Victor Dixen: Vampyria: Der Hof der Finsternis

Louis XIV, gemeinhin als Sonnenkönig bekannt, hat 1715 etwas gewagt, was vor ihm kein Mensch je wagte – mittels eines alchemistisch-magischen Rituals hat er sich unsterblich gemacht – und wurde zum ersten, der Vampyre. Viele weitere Adelige, Königshäuser in der ganzen Welt folgten ihm in die Transmutation. Seitdem lebt der Adel noch prächtiger, noch prunkvoller, der vierte Stand, die normalen Menschen haben eine zusätzliche Steuer – einen Blutzehnt – abzugeben. Eine Eiszeit im wortwörtlichen Sinn hat sich über Europa gesenkt.

Während in Versailles, dem Herrschersitz, der Hof der Finsternis regiert, der Adel jede Nacht zur Jagd auf das gefangen und ausgesetzte Wild, die Menschen ruft, darben die Bürgerlichen.

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Sandra Lüpkes: Das Licht im Rücken

Aus fiktiven und realen Episoden zusammengesetzte Geschichte der Familie Leitz und ihrer Kamera Leica

Ein durchweg spannender und interessanter Roman um die Industriellenfamilie Leitz und ihr Werk in Wetzlar, wo die berühmte Kamera Leica entstand. Dennoch kämpft auch dieser Roman mit dem typischen Problem: Um alle zeitgeschichtlich relevanten Themen abzudecken, werden die Figuren in zu viele Situationen hineingestellt, um noch realistisch zu sein.

Sandra Lüpkes, deren Krimis und Inselromane zurecht sehr erfolgreich sind, hat nun, nach „Die Schule am Meer“ ihren zweiten historischen Roman vorgelegt. Im Mittelpunkt die Geschichte einer Familie, zentral die Zeit zwischen 1930 und dem Ende des zweiten Weltkriegs. In teils sehr detailliert erzählten Episoden, teils mit größeren Zeitsprüngen dazwischen, erzählt sie von dem Firmengründer Ernst Leitz dem ersten und seinen Nachfolgern, alle Ernst mit Namen. Sie erzählt von Otto Barnack, der die erste leichte und tragbare Kleinbildkamera erfand, eine große Errungenschaft gegenüber der schweren Plattenkamera, bei der die zu fotografierenden Personen minutenlang stillhalten mussten.

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Luca Ventura: Bleich wie der Mond

Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt… geht es in dem berühmten Song „Capri-Fischer“ romantisch weiter. Nicht so in dem Roman von Luca Ventura. Als die Nacht hereinbricht, liegt die Leiche des berühmten Mozzarella-Königs Nico Castaldo ebenso bleich wie der Mond in einem Bottich seiner Käserei. Wer wollte dem Aushängeschild und Leading-Man des weltberühmten kampanischen Büffelmozzarellas etwas zuleide tun? Dieser Frage muss das ungleiche Ermittlerduo Enrico Rizzi und Antonia Cirillo im vierten Teil der Romanreihe nachgehen.

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Steve Cavanagh: Liar

Eddie Flynn hat Erfahrung damit, was es bedeutet, wenn die Familie, insbesondere die eigene Tochter, durch den Beruf in Gefahr gerät. Deswegen hat er durchaus Verständnis für den Vater, der nicht bereit ist, sich dem FBI zu beugen und versucht, seinen eigenen Weg zur Rettung zu gehen. Aber Leonard Howells, der Vater, spielt dazu noch ein ganz eigenes Spiel und bringt sich selbst in Verdacht, seiner Tochter etwas angetan zu haben. Eddie ist zumindest in dem Punkt von Howells Unschuld überzeugt, aber schon einige Seiten weiter weiß er nicht mehr, wem er noch trauen kann.

Auch dieser Band um den Rechtsanwalt Eddie Flynn ist ein Pageturner. Nach dem Erfolg von „Thirteen“ hat sich der Goldmann-Verlag entschlossen, auch die Vorgängerbände zu übersetzen und auf den deutschen Markt zu bringen. Eine gute Entscheidung, wie ich finde, trotzdem warte ich mit Spannung auf den eigentlichen nächsten Band, der im Januar erscheint.

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Michael Kröchert: Wasserläufer

Alissa sagt zu Rio: „… Du willst als Fotograf arbeiten, … du willst frei sein, willst auf einem Floß leben, willst Kinder, willst Berlin, … willst all das auf einmal. Das zerreißt dich doch.“ (S. 185/1186)

Das Thema Lebensplanung wird für Rio umso schwieriger, je älter er wird. Für ihn ist die Aussicht, mit Alissa eine Familie zu gründen, alles andere als einfach. Denn das verbindlich Unverbindliche in seinem Charakter schenkte ihm bisher ein Maximum an Freiheit. Als Alissa in Frankfurt ihre Dissertation zu Ende zu schreiben will, verlässt auch Rio ihre gemeinsame Wohnung.

