Gwendolyn Brooks: Maud Martha

„Maud Martha“ ist der einzige Roman von Gwendolyn Brooks (1917 – 2000), die vor allem als Lyrikerin bekannt war.

Maud Martha erfährt schon als kleines siebenjähriges Mädchen, wie es sich anfühlt, wenn Menschen nach ihrem Aussehen beurteilt werden. Ihre Haut hat die Farbe von dunklem Kakao, ganz ohne Milch, und ihre Haare sind unbezähmbar. Sie weiß, dass sie in den Augen der anderen nicht hübsch ist und beschließt doch, jemand ganz besonderes zu sein, ein einzigartiges Maud-Martha-Kunstwerk. Sie weiß, dass sie dem alltäglichen Rassismus in der amerikanischen Gesellschaft nicht entkommen kann, aber sie wird ihm nicht erlauben, ihr Leben zu bestimmen.

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Tess Gunty: Der Kaninchenstall

Die 30-jährige US-Amerikanerin Tess Gunty ist die Gewinnerin des National Book Award for Fiction 2022. Der mit 10.000 US-Dollar dotierte Preis wird seit 1950 jährlich vergeben. Mit ihrem Roman „The Rabbit Hutch“ wurde Guntys Debüt ausgezeichnet. Sie lebt und arbeitet in Los Angeles. Am 6. Juli 2023 veröffentlichte der Verlag Kiepenheuer & Witsch Tess Guntys Roman unter dem deutschen Titel „Der Kaninchenstall“. Sophie Zeitz übersetzte ihn aus dem Englischen.

Tiffany Watkins lebt in Vacca Vale, Indiana, in einem Apartmenthaus mit dem Namen La Lapinière Affordable Housing Complex. Vacca Vale ist eine Stadt im Rust Belt der Vereinigten Staaten von Amerika. Früher wurden hier Zorn-Autos hergestellt.

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Tove Alsterdal: Nebelblau: Band 03

Die Polizistin Eira Sjödin hat sich in ihre Heimat, nach Ådalen, versetzen lassen, um in der Nähe ihrer dementen Mutter zu wohnen. Darüber hinaus wurde sie zum Innendienst verdonnert, damit sie ihre Schwangerschaft so ruhig wie möglich verbringt. Das neue Arbeitsleben im elterlichen Haus fühlt sich für sie wie ein Abstellgleis an. Als sie noch eine Jugendliche war, wollte Eira wie alle anderen weit weg von der Einöde des dörflichen Alltags. Nicht jeder hat es geschafft. Und wer nach Jahren freiwillig zurückkommt, der weckt bei den Dorfbewohnern Neugier. Wie hat sich Eira verändert? Passt die Polizistin noch in die Gemeinschaft?

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Helene Flood: Die Affäre

Ein slow burning Feuerwerk: raffiniert & unheimlich

„Dieses Gefühl, wenn man beschlossen hat, etwas Verbotenes zu tun, ist schön. Schwerelos und schwebend, jetzt kann alles passieren.“ (S. 39)

Helene Floods zweiter Roman „Die Affäre“ ist ein zum Nachdenken anregender, charakterbasierter Thriller. Die Autorin hat mein Gehirn erneut zum Explodieren gebracht. Die Ich-Perspektive und die distanzierte Erzählweise sorgen für anfängliche Irritation, bis plötzlich alles zusammenpasst.

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Sibylle Baillon: Wie Spuren am See – Die Erbin

Erster Eindruck

Obwohl ich Kriminalromane lieber lese und schreibe als Liebesromane, hat mich Sibylle Baillons „Wie Spuren am See – Die Erbin“ vom ersten Kapitel an magisch angezogen. Ein sympathisch blumiger Schreibstil offenbart die Gefühle der Protagonistin Isabella, in der sich Leserin und Leser sofort wiederfinden können. So beflügeln ihre Gedanken und die Dialoge die Fantasie, die unweigerlich der Handlung vorauseilt. Gelegentliche Widersprüche zwischen einer aus Gewohnheit vorbestimmten Absicht und der spontan entgegengesetzt getroffenen Entscheidung verführen durch sanfte Ironie zum Schmunzeln.

