursprüngliche. So teilt sie ihre Intimitäten unverblümt mit uns Lesern. Sie will ihr Leben anders planen. Priorität hat, schwanger zu werden und ein Kind zu bekommen. Dafür und nur dafür braucht sie einen Mann, denn sie fühlt sich nur von Frauen angezogen. Das Kind soll dann ganz allein ihr gehören.
Natürlich kommt es anders.
WeiterlesenRichard Osman: Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code
Ein weiterer genialer Fall aus der Feder des genialen Autors – spannend, fesselnd, toll
Er kann es einfach. Er kann wunderbare Figuren in hochspannenden Plots agieren lassen, in Geschichten voller Leben, voller Emotion, voller Dramatik und voller subtilem Humor. Richard Osman ist ein wirklich genialer Schriftsteller.
Sein Donnerstagsmordclub mit Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim, den vier munteren Senior:innen, ist wieder aktiv. Nach dem Tod von Stephen, Elizabeths geliebtem Mann, war es still geworden, die vier Mitglieder des Clubs lebten, kümmerten sich umeinander, aber die Spannung in ihrem Leben fehlte.
WeiterlesenElsie Silver: Wild Eyes

Eine abgelegene Ranch fernab einer kanadischen Kleinstadt klingt für die ausgebrannte Sängerin Skylar Stone wie der perfekte Ort, um sich vor Fans und Presse zu verstecken. Hier will sie zu ihrer Musik – und zu sich selbst – zurückfinden. Doch statt der erhofften Ruhe trifft sie auf Weston Belmont. Der attraktive Single Dad vermittelt ihr eine Geborgenheit, die ihr aus ihrem Celebrity-Leben völlig fremd ist, und seine beiden Kinder schleichen sich rasch in Skylars Herz. Zum ersten Mal in ihrem Leben erfährt sie, was es bedeutet, eine Familie und ein Zuhause zu haben. Doch schon bald holt sie ihr Ruhm wieder ein – und bedroht ihr Glück mit West.
Das Buch ist der zweite Band der Rose-Hill-Reihe.
Man kann es zwar auch unabhängig lesen, ich würde jedoch empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten, um die Zusammenhänge besser zu verstehen.
Jule Ronstedt: Menomorphosen
„Heute sterbe ich noch nicht“. Dieser Satz wird zu Yvonnes Mantra, nachdem sie die Diagnose Krebs bekommen hat und sich mit dem Gedanken vertraut machen muss, nur noch wenige Monate zu leben zu haben. Der Vorschlag, einen Palliativdienst in Anspruch zu nehmen, klingt für sie zunächst zu sehr nach Sterbebegleitung, soweit ist sie noch nicht! Dennoch setzt sie sich mit einem Dienst in Verbindung und lernt eine Frau kennen, die ihr Mut macht, die sie zu ihrem neuen Mantra, „Heute sterbe ich noch nicht“, animiert und mit ihr positiv denkt. Yvonne nimmt die Krankheit an, sie macht Pläne, unterzieht sich einer OP, die eigentlich kaum Aussicht auf Heilung hat und stellt fest: es geht ihr gut. Sie wird wieder aktiv, reist, begeistert sich für lange Spaziergänge in der Natur, fängt wieder an zu arbeiten und erlebt nicht nur die Geburt ihres ersten Enkelkindes, sondern auch die eines zweiten. Yvonne hat es geschafft. Sie lebt weiter. Vielleicht auch, weil sie sich nie aufgegeben hat. Das ist eine der Geschichten aus dem Band mit insgesamt 26 Geschichten von ganz unterschiedlichen Frauen, die „an einem Wendepunkt im Leben“ stehen. Kurz vor oder mitten in den Wechseljahren.
WeiterlesenChristoph Simon: Die geschenkte Leiche
Unterhaltsam, aber oberflächlich und ohne Spannung – Krimi aus der Schweiz
Wer unverhofft eine Leiche im eigenen Kofferraum findet und selbst nicht ganz astreinen Geschäften nachgeht, muss sich zu helfen wissen. So der Antiquitätenhändler Paul Gertsch und seine Tochter Alina.
Die beiden gehen nicht immer ganz legal vor bei ihren Unternehmungen. So beispielsweise bei einem – wiewohl fingierten – Einbruch oder bei einem Auftrag, bei dem sie einem immer übergangenen Angestellten zu seiner lang ersehnten Beförderung verhelfen sollen. Neben seinem Trödelladen betreibt Paul Gertsch eben sonstige Geschäfte, nimmt auch schon mal eher dubiose Aufträge an.
