Mit Rock kennt Bela B sich aus. Mit „Fun“, und was man in Rockstar-Kreisen darunter versteht, anscheinend auch. Fun bedeutet After-Show-Sex mit willigen jungen Frauen, Drogen und Alkohol. Darum geht es in seinem Buch. Die Rockband „nbl/nbl“ holt vom Security-Chef handverlesene weibliche Fansbackstage und nimmt sie gegebenenfalls auch mit ins Hotel. Nach einem Konzert in Köln laufen die Dinge aber nicht wie üblich. Die Bandmitglieder Krass und Hüsker überreden ein Mädchen zu Sex zu dritt, was ziemlich brutal und wenig schön endet und eine Anzeige nach sich zieht.
WeiterlesenBelletristik
Selina Mae: Lessons in Faking: Hall Beck University
Das Buch ist mir durch seine wunderbare Gestaltung aufgefallen und auch der Klappentext klang passabel, doch leider hat es mich dann doch nicht so begeistert zurückgelassen wie erhofft.
AthaliaPressly wünscht sich ihrem Zwillingsbruder Henry wieder nahe zu sein, denn seit dem Tod ihrer Eltern haben sie sich immer mehr voneinander entfernt. Als Henry erfährt, dass Athalias neuer Statistiktutor ausgerechnet sein Erzfeind im Fußballteam ist, bekommt seine Schwester von ihm plötzlich wieder die geballte Aufmerksamkeit und dies führt zu einer brillanten Idee von ihr: Sie möchte ein Fake-Date mit ihm haben, doch wird es dabei bleiben?
WeiterlesenThea Hong: Seoulicious
Hamburg oder Seoul. Soul oder Hamburg. Mit beiden Städten ist Suki verbunden, aber wo ihr Platz im Leben ist, ist sie sich nicht ganz sicher. Außer dass sie sich in der Hansestadt wegen des oftmals gräulichen Wetters und dem Gefühl sich anpassen zu müssen, nur bedingt wohlfühlt. Die Schilderungen dieser Situation und insbesondere Sukis Innenleben wirkten realistisch und haben mich anfangs auch etwas schockiert. Jedoch regte mich diese Tatsache zum Nachdenken darüber an, wie schwierig es sein kann, wenn man in zwei Ländern zu Hause ist oder wie oberflächlich wir gegenüber anderen Personen manchmal sind.
WeiterlesenAnna Lane: Love, Decoded
Als Software-Entwicklerin bei einer Dating-App glaubt Emmy eigentlich fest an ein Happy End, auch wenn ihr eigenes Liebesleben gerade stillsteht. Stattdessen liefert sie Frauen mit ihrem geheimen BrokenHeartsGhosting Service eine Antwort darauf, wieso sie nie wieder etwas von ihren Dates hören – und zeigt den Männern, dass ihr Verhalten Konsequenzen hat. So soll sie auch Leon zur Rede stellen, der ihre beste Freundin nach einem Treffen geghostet hat. Leon ist abweisend, reserviert … und unverschämt attraktiv. Und zu allem Überfluss entpuppt er sich als Emmys neuer Kollege und Bruder ihres Chefs. Ausgerechnet Emmy soll ihn einarbeiten und mit ihm das Start-up retten, wodurch sie ihm immer näherkommt. Aber in einen unromantischen Typen wie ihn könnte sie sich nie verlieben – oder?
WeiterlesenJudith Lennox: Die andere Tochter
Olivia ist grade mal 19, als sie die vornehme und reiche Familie Ruthwell kennenlernt. Für eine Saison arbeitet sie als Schneiderin bei der Freundin ihrer Mutter in einem Atelier in London und wird beauftragt, ein neues Kleid an die Dame des Hauses, Grace, auszuliefern. Grace behandelt Olivia vom ersten Moment an wie eine Vertraute oder junge Freundin, ihre Familie jedoch lehnt sie ab. Vor allem Grace‘ Tochter lässt sie spüren, dass sie „nur eine Angestellte“ ist. Die Vertrautheit mit Grace bringt Olivia dann allerdings auch in Schwierigkeiten. Von einem Moment zum anderen wird Olivia Hausverbot erteilt, Gründe werden nicht genannt. Auch ihre Arbeit muss sie unvermittelt aufgeben.
WeiterlesenHelene Bracht: Das Lieben danach
Dieses Buchcover ist ein Eyecatcher und könnte nicht besser zum Inhalt passen. Die üppig gefüllten Blütendolden muten überquellend und prall an; gleichzeitig wirken sie durch die zarte Farbstimmung besonders verletzlich.
Der Text erzählt von Missbrauch, Vertrauensbruch, kindlichem Seelenchaos, den Grenzen und den Folgen.
Die Autorin erinnert sich in ihrem siebzigsten Lebensalter an verschüttete Erfahrungen aus ihrer Kindheit. Als praktizierende Psychologin kann sie das, was ihr in der Vergangenheit widerfahren ist, nun nicht nur durch den großen Abstand zu den Vorfällen, sondern vor allem mit ihrem professionellen Verständnis bewerten.
