Antti Tuomainen: Die Biber-Methode

Vergnügungsparkbetreiber streiten um die Vorherrschaft – merkwürdig absurde Geschichte aus Finnland

Henri Koskinen, seines Zeichens ehemaliger Versicherungsmathematiker, leitet den ehemals seinem Bruder gehörenden Vergnügungspark „DeinMeinFun“. Doch seit kurzem macht ihm der neu eröffnete Park „Purzelbaumwelt“ am anderen Ende der Stadt schärfste Konkurrenz. Bietet man dort doch freien Eintritt, kostenlose Mahlzeiten und vieles mehr, um die Besucher anzulocken.

Henri ist empört und verzweifelt, denn sein Park steht dadurch vor der Pleite, es kommen keine Besucher mehr. Aufgrund seiner beruflichen Vergangenheit fällt es ihm leicht, zu errechnen, dass die „Purzelbaumwelt“ sich das doch eigentlich nicht leisten kann und über kurz oder lang mit diesem Methoden zugrunde gehen müsste. Er versucht sogar, die dortigen Betreiber davon zu überzeugen, doch die lassen nicht mit sich reden. Es folgt ein nächtlicher Einbruch Henris in die Büros der Konkurrenz, um die finanzielle Lage herauszufinden. Dabei allerdings stolpert Henri über eine Leiche.

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Franzi Kopka: Game Show 02: Das Versprechen von Glück

Seit Cass von ihrem Vater hintergangen wurde, musste sie an den brutalen Spielen um Leben und Tod teilnehmen – das Finale aller die jährliche Gameshow, deren Gewinnern ein freies Leben in der weißen Zone versprochen wird. Nur dass Cass jetzt die Wahrheit kennt: Keiner der Sieger ist jemals in die weiße Zone gekommen, stattdessen werden sie nach der Siegesfeier getötet. Ob man die Arena überlebt oder nicht, am Ende stirbt jeder, der sich für die Gameshow qualifiziert hat.

In der Hoffnung, das kranke System zu stürzen, sichert Cass den Rebellen in der Roten Zone ihre Unterstützung zu, auch wenn deren Plan mit dem Leben ihrer treusten Freunde spielt: Jax und Enzo sollen ins Finale geschleust werden, um ihre eigene Hinrichtung per Livestream an die ahnungslose Welt zu übertragen.

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Daniel Kehlmann: Lichtspiel

Eine gelungene Mischung aus Fiktion und wahren Begebenheiten ist der neue Roman „Lichtspiel“ des deutschen Erfolgsautors Daniel Kehlmann („Die Vermessung der Welt“). Es geht dabei um den österreichischen Filmregisseur G.W. Pabst (1885-1967), der neben Lang, Lubitsch und Murnau zu den Größten seiner Zeit gehörte. Er gilt als derjenige, der mit seinem Film „Die freudlose Gasse“ (1925) die große Greta Garbo berühmt gemacht hat.

Kehlmanns Roman taucht tief ein in die Kinogeschichte, und Filmenthusiasten dürften ihre helle Freude an den genau recherchierten Begebenheiten bei den Dreharbeiten haben – zum Beispiel wie Pabst gemeinsam mit der berühmt-berüchtigten und als wenig sympathisch beschriebenen Nazi-Kollaborateurin Leni Riefenstahl in eisiger Kälte „Die weiße Hölle vom Piz Palü“ drehte oder später – ebenfalls mit Riefenstahl – an den Dreharbeiten zu ihrem Film „Tiefland“ im bayrischen Krün beteiligt war.

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Brigid Kemmerer: Trotze der Nacht

Der Heyne Verlag hat sich entschlossen, nach der „Schwur“-Reihe eine weitere Fantasy-Reihe von Brigid Kemmerer ins Deutsche zu übersetzten. Ich finde das toll, ich liebe diese Autorin, ob mit oder ohne Fantasy- oder Märchenanteil. Die Autorin lässt sich zwar auch gut im Original lesen, aber ich mag zur Entspannung eher die Übersetzungen.

„Trotze der Nacht“ ist eine Enemies to Lovers Erzählung zwischen dem reichen Prinzen (Corrick) und der armen Apothekerin (Tessa). Nein, auch wenn die beiden sich über viele Windungen kennenlernen, das ist kein Spoiler, das steht auf der Buchrückseite. Kandala ist ein Märchenkönigreich, in dem die Apothekertochter Tessa ihr Bestes tut, um auch dem armen Teil der Bevölkerung einen Anteil an der einzig wirksamen Medizin gegen die grassierende Seuche zukommen zu lassen. Ihr Vater tat das bereits und es kostete ihn das Leben.

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Torsten Weitze: Der Turm der Bettler

Niri hat es wirklich nicht einfach im Leben. Dass ihr Vater den Aeldae angehörte, dem Volk, das über Generationen alle anderen Völker der Welt gnadenlos versklavte, bewirkt, dass so gut wie jeder, dem sie begegnet, ihr mit Misstrauen, ja Abscheu gegenübertritt. Dass damals Malkar, der Gott des Feuers, den Gott des Himmels und Schirmherr der Aeldae tötete, führte zu einer Umkehrung des bisherigen Machtverhältnisses.

