Kate Eberle: If Books Could Kill

Darum geht es: Roxie Mitchell liebt Liebesromane – als sicheren Ort für Herzklopfen ohne Risiko. Als sie sich im Scherz wünscht, die Heldin im nächsten Roman ihrer Lieblingsautorin zu sein, ahnt sie nicht, dass ihr Wunsch wahr wird. Mit dem charmanten Jack hat sie ein echtes Traumdate. Doch Jack ist nicht, wer er vorgibt zu sein – und Roxie muss feststellen, dass ihr unbedachter Wunsch sie in einen Thriller katapultiert hat und sie plötzlich völlig planlos um ihr Überleben kämpft. Gemeinsam mit Grant, dem schüchternen Literaturdozenten, den sie auf der Flucht trifft, muss sie irgendwie bis zum Ende des Romans überleben. Und während die Killer ihnen dicht auf der Spur sind, kommen auch Roxie und Grant sich immer näher … Ist Roxie am Ende vielleicht doch in einer Romance gelandet?

Meine Meinung: Der Einstieg in dieses Buch gelingt mühelos. Schon auf den ersten Seiten wird eine Atmosphäre geschaffen, die eine unglaublich spannende Geschichte verspricht. Besonders hervorzuheben ist der erfrischende Mix der verschiedenen Genres. Hier hebt sich das Buch positiv von der Masse ab: Es ist erfreulicherweise mal keine dieser vorhersehbaren Geschichten, bei denen man als Leser von Anfang an genau weiß, wohin die Reise führen wird.

Leider kann das hohe Niveau des Anfangs nicht durchweg aufrechterhalten werden. Trotz einiger unerwarteter Wendungen verliert die Erzählung im Mittelteil merklich an Fahrt. Das Ganze wird stellenweise sehr zäh und es entstehen unnötige Längen. Es gab Momente, in denen die Handlung gefühlt auf der Stelle trat und ich manche Szenen beim Lesen fast schon überspringen wollte.

Ein echter Lichtblick sind die Krimi-Anteile. Diese kommen sehr actionreich daher. Auch wenn manche Entwicklungen etwas unrealistisch oder gar absurd wirken, haben sie mir im Endeffekt gut gefallen. Sie bringen genau im richtigen Moment den dringend benötigten Schwung zurück in die Story und peppen die Dynamik noch einmal auf.

Ein großes Plus des Buches sind zudem die Charaktere. Die Chemie und die Stimmung zwischen Grant und Roxie passen einfach. Obwohl die beiden grundverschieden sind, ergänzen sie sich hervorragend und tragen die Handlung in den ruhigeren Phasen.

Fazit: Das Grundkonzept der Geschichte hat mir unheimlich gut gefallen und die Figurendynamik stimmt. Letztlich fehlte mir über weite Strecken jedoch die durchgehende Spannung, um mich völlig zu fesseln. Ein solider Roman mit einer tollen Grundidee, der sein Potenzial durch die langatmigen Passagen leider nicht ganz ausschöpft.

Kate Eberle: If books could kill
Aus dem Englischen übersetzt von Katharina Naumann.
Ullstein, Mai 2026.
384 Seiten, Paperback, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Katja Plattner.

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