Alexandra Flint: Kein Horizont zu weit

Leni (Helena) und Raffael sind Inselkinder und leben dort, wo andere Urlaub machen, auf Sylt. Till, Lenis großer Bruder, hat in Raffael seinen besten Freund gefunden, und Leni ist von Anfang an in ihrer Nähe. Es dauert lange, bis sie ihre Gefühle für Raffael einordnen kann. Und so ähnlich empfindet Raffael. An dem Abend, an dem sie endlich ihre Gefühle offenbaren, verliert Raffael durch einen Brand seine halbe Familie. Nur seine Mutter überlebt. Kurz darauf verlassen sie die Insel, um bei seinem Onkel zu wohnen. Seit diesem Tag muss Leni mit Raffaels Schweigen und Abwesenheit klarkommen.

Mit Liebeskummer wird sie erwachsen und lernt im väterlichen Betrieb, Schiffe zu bauen. Fünf lange Jahre dauert es, bis das Hotel von Raffaels Eltern wieder aufgebaut wird. Und mit den Baumaßnahmen verändert sich auch für Leni einiges. Unter anderem sieht sie Raffael wieder. Wie früher pocht ihr gebrochenes Herz, und widersprüchliche Gefühle zu dem fremd gewordenen Raffael verwirren sie.

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Simone Atangana Bekono: Salomés Zorn

Wie die Faust aufs Auge passt der Romantitel „Salomés Zorn“ von Simone Atangana Bekono zu der dahinter verborgenen Geschichte. Ersetzen wir in diesem Bild den Begriff „Faust“ mit „Stock“, dann haben wir die Fliesen des Romans bereits verlegt. Denn die Schülerin Salomé findet sich im Jugend­ge­fäng­nis wieder, nachdem sie einem Mitschüler auf einem Feld irgendwo in den Niederlanden mit einem Ast ein Auge ausgestochen hat.

Doch von Reue keine Spur. Denn Salomé, so zornig sie auch ist und war, auf dem Feld irgendwo in den Niederlanden, hat die Auseinandersetzung nicht provoziert. Sie war das Ergebnis endloser Mikro-Attacken auf die Teenagerin mit der dunklen Haut und dem krausen Haar, die sich als Niederländerin identifiziert, aber auf den Straßen ihrer Heimatstadt doch noch Willkommen (in den Niederlanden!) geheißen wird. Dieses Buch zeigt, was viele Menschen nie erleben. Hass.

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Nancy Olthoff: Augen zu und durch

Ein Roman um einen liebenswerten Außenseiter, der sich ins Leben wagt.

Herman van Dusselen, ein junger, ganz allein lebender Mann, spielt am liebsten mit Murmeln. Er hat eine beachtliche Sammlung an Murmelbahnen, auf welchen er, je nach Stimmung, seine Glaskugeln rollen lässt. Einzige Bezugspersonen sind seine Tante und sein Onkel, da seine Eltern beide bereits verstorben sind. Sie haben ihm ein Auskommen vererbt, so dass er nicht arbeiten gehen muss.

Eines Tages bekommt er wie alle Anwohner eine Freikarte für den nahe gelegenen Vergnügungspark. Dort gibt es nicht nur eine riesige, beeindruckende Achterbahn, sondern auch den Zuckerwattestand von Jeanette. Entgegen seinem üblichen Naturell traut sich Hermann aus dem Haus, er beobachtet die Besucher des Parks, insbesondere diejenigen, die mit der Achterbahn fahren. Und er verliebt sich in Jeanette.

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Julian Laschewski: Der Tod des Dämonenkönigs

Im Roman „Der Tod des Dämonenkönigs“ von Julian Laschewski wollen Kira und Ben eigentlich heiraten. Ja, den Bund fürs Leben eingehen, immerhin sind sie über beide Ohren verliebt – Jeder sieht es ihnen an. Auf der Heimfahrt von der Verlobungsfeier aber gerät Ben in einen Sekundenschlaf, schrottet das Auto seiner Liebsten und deckt auch noch sein großes Geheimnis auf.

