Karen Sander: Der Sturm: Vergraben

„Vergraben“ ist der Auftakt einer neuen kleinen Krimi-Serie, die wie schon die Trilogie „Der Strand“ an der Ostsee angesiedelt ist, genauer, auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Ein schwerer Sturm lässt ein Stück der Klippen abbrechen, dabei werden die Gebeine zweier Menschen zutage gefördert, die wohl schon länger hier verscharrt gewesen sein müssen. Tom Engelhardt, der erst seit Kurzem auf dem Darß als Ermittler tätig ist, erfährt von älteren Kollegen und Einheimischen, dass es vor vielen Jahren, kurz vor der Wende, hier wohl einen Serientäter gegeben hat, der immer junge Pärchen getötet hat. Sind die beiden vor über 30 Jahren seine Opfer gewesen? Der Täter von damals wurde nie gefasst. Die Mordserie endete mit dem Fall der Mauer.

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Peter Grandl: Höllenfeuer

Ein Thriller, der den Begriff echt wert ist

Von Anfang an schafft es Peter Grandl, den Leser zu fesseln. Auch wenn man sich zunächst vielleicht fragt, warum wir so viel über den einst mächtigsten Mann des selbst ernannten „Islamischen Staates“, Abu Bakr Al-Baghdadi, und seine Ermordung erfahren, was ziemlich exakte Details über Anwerbung und Ausbildung von Kämpfern für diese Organisation zu bedeuten haben oder was der Begriff „Gefährder“ genau beinhaltet, es dauert nicht lange, bis all das klar ist und wir wissen, warum es durchaus wichtig ist, das zu erfahren. Präzise und detailliert, wie immer bestens recherchiert, fügt Grandl Fakten zusammen, die uns Hintergründe erklären und bewusst machen, die für den weiteren Verlauf der erschreckend realistischen Geschichte wichtig sind.

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Jule Leuze, Thorsten Saleina: Hier kommt Kalli Wüstenmucks

Haben Sie schon einmal von der Tiergattung der Wüstenmuckse gehört? Nein? Ich bisher auch nicht. Erst als ich dieses süße Kinderbuch in die Hand bekam, bin ich auf diese anscheinend niedlichen Tierchen mit dem blauen, zarten Fell mit türkis-grünen oder grasgrünen Flecken gestoßen. Kalli sieht aus wie ein kleiner Fuchs mit ganz flauschigem Fell und großen Ohren und: Kalli kann sprechen. Mit den Tieren in der Wildtierstation, in der er urplötzlich aufgetaucht ist und auch mit den Menschen. Jedenfalls mit Leo, der ihn unter einem Busch findet. Und mit Papa, Mama und Oma Gurkenbrot.

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Ildiko von Kürthy: Eine halbe Ewigkeit

Ich muss zugeben, ich hab ein bisschen kramen müssen bis ich „Mondscheintarif“ von Ildiko von Kürthy in einem der ziemlich vielen Bücherregale gefunden hatte, aber „das Haus verliert ja bekanntlich nichts“. 25 Jahre sind halt eine recht lange Zeit, aber es gibt so Romane, die entsorgt man eben nicht. Kurz reinlesen und man ist wieder à jour und mitten im Leben von Cora Hübsch, 30 ¾ Jahre alt und nicht wirklich mit sich und ihrem Leben zufrieden.

Jetzt, 25 Jahre später knüpft „Eine halbe Ewigkeit“ quasi nahtlos an Coras früheres Leben an. Herrlich amüsant, temporeich – manchmal hat man beim Lesen wirklich das Gefühl, einfach mal Luft holen zu müssen! Auch wenn man „Mondscheintarif“ damals vielleicht nicht gelesen hat oder sich nicht mehr erinnert, ist man schon auf den ersten Seiten mittendrin. Ildiko von Kürthy lässt die berühmten Bilder im Kopf von Anfang an entstehen – farbig, bunt, intensiv. Aber auch nachdenklich und berührend.  Eine 25 Jahre ältere Cora, wie sie ihrem früheren Leben ausgerechnet am Altpapiercontainer begegnet und sich in einem lange vergessenen Tagebuch  – eben „Mondscheintarif“, wie sie es damals bezeichnete – verliert.

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Silvesterspecial 2023

Im Laufe eines Jahres erscheinen unzählige Bücher von berühmten Autorinnen oder noch unbekannten Autoren. Darunter finden sich dann immer wieder ganz besonders berührende, unterhaltsame, fesselnde, interessante oder dramatische Bücher, die lesens- und empfehlenswert sind.

Aus den vielen Büchern, die die Rezensentinnen und Rezensenten der Leselust in den vergangenen zwölf Monaten gelesen und besprochen haben, sind es diese, die sie im Jahr 2023 besonders begeisterten:

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David Safier: Miss Merkel: Mord auf hoher See

Ich hab was vermisst. Eigentlich müsste, finde ich, spätestens im Nachwort, wenn nicht schon gleich zu Anfang, heißen: Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen – Politikerinnen und Politikern, Autorinnen und Autoren, anderen Menschen des öffentlichen Lebens oder Geschehnissen der jüngeren Geschichte – sind absolut gewollt und hoffentlich unverkennbar!

