Anne Labus: Das alte Kapitänshaus

Angenehmes Klima, malerische Kulisse, leckeres Essen – Sonne, Strand und Meer, was will man eigentlich mehr? Die Kanalinseln sind ja schon ein lockendes Ziel. Kein Wunder, dass sie sich als wunderbare Kulisse für diesen leichten, warmherzigen und unterhaltsamen Roman anbieten. Das Lokalkolorit und die Liebe zu Jersey und Guernsey kommen jedenfalls nicht zu kurz und bieten einen schönen Rahmen für die Geschichte um die drei Schwestern Lilly, Rose und Jasmin, die sich nach dem überraschenden Tod ihrer Mutter vor die Frage gestellt sehen, was mit dem „Alten Kapitänshaus“ geschehen soll. Ihre Mutter hat es viele Jahre mit viel Liebe als kleine private Ferienpension geführt, einen treuen Kundenstamm aufgebaut und sich mit ihrer freundlichen, zugewandten Art einen Namen gemacht.

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Taffy Brodesser-Akner: Die Fletchers von Long Islang

Sie sind wer, die Fletchers von Long Island. Schon seit Carls Vater die Judenverfolgung der Nazis gerade so überlebte und mit nichts weiter als einer chemischen Formel und einer Idee nach Amerika kam. Seine Fabrik für Styropor-Verpackungen kam genau zur richtigen Zeit und bereits Carl war reich, als sein Vater starb, während er selbst gerade auf der Uni war. 1980 wird Carl gekidnappt und erst gegen ein großes Lösegeld wieder freigelassen. Die beiden Täter werden gefasst und sterben nach wenigen Jahren im Gefängnis. Problem gelöst, so scheint es.

Das ist der Ausgangspunkt dieser großartigen Erzählung um die jüdisch-amerikanische Familie Fletcher und ihre ganz eigene Geschichte. Taffy Brodesser-Akner hat sehr lange Kapitel gewählt und jedes davon widmet sich mehr oder weniger einem Familienmitglied. Da sind Carls drei Kinder Nathan, Beamer und Jenny, die beiden Jungen noch Kleinkinder bei der Entführung, das Mädchen gerade erst gezeugt. Und trotzdem überschattet das Ereignis ihr Leben und obwohl sie unter besten Bedingungen aufwachen – oder gerade deswegen – hat jeder von ihnen seine eigenen Dämonen zu bekämpfen.

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Chloe Walsh: Redeeming 6: Boys Of Tommen 04

Joeys Leben gerät immer mehr aus den Fugen, er rutscht immer weiter ab und doch möchte er der einzigen Person, der er je vertraut hat, beweisen, dass er alles kann. Er kämpft darum, sie aus einer Welt fernzuhalten, die ein Leben zerstören kann, doch die Chancen dazu stehen schlecht. Aoife ist allerdings nicht bereit, den Jungen, den sie so sehr liebt, einfach aufzugeben. Also ist sie fest entschlossen, ihn vor der Selbstzerstörung zu bewahren und ihn herauszuziehen. Sie will ihn niemals aufgeben, egal wie viel gegen ihn auch sprechen mag.

Endlich habe ich mich an das dicke Buch ran getraut und ich kam so gut durch die Geschichte. Fassungslos halte ich den dicken Wälzer nun in meinen Händen, denn das Buch hat mich umgehauen. Man soll auf jeden Fall die Trigger-Warnung und die Altersempfehlung beachten, wenn man die Geschichte lesen möchte, denn zartbesaitete sollten es nicht lesen. Es werden nämlich Themen behandelt, die teils recht krass sind. Im Gegensatz zu Band drei konnte es mich dieses Mal auch wieder emotional abholen und ich habe so sehr mitgelitten. Es hat mich berührt und nachdenklich gemacht. Kaum zu glauben, was die Charaktere alles mitgemacht haben.

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Angie Kim: Happiness Falls

Anstrengende, aber auch sehr spannende Story um einen verschwundenen Vater

Dieser Wälzer mit mehr als 500 Seiten erzählt von einer Familie voller Probleme, die im Grunde vor allem auf der Suche nach Glück ist. Sprachlose Hauptperson ist der 14-jährige Eugene. Er leidet an diversen Beeinträchtigungen, wie einer Abart des Autismus sowie der Unfähigkeit zu sprechen. Seine älteren Geschwister sind die 20-jährigen Zwillinge Mia und John.

John arbeitet in der Betreuungseinrichtung, die auch Eugene normalerweise täglich besucht. Mia studiert, ist aber gerade wieder zu Hause eingezogen, denn die Geschichte spielt während der Covid-Pandemie.

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Jennifer Hartmann: A Pessimist’s Guide to Love

Nachdem er Lucy beinahe für immer verloren hätte, reißen die Wunden vergangener Erinnerungen in Cal endgültig auf. Gefangen in einem Strudel aus Selbsthass und dem Glauben, schuld an der Verfassung seiner ehemals besten Freundin zu sein, flüchtet Cal sich in die betäubende Stille des Alkohols. Einzig dieser kann ihm helfen, die Vorwürfe und Ängste für eine Weile zum Verstummen zu bringen. Währenddessen versucht Lucy, wieder zurück ins Leben zu finden und sehnt sich nach ihrem besten Freund. Denn obwohl sie weiß, dass Cals Finsternis sie mit sich reißen könnte, ist sie bereit, mit all ihrer Helligkeit für sie beide zu kämpfen.

