Luigi Trucillo: Die Geometrie der Liebe

liebeZentrales Thema von diesem kleinen, aussagekräftigen Roman ist eine Liebe, die chancenlos und ohne Zukunft bleibt, weil die Eifersucht stets die Oberhand gewinnt.
Bereits der Eingangssatz „Der Fuchs weiß viele Dinge, aber der Igel weiß eine große Sache“ und das nachfolgende Eingeständnis, die Bedeutung dieses Spruchs zu spät verstanden zu haben, lässt erahnen, dass der Autor im Handlungsablauf in der Tiefe schürfen wird.

Die Protagonisten sind ein Zeitungsarchivar und eine Sinologin, die sich während einer Schiffsüberfahrt von Italien nach Griechenland kennen und lieben lernen. Weiterlesen

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Stefan Koldehoff: Ich und Van Gogh: Bilder, Sammler und ihre abenteuerlichen Geschichten

vanStefan Koldehoff, der Kenner des großen Meisters van Gogh, gewährt anhand 43 kleiner Geschichten, die sich um van Gogh-Gemälde ranken, interessante Einblicke in den Kunstmarkt.

In seinem Vorwort schreibt der Autor, dass Kunstwerke Zeitzeugen sind, die nicht mit ihren Motiven, ihrer Technik und den Umständen ihrer Entstehung, sondern mit dem Wechsel ihrer Besitzer durch Jahrzehnte und Jahrhunderte zusammenhängen.
Weil Vincent van Gogh schon bald nach 1900 durch Ausstellungen und Bücher zum Musterkünstler der Moderne stilisiert wurde, wird dies an seinem Beispiel besonders deutlich. Zudem hielten seine Erben den Nachschub für den Kunstmarkt knapp und so wurden seine Gemälde und Zeichnungen zu Trophäen der Kulturelite auf der ganzen Welt. Weiterlesen

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Lorrie Moore: Danke, dass ich kommen durfte

dankeLorrie Moores neuer Kurzgeschichtenband bietet mit seinen acht Erzählungen genau das, was gute Short Stories ausmacht: Viel Platz zwischen den Zeilen, in denen der Leser eigene Gedanken weiterentwickelt.

So lesen wir in der ersten Story von einem Mann, der seinen Ehering nicht abstreifen kann, weil dieser seinen Finger wie ein Fett abschnürender Gürtel umschließt – und dies, obwohl er bereits ein halbes Jahr von seiner Frau geschieden ist.
Oder wir lesen von einer Mutter, die ihren neuen Verehrer immer wieder brüskiert, indem sie ihrem pubertierenden Sohn übermäßige Zuwendung zukommen lässt. Weiterlesen

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Ivana Jeissing: Wintersonnen

winterEs ist ein langer Selbstfindungsprozess, bei dem wir Gustava, die junge Protagonistin in diesem Roman, begleiten. Auslöser ist die seit ihrer Kindheit andauernde Suche nach ihrem unbekannten Vater. Die Sehnsucht, der Vergangenheit ein Gesicht zu geben, bleibt allgegenwärtig.

Gustava lebt mit ihrer Mutter – genannt Mimi, in Wien. Sie hat ihren Vater nie kennengelernt und alle ihre Fragen nach ihm prallen an Mimi ab. Vielleicht gerade weil Mimi Gustavas Nachforschungen so vehement abwehrt und blockiert, steigert dies die Sehnsucht des Mädchens nach einer vollständigen Familie, denn immer mehr fühlt sie in ihrem Zuhause eine Lücke ohne den Vater. Weiterlesen

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David Herbert Lawrence: Der Mann, der Inseln liebte (1928)

mannBenjamin Lebert hat D. H. Lawrences Klassiker neu übersetzt und zusätzlich mit einem Vorwort versehen.
Sich zurückziehen von der Welt, alles Profane hinter sich lassen um auf einer einsamen Insel mit zuvor ausgewählten Menschen zusammenzuleben, der Natur und dem Ich ganz Nahe sein, sich selbst entdecken – dieses Exempel statuiert der Mann, der Inseln liebte.

