Lesenswertes fürs Handgepäck

Der große Sommerurlaub steht an, die Koffer sind gepackt und platzen aus allen Nähten – aber ein Buch muss trotzdem noch mit, oder? Am besten eines, das bequem ins Handgepäck passt, aber trotzdem genug Inhalt für einen ganzen Urlaub bietet – wer weiß, vielleicht hat man genau die eine Regenwoche in Italien erwischt. Flug, Zug und Bus haben Verspätung. Oder man braucht auch von den besten Mitreisenden mal eine halbe Stunde Abstand. Klar: Ein Buch hilft in all diesen Situation und noch in viel mehr. Aber wohin damit? Man kann ja unmöglich das dritte Ersatzhandtuch daheim lassen und wer weiß, wann man mal einen Wasserkocher braucht. Deshalb haben wir hier ein paar Bücher zusammengesucht, die klein, aber voller Inhalt sind; außerdem leicht und biegsam genug, um noch in letzter Minute ins Handgepäck gestopft zu werden. Viel Spaß damit und gute Reise!

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Salma El-Wardany: Alles, was wir uns nicht sagen

Drei junge Frauen auf dem Weg zu sich selbst – empathisch, aber auch langatmig und schwülstig

Kees, Malak und Jenna sind seit der Schulzeit befreundet. Die Musliminnen leben in England nicht immer nach den Regeln ihrer Religion. Malak und Kees haben beide weiße Freunde, die sie vor ihren Familien verheimlichen, Jenna lebt ihr Leben freizügig, ohne jedoch gewisse Grenzen zu überschreiten.

Malak liebt Jakob, bricht jedoch mit ihm, weil er kein Moslem ist und sie unbedingt mit einem solchen verheiratet sein will. Sie geht nach Kairo, der Heimat ihrer Familie.

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Banana Yoshimoto: Ein seltsamer Ort

Ein seltsamer Ort. Ein seltsames Buch. Das dürfte sich so manche Leser nach der Lektüre dieser 300 Seiten denken. Selbst die Autorin stellt im Nachwort klar, dass ihr Buch die Leserschaft spalten wird. In diejenigen, die es lieben und diejenigen, die es langweilig finden werden. Im Gegensatz zu anderen literarischen Fantasy-Spektakeln gibt es hier zwar übernatürliche Phänomene – auf Blut, Action oder Plot-Twists aller Art wird allerdings verzichtet. Die Protagonisten gleiten so sachte und unaufgeregt durch die Szenerie wie Wasser durch einen Feng-Shui Brunnen. Statt Schockmomenten warten Momente der Erkenntnis auf die überwiegend weiblichen Figuren. Weshalb Banana Yoshimoto ihr Werk lieber mit dem Label „Psychologischer Horror“ versehen möchte.

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Tilman Spreckelsen: Das Nordseekind

Wer sich dem Menschen Theodor Storm annähern möchte, findet in den historischen Kriminalromanen von Tilman Spreckelsen eine Fundgrube von Hintergrundgeschichten. In seinem aktuellen Roman hat der Anwalt Theodor Storm zu seiner Cousine Constanze eine feste Beziehung aufgebaut, aus der wenig später eine langjährige und vermutlich glückliche Ehe entstehen wird. Seine juristische Karriere ist ebenfalls in den Anfängen, denn in seiner Heimatstadt Husum hat er sich selbständig gemacht und freut sich – mehr oder weniger – über die langsam anwachsende Zahl von Aufträgen. Unter anderem erscheint Enna, eine junge Frau, in Begleitung eines älteren Herren. Enna glaubt, sie sei Elisabeth van Ovens, die im Alter von drei Jahren verschollene Enkelin der Katharina van Ovens und damit auch Erbin eines großen Vermögens.

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Jana Costas: Im Minus-Bereich

Jana Costas, Professorin an der Viadrina-Universität in Frankfurt an der Oder, schließt sich für eine Feldforschung den Mitarbeitern einer Reinigungsfirma in Berlin an. In den Gebäuden am Potsdamer Platz, um sie herum und an den gläsernen Fassaden gibt es viel zu putzen. Unter dem riesigen Komplex aus Shoppingcenter, Bürogebäuden, Gastronomiebetrieben und Luxuswohnungen befindet sich über vier Etagen ein fensterloser „Minus-Bereich“. Dort arbeiten Schneiderinnen für die exklusiven Geschäfte in der „Oberwelt“, befinden sich die Müllräume, endlose labyrinthische Gänge, Warenlager und die Aufenthaltsräume für das Reinigungspersonal.