Im Urlaubshotel auf den Kanaren arbeitet sie am Text zu diesem Buch und gesteht freimütig, dass sie sich längst mit ihrem Alleinsein arrangiert hat. Auch, dass ihre Attraktivität jetzt im etwas betagteren Alter mehr und mehr dahinschwindet, empfindet sie keineswegs als Manko. Nein, mittlerweile betrachtet sie es eher als Freiheit, anderen nicht mehr gefallen zu wollen/müssen. Aus dieser Position kann sie sich der Geschichte, die sie erzählen will, ohne Vorbehalte annähern.
WeiterlesenSophie Lark: Kingmakers – Jahr 2
Willkommen zurück in Kingmakers – einer altehrwürdigen Ausbildungsstätte, die aufgrund ihres düsteren Erscheinungsbildes perfekt mit ihren Bewohner*innen harmoniert. Bei diesen handelt es sich um die Sprösslinge unterschiedlicher Familien von Mafiaclans, die wir als Leser*innen im ersten Band kennenlernen durften. Im zweiten Jahr begegnen wir nicht nur bekannten Gesichtern, sondern erhalten tiefere Einblicke in Zoe Romeros Innenleben. Zoe verspürt nicht als Abscheu in ihrer aktuellen Situation, da sie Rocco versprochen ist.
Per Ehevertrag und ohne Aussicht auf Auflösung. Doch Zoe hat die Rechnung ohne Miles Griffin gemacht. Dieser besticht durch seine Zielstrebigkeit und echten Gefühle. Miles ist fest entschlossen, der Retter für Zoe zu sein. Niemand, so ist er sich sicher, wird ihn daran hindern können. Die Geschichte rund um Zoe, Miles und Rocco hat mich schnell einnehmen können. Insbesondere Miles hat sich schnell als mein liebster Charakter herauskristallisiert, da es der Autorin aus meiner Perspektive gelungen ist, seine Emotionen besonders realistisch darzustellen. Zoes andere Rolle, nämlich die der älteren Schwester von Cat, hat Sophie Lark ebenfalls sehr echt wirken lassen.
WeiterlesenSarah Stankewitz: No matter what
Stellas Vater ist vor Jahren bei einem Brand ums Leben gekommen, er konnte sie retten aber sich nicht. Seitdem trägt die junge Frau Narben mit sich herum – körperliche sowie auch seelische. Als ihre Pflegemutter stirbt, kehrt sie in ihre Heimatstadt zurück und darf bei ihrem Bruder in der WG bleiben. Dort trifft sie auf den Mitbewohner Austin und weiß sofort: Ihn hat sie schon mal gesehen, denn er ist der Junge, dem sie vor ein paar Jahren das Leben gerettet hat und sie ihn seitdem nicht mehr vergessen hat. Er hat sich allerdings zu einem egoistischen Playboy entwickelt, doch hinter der Fassade steckt ein anderer Mensch, der auch einfühlsam und liebevoll sein kann, wie Stelle bald feststellen wird …
WeiterlesenStig Dagerman: Trost
„Ich selbst jage Trost wie ein Jäger Wild. Wo immer ich ihn in den Wäldern auftauchen sehe, schieße ich.“ (E-Book S. 10).
Stig Dagerman wurde 1923 nördlich von Uppsala/Schweden geboren. Er beging 1954 im Alter von 31 Jahren Suizid. Sein kurzes Leben war von schweren Depressionen und existenziellen Krisen beeinflusst.
Exzessive Schreibphasen wechselten mit Schreibblockaden. Sein Schreiben war von privaten Erschütterungen und seinen Nachkriegseindrücken als Reporter geprägt. Während seines kometenhaften Aufstiegs wurde er als Europas literarischer Hoffnungsträger gehandelt. Stig Dagermans Literatur ist vielfältig. Außer Büchern verfasste er Reportagen, Theaterstücke und eine Vielzahl an Essays und journalistischen Texten.
WeiterlesenAnika Decker: Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
Altersunterschied in der Liebe, metoo am Arbeitsplatz, Mobbing in der Frauengruppe
All diese Themen möchte dieser Roman abdecken, den Anika Decker in gewohnt witzig-unterhaltsamer Weise verfasst hat. Dennoch hat mich das neue Buch von ihr nicht so abgeholt wie der wirklich sehr berührende und doch humorvolle Roman „Wir von der anderen Seite“, den sie 2019 veröffentlichte.
Diesmal geht es um Nina, die kurz vor ihrem 50. Geburtstag steht. Sie ist geschieden, ihr Mann hat eine neue Frau und mit dieser gerade Zwillinge bekommen, während ihre eigenen Kinder längst erwachsen sind. Es geht auch um Lena, Ninas jüngere Schwester, die stets dazugehören will und sich doch ausgeschlossen, die sich immer minderwertig fühlt. Lenas Ehemann Flori wiederum arbeitet für dieselbe Firma, zu der auch Ninas Arbeitgeber gehört, eine Produktionsfirma.
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