Sobald man die Zeitungen aufschlägt, in den sozialen Medien scrollt, Fernsehen schaut oder Radio hört, wird man konfrontiert mit Krisen, Kriegen und Konflikten. Ukraine-Krieg, Gaza-Krieg, Demokratie-Krisen, Klima-Kollaps, usw., usf. Alles scheint sich zu wandeln, nichts hat Bestand, die Wirtschaft taumelt, die Menschen haben Angst. Dagegen will Florian Hoffmann etwas unternehmen. Er wurde vielfach mit Preisen ausgezeichnete und will, dass die Menschen aus der häufig festgestellten Lähmung aufwachen und etwas tun. Denn man kann Herausforderungen mutig angehen und eine gute Zukunft mitgestalten. Viele Beispiele rund um den Globus beweisen das.
WeiterlesenAutor: Leselust Team
Colleen Cambridge: Der Krimidinnermord
Herrlich englischer Krimi im Agatha-Christie-Stil
Der bisher, so finde ich, beste Band der inzwischen dreiteiligen Reihe um die mit viel detektivischem Spürsinn ausgestattete Haushälterin von Agatha Christie. Herrlich englisch, voller wunderbar skurriler Typen, mit viel unterschwelligem Humor und einer fein erzeugten Spannung.
Phyllida Bright ist Haushälterin und – im Geheimen – gute Freundin der berühmten Agatha Christie. Ihr Vorbild und Schwarm ist Hercule Poirot und wie dieser verfügt Phyllida über hohe Menschenkenntnis und ausgeprägten Spürsinn für das Verbrechen.
WeiterlesenMax Bentow: Eulenschrei
Charlotte Weiss ist eigentlich eine Einzelkämpferin, erhält nun aber ein Angebot bei der Mordkommission, in einem Team mitzuarbeiten und lässt sich das nicht entgehen. Vor allem hat sich Kommissar Nils Trojan extra für sie eingesetzt und freut sich auf die Zusammenarbeit mit der jungen Kollegin. Beide werden auch gleich auf die Probe gesetzt, denn es geht ein Serienmörder um und es ist immer dasselbe Muster. Es fehlen Körperteile an der Leiche und es wird immer ein Lebkuchenmann hinterlassen. Nun beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.
Der Auftakt der Reihe überzeugt mich
Ich habe mich gefreut, Nils Trojan wiederzusehen und liebe jede einzelne Seite des Buches.
WeiterlesenKohei Saito: Systemsturz – Der Sieg der Natur über den Kapitalismus
Wer sich nicht davor scheut, unangenehmen Fakten ins Auge zu blicken und sich intelligenten Utopien zu öffnen, wird an diesem „Brain-Breaker“ große Freude haben. Kohei Saito verbindet viele unbekannte Theorien des späten Karl Marx mit Ansätzen und Lösungen zur Bekämpfung des Klimawandels. Das liest sich bisweilen atemberaubend – und fürchterlich unangenehm. Zumindest für die klassische Leserschaft der westlichen Industrieländer, die mehr oder weniger allesamt zu den 10-20 Prozent der privilegiertesten Bewohner unseres Planeten gehören.
Mit vielen Daten, Geschichtsreferenzen und mutigen Denkansätzen zeigt der Professor für Philosophie an der Universität Tokio auf, was den Klimawandel bekämpfen könnte, ohne den globalen Süden weiter auszubeuten oder die Arbeiterklasse ausbluten zu lassen: Degrowth-Kommunismus. Ein Begriff, der zunächst abschreckend klingen mag. Zu Unrecht. Oder hätten Sie etwas gegen mehr Freizeit, mehr Mitbestimmung, stabilere Energiepreise und eine saubere Umwelt einzuwenden?
WeiterlesenTommie Goerz: Im Schnee
Ein einfaches Leben in dörflicher Gemeinschaft
Der alte Max lebt, seit er auf der Welt ist, im Dorf. Er kennt nichts anderes. Obwohl sich so manches im Laufe der Jahre verändert hat, scheint beim Max die Zeit stehen geblieben zu sein.
In seinem Haus ist alles noch so, wie es schon immer war. Nicht einmal einen Radioapparat oder einen Fernseher besitzt er. Alles, was er wissen muss, erfährt er im Dorf. In der alten Gemeinschaft kennt man sich untereinander. So wie Max wissen auch die anderen Bescheid über alles und jeden. Max weiß viele Geschichten aus der Vergangenheit von den Bewohnern. Er kennt auch noch die alten Hofnamen der Besitzer. Mittlerweile stehen einige der Höfe im Ort leer. Auch ein Einkaufsladen samt Bäcker und Metzger ist längst verschwunden. Weiter oben am Hang ist eine Neubausiedlung entstanden, aber mit den Neubürgern haben die übrig gebliebenen Alten wenig zu tun und wollen das auch gar nicht.
WeiterlesenMarkus Orths: Crazy Family 03: Die Hackebarts greifen an!
Ich mag sie wirklich gerne, die Hackebarts. Der Begriff „crazy“ passt wunderbar zu dieser ausgeflippten, einfallsreichen, eigentlich immer optimistischen Familie, in der jeder „seinen Platz“ hat und den auch ausfüllt, wenn man so will. Zosch, der Zocker – eigentlich ein Sorgenkind – trägt aber unbedingt auch zum Wohle bei, Brooklyn, das Organisationstalent, Mönkemeier, der kleine Künstler, Lulu, das Genie, das mit sechs Jahren Abituraufgaben mit Bravour löst, Opa, der Klimaaktivist, Papa, der Klobürstensammler, der diesmal mit einer Klobürste die Familie vor dem Ruin bewahrt und Mama, die mit ihren Touren nach Kroatien und den Klavierkonzerten unterwegs den Unterhalt sichert.