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Daan Heerma von Voss: Heute kein Abschied

Daan Heerma van Voss’ Roman Heute kein Abschied ist eine Familienchronik, die sich um das plötzliche Ableben des Vaters Oskar van Bohemen dreht. Die Geschichte begleitet seine erwachsenen Kinder Tessel, Moor und Cat sowie seine Ex-Frau Elise in den Tagen nach seinem Tod. Was folgt, ist eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Erinnerungen, Geheimnissen und den unausgesprochenen Bindungen, die Familien zusammenhält.

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Jan Snela: Ja, Schnecke, ja

Sie können sich nicht zwischen Lyrik und Belletristik entscheiden? Sie haben eine Schwäche für Japan und Haikus? Tiere und Wissenschaft finden Sie spannend? Bei einer Lektüre bevorzugen Sie Tiefgang statt Aktion? Dann ist dieser außergewöhnliche Roman genau das Richtige für Sie. Als Schnittstelle zwischen den Genres, beschreibt das Buch ein junges Paar, Tausende von Kilometern voneinander getrennt. Jeder für sich auf seine Weise damit beschäftigt, den eigenen Platz im Leben zu finden.

Amanda und Hannes zusammen – oder auch  nicht. Die junge Biologin ist nach Japan gezogen, um dort an der Frauenuniversität von Nara über eine außergewöhnliche Schneckenart zu forschen. Diese praktiziert eine äußerst extreme Art der „Selbstentleibung“. Während Salamander bei Gefahr beispielsweise nur ihren Schwanz abwerfen, köpft sich die Schnecke praktisch selbst. Der Kopf kriecht unbeirrt weiter, nach und nach bildet sich daran wieder ein vollständiger Körper.

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Martin Suter: Wut und Liebe

»Wut«, das ist Betty Hasler, 65, die den Mann, den sie für den Tod ihres Gatten verantwortlich macht, ins Jenseits befördert sehen möchte. »Liebe«, das ist Noah Bach, Anfang 30, ein brotloser Künstler, der verzweifelt seine Freundin Camilla zurückgewinnen will.

Es beginnt ziemlich hässlich: Camilla erklärt Noah nach dem Sex: »Ich liebe dich, aber nicht das Leben mit dir.« Statt ihm sein Künstlerleben zu finanzieren, werde sie ihn verlassen, um sich einen Mann zu suchen, der ihr ein finanziell sorgenfreies Leben bieten kann – solange sie noch attraktiv ist. Nicht gerade eine Person, mit der LeserInnen spontan Freundschaft schließen, aber nicht unrealistisch in einer Welt, in der der Werbeslogan einer Bank postuliert: »Am Ende zähl ich.«

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Lou Bihl: Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben

Lou Bihl ist selbst Ärztin und hat sich lange intensiv der Betreuung von Krebspatienten gewidmet. Sie weiß also, wovon sie schreibt, wie auch schon in ihren bisherigen Romanen, besonders „Ypsilons Rache“, wo auch das Thema Krebserkrankung eine zentrale Rolle spielte. „Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben“ ist für mich der bisher intensivste Roman der Autorin. Emotional, berührend, dennoch sachlich und klar, fundiert, konsequent und kompetent in der Argumentation. Klar und definiert in der Sprache, niemals oberflächlich oder respektlos.

„Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben“, sagt Antonia, Marlenes Zwillingsschwester, in einem Gespräch mit Marlene über ihren Entschluss, sich dem Schweizer Sterbehilfeverein Dignitas anzuschließen, um selbst bestimmen zu können, wann sie ihrem Leben ein Ende setzen möchte. Antonia leidet an einer unheilbaren Nervenkrankheit und möchte die Kontrolle über ihr Leben behalten können, solange es geht. Für Marlene ist die Vorstellung, Antonia in die Schweiz zum Sterben zu begleiten, unendlich grausam, auch wenn sie Tonis Entscheidung nachvollziehen kann.

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Ayla Dade: A thousand flames below

***Spoiler Alert: Der nachfolgende Inhaltstext enthält Hinweise auf das Ende von »A Million Stars Above«*** Die beiden Bücher lassen sich aber eh nicht unabhängig voneinander lesen.

Sie war der Star der Show, doch jetzt ist sie nichts mehr. Nach ihrem Sturz bei der großen Show des Sky Circus in Las Vegas kann die Artistin Heaven sich nicht an die letzten Monate erinnern. Enttäuscht stellt sie fest, dass sie sich weder auf ihr Gedächtnis verlassen kann – noch auf ihren Körper. Weil sie erst wieder lernen muss, am Trapez durch das Zirkuszelt zu fliegen, übt sie mit den Anfängern, bis der attraktive Kraftakrobat Hell ihr unerwartet seine Hilfe anbietet. Auch wenn sein Blick stets hart und sein Training unerbittlich ist, merkt Heaven, dass sie als Akrobatik-Duo perfekt harmonieren. Und dass sie in seinen starken Armen in Versuchung gerät, der knisternden Spannung zwischen ihnen nachzugeben. Doch je mehr sich ihr Körper an die sinnlichen Bewegungen erinnert, desto mehr zieht Hell sich plötzlich zurück – fast so, als fürchte er, dass sie sich auch an andere Dinge erinnert …

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