Der Mann der Inseln liebte, liebt vor allem die Einsamkeit, die Natur und das Meer. Er kauft zwei unbewohnte Inseln. Eine größere und eine kleinere, die von der größeren Insel aus gut zu sehen und zu erreichen ist.
Auf der größeren Insel versucht er sich ein Paradies nach seinen Vorstellungen zu errichten. Anfangs scheint er glücklich zu sein auf seiner Inselwelt. Doch bereits nach einem Jahr muss er sich eingestehen, dass sein Leben so keine Zukunft hat – die Insel mit all den Menschen und den Annehmlichkeiten die diese nach seinen Weisungen geschaffen haben, ist auf Dauer nicht finanzierbar. Weiterlesen

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Doris Dörrie: Diebe und Vampire

dorisDie Handlung dieser wunderbar amüsanten Geschichte dreht sich um das Schreiben, um die damit verbundenen Erfolge und Misserfolge.
Doris Dörrie hat das Leben ihrer im Literaturzirkus beheimateten Charaktere mit erfrischend aberwitzigen und gleichzeitig doch so authentischen Allüren versehen.

„Schriftsteller sind Diebe und Vampire. Sie stehlen den Menschen ihre Geschichten und saugen sie aus“, sagt eine amerikanische Schriftstellerin zu der jungen Protagonistin Alice, deren Idol sie ist. Weiterlesen

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Andreas Maier: Der Ort

ort„Der Ort“ ist Teil vier einer Romanfolge, in denen der Autor sich wesentlicher autobiografischer Züge bedient.
Andreas Maier nimmt die LeserInnen mit zurück in die achtziger Jahre, in den Lebensabschnitt seiner Adoleszenz. Alles spielt sich in und um das ihm vertraute hessische Städtchen Friedberg ab, das stellvertretend für ein typisches deutsches Kleinstadtmilieu steht. Sofort taucht man ein in die authentisch ausgeprägte Erzählhaltung, die so viel Nähe und Vertrautheit ausstrahlt, dass längst Vergessenes aus der eigenen Vergangenheit plötzlich wieder in der Erinnerung präsent ist. Weiterlesen

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Julie Mebes: Der Himmel neben dem Louvre

mebesEin Buch für Paris-Fans und alle, die hinter Kulissen und Fassaden der Menschen dort blicken möchten und wissen wollen, wie tickt diese Stadt mit ihren Bewohnern.
Julie Mebes schreibt in 38 kurzen Kapiteln wie sie selbst diese Stadt erlebt. So erzählt sie mit einem Blick aus ihrem Fenster im 1. Arrondissement von ihren Nachbarn, lässt uns teilhaben an höchst amüsanten Gesprächen mit ihrer Concierge, oder wir begleiten sie durch kleine Straßen und über große Boulevards, erleben ein Dichterseminar, finden uns in einem Supermarkt, im Louvre unter deutschen Foto-Touristen, undund… Weiterlesen

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Elli H. Radinger: Minnesota Winter

elliEine Frau entscheidet sich, die Annehmlichkeiten der Zivilisation hinter sich zu lassen und fortan in der Abgeschiedenheit Minnesotas zu leben. Dort will sie der ursprünglichen Natur und den Wildtieren ganz nahe sein. Sie zieht zu Greg, der bereits vierzehn Jahre in der einsamen Wildnis verbracht hat, in dessen selbst gebaute Blockhütte nahe der kanadischen Grenze. In der Hütte gibt es weder Strom noch Wasser. Im Winter fallen die Temperaturen auf minus 30 bis minus vierzig Grad. Weiterlesen

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Tim Parks: Morris Duckworth 01: Der ehrgeizige Mr. Duckworth

parkDas wie einem Krimicomic der fünfziger Jahre entlehnt anmutende Buchcover täuscht. Tim Parks beweist mit dem Inhalt einmal mehr, dass er ein Garant für gute und spannende Unterhaltung ist.

Diesen ersten Teil der Krimitrilogie um Morris Duckworth hat Tim Parks 1982 verfasst, und so spielt die Handlung in einer Zeit, in der Kontaktpflege ganz altmodisch über Festnetztelefone oder Briefkontakte gehalten wird. Genau davon lebt der Plot und macht den Reiz dieses Krimis, der bis zur letzten Seite überzeugt, aus. Weiterlesen

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