Suzanne Heywood: Wavewalker

Die Welt auf einem Segelschiff zu umrunden, ist der große Lebenstraum ihrer Eltern. Für die siebenjährige Suzanne Heywood wird diese Exkursion zu einer jahrelangen entbehrungsvollen Reise auf Kosten ihrer Kindheit und Jugend.

Was sich nach dem ursprünglichen Plan wie ein verheißungsvolles Abenteuer auf Zeit anhört, entwickelt sich zu einer nimmer enden wollenden Reise mit unkalkulierbaren Herausforderungen in dieser autobiografischen Reisebeschreibung. Aus den ursprünglich vorgesehenen drei werden zehn Jahre auf See.

Das Segelschiff Wavewalker wird zum beengten Zuhause für die siebenjährige Sue, ihren jüngeren Bruder und deren Eltern. Anstatt eine unbeschwerte Kindheit zu verleben, sind die Kinder mit Überlebensängsten, Enttäuschungen und Einsamkeit konfrontiert. Keine Freunde, kein wirkliches Zuhause, keine Schule. Stattdessen immer wieder neue Crewmitglieder, lebensbedrohende Stürme, gerissene Segel, Schiffbruch, Unfälle, Operationen, von Wind und Salzwasser verfilzte Haare, wenig Trinkwasser, Dosenmahlzeiten, wenig Verständnis von den Eltern und keine Chance, diesem Leben zu entkommen. Nur zeitweise erhalten die Kinder Unterricht durch ihre von häufiger Seekrankheit geplagte Mutter.

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Joachim Meyerhoff: Man kann auch in die Höhe fallen

Der schreibende Schauspieler Joachim Meyerhoff feiert mit seiner autobiografischen „Alle-Toten-fliegen-hoch“-Reihe große Erfolge. Die Bücher wirken authentisch und ehrlich. Dem heute 57-Jährigen gelingt es, auch traurige und ernste Inhalte so darzustellen, dass sie immer auch viel Humor in sich tragen.

Sein neuestes Werk mit dem etwas sonderbaren Titel „Man kann auch in die Höhe fallen“ macht da keine Ausnahme. Meyerhoff berichtet diesmal über eine Auszeit auf dem Anwesen seiner Mutter im ländlichen Schleswig. Dorthin flieht der Ich-Erzähler nach einer mentalen Krise in Berlin, in der er die Schauspielerei in Frage stellt und in Konflikte mit seiner Familie gerät.

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Ewald Arenz: Zwei Leben

Leise und unspektakulär erzählt Ewald Arenz auf den ersten zwei Dritteln seines Buches „Zwei Leben“ von seiner Protagonistin Roberta. Diese Roberta kommt 1971 nach drei Jahren Schneiderlehre in einer Fabrik in ihr Dorf zurück. Sie ist das einzige Kind ihrer Eltern und muss daheim den Bauernhof übernehmen. Insgeheim träumt Roberta von einem Leben als Designerin in der Modemetropole Paris.

Das Talent dazu hätte sie. Andererseits will sie keinen Tag länger in der Stadt bleiben und weil sie keine Geschwister hat, war ohnehin immer klar, dass sie „daheim“ übernehmen wird. Das ist ihr auch ganz recht so, weil sie gerne draußen arbeitet, nach ihrer Rückkehr ein inniges Band zu ihrem Großvater knüpft, der ihr einiges aus seiner Vergangenheit erzählt und weil sie und der Pfarrerssohn Wilhelm sich ineinander verlieben. Parallel dazu erzählt der Autor die Geschichte von Gertrud, der Gattin des Pfarrers, Tochter aus besserem, hanseatischem Hause, die in dem Dorf nie glücklich war und im Grunde immer fortwollte. Einzig die Liebe zu ihrem Sohn Wilhelm lässt sie die dörfliche Enge ertragen.

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Judith & Christian Vogt: Ich, Hannibal

Wir kennen den Konflikt der beiden einander verfeindet, ja gnadenlos hassende Reiche der Antike aus dem Geschichtsunterricht. Hier das Römische Weltreich mit seinen Legionen, seinen Baumeistern und seiner Kultur, dort Karthago, die Hauptstadt der Punier. Hannibals Feldzug über die Alpen, die Elefanten, die er als Kriegswaffe einsetzte, sind auch heute noch bekannt und berühmt.

Die Handlung nimmt ihren Beginn mit einer traurigen, einer schrecklichen Nachricht. Auf dem Rücken eines magischen Biestes, eines riesigen elefantenähnlichen Wesens, kommt eine junge Frau ins Heerlager der Karthager geritten und behauptet nicht nur, dass Hannibal tot sei, sondern auch, dass er ihr seinen Namen und seine Mission vermacht habe. Sie will, auf dem Rücken des magischen Wesens, das Heer siegreich gen Norden anführen. Was niemand weiß, niemand je wissen darf, ist, dass die junge Frau die Mörderin des gefeierten Helden ist.

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Carsten Henn: Der Buchspazierer

Eigentlich fangen ja alle Märchen mit „es war einmal“ an  –  dieses nicht. Und dennoch ist es ein Roman wie ein Märchen. Ein Roman von Freundschaft, der Kraft und dem Wert der Bücher, von Einsamkeit und Lebensfreude. Schon die edle Aufmachung des neu aufgelegten kleinen Buches macht Lust, es in die Hand zu nehmen und darin zu schmökern. Und dann hängenzubleiben in der Geschichte um den alternden Buchhändler aus Leidenschaft, Carl Kollhoff, der in „seiner Buchhandlung“ immer unglücklicher wird, weil Sabine, die Tochter seines Freundes Gustav und ehemaligen Besitzers der Buchhandlung, jetzt dort Chefin ist und alles anders machen möchte.

