Freya Sampson: Ms Darling und ihre Nachbarn

Warmherzige Geschichte über die Schwierigkeit, denen zu helfen, die sich nicht helfen lassen wollen

Wieder hat diese wunderbare Autorin einen herzerwärmenden Roman verfasst, voller liebenswerter Gestalten, die alle ihr Päckchen zu tragen haben und sich schwertun, Hilfe anzunehmen.

Im Mittelpunkt steht die titelgebende Ms Dorothy Darling – auf dem Ms besteht sie ostentativ. Sie ist inzwischen weit über 70, lebt seit vielen Jahren allein in ihrer Erdgeschosswohnung in einem etwas in die Jahre gekommenen, einst sehr herrschaftlichen Mietshaus. In der Wohnung ihr gegenüber wohnt der etwa gleichaltrige Joseph, der eine neue Untermieterin aufnimmt. Diese, die sich Kat nennt, zieht sofort den Unwillen Dorothys auf sich, einfach nur, weil Kat pinkfarbene Haare und einen zerfransten Rucksack hat.

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Jardine Libaire: Dein Herz, ein wildes Tier

Das Lager in der Einsamkeit hätte eine Zuflucht für Außenseiter werden können, insbesondere für Menschen ohne Ausbildung und Perspektive. Doch der Drogenboss Tim hatte seine eigenen Pläne, als ihm die Aufsicht über das ehemalige Pfadfinder-Lager in Oklahoma übertragen wurde. Weit weg von allem lebte er dort mit einer wilden Gruppe von Außenseitern. Sie hingen ab, soffen, nahmen Drogen, fuhren mit ihren Bikes durch die Gegend, und immer wieder wurden in der Scheune Drogen gekocht.

So sah das Leben von Ernie, Coral, Staci und Ray unter Tims „Herrschaft“ aus. Jeden Tag arrangierten sie sich irgendwie, waren irgendwie unglücklich und hatten keine Idee, wie es mit ihnen weitergehen sollte.

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Leonie Lastella: Your eyes on me

Als ich von den „True Story“ Büchern des heartlines Verlags hörte, war ich sehr neugierig darauf, muss aber sagen, dass dies bereits das zweite Buch dieses Verlages war, dass mich nicht so überzeugen könnte wie gedacht. Der Klappentext klang vielversprechend und ich war neugierig auf die echte Geschichte, die in dem Buch behandelt wird.

Es geht um Alea, die ihren Plus-Size-Körper mag und dies verbreitet sie auch auf ihren Social-Media-Accounts. Sie bekommt viel positives Feedback dazu und wird darin bestärkt, mit ihrer schweren Vergangenheit Frieden zu schließen. Aber der Frieden kann nur aufrechterhalten werden, wenn sie im echten Leben niemanden zu nahe kommt, besonders nicht Männern wie Titus, die ihre Körper einfach optimieren und alle, die ein wenig dicker sind, runtermachen. Genau solche Menschen haben Alea das Leben früher zur Hölle gemacht und doch kommt Titus plötzlich in ihr Leben und stellt ihr Herz auf den Kopf …

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Dana Lukas: Eichhörnchenglück

Etwas seichter, aber netter Roman um ein verkorkstes Mutter-Tochter Verhältnis

Ich-Erzählerin Annike kommt nach Hause in ihr Elternhaus, weil ihr Onkel Theo sie darum gebeten hat. Denn ihre Mutter Edith liegt nur noch im Bett, weigert sich, ihr Zimmer zu verlassen, lässt sich stattdessen von ihrem Bruder Theo bedienen und umsorgen.

Annike hat schon seit jeher kein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter und nun, einige Monate nach dem Tod ihres Vaters ist es auch nicht besser. Beide finden keinen Zugang zueinander, jedes Wort wird verdreht, jede Unterhaltung endet im Streit. Annike, inzwischen Mitte vierzig, hat nie einen sogenannten „anständigen“ Beruf erlernt, verdient ihr Geld mehr schlecht als recht als Musikerin, lebt in einer WG, hat ganz offensichtlich kein Interesse daran, eine eigene Familie zu gründen oder ein „geregeltes“ Leben zu führen.

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David Safier: Die Liebe sucht ein Zimmer

Bei einem Film würde man vorab lesen: dieser Film beruht auf wahren Begebenheiten. Hier ist es ein Theaterstück, das diesem bewegenden Roman zu Grunde liegt. Bei Recherchen für sein Buch „28 Tage“, ist David Safier auf dieses Theaterstück gestoßen, das im Januar 1942 im Warschauer Ghetto aufgeführt worden ist. Danach nicht mehr. Das Manuskript war in die Versenkung geraten. Safier hat dieses Manuskript leicht bearbeitet und das Theaterstück zur Handlung seines Romans gemacht.

Im Mittelpunkt steht das Ensemble des Femina-Theaters, das damals eines von insgesamt fünf Theatern im Warschauer Ghetto gewesen ist. Im Stück geht es um zwei junge Paare, die vom Wohnungsamt dasselbe Zimmer zugewiesen bekommen haben und nun sehen müssen, wie sie damit klarkommen. Wohnungsnot – etwas anderes zu finden, war ausgeschlossen. Damals lebten rund 460.000 Menschen auf etwa drei Quadratkilometern zusammengepfercht, umgeben von einer hohen Mauer mit Stacheldraht. Krankheiten wie Typhus waren an der Tagesordnung, der Tod gehörte zum Leben, nicht nur durch die Nazis, die wahllos Menschen erschossen, die sich ihnen in den Weg stellten. Hunger und Leid gehörten ebenso zum Alltag wie die Angst vor der nächsten grundlosen Kontrolle durch die Nazis. Die Schauspieler versuchten, den Menschen ein bisschen Freude im Alltag zu bereiten, sie zum Lachen zu bringen und sie für ein paar Stunden, die Angst vergessen zu lassen.

