Justine Pust: Was die Nacht nie vergisst

Mona ist eine der Auserwählten für die zweite Staffel der Reality-TV-Show Celebrity Cache. Zusammen mit fünf anderen wird sie in Finnland an einer GPS-Schnitzeljagd teilnehmen, deren gut versteckte Hinweise und Challenges zu 100.000 Euro führen. Aber weder das Geld noch der Ruhm treiben Mona an. Sie will herausfinden, was sich hinter der Kulisse der Reality-Show abspielt, denn ihre Freundin Fine nahm an der ersten Staffel teil und ist seitdem nicht mehr dieselbe. Um die dunklen Machenschaften aufzudecken, ist Mona (fast) jedes Mittel recht. Nur mit Samu rechnet sie nicht, als sie einen Tag vor Drehbeginn nach Helsinki fliegt. Aus einem harmlosen Flirt wird eine heiße Nacht. Dann stellt sich heraus, dass auch Samu an der Show teilnimmt – und um jeden Preis gewinnen will. Wie Mona scheint er eine eigene Mission zu verfolgen …

Das Buch thematisiert Gewalt gegen Frauen und zeigt, wie diese Gewalt meist verheimlicht oder verdrängt wird. Deshalb fand ich es besonders wichtig, dass dieses Buch das Thema aufgreift und zeigt, dass diese Gewalt nicht nur körperlich, sondern auch psychisch einiges mit sich bringt. Betroffene tragen es lange mit sich herum, manche schweigen sogar ihr Leben lang.

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Liz Moore: Der andere Arthur

Figurengetragener Roman um zwei ganz unterschiedliche Männer – interessant, aber auch mit Längen

Wie so oft veröffentlicht ein Verlag nach dem großen Erfolg eines Autors, einer Autorin eines ihrer weiteren Werke; wie so oft handelt es sich dabei um einen früher verfassten Roman. Was man durchaus an Stil, Struktur und Plot merken kann.

Damit soll nicht gesagt werden, dass mir der neu erschienene Roman von Liz Moore weniger gefiel als ihr Erfolg „Der Gott des Waldes“. Dieses Buch ist so ganz anders, im Aufbau wie auch im Hinblick auf Handlung und Figuren, dass man die beiden Romane im Grunde nicht vergleichen kann.

Der titelgebende Arthur ist ehemaliger Literaturprofessor, der seit vielen Jahren völlig zurückgezogen lebt, nie vor die Tür geht und keinerlei Kontakte zur Welt hat, abgesehen von den Lieferdiensten, die ihm die bestellten Lebensmittel bringen. Und davon braucht er reichlich, denn Arthur isst nicht, er frisst. Was sich in seinem Gewicht und Umfang niederschlägt, sodass ihn seine Beine kaum noch tragen, er sich nur noch im Erdgeschoss seines Hauses aufhalten kann – und sich für sein Aussehen in Grund und Boden schämt, weswegen er eben jeglichen Kontakt vermeidet.

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Leïla Slimani: Trag das Feuer weiter

Leïla Slimani (Jahrgang 1981) ist eine marokkanisch-französische Schriftstellerin, die mehrere Bestseller geschrieben hat und für ihren Roman „Dann schlaf auch du“ aus dem Jahr 2017 (deutsche Erstausgabe) den Prix Goncourt erhalten hat. Zuletzt schrieb sie an einer Romantrilogie, deren ersten beiden Bände („Das Land der Anderen“, 2021 und „Schaut, wie wir tanzen“, 2022) hier besprochen wurden und die auf ihrer Familiengeschichte basiert.

Am 14. Januar 2026 erschien Band 3 und damit der Abschluss der Trilogie unter dem Titel „Trag das Feuer weiter“ im Luchterhand Literaturverlag in einer Übersetzung von Amelie Thoma.

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Daniel Speck: Villa Rivolta

Daniel Speck verknüpft in „Villa Rivolta“ das Schicksal einer Familie mit den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen im Italien der Nachkriegszeit.

Herausgekommen ist ein opulenter Familienroman über Liebe und Loyalität – spannend, gefühlvoll, gelegentlich etwas zu üppig.

Im Mittelpunkt stehen Piero Rivolta, Sohn eines wohlhabenden Mailänder Auto-Unternehmers, und Valeria, die Tochter des Hausmädchens in derselben Villa. Als Kinder sind sie eng befreundet, doch ihre Wege trennen sich. Piero wird früh zum Erben des Familienunternehmens gedrängt, Valeria verliebt sich in den politisch engagierten Arbeitersohn Flavio. Klassenunterschiede, politische Fronten und alte Loyalitäten geraten unweigerlich aneinander.

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Zara Reed: Game of Greed

Im Leben bekommt man nichts geschenkt. Das weiß Jayna besser als jede andere. Um ihr teures Pharmakologiestudium und die Krebsbehandlung ihrer Mutter zu finanzieren, spielt sie das Sugar Babe für den Eigentümer und CEO des Großkonzerns Addington Pharmaceuticals. Das wird ihr allerdings zum Verhängnis, als sie ausgerechnet mit dessen Sohn Xavier eine Affäre anfängt – und schließlich sogar ein tödliches Geheimnis enthüllt …

Wow, was habe ich hier bitte gelesen?