WeiterlesenRosie Talbot: Sixteen Souls: Wovor die Toten sich fürchten
Charlie ist ein Glückskind – auch wenn er sich selbst wirklich nicht so beschreiben würde. Nach einer schweren Meningitis war er fast eine halbe Stunde klinisch tot, bevor er dann doch wieder zu sich kam. Der Vorfall hat ihm seine beide Unterschenkel gekostet, seitdem plagt er sich mit drückenden Prothesen und einem Rollie herum. Sein Coming-out hat er auch schon einige Jahre vor sich hergeschoben – die Reaktion seiner Eltern möchte er sich wirklich lieber nicht vorstellen.
Viel belastender aber ist, dass er seit seinem Tod die Verstorbenen von York, also eher die, die nicht ins Licht gegangen, sondern hier festhängen, sehen kann.
Dass immer mehr der Geister verschwinden, bemerkt er zunächst nicht. Er hat genügend damit zu tun, Todesschleifen auszuweichen, die ihn grausam töten könnten.
Tove Jansson: Der Steinacker
Ein kleiner Roman, dessen Handlung sich um die Bedeutung und den präzisen Gebrauch von Wörtern dreht
Der Protagonist Jonas ist keiner, mit dem man sich identifizieren mag. Überhaupt ist er alles andere als sympathisch. Dennoch muss man ihn immer weiter durch die Zeilen begleiten.
Jonas ist frisch pensionierter Zeitungsredakteur. Nach Abschluss seines Berufslebens soll er eine Biografie über einen berühmten Medienmagnaten verfassen. Jonas nennt ihn Y. Er mag diesen Buchstaben nicht. Auch der Vorname seiner Frau begann mit Y. So ist der Buchstabe Y in Jonas’ Gedankenabläufen immer präsent. Jonas macht sich mit einer Aversion an seinen Auftrag. Er tut sich schwer damit, sich mit Y. auseinanderzusetzen. Alles kommt ihm nicht richtig vor. Dem prominenten Medienmann Leben einzuhauchen, will ihm einfach nicht glücken. Dabei findet er sich selbst immer wieder in der Person von Y. Seine Sichtweise auf Y. und sein Ich zerfließen ineinander. Y. ist stets präsent, verfolgt ihn regelrecht.
WeiterlesenSarah Adams: The Rule Book: Liebe kennt keine Regeln
Das Buch erzählt die Geschichte von Nora, die mit ihrem Leben eigentlich recht zufrieden ist – bis sie auf Derek, ihren Ex-Freund trifft, der ihr Jahre zuvor das Herz gebrochen hat. Nora ist sich sicher, dass sie nichts mehr mit ihm zu tun haben möchte, doch durch eine Verkettung von Umständen kreuzen sich ihre Wege erneut und beide werden gezwungen, enger miteinander zu arbeiten als sie möchten. Nun entwickelt sich langsam eine Dynamik und sie sind sich nicht mehr sicher, ob wirklich alles gegen eine zweite Chance spricht.
Das Buch erzählt eine herrlich witzige, atmosphärische Geschichte, durch die man leicht kommt. Teils gibt es spritzige Dialoge, teils ein paar längere Durststrecken. Aber das Gesamtpaket des Buches konnte mich überzeugen.
Der Schreibstil der Autorin ist herrlich, es fühlt sich so echt an und sie schafft es auch, die Längen gut zu überspielen, die in dieser Geschichte leider hier und da vorkommen. Dennoch fliegt man durch die Seiten, vor allem wenn einem der Stil des Schreibens so sehr gefällt. Aber nicht nur der Stil ist gut, sondern auch die Charaktere. Diese sind so herrlich gezeichnet und man spürt die Harmonie der beiden förmlich. Auch wenn sie einige Missverständnisse haben, die ich manchmal ein wenig unnötig und in die Länge gezogen finde.
Jennifer Estep: Crashing Stars
Vesper ist eine Seherin, ihre Magie reicht jedoch gerade mal dafür aus, kaputte Geräte zu reparieren, weshalb sie auf einem mittelmäßigen Planeten in einem unterirdischen Labor daran arbeitet, eine reiche Familie noch reicher zu machen.
Ganz anders ist es bei Kyrion, der in eine der edlen Familien hineingeboren wurde, die die Galaxie regieren. Er gehört zu den Elitesoldaten der Herrscher und ist genauso gutaussehend wie tödlich.
Als Vesper bei ihrer Arbeit auf einen vermeintlichen Fehler aufmerksam wird, der sich als gewollte Sabotage herausstellt, kreuzen sich ihre Wege, denn über Nacht wird die unwichtige Laborratte zu einer Gefahr, die beseitigt werden muss – zwangsverpflichtet an der Seite des Elitekämpfers. Was keiner von ihnen voraussieht: Ihre Magie scheint mehr gemeinsam zu haben, als sie jemals gedacht hätten, denn zwischen ihnen entsteht ein magisches Band, das ihre Schicksale aneinanderbindet und ihre Leben voneinander abhängig macht. Sehr zum beidseitigen Ärger, denn auf keinen Fall ist diese Anziehung, die sie plötzlich füreinander empfinden, echt.
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