Bei seiner Tante baut er ein Floß, auf dem er für die nächsten Wochen wie ein Eremit leben will. Die Seen in Brandenburg werden seine vorübergehende Heimat. Rio hat an alles gedacht, bis er spürt, dass der Rückzug in die Natur genauso schief gehen könnte wie sein Vorhaben, Entscheidungen zu treffen.

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Ingke Brodersen: Lebewohl Martha

Spannende Recherchen um ehemalige jüdische Bewohner eines Berliner Hauses

Man stelle sich das einmal vor: Man lebt in einer großen und schönen Berliner Wohnung, Altbau, mit Stuckdecken. Und erfährt später, dass aus dieser Wohnung, wie auch aus denen auf den anderen Etagen, damals 1942 und später, Frauen und Männer deportiert wurden.

Genau so erging es der Autorin, Historikerin und Herausgeberin. Vor vielen Jahren zog Ingke Brodersen in die Wohnung im vierten Stock des Hauses Berchtesgadener Straße 37 in Berlin-Schöneberg. In die Wohnung, in welcher seinerzeit Martha Conen lebte, auf ihrem Flügel muszierte und von wo sie nach Theresienstadt deportiert wurde, 1942.

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Boris Koch: Moorläufer: Im Reich des letzten Drachen

Seit Generationen leben, malochen und sterben sie hier. Die Rede ist von den Torfstechern, die ihr karges, gefährliches Dasein in Nebelbruch, am Rand des ewigen Zwielichts des Moores fristen. Bevölkert von Irrlichtern, gefährlichen Tieren und dem letzten der Drachen gehen sie Tag für Tag ihrer Arbeit für den König und die Freifrau, die in seinem Namen Recht spricht und den Zehnten eintreibt, nach. Nur hier in den Schwarzmooren findet man den Torf, der die Alchemisten des Königreiches dazu befähigt, ihre Magie zu wirken – und damit den König zum mächtigsten der Herrscher macht.

Sehr selten entdeckt man im Torf verborgen ein Juwel, den legendären Moordiamanten. Auch wenn dieser sofort dem König übergeben werden muss, bringt ein solcher Fund Freude in das Dorf der Torfstecher – ein vom Herrscher ausgelobtes und bezahltes Fest beginnt, der Finder erhält eine monetäre Belohnung, alle freuen sich.

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Jean-Luc Bannalec: Bretonischer Ruhm

Zu Beginn der Sommerferien in NRW versorgt der Verlag Kiepenheuer und Witsch seine Leserschaft mit neuer Urlaubslektüre. Genau ein Jahr nach „Bretonische Nächte“ erscheint „Bretonischer Ruhm“ von Jean-Luc Bannalec. Kaum zu glauben: Seit über zehn Jahren lässt Bannalec seinen Kommissar Georges Dupin in der Bretagne ermitteln. Dabei gelingt dem Autor in jedem seiner Fälle ein jeweils eigener und spezieller Fokus auf Themen der vielfältigen bretonischen Landschaft. So führt uns Kommissar Dupins zwölfter Fall hart an die bretonische Grenze ins Loiretal. Der Lesende taucht ein in die Welt der Winzer und der Weine an den Ufern des Lac de Grand-Lieu, den größten See der Bretagne.

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Dietmar Bittrich: Grab tiefer!

Makaber. Respektlos. Äußerst amüsant. Und mit mehr Körnchen Wahrheit versehen, als manchem lieb ist. Dietmar und seine Freunde betreiben ein äußerst klimafreundliches, wenngleich illegales Bestattungsinstitut. Zu diesem Job kamen die seit Corona arbeitslosen Kulturschaffenden eher durch Zufall. Irgendwie muss man sich ja über Wasser halten. Ein Halbmediziner als Leichenbeschauer, ein Halbjurist fürs „Rechtliche“ und ein Halb-Theologe als Trauerredner – alle mit abgebrochenen Studiengängen – was soll das schon schiefgehen? Dank der kuriosen Kundschaft haben die Drei sogar genügend Inspirationen gesammelt, um ein neues Comedyprogramm auf die Beine zu stellen!

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Jennifer Estep: Der Dornenthron: Gargoyle Queen 02

Das politische Gipfeltreffen baut auf friedlicher Kooperation auf. Zwischen den Königreichen sollen neue Handelsverträge geschlossen werden, ganz im Sinne dessen, was für Volk und Land das Beste ist. Dennoch kann Prinzessin Gemma Ripley dem Frieden nicht trauen. Wie auch, wenn sie gerade erst aus dem feindlichen Königreich Morta entkommen konnte und noch immer an den Folgen ihrer Gefangenschaft leidet? Doch Maeven, Königin von Morta behauptet, nichts anderes zu wollen, als den Frieden zwischen den beiden Königreichen wieder herzustellen. Das Mittel zum Zweck: Gemma soll ihren Sohn Leonidas heiraten.

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