Voila, die Erde tut sich an der Unfallstelle auf, blutrünstige Dämonen wollen sich der Verunglückten bemächtigen. Doch da haben sie die Rechnung ohne Ben gemacht. Als einer der sieben auf der Erde weilenden Dämonenjäger zückt er sein Schwert und macht die Angreifer nieder. Dumm dann, dass der Dämonenfürst Astaroth auftaucht und ihm den Kopf abreißt.

Als Kira aufwacht, sieht sie ihr zerknautschtes Auto, den abgerissenen Kopf ihres Liebsten und den Fürsten der Hölle – da macht das Aufwachen doch mal so richtig Spaß!

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Liane Mars: Selbst ist die Fee

Die Märchenfee hat im Roman „Selbst ist die Fee“ von Liane Mars nur eine Aufgabe: Ihren Schützling Cinderella zum großen Glück verhelfen. Das große Glück ist in Cindys Fall natürlich die Hochzeit mit dem Prinzen. Nur ist sie weinerlich, tollpatschig und alles in allem absolut nicht zur Märchenprinzessin geeignet. Oben drein will sie den Prinzen nicht einmal heiraten.

Obwohl das vorkommt und schon einige Cinderellas den Antrag eines Schweinehirten angenommen haben, will die Fee das nicht auf sich sitzen lassen. Immerhin hängen ihre große Prüfung und ihre Zukunft als Märchenfee davon ab, wie erfolgreich sie in Cinderellas Fall ist. Also greift sie zu drastischen Mitteln: Als ihr Schützling sich weigert, auf den Ball zu gehen, verwandelt sie sich in einen Menschen und begleitet sie. Blöd nur, dass der Prinz von diesem Moment an nur Augen für sie hat!

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Bessel van der Kolk: Das Trauma in dir

Eines vorweg: Bessel van der Kolk ist Wissenschaftler und das Buch „Das Trauma in dir“ ist eine wissenschaftliche Abhandlung mit allem, was dazugehört. Es handelt sich also nicht um ein Selbsthilfebuch der Art: Mach dies, dann passiert das.

Dafür werden die Entstehung und Behandlung von Traumata sehr anschaulich und verständlich beschrieben. Was mich wirklich umgehauen hat, war die Beschreibung, dass man Traumata messen kann. Am Verhältnis von Herzschlag zu Atmung, am Verhalten der Gehirnströme und an einigen Immunanteilen im Blut. Die Erkenntnis war für mich überwältigend. Ich hatte den gleichen Oha-Effekt damals nach meinem ersten Rheumaschub, als nach etlichen Wochen von Selbstzweifeln und Diskussionen mit meinem Umfeld ein Arzt mir mitteilte, dass Muskelstärke selbstverständlich messbar wäre und man sich nicht auf die auf die subjektive Aussage des Patienten verlassen müsste. Vielleicht geht es nur mir so, aber ich habe gerne was Messbares in meinem Leben. Und gerade bei einem sensiblen Thema wie Traumata und deren Auswirkungen finde ich das umso wichtiger, wenn man sich an was Objektivem festhalten kann.

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Thilo Wydra: Eine Liebe in Paris: Romy & Alain

Ich war etwa 12 Jahre alt, als im Fernsehen jeden Mittwoch ein Film mit Alain Delon kam. Ich war sofort schockverliebt. Inzwischen hat sich mein Beuteschema gewandelt, aber mich befällt noch immer eine leise Wehmut, wenn ich Alain Delon sehe. Daher war das Buch „Eine Liebe in Paris“ von Thilo Wydra für mich Pflichtlektüre.

