Jean-Luc Bannalec: Bretonischer Ruhm

Zu Beginn der Sommerferien in NRW versorgt der Verlag Kiepenheuer und Witsch seine Leserschaft mit neuer Urlaubslektüre. Genau ein Jahr nach „Bretonische Nächte“ erscheint „Bretonischer Ruhm“ von Jean-Luc Bannalec. Kaum zu glauben: Seit über zehn Jahren lässt Bannalec seinen Kommissar Georges Dupin in der Bretagne ermitteln. Dabei gelingt dem Autor in jedem seiner Fälle ein jeweils eigener und spezieller Fokus auf Themen der vielfältigen bretonischen Landschaft. So führt uns Kommissar Dupins zwölfter Fall hart an die bretonische Grenze ins Loiretal. Der Lesende taucht ein in die Welt der Winzer und der Weine an den Ufern des Lac de Grand-Lieu, den größten See der Bretagne.

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Dietmar Bittrich: Grab tiefer!

Makaber. Respektlos. Äußerst amüsant. Und mit mehr Körnchen Wahrheit versehen, als manchem lieb ist. Dietmar und seine Freunde betreiben ein äußerst klimafreundliches, wenngleich illegales Bestattungsinstitut. Zu diesem Job kamen die seit Corona arbeitslosen Kulturschaffenden eher durch Zufall. Irgendwie muss man sich ja über Wasser halten. Ein Halbmediziner als Leichenbeschauer, ein Halbjurist fürs „Rechtliche“ und ein Halb-Theologe als Trauerredner – alle mit abgebrochenen Studiengängen – was soll das schon schiefgehen? Dank der kuriosen Kundschaft haben die Drei sogar genügend Inspirationen gesammelt, um ein neues Comedyprogramm auf die Beine zu stellen!

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Jennifer Estep: Der Dornenthron: Gargoyle Queen 02

Das politische Gipfeltreffen baut auf friedlicher Kooperation auf. Zwischen den Königreichen sollen neue Handelsverträge geschlossen werden, ganz im Sinne dessen, was für Volk und Land das Beste ist. Dennoch kann Prinzessin Gemma Ripley dem Frieden nicht trauen. Wie auch, wenn sie gerade erst aus dem feindlichen Königreich Morta entkommen konnte und noch immer an den Folgen ihrer Gefangenschaft leidet? Doch Maeven, Königin von Morta behauptet, nichts anderes zu wollen, als den Frieden zwischen den beiden Königreichen wieder herzustellen. Das Mittel zum Zweck: Gemma soll ihren Sohn Leonidas heiraten.

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Caroline Schmitt: Liebewesen

Im Roman „Liebewesen“ von Caroline Schmitt ist Lio Anfang 30 und hatte noch nie eine feste Beziehung. Was anderen gute Gefühle bereitet – Nähe, zärtliche Berührungen, Sex – macht ihr Angst. Mit ihrem Körper steht sie auf Kriegsfuß. Auf Initiative ihrer besten Freundin und WG-Partnerin Mariam trifft sie sich mit Max und zu ihrem Erstaunen läuft das erste Date richtig gut. Das klingt jetzt nach einer klassischen Liebesgeschichte, aber keine Angst, die Autorin Caroline Schmitt kennt offenbar die Klischeefallen und umgeht sie geschickt. Ihre Figuren sind authentisch und ungekünstelt. Ich erlebe Schmetterlinge im Bauch und alles zerfressenden Alltag. Aufeinander aufpassen und aneinander vorbeireden. Während Max seine Winter-Depressionen mit fraglichen Hausmitteln behandelt bzw. sie auf Lios Rücken auslebt, offenbart sie nur selten die Abgründe ihrer Angst.

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Ariel Magnus: Tür an Tür: Nazis und Juden im argentinischen Exil

Ins Exil gehen und dort genau den treffen, vor dem man geflohen ist

Ariel Magnus, der heute in Deutschland lebt, ist in Argentinien geboren und aufgewachsen, als Sohn jüdischer Eltern, die von jenen abstammen, die vor den Nazis flohen. Dort aber lebten sie „Tür an Tür“ mit genau jenen, vor denen sie flüchten mussten.

In einzelnen Kapiteln beleuchtet der Autor die Schwierigkeiten und vor allem die Gefühle, die diese Lebenssituation für ihn und seine Familie, aber auch für alle anderen Juden in Argentinien bedeutet.

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Dennis E. Taylor: Außerirdisch

Jack Kernigan lebt da, wo sich gemeinhin Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Ein kleines Kaff im Nirgendwo, von wo aus er ans MIT zog, um die Welt des Wissens zu erobern. Dass irgendjemand, ein veritables A… – loch, seinen Zugangscode zu den Rechnern der Uni missbraucht hat, um dort virtuelles Geld zu schöpfen, sorgte dafür, dass er erst einmal wieder zurück im Nirgendwo ist und für seinen Vater Ware ausliefert.

