Anne Stern: Fräulein Gold: Nacht über der Havel: Die Hebamme von Berlin 07

Anne Stern ist promovierte Germanistin und Historikerin. 2020 veröffentlichte sie ihren ersten Band mit der jungen Hebamme Hulda Gold, die im Berlin der 1920er Jahre ein auffälliges Leben führt. Als alleinstehende Dame wohnt sie zur Untermiete. Ständig wird sie in die Armenviertel gerufen, um bei Hausgeburten unter schwierigsten Umständen zu helfen. In Berlin kennt sie fast jeder. Trotz allem ist die Bezahlung schlecht. Häufig arbeitet sie umsonst, sodass ihre eigene wirtschaftliche Situation ähnlich schwierig ist wie bei ihrer armen Kundschaft. Im Laufe der Jahre hat Hulda die Stufen der Not und des wirtschaftlichen Aufstiegs miterlebt.

Der siebente Band beginnt im Sommer von 1930, kurz vor der Wahl. Aktuell stehen die traditionellen Jugendgruppen im Fokus der Nazis. Sie sollen zu jungen Soldaten erzogen werden. Die neue ‚Hitlerjugend‘ fällt nicht nur mit Lärm und Pöbeleien auf. Ihre Kleidung ähnelt einer Uniform.

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Aly Martinez: From the Embers

Bree und Rob, Eason und Jessica sind befreundete Paare und unzertrennlich, bis in einer tragischen Nacht ein Feuer ausbricht und Bree und Eason ihre Partner verlieren. Easons Haus wurde komplett zerstört und er steht nun mit seiner kleinen Tochter vor dem Nichts, also nimmt Bree die Beiden kurzerhand bei sich auf. Was als Zwecks WG beginnt, entwickelt sich so immer mehr zu einer Familie, einem Gefühlschaos der Erwachsenen und der Frage, ob es gut ist, Gefühle zuzulassen, nach all dem, was passiert ist.

Sie müssen erst alles verlieren, um einander zu finden, der Untertitel sagt eigentlich schon alles aus.

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Jean-Christophe Grangé: Blutrotes Karma

Französischer Thriller? Wem fällt da nicht sofort der Name Jean-Christophe Grangé ein? Seit seinem Weltbesteller „Die purpurnen Flüsse“ ist er der Garant für hochspannende, elegant verflochtene, blutige Thriller, die häufig mit spirituellen oder politischen Hintergründen versehen sind. Gewiss, er verschont seine Leser nicht mit Brutalität. Doch das eigentlich Brutale an seinen Plots ist, dass die seltsamen Ritualmorde nicht nur der Symbolik eines irren Geistes entspringen, sondern stets ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Verhältnisse sind. Auch Blut im Sinne von Genetik, Erbe oder vererbten Traumata sind ein wiederkehrendes Motiv in Grangés Büchern.

Dabei spaziert der französische Autor mühelos durch Zeiten, Länder und Weltanschauungen. Nachdem er in „Die marmornen Träume“ seine LeserInnen ins Berlin der Nazi-Zeit entführt hat – bereits per se eine grausame Zeit – wirft er seine Leserschaft nun mitten ins Paris im Mai 1968. Von romantischen Frühlingsgefühlen ist in der Stadt der Liebe in jenen Tagen nichts zu spüren. Der Pariser Mai 1968 ist von den blutigen, zerstörerischen Studenten- und Arbeiteraufständen gekennzeichnet. Auf die Barrikaden hat in der französischen Geschichte schon eine lange Tradition. Doch im Mai 1968 ist das gesamte Land lahmgelegt, sogar die Versorgungslage scheint bedroht. Von der friedlichen Hippiebewegung  à la Woodstock könnte nichts weiter entfernt sein.

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Ann Granger: Der tote Antiquar von Limehouse

Ann Grangers Roman „Der tote Antiquar von Limehouse“ ist der neunte Band der beliebten Krimireihe rund um Inspector Benjamin Ross und seine Frau Lizzie. Die Geschichte spielt im viktorianischen London des Jahres 1871 und dreht sich um den mysteriösen Mord an Jacob Jacobus, einem zwielichtigen Antiquar, sowie den Diebstahl eines wertvollen Diamanthalsbandes.

Ein atmosphärischer Krimi im viktorianischen Setting

Die Handlung beginnt mit der Entdeckung der Leiche von Jacob Jacobus in seiner Wohnung in Limehouse, einem belebten Stadtteil Londons. Inspector Ross und Lizzie übernehmen die Ermittlungen und tauchen tief in ein Netz aus Familiengeheimnissen und Intrigen ein. Fans viktorianischer Krimis kommen hier auf ihre Kosten, da typische Elemente wie Kutschfahrten, Teegesellschaften und die altenglische Zurückhaltung eine zentrale Rolle spielen.

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Ayla Dade: Like Feathers we fly

Es geht zurück nach Aspen, diesmal dürfen wir Paxton und Camila begleiten, und sie erzählen uns abwechselnd die Geschichte.
Camila war für Paxton immer nur die kleine Schwester seines besten Freundes, doch bei einer Party kommen sie sich betrunken näher. Dann müssen sie auch noch bei dem Winterferienlager als Betreuer arbeiten und verbringen da natürlich auch viel Zeit miteinander, können sie ihr Vorhaben die Gefühle beiseite zu lassen einhalten?

