Kate Fagan: Die drei Leben der Cate Kay

Cate Kay hat Erfolg. In Hollywood. Mit Büchern. Die gerade verfilmt werden. BislaCate Kay hat Erfolg. In Hollywood. Mit Büchern, die gerade verfilmt werden. Bislang lebte sie eher zurückgezogen, jetzt erklärt sie sich bereit, über ihr Leben zu reden – oder besser gesagt: zu schreiben. Es beginnt, als sie noch Annie heißt und bei ihrer suboptimalen Mutter lebt. Sie hat eine beste Freundin: Amanda. Die beiden sind so dicke, dass man sich sofort fragt, wo Amanda eigentlich in diesem Hollywood-Leben geblieben sein mag. Aber schon nach den ersten Seiten deutet sich etwas an: Annie kann Amanda nicht vertrauen. Das scheint weniger an Amanda als vielmehr an Annie zu liegen, aber klar bleibt: Die Teenagerfreundschaft beginnt zu bröckeln.

Nach einer fatalen Fehlentscheidung, die ich hier nicht spoilern möchte, verschwindet Annie, und Cass übernimmt. Sie hat nichts, beginnt ganz von vorne und baut sich ein neues Leben auf, das sie dann irgendwann aufgibt und zur Autorin Cate Kay wird. Eine Frau, die irgendwann von ihrer Vergangenheit eingeholt wird – einer Vergangenheit, die sich nicht mehr so darstellt, wie sie sie in Erinnerung hatte.

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Nadine Kerger: My Highland Heart

Summers Welt gerät ins Wanken, als sie herausfindet, dass ihr verstorbener Bruder einen unehelichen Sohn hatte, der in Schottland lebt. Sie will ihren kleinen Neffen Tristan unbedingt kennenlernen und reist auf die Isle of Skye. Doch die Familie MacKenzie ist nicht gut auf ihren Bruder zu sprechen. Aus Angst verschweigt Summer daher ihre wahre Identität und tritt eine Stelle als Tristans Nanny an. Schnell schließt sie den aufgeweckten kleinen Jungen, die stürmische Insel und ihre Bewohner ins Herz. Nur mit Tristans Onkel Duncan gerät sie ständig aneinander. Gleichzeitig fasziniert sie seine schweigsame, raue Highlander-Art, und jedes Mal, wenn sich ihre Blicke begegnen, liegt ein Knistern in der Luft. Doch Summer spielt mit dem Feuer. Denn sollte Duncan herausfinden, wer sie wirklich ist, droht sie alles zu verlieren …

In diesem Buch entführt die Autorin ihre Leser nach Schottland. Die Beschreibungen gelingen ihr hierbei so gut, dass man das Gefühl hat, direkt vor Ort zu sein.

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Dorothea Stelling (Hrsg.): Frauen schreiben über das Leben

„Holen Sie sich erst einmal einen Kaffee, bevor Sie den gesamten Personalrat köpfen.“ (S. 34)

Aufgefallen ist mir die Anthologie „Frauen schreiben über das Leben“ aufgrund des extravaganten Covers, das zwischen all den bunten Hochglanztiteln erfrischend aus dem Rahmen fällt. Darin findet sich eine bemerkenswerte Sammlung von 35 Kurzgeschichten über die Schönheit und die Zumutungen des Lebens. Niedergeschrieben als traurige, bittersüße, humorvolle und zuweilen skurrile Erzählungen, immer aus der Perspektive von Frauen, die auch heute noch viel zu oft nicht gehört wird. Sie erzählen von Mut, Verlust und Neubeginn. Manche von ihnen lassen den Leser auch nachdenklich zurück. Zwischen Sommerregen, innerem Stinktier und Kuchen mit Gott stecken sie sogar das Schreckgespenst der Wechseljahre zurück in die Kiste.

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Kate Stewart: Severed Heart

Tyler ist düster, unnahbar und bereits in jungen Jahren mit einem eisernen Willen ausgestattet, doch niemand ahnt, welche dunklen Geheimnisse er vor der Außenwelt verbirgt – bis Delphine, eine vom Leben gezeichnete Straßenkämpferin, in sein Leben tritt. Als Einzige sieht sie die Narben auf seiner Seele – Narben, die ihren eigenen Schmerz widerspiegeln. Zwischen den beiden entsteht eine unerklärliche Verbindung, die sich tief in Tylers Herz brennt und ihn für immer verändern wird …

Tyler ist ein vielschichtiger, interessanter Charakter. Er besteht fast nur aus Wut und Schmerz. Erst wenn man ihn besser kennenlernt, merkt man, wie verletzlich er eigentlich tief im Inneren ist.

Das Buch hat mich innerlich zerrissen.

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Caroline Stadsbjerg: Carnivora

Wenn beim gemeinsamen Essen das erste Familienmitglied erklärt, kein Fleisch mehr essen zu wollen, sind Verwunderung und Diskussionsbedarf unvermeidbar. Fleisch sei wichtig für eine gesunde Ernährung. Das Leben mit Fleisch sei gesünder und besser. Und wenn das Familienmitglied trotzdem auf vegetarischem Essen besteht, fühlen sich die anderen persönlich angegriffen. Auch Hannah erlebt diese Diskussion am Tisch ihrer Schwester, nachdem ihr Schwager Adam neben diversen Beilagen Fleisch mit einer aufwendig gekochten Sauce serviert. Die Gemüter sind erhitzt. Streit liegt in der Luft.

Doch wie soll Hannah sich erklären? Im Vergleich zu ihrer Familie hat sie eine bekannte Zuchtfarm besichtigt. Diese soll das beste Fleisch in der ganzen Umgebung liefern, heißt es.