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Michael Cunningham: Ein Tag im April

Der US-amerikanische Schriftsteller und Pulitzerpreisträger Michael Cunningham (Jahrgang 1952) hat einen neuen Roman geschrieben. Der Luchterhand Literaturverlag gab am 1. Mai 2025 die deutsche Ausgabe unter dem Titel „Ein Tag im April“ heraus. Die Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch übernahm Eva Bonné.

Eine Generation der Unschlüssigen und Unzufriedenen

Der Roman heißt im Original „Day“ und spielt am jeweils 5. April der Jahre 2019, 2020 und 2021.

Am 5. April 2019 (morgens) leben Isabel Walker, Dan Byrne, Robbie Walker und die Kinder Nathan und Violet in einem Haus in Brooklyn, NYC. Isabel arbeitet für ein Hochglanzmagazin und ist dort für die Fotostrecken verantwortlich. Dan, Isabels Ehemann, betreut Haushalt und Kinder. Er träumt von einem Comeback als Rocksänger. Robbie, Isabels homosexueller Bruder, ist Lehrer und wohnt im Dachgeschoss. Robbie ist im Internet mit seinem Liebhaber Wolfe unterwegs. Mit geklauten und bearbeiteten Fotos generiert er Follower für Wolfes fiktives Leben. Isabel unterstützt ihn dabei kreativ. Nathan und Violet, zehn und fünf Jahre alt, teilen sich ein Zimmer. Violet ist träumerisch, versponnen, glaubt, dass sie eine übersinnliche Gabe besitzt. Nathan ist ein unsicherer Junge an der Schwelle zur Pubertät. Beide lieben ihren Onkel Robbie.

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Brittainy Cherry: Was wir verloren glaubten

Avery Kingsleys großer Traum geht in Erfüllung, als sie das Angebot bekommt. In der nächsten Saison das Baseball-Team der Highschool als Head-Coach zu trainieren. Doch plötzlich ist Baseball-Star Nathan Pierce zurück in Honey Creek – und mit ihm sorgsam verstaute Erinnerungen an Averys erste große Liebe. Nathan soll sich mit ihr die Leitung des Teams teilen, dabei möchte Avery nichts lieber, als sich von ihm fernzuhalten und ihr Herz zu beschützen. Denn sie spürt bei jeder Begegnung, dass das Spiel zwischen ihnen auch für Nathan noch nicht vorbei ist …

Manchmal gewinnst du und manchmal verlierst du, aber egal was passiert, du spielst immer weiter.

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Caroline Day: Mein Name ist Hope Nicely. Hope wie Hoffnung und Nicely wie nett.

Anstrengende Geschichte um eine junge Frau mit Handicap

Eigentlich wäre dieses Buch ein Roman genau nach meinem Geschmack. Denn ich mag besondere Protagonist:innen, Figuren mit Ecken, Kanten und scharfem Profil und vor allem Charaktere, die Ausnahmen sind, die gerade wegen ihres Andersseins interessant sind.

Und Hope Nicely, die Hauptfigur in dieser Geschichte, ist ganz sicher besonders. Was sie nicht müde wird, immer wieder zu betonen. Wodurch die Lektüre aber leider sehr anstrengend wird.

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Graham Swift: Nach dem Krieg

Der britische Schriftsteller Graham Swift (Jahrgang 1949) gilt als einer der wichtigsten Autoren der britischen Literatur. Auch auf unserem Buchblog finden sich mehrere Besprechungen seiner Bücher, zuletzt über „Da sind wir“ aus dem Jahr 2020. Am 17. April 2025 hat dtv zwölf neue Erzählungen von Graham Swift unter dem Titel „Nach dem Krieg“ in einer Übersetzung von Susanne Höbel veröffentlicht.

„Nach dem Krieg“

Und schon in der ersten Erzählung „Das Nächstbeste“ versinke ich als Lesende in Graham Swifts wunderbarer Sprache und seinen treffenden Charakterisierungen:

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Antonia Wesseling: Dark Venice Deep Water & Dark Venice Silent Haze

Im ersten Band lernt der Leser Merle kennen, diese kommt für ein Auslandssemester nach Venedig und möchte gleichzeitig auch ein Familiengeheimnis aufdecken. In der Lagunenstadt angekommen, bietet ihr eine junge Italienerin einen Schlafplatz im Casa Nera an, das Hotel hat was Mystisches an sich und die Bewohner verhalten sich recht kühl ihr gegenüber – allen voran der verboten gutaussehende Matteo. Sie ahnt nicht, warum sie ihr gegenüber so kühl sind und dass sie alle ein Geheimnis verbergen. Dennoch verliebt sie sich bald in Matteo, nichts ahnend, was er für eine Last mit sich herumträgt.

Im zweiten Band geht die Geschichte in die nächste Runde, mittlerweile kam ans Licht, was genau die Clique des Casa Neras zu verbergen hatten und sie alle müssen die Konsequenzen nun vor Gericht ausbaden. Merle hätte sich nie gedacht, dass sie sich in Matteo so täuschen konnte, sie dachte echt, sie hätte in ihn den einen Mann gefunden. Nun wird sie plötzlich auch noch in der Uni vor allem gemieden, ihr Leben befindet sich im freien Fall und sie fragt sich, ob sie das Richtige tat. Hierbei darf sie nicht aus dem Blick verlieren, dass sie nicht nur zum Lernen in die Stadt kam …

Spannung, große Gefühle, intensive Handlung und Spice, das alles bekommt man in diesen beiden Büchern geboten. Sie sind nicht unabhängig zueinander lesbar, da sie auf sich aufbauen.

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