Rita Klaus: Tatsächlich Transsilvanien

Die Familie Klaus besteht aus Vater, Mutter, drei Söhnen und einer Tochter. Sie wohnten in der Nähe der Zugspitze, wo sie regelmäßig von unzähligen Touristen umgeben waren. Wer in einem typischen Urlaubsgebiet wohnt, weiß, was es genau bedeutet, wenn jeder da sein möchte, wo es schön ist. Und weil Rita und Jürgen Klaus für ihre Arbeit nur einen Computer mit Internetzugang benötigen, entstand der Wunsch, mit ihren Kindern ein Jahr lang die Welt zu bereisen. Doch leider spielte das Schulsystem nicht mit. Auf die Bewilligung ihres Antrages würden sie vermutlich ewig warten müssen. Und dann kam der Hinweis, falls die Familie Klaus sich in Deutschland abmelden sollte, müsse sie sich auch nicht an die Schulpflicht halten.

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Daniel Schulz: Ich höre keine Sirenen mehr

Sehr persönliche Eindrücke aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine

Daniel Schulz ist ein mehrfach preisgekrönter Journalist der Zeitung taz. Er bereiste wiederholt die Ukraine, schon 2016 und 2018, als er unter anderem für die ukrainische Zeitung Kyiv Post arbeitete und schon damals vom Krieg im Donbass berichtete, als dieser hier noch kaum Aufmerksamkeit fand.

Nachdem im Februar 2022 der Angriffskrieg Russlands begann, reiste der Autor erneut in die Ukraine. Er traf alte und neue Bekannte, beobachtete Freiwillige bei ihrer Arbeit für die Soldaten und die Zivilbevölkerung. Er begleitete Transporte, die mit Medikamenten und Lebensmitteln in die von Russland besetzten Gebiete fuhren, er begab sich in die Orte, die von den Ukrainern zurückerobert worden waren und sah, was dort geschehen und was das mit den Menschen dort gemacht hatte.

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David Goggins: Can’t Hurt Me

Du weißt, über dieses Buch ist schon viel geschrieben worden. Gerade deshalb möchte ich angesichts der überschwänglichen Lesebegeisterung anderer meine kritische Perspektive hinzufügen.

Doch starten wir ganz am Anfang.

Schon nach wenigen Zeilen geschah etwas völlig Unerwartetes: Das Buch saugte mich förmlich ein, verschlang mich mit Haut und Haaren. Es verschmolz mit mir, wie ein Strudel, der sich meiner Seele einverleibte. Was für ein grandioser Schreibstil, der nicht nur cool ist, sondern auch emotional tief berührend.

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Madita Oeming: Porno: Eine unverschämte Analyse

Zum Einstieg sei ein gedankliches Experiment erlaubt: Ein Mensch kommt nach Hause und hat Lust auf ein bestimmtes Essen. Dieser Mensch geht in die Küche und nimmt sich Lieblingszutaten und -gewürze. Irgendwann ist das Essen zubereitet. Der Gaumen freut sich und recht schnell auch der knurrende Magen. Niemand würde in dieser privaten Situation eine Einmischung von fremden Menschen zulassen, die vorschreiben, was wann und wie auf den Teller kommt. Die Frage, warum diese Erlaubnis für den noch intimeren Bereich des Schlafzimmers im Hinblick auf die Akzeptanz von Tabus und Konventionen bereits gegeben worden ist, dürfte hoffentlich irritieren. Warum schenken wir anderen in unserem privaten, intimsten Bereich so viel Einfluss?

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Tijen Onaran: Be Your Own F*cking Hero

Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?

Wer Mut zeigt, eckt an. Mut zu haben, bedeutet auch für mich immer, die Person zu sein, die anders ist: der Alien im Raum.“ (S. 12)

Nachdem ich vor drei Jahren das erste Buch von Tijen „Nur wer sichtbar ist, findet auch statt“ gelesen hatte und keinen nennenswerten Mehrwert darin erkennen konnte, hat mich ihr neues Buch auf den ersten Blick dennoch sofort in seinen Bann gezogen.

Magisches Rot: die Trendfarbe für den Herbst 2023! Das musste ich haben!

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Uta Ruge: Die Kühe, mein Neffe und ich

Uta Ruge ist auf einem Milchviehbetrieb in Norddeutschland aufgewachsen. Schon in ihrem ersten Buch „Bauern, Land“ hat sie sich mit den Veränderungen in der Landwirtschaft auseinandergesetzt, das Erblühen und den Untergang der bäuerlichen Kultur analysiert. In ihrem neuesten Buch widmet sie sich besonders den Kühen. Schon im Neolithikum malt der Mensch Kühe an die Wände der Höhlen.

