
Im Roman „Liebewesen“ von Caroline Schmitt ist Lio Anfang 30 und hatte noch nie eine feste Beziehung. Was anderen gute Gefühle bereitet – Nähe, zärtliche Berührungen, Sex – macht ihr Angst. Mit ihrem Körper steht sie auf Kriegsfuß. Auf Initiative ihrer besten Freundin und WG-Partnerin Mariam trifft sie sich mit Max und zu ihrem Erstaunen läuft das erste Date richtig gut. Das klingt jetzt nach einer klassischen Liebesgeschichte, aber keine Angst, die Autorin Caroline Schmitt kennt offenbar die Klischeefallen und umgeht sie geschickt. Ihre Figuren sind authentisch und ungekünstelt. Ich erlebe Schmetterlinge im Bauch und alles zerfressenden Alltag. Aufeinander aufpassen und aneinander vorbeireden. Während Max seine Winter-Depressionen mit fraglichen Hausmitteln behandelt bzw. sie auf Lios Rücken auslebt, offenbart sie nur selten die Abgründe ihrer Angst.
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