Bislang hat Niri es, dank ihres menschlichen Oheims, als Kohlenmädchen verstanden, auf den Straßen Oheims zu überleben. Als ihr Onkel aber stirbt, steht sie plötzlich gänzlich ohne Hilfe, ohne Vertraute, ohne Freunde da.

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Vanessa Len: Only a Monster

Auch wenn der Roman von Vanessa Len die anscheinend unvermeidliche Liebesgeschichte enthält, ist er doch so viel mehr als das.

Joan verbringt die Ferien in London bei der Familie ihrer verstorbenen Mutter. Sie ist ein Kind aus zwei Welten, denn ihr Vater stammt aus China. Aber noch etwas ganz anderes unterschied ihn von ihrer Mutter und das erwacht jetzt in Joan. Weil sie sich für Geschichte interessiert, hat sie einen Sommerjob im Museum, dort lernt sie Nick kennen und die beiden verabreden sich. Aber zu dem Treffen kommt es nie, denn Joan stolpert gegen einen Nachbarn und plötzlich ist es Nacht. Joans Großmutter ist darüber deutlich weniger verblüfft als Joan selbst und erklärt ihr die besondere Gabe der Hunts, der Familie ihrer Mutter: Sie sind Monster.

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Uta Ruge: Die Kühe, mein Neffe und ich

Uta Ruge ist auf einem Milchviehbetrieb in Norddeutschland aufgewachsen. Schon in ihrem ersten Buch „Bauern, Land“ hat sie sich mit den Veränderungen in der Landwirtschaft auseinandergesetzt, das Erblühen und den Untergang der bäuerlichen Kultur analysiert. In ihrem neuesten Buch widmet sie sich besonders den Kühen. Schon im Neolithikum malt der Mensch Kühe an die Wände der Höhlen.

In den folgenden Epochen gelten sie nicht selten als heilig. Göttinnen sind in einigen vorzeitlichen Kulturen von Kuhgestalt, Stiere werden verehrt und es gibt Mensch-Kuh-Mischwesen. Das Zusammenleben und das Arbeiten mit Kühen in ihrer Kindheit und Jugend haben Frau Ruge sehr geprägt. Sie schaut ihrem Bruder und seiner Familie bei der täglichen Arbeit im Kuhstall heute über die Schulter, besucht einige Höfe, die eine unterschiedliche Rinderhaltung betreiben und macht sich ein Bild über die moderne Mensch-Kuhbeziehung. Jahrhundertelang war sie nämlich eine sehr innige.

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Tatiana de Rosnay: Sarahs Schlüssel

Die Geschichte einer verdrängten französischen Schuld – einfühlsam und berührend

Auf zwei Zeitebenen erzählt die französische Autorin vom Schicksal eines kleinen jüdischen Mädchens während der deutschen Besatzung in Frankreich.

Sarah ist zehn Jahre alt, als die Deutschen ihre Familie deportieren wollen. Als die Männer sie und ihre Mutter abholen, versteckt das Mädchen ihren vierjährigen Bruder in einem Wandschrank, schließt ab und nimmt den Schlüssel mit sich. Sie glaubt daran, dass alles ein Missverständnis ist und sie bald zurückkommen wird.

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Danielle Trussoni: Ingenium: Das erste Rätsel

Mike Brink war ein ganz normaler Teenager, der von einem Footballstipendium träumte. Bis er in einem Spiel einen Unfall hat und von da an eine Inselbegabung. Es hat viel mit Mathematik und Mustern zu tun, jedenfalls befähigt ihn das, jedwede Rätsel nicht nur lösen zu können, sondern auch zu wollen. Aus dem Drama, fast der Tragödie, ist eine Stärke geworden. Mike hat am MIT studiert und ist ein gefragter Rätselmacher und -löser. Eines Tages wird er gebeten, eine vor Jahren wegen Mordes verurteilte Schriftstellerin in der Psychiatrie zu besuchen. Sie hat ein Rätsel für ihn …

Ich mochte Mike Brink und wie die Autorin den Charakter aufgebaut hat. Er hat eine nicht einfache Geschichte, aber er hat sein Leben angepackt und was draus gemacht – das Beste, was er eben konnte.

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Stefan Zeh: Fataler Wahn

Albträume nicht ausgeschlossen

Rezept
Man nehme:
1 Triebtäter,
3 Opfer, jung, weiblich, Single,
4 Ermittler, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Nacheinander gönne man den Zutaten einzelne Kapitel, dem Triebtäter die seinen als Ich-Erzähler, die der Opfer und der blutjungen Kriminalbeamtin Julia Beck in der dritten Person und alle in der Vergangenheit. Das Gericht genießt man am besten ans Kopfende seines Bettes gelehnt, nur mit einer dünnen Decke, das kühle Schlafzimmer unzureichend durch die Nachttischlampe ausgeleuchtet, und schon ist eine schlaflose Nacht oder eine mit Albträumen garantiert.

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