Es macht unheimlich Spaß, diesen subtilen Humor zu genießen, mit dem Safier seine Miss Merkel immer wieder Vergleiche ziehen lässt zu Begegnungen mit hochrangigen Politikern, Menschen aus Wirtschaft, Kultur, Sport oder einfach nur Menschen, die zu irgendeiner Zeit in irgendeinem Bereich eine gewisse Macht, das nötige Geld oder Einfluss hatten oder vielleicht auch noch haben. Die aktuellen Ereignisse der Weltpolitik werden zwischen den Zeilen kommentiert auf eine Weise, die man sich bei der Ex-Kanzlerin, auch wenn man sie wahrscheinlich nicht persönlich gut kennt, gut vorstellen kann.

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Brooke Robinson: Die Dolmetscherin

Ehrlich? Ich habe mehrfach überlegt, das Buch einfach aus der Hand zu legen.

Die vielversprechenden Ankündigungen wie auch der Klappentext hatten mich neugierig gemacht auf eine spannende Story. Gut 160 Seiten lang wartet man allerdings auf den Moment, in dem Revelle Lee diesen entscheidenden Übersetzungsfehler macht, der eben einen Prozessausgang wenden würde, beziehungsweise, dass sich Spannung einstellt. Den Fehler macht sie – sie übersetzt in einer Zeugenvernehmung bewusst falsch. Ganz bewusst. Und schickt damit quasi einen Unschuldigen ins Gefängnis. Das lässt sie dann aber nicht mehr los.

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Katrine Engberg: Glutspur

Fast bis zum Ende laufen drei Erzählstränge in KatrineEngbergs neuem Krimi um Privatermittlerin Liv Jensen parallel. Klar, dass es zwischen den drei Fällen, um die es geht, Schnittstellen geben muss, aber nicht nur Liv muss lange recherchieren, bis sie die Verbindungen sieht, auch als Leser sieht man lange nicht, was die Fälle um den Mord an einem Journalisten, den Selbstmord eines Häftlings und den Mord an einer Museumsmitarbeiterin verbindet.

Zwischen den einzelnen Fällen liegen Jahre, die Opfer kannten sich nicht und haben offensichtlich auch keinerlei Gemeinsamkeiten. Auch warum Liv nun wirklich den Polizeidienst quittiert hat und jetzt als Privatermittlerin arbeiten will, wird nicht ganz klar. So ganz hat sie die Verbindungen zum alten Job allerdings noch nicht gekappt, noch laufen die Geschäfte als Selbstständige nicht so gut. Als ihr alter Freund und Kollege Petter sie also bittet, einen alten Fall wieder aufzurollen, um vielleicht doch noch neue Fakten und Ergebnisse aufzudecken, denkt Liv nicht lange nach.

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Sebastian Fitzek: Die Einladung

Was ist Wahrheit? Was ist Lüge? Was ist Einbildung? – Diese Frage treibt auf Dauer nicht nur Marla, die Protagonistin, um, sondern früher oder später auch den Leser.

Überhaupt Marla. Ist sie nur verwirrt? Oder macht sie allen was vor? Kann sie eigentlich selbst einschätzen, was Realität oder Fiktion ist? Auf jeden Fall ist sie stark traumatisiert seit ihrer Kindheit durch einen Vater, der sie – wie er später in einem Abschiedsbrief schreibt – begehrt, aber sie nie angerührt hat und der an diesem Begehren später zerbricht und Selbstmord begeht. Ihr Leben lang fühlt Marla sich verfolgt, sieht Schatten, wo (angeblich?) keine sind, fühlt sich beobachtet, obwohl niemand in ihrer Nähe ist. Sie ist gesichtsblind, gleicht diese mangelnde Fähigkeit aber durch genaues Beobachten und Wahrnehmen, was anderen entgeht mehr als aus. Das macht sie zu einer wertvollen Beraterin des LKA, auch ohne jede polizeiliche Ausbildung. Ihre Mentorin beim LKA scheint ihre einzige Vertraute und Freundin, die einzige, die Marlas Probleme und Nöte versteht.

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Ulrike Fuchs: Reporterin für eine bessere Welt: Nellie Bly

Die üblichen Frauenthemen – Mode, Küche, Kinder, Familie – das ist nicht das, worüber Nellie Bly ein Leben lang schreiben möchte. Sie ist Reporterin beim „Pittsburgh Dispatch“, eine der ganz wenigen Frauen überhaupt, die Ende des 19. Jahrhunderts überhaupt als Reporterin arbeiten können. Wie in anderen Bereichen auch, werden Frauen in der Presse einfach nicht ernst genommen. Die Chefredakteure der Zeitungen nehmen einfach lieber Männer, selbst wenn sie nicht so gut sein sollten wie eine Frau, die sich auch auf die Stelle beworben hat.

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