Am Anfang dachte ich noch, es sei eine recht harmlose Geschichte. Aber plötzlich änderte sich alles. Es geht hier viel um Unterdrückung, familiäre Probleme und Gewalt, man sollte also auf die Triggerwarnung in dem Buch achten.

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Justinus Kerner: Das Mädchen von Orlach (1834)

Der Arzt und Dichter Justinus Kerner lebte von 1786 bis 1862. Eine editorische Notiz gleich zu Anfang des Textes erläutert, dass dieses Buch Kerners Schriftstück „Geschichten Besessener neuerer Zeit“ folgt. Justinus Kerner beschäftigte sich damals auch mit Spiritismus im zeitgenössischen Kontext.

Die Geschichte um das Bauernmädchen Magdalene hat Justinus Kerner nach einer wahren Begebenheit, die sich in der Zeit zwischen 1831 und 1833 zugetragen hat, verfasst.

Zum Inhalt

Die junge Magdalene Gronbach lebte in einem kleinen Ort in Württemberg. Das Mädchen verfiel in jugendlichen Jahren immer wieder in beunruhigende, unerklärliche Trancezustände, in denen sie Geistererscheinungen hatte. Dieses Leiden wurde mit der Zeit immer heftiger. Magdalenes Eltern konsultierten Ärzte und Pfarrer, die ihrem Kind helfen sollten.

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Kathy Biggs:  Wie Schiffe auf stürmischer See

Tränenreicher und kitschiger, aber spannender Schmöker um eine traumatisierte Tränenreicher und kitschiger, aber spannender Schmöker um eine traumatisierte Familie

Auch wenn in diesem Roman strömeweise die Tränen fließen, auch wenn mir die Protagonistin irgendwann ziemlich auf die Nerven geht wegen ihrer weinerlichen, panischen Art, so habe ich dieses Buch dennoch verschlungen. Denn es ist ein rechter Schmöker, der ziemlich geschickt Spannung aufbaut.

Grace lebt mit ihrem Vater, der immer mehr in der Demenz versinkt, auf der heruntergekommenen Farm der Familie. Sie arbeitet zeitweise in einem Anwaltsbüro, kümmert sich jedoch hauptsächlich um den Vater, der fast rund um die Uhr betreut werden muss. Ihre Mutter ist vor einigen Jahren gestorben, und ihr Bruder starb beim Untergang seines Schiffes. So zumindest bisher der Glaube von Grace und ihrem Vater.

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R.C. Sherriff: Vor uns die Zeit

R.C. Sherriffs Klassiker „Vor uns die Zeit“ aus dem Jahr 1936 (Original: „Greengates“) ist ein stilles, sehr genau beobachtetes Buch über den Schock des Ruhestands, die Furcht vor dem Bedeutungsverlust – und die unerwartete zweite Chance in einem Neubaugebiet auf dem Land. Hinter der unscheinbaren Geschichte eines Londoner Durchschnittsehepaars verbirgt sich ein erstaunlich modernes Buch über Neubeginn, Wohnträume und soziale Zugehörigkeit im Älterwerden.​

Inhalt

Im Zentrum steht Tom Baldwin, der nach rund vier Jahrzehnten als Angestellter einer Londoner Versicherung in den Ruhestand geht und sich ausmalt, wie nun endlich die „eigene Zeit“ beginnt. Die Realität sieht anders aus: Lange Nachmittage, Langeweile, kleinliche Reibereien mit seiner Frau Edith – das vertraute Heim wird zum Schauplatz einer Sinnkrise, die sich bedrohlicher anfühlt, als Tom erwartet hatte.​

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Julia Wolf: Du, hier – Stories

Julia Wolf (Jahrgang 1980) ist Autorin und Übersetzerin z.B. für die Kurzgeschichten „Stories 2“ und den Roman „In der Gnade“ von Joy Williams oder den Roman „Umlaufbahnen“ von Booker-Prize-Trägerin Samantha Harvey, die wir auch hier besprochen haben. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Heute erscheinen ihre „Stories“ unter dem Titel „Du, hier“ bei dtv.

In „Du, hier“ erzählt Julia Wolf Geschichten von Frauen

Julia Wolf hat elf Kurzgeschichten geschrieben, deren Hauptfiguren überwiegend Frauen um die vierzig sind. Wie in der ersten Geschichte „Pfirsich, Tropfen, Faust“, in der die Protagonistin den zweiundvierzigsten Geburtstag ihrer Freundin in einer Bar feiert und spät abends oder früh am Morgen betrunken und angeschlagen nach Hause kommt und in das Gitterbettchen ihrer Tochter klettert.

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Lutz van der Horst: Konfettiblues

Ein Roman, den man nicht gelesen haben muss

Wenn jemand, der bereits populär und bekannt ist, ein Buch schreibt, verkauft es sich meist wie von selbst. Da ist es eher zweitrangig, ob der Roman gut geschrieben ist und die Handlung interessant.

Lutz van der Horst, man kennt ihn u. a. aus der „Heute-Show“, ist Comedian, und so liegt es nahe, dass er auch einen komischen Roman schreibt, den der Untertitel als Liebesroman ausweist. Was er durchaus auch ist, handelt er doch von Max, einem verhinderten Comedian, der verzweifelt Engagements sucht und eben auch die Liebe.

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