In den folgenden Epochen gelten sie nicht selten als heilig. Göttinnen sind in einigen vorzeitlichen Kulturen von Kuhgestalt, Stiere werden verehrt und es gibt Mensch-Kuh-Mischwesen. Das Zusammenleben und das Arbeiten mit Kühen in ihrer Kindheit und Jugend haben Frau Ruge sehr geprägt. Sie schaut ihrem Bruder und seiner Familie bei der täglichen Arbeit im Kuhstall heute über die Schulter, besucht einige Höfe, die eine unterschiedliche Rinderhaltung betreiben und macht sich ein Bild über die moderne Mensch-Kuhbeziehung. Jahrhundertelang war sie nämlich eine sehr innige.

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Simon Parkin: Die Insel der außergewöhnlichen Gefangenen

Peter Fleischmann verlor, so wurde es ihm erzählt, durch einen Autounfall seine ganze Familie. Er lernte deshalb schon sehr früh, dass nicht jeder Mensch die gleichen Lebensbedingungen und Chancen erfährt. Innerhalb der Woche wohnte er in einem Berliner Waisenhaus, und am Wochenende nahmen ihn häufig vermögende Freunde der Familie unter ihre Fittiche. Peter lernte ebenfalls, dass Juden in einem von Hitler geführten Land unerwünscht sind. Auf dem Weg zur Schule erfuhr er körperliche Angriffe, kurz danach durfte er nicht mehr zum Unterricht. Die Morde, Plünderungen und Brände in der Reichspogromnacht gingen auch an dem Waisenhaus nicht spurlos vorbei. Peter lernte Todesängste kennen.

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Anne Weiss: Der beste Platz zum Leben

Wohnen bedeutet nicht nur, seine Sachen für eine gewisse Zeit irgendwo unterzustellen und abends immer an die selbe Stelle zum Schlafen zu kommen. Wir alle wissen, wohnen ist enorm wichtig für unser psychisches Wohlbefinden, kann krank machen oder glücklich, definiert unseren sozialen Status, zeigt uns und anderen, wer wir sind. Es trifft uns ins Mark, wenn wir wohnungslos werden. Aber gerade davon sind aktuell viele Menschen bedroht, weil sie sich die steigenden Mieten nicht mehr leisten können.

Anne Weiss ist knapp fünfzig und zweiundzwanzig Mal umgezogen. Es gab unterschiedliche Gründe, warum sie ihr Zuhause so oft gewechselt hat. Am Beginn des Buches lebt sie in einer Substandardwohnung in Berlin, unendlich heiß im Sommer, eiskalt im Winter, mit einem Loch in der Decke, durch das es bei Regenwetter tropft. Auf der Suche nach dem idealen Lebensort für die Zukunft probiert sie unterschiedliche Wohnformen aus und schreibt darüber dieses Buch.

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Gabriele von Arnim: Der Trost der Schönheit

Gabriele von Arnim widmet sich in ihrem Buch dem Begriff „Schönheit“. So viel Schlimmes passiert in der Welt, so viel Schreckliches, Hässliches geht um. Man möchte, laut von Arnim, verzagen, verzweifeln, gäbe es nicht auch immer wieder Schönheit. Sie steckt oft in ganz banalen, alltäglichen Dingen. In unvergleichlich ästhetischen sprachlichen Bildern umkreist Gabriele von Arnim den Begriff von allen Seiten und bringt ihre Gedanken dazu zu Papier.

Sie beschäftigt sich mit Zitaten wie „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“, „Beauty is perhaps a dangerous possession“ (Agatha Christie) oder „Schönheit ist lebensnotwendig.“ (Semir Zeki) und stellt immer wieder fest, wie sehr wir den Trost der Schönheit brauchen. Frau von Arnim setzt sich mit dem Alter auseinander, mit Fühlen und Gefühllosigkeit, mit der Trias vom „Wahren, Guten und Schönen“, mit der Makellosigkeit zurechtgeschnitzter Frauengesichter, mit Angst, Kunst und Kultur und immer wieder betont sie die Bedeutung von Schönheit für unser emotionales Überleben als Mensch.

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Dan Diner u.a.: Roads not taken

Man möchte es sich nicht immer vorstellen – Katalog zu einer faszinierenden Ausstellung

Im Deutschen Historischen Museum in Berlin läuft noch bis Ende November des kommenden Jahres eine interessante – und manchmal vielleicht verstörende – Ausstellung.

Es werden Zäsuren aus der deutschen Geschichte aufgegriffen und durchgespielt, was gewesen wäre, wenn die Geschichte an diesem Punkt einen anderen Verlauf, die Ereignisse ein anderes Ende gefunden hätten. Sehr spannend, manchmal erschreckend, auf jeden Fall lehrreich.

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