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Kai Meyer: Das Antiquariat am alten Friedhof

Ein weiterer Roman um das Graphische Viertel in Leipzig

Kai Meyers Romane, die sich stets um außergewöhnliche oder auch gefährliche Bücher drehen, sind meist fesselnd, stets dramatisch und immer voller historischer Ereignisse. So auch der neue Band, dessen Handlung sich von 1930 bis 1945 spannt und der nicht nur in Leipzig, sondern auch in der Ägäis oder in Amalfi spielt.

Im Mittelpunkt steht Felix, der 1930 als gerade Zwanzigjähriger Teil einer Gruppe junger Männer ist, die sich regelmäßig im Antiquariat ihres Freundes Vadim treffen. Die anderen beiden sind Julius und Eddie. Alle kommen aus gut situierten Familien, vertreiben sich die Zeit mit Diskussionen über Literatur und mit dem Stehlen von Büchern, die Vadim wiederum in seinem Laden unter der Hand weiterverkauft, um das Antiquariat halbwegs am Leben zu erhalten.

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Edvard Hoem: Die Hausmamsell

Der norwegische Autor Edvard Hoem schreibt zu Beginn seiner Einleitung an seine Leser, wie er beschloss, genug über das Leben seiner Ahnen geschrieben zu haben. In den vergangenen Jahren stellte er uns seine Urahnin vor, die eigenständig ihren Lebensunterhalt als Hebamme verdient hatte. Ein weiterer Vorfahr wurde während seiner fünfjährigen Gefangenschaft bei den Engländern Geigenbauer, ein anderer liebte das Heumachen.

Völlig unerwartet übernahm die Erinnerung an Julie Elisabeth Hoem, die jüngste Tochter des Geigenbauers, die Regie über ein neues Buchprojekt. Es begann eine schwierige und nahezu unmögliche Recherche, denn über Julie fanden sich nur sehr wenige Spuren. Sie tauchte zum Beispiel 1865 in einer Volkszählung auf oder in zwei Inseraten, in denen sie 1894 ihre Dienste als erfahrene Haushaltshilfe anbot. Sie starb im Februar 1911 in dem Bergener Altenheim „Alders Hvile“ (Frieden des Alters). Zwei Jahre benötigte Edvard Hoem für seine historische Liebeserklärung an Julie Elisabeth Hoem, die nicht wie ihre viel zu früh verstorbene Mutter im kalten Fjordwasser Klippfisch waschen wollte, um ihre Familie satt zu bekommen.

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Stewart O’Nan: Abendlied

Der amerikanische Schriftsteller Stewart O’Nan hat bislang zahlreiche, von der Kritik gefeierte Romane verfasst. In unserem Leselustportal ist eine weitere Rezension zu seinem 2022 erschienenen Roman „Ocean State“ zu finden.

Sein neuer Roman „Abendlied“ ist im Gegensatz zu „Ocean State“ eine ruhige Geschichte, was wohl an den betagten Hauptfiguren liegt.

„Abendlied“ ist in O’Nans Geburtsort Pittsburgh, Pennsylvania, angesiedelt. Hier haben sich mehrere betagte Damen zu einer Selbsthilfeorganisation zusammengefunden und den „Humpty-Dumpty-Club“ gegründet. Ihr Hauptanliegen ist es, sich gegenseitig und weitere alte Menschen zu unterstützen, damit alle noch möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben führen können. Im Laufe der Jahre sind einige vertraute Personen gegangen, andere kamen dazu.

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Kylie Scott: Text Appeal

Romance-Autorin Riley hat sich ihren Traum erfüllt und ist in eine kleine Küstenstadt gezogen. Sie ist gerade in Port Stewart angekommen, als sie Textnachrichten für einen »Connor« erhält, die sie extrem neugierig machen. Wie sich herausstellt, ist Connor der Golden Boy der Stadt, der es irgendwie nicht schafft, seine Ex davon zu überzeugen, dass es wirklich vorbei ist. Ein bisschen Fake-Dating mit der Neuen, die zufällig seine alte Nummer hat, scheint die perfekte Lösung zu sein. Riley hat nichts dagegen, Zeit mit dem umwerfenden einstigen Prom-King zu verbringen – natürlich nur zu Recherchezwecken für ihren Roman und nicht, weil Connor ihr Herz von Anfang an höher schlagen lässt …

Das Buch ist perfekt für zwischendurch. Eine humorvolle, kurzweilige Geschichte mit Fake-Date-Trope erwartet die Leser hier. Im Grunde genau das, was ich liebe, aber hier hat mir das gewisse Etwas dann doch gefehlt.

Der Schreibstil ist einfach, gut verständlich und meiner Meinung nach manches Mal ein wenig zu locker.

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Julian Barnes: Abschied(e)

Julian Barnes ist am Ende seiner schriftstellerischen Karriere angelangt und benennt dies auch ausdrücklich. Im Januar 2026 wird er achtzig Jahre alt. Nun ist es an der Zeit, das eigene Leben zu hinterfragen und zu ordnen, befindet er, und wendet sich damit an seine Leser.

Barnes erzählt von den Anfängen seiner Schriftstellerei und macht einen Sprung bis an das Ende. Dazwischen steht die Erzählung von der Beziehung seiner Kommilitonen Stephen und Jean aus der gemeinsamen Zeit in Oxford.

Wie Barnes selbst schreibt, verwendet er für diesen Roman Aufzeichnungen aus Notiz- und Tagebüchern. Manches erzählt er, wie es sich zugetragen hat, in anderen Teilen verwebt er Erinnerungen mit Fiktionen. Natürlich ist dadurch ein sehr persönlicher Text entstanden.

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