Stell dir vor, seine Träume wären nach dem Aufwachen nicht verschwunden, sondern aufgezeichnet worden. Du könntest sie dir jederzeit ansehen. Doch dann wäre dein nächster Schlaf dein letzter….
„Du darfst nicht einschlafen!“ – Alysee ist vier Jahre alt, als ihr Vater sie panisch anfleht, wach zu bleiben. Sie schläft trotzdem ein. Als sie aufwacht, ist ihr Vater bestialisch ermordet. Es ist ihre einzige Erinnerung an ihn. Seit diesem Tag lässt die panische Angst vor dem Einschlafen sie nicht mehr los. Jahre später erfährt die Vollwaise, dass ihr Vater ihr ein Erbe hinterlassen hat. Es könnte das Geheimnis seines Todes lüften. Doch kaum tritt sie es an, muss sie schmerzhaft lernen: Das grauenhafte Sterben hat gerade erst begonnen.
Der Einstieg in die Geschichte erfolgt rasant. Man wird als Leser mitten in das Geschehen geworfen, was anfangs kurz das Gefühl aufkommen lässt, man hätte etwas verpasst. Die anfängliche Verwirrung legt sich zum Glück recht schnell.
Vom Schreibstil her lässt sich das Buch flüssig lesen. Die kurzen Kapitel ermöglichen ein schnelles Vorankommen beim Lesen. Die düstere und teils sehr beklemmende Stimmung passt zu einem Horror-Thriller. Das Setting des Hotels versprüht einen gruseligen Vibe, genauso wie man es sich in so einem Buch wünscht.
Bis etwa zur Hälfte des Buches war ich hellauf begeistert von der Geschichte und deren Verlauf, ich konnte das Buch kaum an die Seite legen. Doch dann änderte sich alles, aus Begeisterung wurde Frustration und mehr als einmal fragte ich mich, was denn plötzlich passiert ist, dass es so schlecht geworden ist. Die Story nahm einen merkwürdigen Verlauf und bei vielen Geschehnissen fehlte mir auch noch dazu die Logik komplett. Ab einem bestimmten Punkt wirkte alles schon sehr weit hergeholt. Spätestens als dann die KBI-Wesen ins Spiel kamen, war ich nur noch genervt. Selbst nach dem Beenden des Buches frage ich mich bei manchen Szenen immer noch, wie diese überhaupt logisch zustande gekommen sind. Auch das Finale konnte mich nicht überzeugen.
Noch ein Schwachpunkt sind die Charaktere. Es ist mir im Laufe der Handlung nicht gelungen überhaupt eine Bindung zu ihnen aufzubauen. Bis zum Schluss bleiben sie blass. Wenn überhaupt was zu ihnen erzählt wird, dann nur kurz am Rande in wenigen Sätzen, in denen es vor allem um ihre früheren Traumata geht.
Fazit: „REM“ beginnt als dichter Horror-Thriller mit einem genialen Setting und hohem Suchtfaktor in der ersten Hälfte. Leider verliert sich die Geschichte dann in einer bizarren, unlogischen Abwärtsspirale, die mich sehr enttäuscht zurückgelassen hat.
Annika Strauss mit Sebastian Fitzek: REM
Drömer, 19. März 2026.
320 Seiten, Taschenbuch, 13,99 €.
Diese Rezension wurde verfasst von Katja Plattner.
