Tine Nell: Genau hier bei dir: Northern Kiss 02

Wo war der Tiefgang dieser Liebesgeschichte? Sie war zwar schön, aber mit mehr Tiefe hätte ich sie noch lieber gelesen.

Liz lebt in Stockholm und liebt ihre Arbeit als Touristenführerin, zweimal im Jahr besucht sie ihre Tante Edda in einer Kleinstadt. Letztes Mal hat sie dort Cai geküsst und das, obwohl sie den eigentlich nicht mal wirklich leiden kann und dieses-mal muss sie ihren Aufenthalt unfreiwillig verlängern. So braucht sie einen Übergangs-Job und findet den ausgerechnet bei Cai im Elchpark, kann das gut gehen? Vor allem, da er sie so abweisend behandelt. Hat er nicht verkraftet, dass sie damals ging?

Dieses Buch ist der zweite Band der Northern Kiss Reihe (Band eins, „Genau jetzt bei dir“), man kann es aber auch unabhängig voneinander lesen. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Liv erzählt und somit kann man Cai nicht immer verstehen, seine Handlungen nicht immer nachvollziehen. Fand ich schade, denn besonders bei Büchern dieses Genre lese ich einfach gerne aus beiden Perspektiven, um eben beide Charaktere verstehen zu können und zu beiden einen Bezug aufzubauen. Dadurch erhalten sie eben auch viel mehr Tiefe und dies fehlte mir hier doch ziemlich.

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Katherine Blake: Not your Darling

Margaret ist zwanzig, als sie ihren Heimatort Morcambe in England verlässt, um in Amerika ihr Glück zu suchen. Geld hat sie nicht, aber Träume. Und eine Menge Chuzpe und Frechheit, gepaart mit gutem Aussehen und Witz. Das macht es ihr einigermaßen leicht, ihre Pläne zielstrebig zu verfolgen. Die Einreise in die USA erschleicht sie sich mit einem gestohlenen fremden Ausweis, die Aufenthaltsgenehmigung mit einer Ehe, die sich schon wenige Stunden nach der Trauung als der absolute Reinfall erweist. Ihr Ehemann, ein äußerst attraktiver Nachwuchsschauspieler, ist ein Mensch, der nur an sich selber denkt und keinerlei echtes Interesse an Zweisamkeit hat. Mit ihm macht sie üble Erfahrungen in der Gesellschaft. Hollywood 1950 ist keineswegs das Paradies, in dem einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen. Das muss Loretta, wie sich Margaret inzwischen nennt, bitter erfahren.

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Samantha Harvey: Umlaufbahnen

Philosophische Betrachtungen unseres Planeten, von ganz weit weg

Dass dieses Buch den Booker-Preis erhielt und sicher weitere Preise erhalten wird, verwundert nicht, denn es ist durchaus etwas Besonderes. Ein Raumschiff mit sechs Astronaut:innen umkreist die Erde und wir Leserinnen dürfen ihren dabei entstehenden Gedanken folgen.

Einmal um die Erde in 90 Minuten und das sechzehnmal binnen 24 Stunden – das ist die gesamte Handlung dieses Romans. Der eigentlich eher eine Art Essay ist, ein philosophischer Essay über die Erde und ihre Bewohner und was wir Menschen mit diesem uns geschenkten Planeten anstellen.

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Wolf Haas: Wackelkontakt

Der österreichische Schriftsteller Wolf Haas (Jahrgang 1960) hat 2023 ein wunderbares Buch mit dem Titel „Eigentum“ über seine Mutter geschrieben. Nun also sein nächster Streich: „Wackelkontakt“ ist am 9. Januar 2025 im Carl Hanser Verlag erschienen.

Escher, Puzzles und die Mafia

Auf 240 Seiten in 2 Kapiteln („Off“ und „On“) erzählt Wolf Haas eine furiose Geschichte, die an die Zeichnungen und Grafiken des Niederländers M. C. Escher erinnert. So heißt denn auch Haas’ Hauptfigur Franz Escher, der an seinem 19. Geburtstag ein 1000-teiliges Puzzle der „Drawing Hands“ seines Namensvetters geschenkt bekam. Puzzles und Bücher über die Mafia sind seitdem Eschers Leidenschaften.

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Ismail Kadare: Der Anruf

Ismail Kadares Roman „Der Anruf“ behandelt ein Ereignis der stalinistischen Ära, das 1934 in Moskau stattfand: ein kurzes, legendäres Telefongespräch zwischen dem Dichter Boris Pasternak („Doktor Schiwago“) und dem Diktator Josef Stalin. In diesem Gespräch soll Stalin gefragt haben, was Pasternak von seinem Kollegen Ossip Mandelstam halte. Pasternak soll geantwortet haben, dass beide Schriftsteller unterschiedliche politische Ansichten haben. Mandelstam starb einige Zeit später entkräftet und halb verhungert in einem Arbeitslager nahe Wladiwostok. Pasternak quälte sich später mit der Frage, ob er seinen Kollegen hätte retten können. Ismail Kadare (1936-2024) nutzt diese historische Begebenheit, um Überlegungen zum Verhältnis von Macht und Kunst anzustellen.