Wer auf Eishockey, Liebe, Herzklopfen, Drama und Spice steht, ist bei diesem Buch definitiv genau richtig. Die Dynamik zwischen den Charakteren ist so toll und gut gelungen, das Lesen fühlte sich wie ein großes Wiedersehen an, denn natürlich trifft man hier auch den ein oder anderen Charakter aus den vorigen Bänden wieder.

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Daniel Glattauer: In einem Zug

Eine Zugfahrt, viele Dialoge und ein Protagonist, der mehr von sich preisgibt, als ihm lieb ist

Der Schriftsteller Eduard Brünhofer fährt im Zug von Wien nach München, um einen Termin wahrzunehmen. In seinem Zugabteil sitzt bereits eine Frau mittleren Alters. Brünhofer taxiert sie, macht sich seine Gedanken und hofft, dass die Frau bald aussteigt. Er will seine Ruhe haben und nachdenken. Auf keinen Fall will er sich mit ihr unterhalten, was sich alles andere als einfach erweist. Obwohl er nichts Persönliches von ihr wissen will, erzählt sie ihm, dass sie als Physiotherapeutin und Psychotherapeutin arbeitet. Natürlich möchte sie von ihrem Mitreisenden dann auch Näheres erfahren.

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Janice Hallett: Die Aufführung

Ein Krimi nur aus Textnachrichten bestehend – spannend, ungewöhnlich, vielschichtig

Das gibt es bereits, Romane, die statt einer offensichtlichen Handlung lediglich aus zwischen zwei Menschen ausgetauschten E-Mails bestehen. So ganz bekannt in „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer. Aber auch in dem wunderbaren Buch „Ist es Liebe? – Nein, es ist …  unmöglich“ von Sarah Lotz.

Bei dem vorliegenden Roman aber handelt es sich um den Austausch von diversen Textnachrichten – Mails, WhatsApp, SMS usw. – zwischen ganz vielen verschiedenen Menschen. Und dazu trägt sich das Ganze noch auf zwei Handlungsebenen zu.

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Bernhard Kegel: Mit Pflanzen die Welt retten

Was sind Blue Carbon Ökosysteme? Wie können Paludi-Produkte dazu beitragen, Moore zu retten? Was hat China beim Aufforsten falsch gemacht? Welche Ideen brüten Start-ups weltweit aus, um CO2 aus der Atmosphäre zu ziehen und zu binden? Was ist beispielsweise von Teppichen aus künstlich hergestellten Blättern zu halten, die auf der Hochsee treiben? Der neueste Geniestreich von Bernhard Kegel begeistert mit seiner gekonnten Mischung aus unbekannten Fakten, verständlich aufbereiteten Informationen sowie hochspannenden Visionen. Vor- und Nachteile, Chancen und Hindernisse werden gekonnt gegeneinander abgewogen. Halten die „Grüne Lösungen gegen den Klimawandel“ alle, was sie versprechen?

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Annemarie Paulsen: Alles büddn wild

Annemarie Paulsen ist knapp dreißig, vierfache Mama, Bio-Bäuerin und Agrarinfluencerin. Gemeinsam mit ihrem Mann Martin und den Schwiegereltern bewirtschaftet sie einen Hof mit 320 Milchkühen in der Uckermark. Aufgewachsen als Letztes von acht Kindern auf einem Milchviehbetrieb in Schleswig-Holstein, zieht es Frau Paulsen nach Abstechern in andere Länder und Berufe immer wieder zurück in einen Melkstand. Kühe sind ihr Ein und Alles. In ihrem Buch „Alles büddn wild“ erzählt sie witzig und wortgewandt von ihrer Kindheit und über das Leben auf dem Dorf.

Es geht dabei auch um Traditionen und notwendige Reformen, Generationenkonflikte und Vor- und Nachteile einer Dorfgemeinschaft. Frau Paulsen hinterfragt humorvoll die Geschlechterrollen am Land und das Vereinsleben. Sie stellt sich aber auch besorgt die Frage, wie es mit der Landwirtschaft in Deutschland weitergehen soll, wenn die Gesellschaft zunehmend Tierhalter mit Tierquälern gleichsetzt und Bauern als Umwelt-Vergifter hingestellt werden, die man mit noch mehr Bürokratie und noch mehr Vorschriften im Zaum halten muss. Ganz zu schweigen von den explodierenden Kosten, die Landwirte schwer treffen.

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Sophie Villard: Cartier: Der Traum von Diamanten

Man trifft sich bei „Maxim’s“, vielleicht sogar auch mal im Moulin Rouge – dieses Etablissement gilt zwar als verrucht, aber man muss ja mitreden können; man speist im „Ritz“, wo Auguste Escoffier der Küche zu Ruhm und betuchten Gästen verhilft und der ein oder anderen Dame auch mal eine Kreation widmet, so wie der Künstlerin Nellie Melba ein Dessert: „pêchemelba“; man trifft sich auf ein Glas Champagner im „Deux Magots“ oder in den edlen Bistros auf den vornehmen Boulevards, kurz, das gesellschaftliche Leben im Paris des angehenden 20. Jahrhunderts pulsiert. Man – sofern man es sich leisten kann – kauft edel ein, Düfte beim Parfumeur Guerlain, Hüte lässt man sich je nach Anlass bei Coco Chanel fertigen, dazu eventuell auch ein edles Kleid, Koffer und Taschen für alle Gelegenheiten gibt es bei Vuitton. Und den passenden Schmuck leistet man sich bei „Cartier“.

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