Bei einer seiner Lieferungen nimmt er eine Kurve zu eng und kollidiert mit etwas Großem. Die Beule im Frontspoiler ist markant, Haare haben sich auch verfangen – alles deutet auf ein Tier, Rotwild vielleicht, hin.

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Ellery Lloyd: Der Club. Dabeisein ist tödlich

Gehypt? Mich hat es leider enttäuscht.

Der Thriller „Der Club: Dabeisein ist tödlich“ von Ellery Lloyd verspricht eine Welt voller Luxus, Geheimnisse, gekrönt mit einem schockierenden Mord. Das ultraluxuriöse Resort „Island Home“ vor der englischen Küste bildet das spektakuläre Setting für die begehrteste Einladung des Jahrzehnts: zur dreitägigen Eröffnungsparty.

Doch trotz des starken Fokus auf Exklusivität und Glamour des Clubs bleibt die Geschichte enttäuschend unspektakulär.

Die Story entwickelt keine aufregende Atmosphäre und bleibt in Bezug auf ein Krimirätsel durchschnittlich, da der Spannungsbogen nicht konsequent aufgebaut wurde. Ebenso fehlte die Kreation von aufregenden Momenten, die die Leserschaft fesseln und mitfiebern lassen.

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Louise Erdrich: Jahr der Wunder

Louise Erdrich (Jahrgang 1954), US-Amerikanerin mit indigenen Wurzeln wurde 2021 für ihren Roman „Der Nachtwächter“ mit dem Pulitzer Prize for Fiction ausgezeichnet. Sie lebt und arbeitet in Minneapolis im US-Staat Minnesota, wo sie die Buchhandlung Birchbark Books betreibt. Ihr neuer Roman „Jahr der Wunder“ (Originaltitel: The Sentence) erschien am 17. Mai 2023 in einer Übersetzung von Gesine Schröder im Aufbau Verlag.

Darin findet sich die Indigene Tookie im Gefängnis wieder, nachdem sie ihrer Freundin Danae helfen wollte, die Leiche ihres toten Ex-Freundes Budgie von seiner Ehefrau Mara zu stehlen. Von Danae erhält sie für diesen Freundschaftsdienst einen „dicken Scheck“. Leider klebt auch noch Crack an Budgies Körper.

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Ulla Mothes: Morgenluft

Kleingartenkolonie als Abbild der Gesellschaft – etwas dick aufgetragene Geschichte um Stadtentwicklung, Geheimnisse und Vertrauen

In einer ungenannten Stadt taucht eines Tages die junge Architektin Lu in einer Kleingartenanlage auf. Sie sucht dort Unterschlupf, nachdem ihr Freund, der auch gleichzeitig ihr Chef ist, sie betrogen hat. Nun steht sie ohne Arbeit und ohne Wohnung da.

Zu den Kleingärten hat sie eine besondere Beziehung, wollte ihr Ex-Freund doch genau auf deren Gelände eine große moderne Wohnanlage bauen. Davon sind die Kleingärtner natürlich wenig angetan, weshalb Lu ihre Insiderinformationen erst einmal verschweigt. So wird sie, zwar nicht mit weit offenen Armen, aber doch gutmütig akzeptiert als neue Mitbewohnerin. Erst nach und nach stellt sich heraus, was Lus wirkliche Absichten sind und was diese für die Kleingärtner letzten Endes bedeuten.

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Jonas Eika: Nach der Sonne

Phantasmografisch. Befremdlich. Wuchtig. Dies sind nur ein paar der Attribute, die in Bezug auf Jonas Eikas Roman fallen. Sein Roman löst Staunen und Unbehagen aus, er fasziniert und irritiert zugleich. Der dänische Autor wurde für dieses Buch – bestehend aus vier Erzählungen – 2019 bereits mit dem Literaturpreis des Nordischen Rats ausgezeichnet. Zudem schaffte er es 2022 auf die Shortlist des Internationalen Buchpreises und erhielt eine Nominierung für den International Booker Prize.

Auf nur 155 Seiten prangert der dänische Autor politische und gesellschaftliche Missstände an. Und zwar auf eine metaphorische, phantastische Weise, die lange nachhallt. Zentrales Motiv ist die Frage, was das Menschsein ausmacht. Dies verdeutlicht er anhand verschiedenster Formen der Entmenschlichung. Was bleibt, wenn der Menschsich selbst verkaufen muss, aus dem gesellschaftlichen Raster fällt oder unter die Räder des Turbokapitalismus geraten ist?

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