WeiterlesenHannah Bonam-Young: Next to me
Als Chloes suchtkranke Mutter ein Baby bekommt, setzt Chloe alles daran, die Vormundschaft für ihre kleine Schwester zu übernehmen. Doch das Jugendamt erteilt ihr das Sorgerecht nur unter der Bedingung, dass sie an der Initiative TeamUp teilnimmt, bei der zwei potenzielle Vormünder gemeinsam wohnen. Chloes neuer Mitbewohner ist ausgerechnet der mürrische Warren, der selbst um das Sorgerecht für seinen Bruder kämpft. Vom ersten Moment an geraten die beiden aneinander – doch je besser sie sich kennenlernen, desto stärker fühlen sie sich zueinander hingezogen. Aber sind sie bereit, für ihre Gefühle alles zu riskieren?
Dieses Buch hat mich schon ab der ersten Seite begeistert. Durch den leichten und flüssigen Schreibstil der Autorin fällt es schwer, mit dem Lesen aufzuhören – man taucht sofort in die Geschichte ein. Die Autorin behandelt sensible Themen wie Sucht, Verlust und finanzielle Sorgen mit großem Einfühlungsvermögen. In manchen Abschnitten erzählt sie ruhiger, um dann das Tempo wieder anzuziehen.
WeiterlesenVirgina Evans: Die Briefeschreiberin
Ein Blick auf Wasser, auf einen Baum gleich vor dem Fenster, andere weiter entfernt, ein blühender Busch – auf dem Schreibtisch vor dem großen Fenster, durch das dieser Blick geht, kleinere Pflanzen, eine Tasse Kaffee und ein paar Bücher. Dieses Aquarell ist das Cover zu Virginia Evans‘ Debüt „Die Briefeschreiberin“. Man kann sich gut vorstellen, an diesem Schreibtisch zu sitzen und, wie Sybil, hier Stunden damit zu verbringen, Briefe zu schreiben. Von Hand und mit einem edlen Füller auf ganz besonderem Papier. Regelmäßig macht sie das. Mehrmals in der Woche und gerne auch mal zwischendurch, wenn ihr grade was auf der Seele liegt und sie nicht warten kann, es loszuwerden.
Die Adressaten sind ganz unterschiedliche Menschen, viele von ihnen kennt sie gut, ist ihnen innig verbunden, manche zählen zu ihrer beruflichen Vergangenheit als Juristin und persönliche Referentin eines renommierten Richters, manchmal schreibt sie aber auch einfach mal an eine Autorin oder einen Autor, um sich zu deren/ dessen neuestem Werk zu äußern. Egal ob positiv oder negativ, ihre Kritik ist immer wohl begründet und sachlich, nie persönlich verletzend. Das liegt Sybil fern. Das Lesen ist eine weitere ihrer Leidenschaften, nicht selten endet ein Brief mit „Ich lese übrigens grade …. Was liest du?“. Genau wie das Gärtnern. Ihr Garten wird allgemein als wunderschön und sehr gepflegt bezeichnet.
WeiterlesenAdler-Olsen, Holm, Bolther: Tote Seelen singen nicht
Millionen begeisterter Leser, die glaubten, die Kriminalreihe über Carl Mørck wäre nach zehn Fällen beendet, können sich freuen. Die Saga wird fortgesetzt.
Doch diesmal geht es nicht um ein Jahre zurückliegendes, unaufgeklärtes Verbrechen, sondern um aktuelle Morde, deren Spuren weit in die Vergangenheit zurückreichen. Als sich durch Zufall herausstellt, dass ein Notruf Jahre zuvor unerhört blieb und ein vermeintlicher Selbstmord keiner war, beginnt das Dezernat Q zu ermitteln.
Auch handelt es sich hier nicht um ein klassisches Who-done-it. Der Täter ist von Beginn an bekannt: Jakob Solvig, alias Gade, einst Ziel grausamen Mobbings durch vier Mitschüler an einer Musikschule. Im Prolog erscheint es zunächst, als sei er 1989 infolge der Misshandlungen ertrunken, doch schon auf Seite 45 hantiert er 34 Jahre später mit Sprengstoff.
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