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Franziska Grillmeier: Die Insel

Die Insel“ von Franziska Grillmeier ist ein anklagender Bericht über die Situation in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln.

Dieses Buch vermittelt den Eindruck, als wisse es nicht so genau, was es will. Dabei ist der Bericht der Journalistin Franziska Grillmeier über die Zustände in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln wichtig. Sie erzählt von ihren eigenen Erlebnissen dort, als Beobachterin, als Freundin und als Journalistin.

Doch scheint mir die Erzählweise ein wenig erratisch, ist das Buch doch eine Mixtur aus Reisebericht, Schilderung einzelner Schicksale und Anklage der desolaten und verfehlten Migrationspolitik der EU.

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Franzi Kopka: Game Show 01: Der Preis der Gier

2126. Nach dem dritten Weltkrieg hat sich die Weltordnung massiv geändert. Die 17-jährige Cass lebt in New London, wo die Gesellschaft in Klassen von Bronze bis Purpur eingeteilt ist; sie selbst ist eine Platin und hat damit ein sicheres, bequemes Leben. Und doch wird sie von dem ständigen Drang umgeben, mehr zu wollen. Das zu erreichende Ziel: Die Neutrals. Das Versprechen der Regierung: Jeder kann diese höchste Klasse erreichen. So die Ausgangssituation in „Game Show 01“ von Franzi Kopka.

Statt Geld existieren nur digitale Coins, von denen ein Pflichtbetrag auf Wetten verwendet werden muss – gewettet wird dabei auf grausam-tödliche Spiele, zu denen die Niedersten der Gesellschaft gezwungen werden. Die Reds.

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Anthony McCarten: Going Zero

Kaitlyn hat sich in „Going Zero“ von Anthony McCarten auf ein gefährliches „Spiel“ eingelassen. Mit neun anderen Freiwilligen wird sie für 30 Tage gejagt. Vorher haben sich alle Zehn damit einverstanden erklärt, all ihre persönlichen Daten freizugeben. Und wer nach dem Ablauf von 30 Tagen nicht aufgespürt wird, gewinnt drei Millionen Dollar.

Das Spiel heißt Going Zero und bedeutet für die Freiwilligen den vollständigen Verzicht auf das Internet und ein Abtauchen vom normalen Leben, während ein Softwarekonzern mit allen Tricks der Datenanalyse und Überwachungstechniken ihr komplettes Leben ausspioniert.

Die Jagd nach Menschen

wurde in der Vergangenheit schon häufig medial verarbeitet. Mal wurden Verbrecher und Terroristen gejagt, oder die Jagd unterhielt ein großes Publikum. Wer erfolgreich floh, gewann in solchen Fällen seine Freiheit oder eine fette Prämie.

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Juno Dawson: Der Hexenzirkel Ihrer Majestät 02:  Die falsche Schwester

Im Dezember 22 ist die Urban-Fantasy-Trilogie „Der Hexenzirkel Ihrer Majestät“ von Juno Dawson gestartet. Nun, nur sechs Monate später, folgt schon Band zwei, „Die falsche Schwester.“

Der titelgebende Haupthandlungsstrang dreht sich um Ciara Kelly, die im ersten Band ihre Zwillings-Schwester Niamh ermordet hat, und nun mit dunklen Motiven unerkannt deren Leben weiterführt.

Andere Hexen haben mit versehentlich zu Stein gewordenen Ehemännern oder mächtigen und bösen Zauberern zu tun.
Und weil die Handelnden allesamt über große Kräfte verfügen, steht am Ende nichts weniger auf dem Spiel als die Weiterexistenz der gesamten Menschheit. Es kommt zum actionreichen Showdown …

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Chris van Tulleken: Gefährlich lecker

Augenöffnende Pflichtlektüre

Na, wie oft wirfst du einen Blick auf die Inhaltsstoffe der Zutatenliste deiner Pausensnacks? Schockierend, oder? Nahezu alles, was wir essen, ist kein Essen. Es ist eher eine industriell hergestellte, essbare Substanz. Der Originaltitel des Buches „Ultra-Processed People: The Science Behind the Food ThatIsn’t Food“ könnte passender nicht sein. Wer einen staubtrockenen und gähnend langweiligen Ratgeber erwartet, wird enttäuscht, denn „Gefährlich lecker“ von Chris van Tulleken ist überraschend unterhaltsam geschrieben. Beinah süchtig machend.

„Wenn es in Plastik verpackt ist und mindestens eine Zutat enthält, die man nicht in einer normalen Haushaltsküche findet, handelt es sich um ein HVL.“ (S. 17; HVL = hochverarbeitete Lebensmittel)

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