Robyn Green: Jonah Goes Off Script

Jonah Penrose schwebt auf Wolke sieben. Ihm ist mit seiner Darstellung des AJonah Penrose schwebt auf Wolke sieben. Mit seiner Darstellung des Achill im Stück The Wooden Horse ist ihm endlich der Durchbruch gelungen. Er gewinnt einen renommierten Preis und wird gefeiert – doch dann macht plötzlich sein Freund mit ihm Schluss. Und als wäre das nicht schon genug, tritt auch noch jemand Neues dem Ensemble bei: Dexter Ellis. Der Dexter Ellis, der die Rolle des Achill einst uraufgeführt und geprägt hat. Der Dexter Ellis, der Jonah seinen Platz als erfolgreicher, aufstrebender Schauspieler streitig machen will. Der Dexter Ellis, den Jonah so nervtötend wie attraktiv findet – und der ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen will …

Einen großen Teil des Buches nimmt die Geschichte um Jonahs Vater ein. Geschildert werden seine Erkrankung und wie schwer die Situation für die ganze Familie ist. Das bildet eine interessante Abwechslung zu der Liebesgeschichte, die auf mich nicht wirklich authentisch wirkt.

Mein größtes Problem waren allerdings die Charaktere: Keinen der beiden Hauptfiguren fand ich wirklich sympathisch. Dexter wirkt über weite Strecken wie eine wandelnde Red Flag – ständig ärgert er Jonah und kritisiert dessen schauspielerische Leistung. Jonah wiederum ordnet sich gern unter, beneidet andere ständig und hat deshalb immer das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Die Dynamik zwischen den beiden konnte mich nicht überzeugen, auch wenn man im Laufe des Buches erfährt, warum sie so geworden sind, wie sie sind. Ihre Vergangenheit hat sie stark geprägt. Harmonie zwischen den beiden kommt kaum vor, und der Wechsel zwischen Abneigung und Freundschaft geht mir zu schnell und wird kaum erklärt. Auch die Neckereien wirken häufig aufgesetzt. Insgesamt empfand ich die Beziehung als ziemlich toxisch. Hinzu kommt, dass die Figuren sehr häufig Alkohol trinken, was für mich ebenfalls nicht besonders gut zum Ton des Buches passte.

Ich hätte mir außerdem deutlich mehr Einblicke in das Theaterumfeld gewünscht, denn genau das fand ich eigentlich besonders interessant. Obwohl das Buch relativ viele Seiten hat, passiert insgesamt eher wenig, und stellenweise wird die Handlung zäh. Die verschiedenen Handlungsstränge bleiben recht kurz und hätten gern ausführlicher ausgearbeitet werden können. Die Beschreibungen von Orten und Personen sind teilweise sehr lang geraten, und manche Sätze sind so verschachtelt, dass man leicht den Überblick verliert.

Auch die Liebesszenen konnten mich nicht wirklich abholen. Häufig stehen sehr ausführliche Beschreibungen im Vordergrund, was den Lesefluss eher bremst.

Fazit: Mich konnte das Buch insgesamt nicht wirklich überzeugen. Am meisten angesprochen hat mich noch die Geschichte rund um Jonahs Vater.

Robyn Green: Jonah goes off script
Aus dem Englischen Übersetzt von Emilia Stemmler.
LYX, Februar 2026.
400 Seiten, Paperback, 16,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Katja Plattner.

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