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Leonie Lastella: Lake Of Lies 02: Found

Rivers innigster Wunsch war es immer, seine Kindheit und die damit verbundenen schmerzhaften Erinnerungen hinter sich zu lassen. Fast scheint es, als würde ihm das gelingen – am Lake Tahoe fühlt er sich endlich frei und glücklich. Bis er plötzlich vor den Trümmern seines Traums steht. Denn der kriminelle Clan, aus dessen System er sich mühsam herausgekämpft hat, bedroht nun alle, die er liebt. Auch June. Das Mädchen, das er einst in der Hölle seiner Kindheit zurücklassen musste und das keine Ahnung hat, wer er wirklich ist. Oder wie gefährlich es ist, ihm nahezukommen.

Das Buch startet sogleich dramatisch, hatte dieselbe Problematik erzählt wie Band eins. Der Kampf gegen das kriminelle Netzwerk seiner ehemaligen Pflegefamilie beschäftigt River und lässt ihm kaum Ruhe – genau das erschafft der Geschichte immer wieder Action und vor allem viel Spannung, wenn sie auch manchmal zu viel aufgeputscht wurde. Es gab auch den ein oder anderen emotionalen Punkt und die Autorin hat einen gefühlvollen Schreibstil wodurch man gut durch das Buch kam.

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Marina Neumeier: Framed Feelings

Lilli Herzog atmet Kunst, bis sie einen fatalen Fehler macht und damit nicht nur ihrem Ruf schadet, sondern auch dem Auktionshaus ihrer Familie. Als ihr daraufhin der junge Galerist und auserkorener Erzfeind Vincent Saint Clair eine Chance auf Wiedergutmachung bietet, ist Lilli alles andere als begeistert, doch es klingt zu verlockend und so geht sie auf das Angebot des Teufels ein. Gemeinsam begeben sie sich nun auf die Suche nach einer verschollenen Bildhauerin und kommen nicht nur ihrem Ziel immer näher …

Leider muss ich sagen, dass mir der Schreibstil von Marina Neumeier nicht wirklich gefallen hatte, ich wurde nie warm mit ihm und das, obwohl er eigentlich nicht schlecht ist. Sprachlich fühlt sich das Buch so an, als sei jemand gerade von einem längeren England-Urlaub zurückgekommen und hat das richtige Deutsch sprechen verlernt, was zu einem merkwürdigen Sprachgebrauch der Charaktere führte und mich zunehmend nervte. Ansonsten kommt man aber gut durchs Buch und wird durch die abwechselnden Perspektiven gut mit genommen.

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Anna Burns: Größtenteils heldenhaft

Wahnsinnig witzig – eine leicht dysfunktionale Beziehung zwischen Held und Femme Fatale

Während die Leserschaft in Deutschland die Man Booker-Prize-Trägerin Anna Burns hauptsächlich durch ihre Romane vor dem Hintergrund des Nordirlandkonflikts kennt, zeigt dieses Buch eine ganz neue Seite der Autorin. Mit genialen Wordings und grotesken Einfällen dekonstruiert sie genussvoll das Heldenuniversum! So ist dieses nur 126 schlanke Büchlein weit mehr als ein Comicwerk ohne Bilder. Es ist ein rasanter Pageturner der guten Laune.

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Claire Renaud: Die Liebenden am Canal Saint-Martin

In einem kleinen Restaurant am Canal Saint-Martin in Paris steht der Bretone Cyril hinter dem Tresen, die Kellnerin Marion flitzt zwischen den Tischen hin und her und in der Küche sorgt Ali für vorzügliche Gerichte. Der Leser ist an einem Abend mit im Lokal anwesend. An fast allen Tischen haben zwei Personen Platz genommen. Man bekommt einen Einblick in ihr Leben, ihre Sorgen, ihre Wünsche und Sehnsüchte. Da ist zum Beispiel Monsieur Fontaine, der ganz alleine an einem Tisch sitzt. Er hat mit seiner Frau einen kleinen Laden betrieben. Sie ist vor kurzem gestorben, aber Monsieur Fontaine geht trotzdem in ihr Lieblingsrestaurant und isst zwei Portionen Entrecote.

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Christina Lauren: The True Love Experiment

Fizzy dachte, sie wüsste alles über die Liebe, doch dann erkennt die gefeierte Romance-Autorin: Sie hat das, worüber sie schreibt, selbst nie erlebt. Lust? Ja, klar. Aber Liebe? Und auf einmal fühlt sich ihr ganzes Leben wie eine Lüge an.

Connor Prince liebt seine Arbeit. Als der britische Dokumentarfilmer jedoch eine Reality-TV-Show produzieren soll, ist er zunächst skeptisch. Erst als er auf Fizzy trifft, hat er eine geniale Idee: eine Dating-Show, in der sich die Königin der Romance selbst verliebt – vor laufender Kamera.
Fizzy lehnt ab – es sei denn, in der die Show läuft es nach ihren Bedingungen. Connor willigt ein und die Produktion von »The True Love Experiment« kann somit beginnen. Doch schon bald fliegen zwischen der Idealistin Fizzy und dem Realisten Connor hinter der Kamera die Fetzen – und die Funken. Wird Fizzy am Ende ihr Love-Match finden oder erkennen, dass die wahre Liebe mehr als nur ein Experiment ist?

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