Carl möchte sie am liebsten entlassen, aber dazu ist er bei den Kunden wie bei den Mitarbeitern zu beliebt. Sie traut sich – noch – nicht. Aber sie macht ihm das Leben schwer. Carls private Auslieferungen sind ihr ein Dorn im Auge. Jeden Abend nach Geschäftsschluss packt Carl ein paar vorbestellte Bücher in seinen Rucksack und liefert sie aus an Stammkunden, die ihm lieb geworden sind.

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Nina MacKay: The Darkest Queen 02: Das Versprechen der Finsternis

Nachdem ihre Zwillingsschwester von den Toten zurückgekehrt ist und nun mit den feindlichen Dämonen zusammenarbeitet, muss Skylar ihre Aufgabe umso ernster nehmen: Den Prinzen töten und die Prinzessin heiraten, um Macht über die größten menschlichen Streitkräfte zu erlangen. Nur dass sie Prinz Read inzwischen liebt und Prinzessin Dahlia zu ihrer besten Freundin geworden ist.

Die Intrigen am Hof spitzen sich zu, denn während Skylar noch versucht zu verstehen, wo ihr Herz hingehört, sind einige der anderen Kandidatinnen im Kampf um Reads Hand nicht so zögerlich und tun alles, um sich selbst die Macht zu sichern.

Aber selbst wenn Skylar beschließt, alle Pläne zur Rettung der Welt zu verwerfen und ihre Liebe zu Read zuzugestehen, hängt über ihrem Schicksal immer noch die Frage, wie er darauf reagieren wird, dass sie eine Halbdämonin ist.

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Marc-Uwe Kling, Astrid Henn: Das NEINhorn und der Geburtstag

Endlich ist sie da: eine neue Geschichte vom NEINhorn und seinen Freunden.

Diesmal geht es um einen Streit zwischen dem NEINhorn und der KönigsDOCHter. Die Handlung nimmt einen ideenreichen Verlauf und am Ende wird – wie sollte es auch anders sein – zum Glück alles wieder gut.

Die KönigsDOCHter hat das NEINhorn nicht zu ihrem Geburtstag eingeladen, weil das NEINhorn sie geschubst hat. Mitten hinein in den Matsch ist sie dabei mit ihrem schönen Kleid gefallen. Obendrein behauptet das NEINhorn auch noch, dass es genau andersherum gewesen war. Deshalb soll es zu allem Übel nicht einmal von der achtstöckigen Geburtstagstorte der KönigsDOCHter probieren dürfen.

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Volker Klüpfel, Michael Kobr: Lückenbüßer

Kluftinger im Stress zwischen Mordermittlung und Wahlkampf

So unterhaltsam die Kluftinger-Reihe der beiden Erfolgsautoren ist, so gleich ist auch immer das Schema. Ein komplizierter Mordfall muss aufgeklärt werden, parallel durchleidet Kluftinger ein privates Tal der Tränen und dies ist stets gepaart mit skurrilen Aufeinandertreffen mit seinem Lieblingsfeind Dr. Langhammer. Dazu eine reichlich bemessene Dosis der üblichen Tollpatschigkeit des Kommissars.

Genauso läuft also auch der neue Roman ab. Bei einer großangelegten Polizeiübung kommt ein Polizist zu Tode. Es schaut nach Unfall aus, doch schnell stellt sich heraus, dass es ein Mord war. Die Hintergründe des Getöteten sind eher dubios, scheint er doch in rechten Kreisen zu verkehren. Zumindest führen die Spuren ziemlich schnell in diese Richtung.

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Kristina Gorcheva-Newberry: Das Leben vor uns

„Man hat uns das Leben gestohlen, Lopatin … und in fünfzig Jahren weiß keiner mehr, dass es uns gab.“ (S. 340)

Anja und Milka wachsen hinter dem Eisernen Vorhang auf. Schon in jungen Jahren spüren sie in einem Randgebiet von Moskau eine Enge. Alles sieht ähnlich aus. Die Kleidung, die Wohnungen, die Möbel, überall herrschen die Töne grau-braun. Auch in den Köpfen sollen die gleichen Gedanken sein. Während Anjas Eltern zu Hause politische Diskussionen führen, bevorzugen Milkas Mutter und ihr Schwiegervater Ausschweifungen. Aus diesem Grund ist Milka überwiegend bei Anja. Und die Sommerferien verbringen sie in der Datscha von Anjas Eltern.

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Lidia Yuknavitch: In Wasser geschrieben

Atemberaubend deep – wild, schmerzhaft, transformierend

352 Seiten in einem einzigen Leseexzess durchsuchten? Ich verspreche dir, das ist mit dieser Lektüre unvermeidlich. Nach der Hälfte musste ich mich zwingen, es zur Seite zu legen. Durchzuatmen.

Schreibmagie? Ein heraufbeschworener Dschinn zwischen den Zeilen?

Ehrlich: Ich weiß nicht, wann mich ein Buch zuletzt so sehr verschlungen hat. So etwas habe ich noch nie zuvor gelesen.

Lidia Yuknavitch schreibt mit einer poetischen Wucht, als würde sie selbst in Flammen stehen – ihre Worte brennen vor Wut und Rebellion. Ihre Sehnsucht nach Zerstörung und die Intensität ihrer Empfindungen sind pure Glut, alles entfacht von einem einzigen Funken.

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