Romy Schneider und Alain Delon begegnen sich im April 1958, als beide die Hauptrollen in dem Film „Christine“ spielten.  Sie war zu dieser Zeit schon eine bekannte Schauspielerin, die sich vor allem mit den „Sissi“-Filmen einen Namen gemacht hatte. Er war noch ein unbeschriebenes Blatt und hatte doch schon einiges erlebt. Folgerichtig erzählt Thilo Wydra im ersten Teil zwei Geschichten, die sich doch ähneln. Romy, die Tochter zweier Filmschauspieler (Magda Schneider und Wolf Albach-Retty), findet selten die Aufmerksamkeit ihrer Eltern.  Alain Delon wiederum fühlt sich nach der Scheidung seiner Eltern in beider neuen Familien eher als unwillkommener Störenfried.

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Brandon Mull: Die Zuflucht der Drachen: Fabelheim 04

Gut zwei Jahre ist es jetzt her, dass die Geschwister Kendra und Seth ihre Großeltern das erste Mal in ihrem abgelegenen Reservat für wilde Tiere besucht haben. Dass ihr Opa dabei nicht etwa Pumas, Büffel oder Elefanten schützt, sondern solch merkwürdigen, so manches Mal auch furchteinflößenden Wesen wie Trollen, Feen und Zentauren ein sicheres Heim bietet, hat sie doch ziemlich überrascht. Als dann noch offenbar wurde, dass Kentra eine besondere Beziehung zu den Feen und deren Königin hat, wurde die Sache erst so richtig interessant.

In den auf der ganzen Welt verteilten und versteckten Reservaten leben die übernatürlichen Wesen sicher und friedlich vor Verfolgung. Dass in den Reservaten auch fünf magische Artefakte versteckt sind, mit denen sich das Gefängnis der Dämonen öffnen lässt, ahnen unsere beiden Abenteurer zunächst noch nicht. Als dann aber die Gesellschaft des Abendsterns eingreift und versucht, die Artefakte in ihren Besitz zu bringen, um die Dämonen zu befreien, beginnt ein Wettlauf um die Suche nach den Schlüssel-Artefakten.

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Susanne Lipps: Bücherorte

An diesem Buch kommt niemand, der Bücher liebt, vorbei. Man kann sich wunderbar hineinträumen in diese Bücherorte, die hier liebevoll mit Wort und Bild vorgestellt und beschrieben werden. Und man möchte sofort die Koffer packen und sie besuchen, die Buchhandlungen, die Bibliotheken in ganz Europa.

Dabei wusste ich peinlicherweise gar nicht, dass die UNESCO Literaturstädte und Hauptstädte der Bücher auswählt. Doch solche sind es, die in diesem sehens- und lesenswerten Buch zusammengestellt und gezeigt werden.

In drei Kapitel ist das Buch untergliedert. Das erste mit dem Titel „Stadtgeschichten“ stellt von Dublin bis Krakau, von Granada bis Lillehammer Städte vor, die sich (nicht nur) der Literatur verschrieben haben, Städte, in denen berühmte Schriftsteller und Schriftstellerinnen lebten und arbeiteten.

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Livia Haydon: A Whispered Curse

Madison beginnt ihren Masterstudiengang verspätet im Semester und hat davor nur im Fernstudium gelernt – das Campusleben ist damit eine komplett neue Erfahrung für sie. Dazu auch noch eine, die nicht sonderlich gut beginnt, als sie sich im Waschraum irrt und prompt mit einem arroganten, kaum bekleideten Typen zusammenstößt. Von diesem Moment an scheint das Schicksal ein Auge auf die beiden geworfen zu haben, denn sie laufen sich wieder und wieder über den Weg. Und obwohl die Anziehung zwischen ihnen unleugbar ist, bleibt der Fremde – Darien – auf Abstand. Sein Beweggrund: Auf ihm lastet ein Familienfluch und körperliches Begehren ruft eine Dämonin auf den Plan, die seiner Partnerin die Lebensenergie raubt.

Dennoch schaffen es die beiden nicht, sich voneinander fernzuhalten. Kann Madison Darien helfen, den Fluch zu lösen, der verhindert, dass er anderen Menschen nahe kommt?

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