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Emma Berquist: Nex: Die letzte Nacht

Lexi hat eine Gabe – oder auch einen Fluch, wie sie eher sagen würde. Wann immer sie einen Menschen berührt, kann sie die Art und den Tag seines Todes sehen. Das hat sie menschenscheu gemacht und Kontakt hat sie fast nur noch zur Gruppe der übernatürlich Begabten in Los Angeles, denn dort kann sie offen sagen, warum sie niemanden berühren möchte. Eines Abends passiert es trotzdem: sie rempelt versehentlich ein Mädchen an und sieht deren brutalen Tod noch am gleichen Abend. Aber sie schweigt. Zu Lexis Gaben gehört es aber auch, mit hängengebliebenen Geistern reden zu können. Und wer erscheint ihr am nächsten Tag? Genau, Jane, das ermordete Mädchen. Und sie lässt sich nicht abschütteln.  Noch mehr Menschen verschwinden und langsam kristallisiert sich heraus, dass der Mörder unter den übernatürlich Begabten zu suchen ist. Lexi macht sich auf die Suche, auch, um ihr schlechtes Gewissen Jane gegenüber zu beruhigen, obwohl sie sicher weiß, dass sie nichts hätte ändern können.

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Sarah Raich: Equilon

Es ist keine schöne Welt, die Sahra Raich uns in Equilon entwirft. Der Klimawandel hat weite Teile der Welt unbewohnbar oder fast unbewohnbar gemacht. Aus Städten sind Ghettos geworden, in denen der Großteil der Menschen gerade so überlebt. Die meisten von ihnen haben ein Ziel: den Score für „eine Milliarde“  erreichen (durch Wohlverhalten), um zu den wenigen Privilegierten zu gehören, die in New Valley leben. Dort lebt es sich bequem und modern und man kann daran arbeiten, den Planeten wieder für alle bewohnbar zu machen. Jenna schafft es und macht sich auf den Weg.

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Emily J. Taylor: Hotel Magnifique: Eine magische Reise

Einst, als ihre Mutter noch lebte, war ihre Welt auf einer der kleinen, dem Festland vorgelagerten Inseln, noch in Ordnung. Die Rede ist von den Schwestern, der 17- jährigen Jani und ihrer kleinen Schwester Zosa. Nach ihrer Flucht aufs Festland schuftet Jani in der Küstenstadt Durc jeden Tag in einer Gerberei, um den gemeinsamen Lebensunterhalt zu sichern – als sich unverhofft eine Tür öffnet.

In unregelmäßigen Abständen taucht das legendäre Hotel Magnifique für einen Tag in der Stadt auf. Zutritt hat nur, wer sich die horrenden Preise für eine Woche Aufenthalt leisten kann und die dienstbaren Geister – Zimmermädchen, Künstler, Köche.

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Max Kugel: Wie ich auszog, um mein Handwerk zu retten

Wenn Max Kugel öffentlich erklärt, richtig gutes, ehrliches Brot zu backen, dann sind viele neugierig und wollen seine Brote sehen, riechen und schmecken. Der Vater mahnte, am Anfang kommen die Neugierigen, und danach würden die Verkäufe erfahrungsgemäß weniger. Der übliche Überschuss am Ende eines Tages sei einzukalkulieren.

Bei Max Kugel lief es anders. Seine Philosophie sieht, riecht und spürt man bereits an der Eingangstür. Der Verkaufsbereich und seine Backstube sind nur durch eine Glaswand getrennt und demonstrieren eine ungewohnte Offenheit.

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Val McDermid: 1989: Wahrheit oder Tod

Sosehr mich der Vorgängerband „1979“ begeistert hat, so wenig konnte mich „1989“ abholen. Es ist kein schlechtes Buch, aber irgendwie fehlt der Drive, der 1979 hatte.

Allie Burns hat eine Phase des erfolgreichen Investigationsjournalismus hinter sich und jetzt ist sie bei einem mehr oder weniger Boulevardblatt ziemlich kaltgestellt. Auf der einen Seite nagt das an ihr, auf der anderen Seite ist sie aber auch in einem Alter, in dem sie langsam merkt, was die ständige Beschäftigung mit den Katastrophen der Welt mit ihr macht. Und das gefällt ihr nicht.

Als sie eine einfache Reportage über die neue Seuche Aids machen will, fällt ihr als Erstes auf, wieviel schlechter die Betroffenen in Schottland behandelt werden und dann stößt sie auf eine Pharmafirma, die offensichtlich mit dem Leben der Probanden spielt. Weil das bereits aufgefallen ist, wurden die Studien nach Ostdeutschland verlegt, wo man offenbar nicht ganz so genau hinsehen möchte. Hier soll sie nur Informationen bekommen, wenn sie bereit ist, einer Frau bei der Flucht zu helfen. Dazwischen geht es noch zur Stadionkatastrophe von Hillsborough und am Ende zu den Morden des Zweiten Weltkriegs in Polen.

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