Florian Knöppler: Südfall

Einen besseren Start auf den herbstlichen Büchermarkt kann Florian Klöpplers dritter Roman „Südfall“ gar nicht erwischen. Er wird NDR Buch des Monats Oktober! Ausführlich und medial professionell im Kulturjournal vom 9. Oktober einem breiten Publikum vorgestellt. Der 1966 geborene Autor lebt in Nordfriesland auf einem Hof. In dieser norddeutschen Landschaft hat er die Bühne gefunden, auf der seine Heimatgeschichten spielen. Seine Protagonisten beschäftigen sich, in ihren jeweiligen individuellen Lebenssituationen, mit den Fragen nach einem gelingenden Leben. Ein Leben in Glück und Frieden. Wie kann man das Gute in all dem Schlechten dieser Welt finden?

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Karen M. McManus Special

… oder wie man sich in ein Buch verliebt.

Es gibt Situationen im Leben, da ist man einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. So war es bei mir, als ich zum ersten Mal auf die Autorin Karen M. McManus stieß. Kurz vor der Veröffentlichung der deutschen Übersetzung ihres ersten Buches „One Of Us Is Lying“ machte ich gerade ein Praktikum in einem örtlichen Buchladen. Das Tollste an diesem Job: Buchhandlungen bekommen vorab Leseexemplare unveröffentlichter Bücher. Im Fall dieses Ladens wurden sie in einem dunklen, geheimnisvollen Keller gelagert und ich als Praktikantin durfte mir nach Herzensliebe alles aussuchen und für die Buchhändlerinnen lesen. Ein Traumjob für einen Buchjunkie.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Daniel Silva: Die Fälschung

Schade eigentlich. Ich hatte mich auf den „neuen Daniel Silva“ gefreut.

Zum ersten Mal seit mehr als 20 Bänden bin ich dieses Mal enttäuscht. Klar, in allen bisherigen Thrillern um den begnadeten Kunstrestaurator und gleichzeitigen Agenten des israelischen Geheimdienstes geht es immer wieder auch um Kunst und Kultur. Sei es, dass Gabriel grade einen Alten Meister in einer berühmten Kirche oder einem Museum restauriert und alles stehen und liegen lassen muss, um einen neuen Fall zu übernehmen, oder dass er eben einen Kunstraub bedeutenden Ausmaßes aufklärt. In „Die Fälschung“ allerdings wird man überhäuft von Namen, Galeristen wie Sammlern, zahllosen Titeln von berühmten Gemälden in aller Herren Länder. Das ist dann doch ein bisschen heftig, wenn man nicht grade irgendwie „vom Fach“ ist. Offen gestanden, bin ich gedanklich schon recht bald ausgestiegen. Dennoch habe ich auch „Die Fälschung“ bis zum Ende gelesen.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Kathrin Schrocke: Weiße Tränen

Der sechzehnjährige Lenni lebt im Schwarzwald. Seine Heimatstadt, das Kant-Gymnasium, der Familienbetrieb seiner Eltern und seine Freunde bestimmen sein Leben. Und dann sind da noch die Lehrer, insbesondere Lennis Lieblingslehrer Prasch, der ihm in den ersten Jahren so geholfen hat.

Lenni hat sich daran gewöhnt, nur auf das Vordergründige zu achten. Witze sind doch nur Witze, oder? Und Unangenehmes hat er gelernt zu ignorieren.

An dem Tag, an dem Benjamin in der Schule auftaucht, bekommt die Fassade der Anständigkeit Risse. Denn Benjamin ist schwarz und reagiert ganz anders, als jeder erwartet. Er ist der erste schwarze Jugendliche im Kant-Gymnasium und fällt nun doppelt auf:

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Elisabeth Beer: Die Bücherjägerin

Die Suche zweier Menschen nach einem verschollenen Pergamentundnach Verständnis, Vertrauenund Liebe

Eine Protagonistin ganz nach meinem Geschmack, eine spannende und berührende Handlung und ein einfühlsamer Schreibstil – fast alles an diesem Roman ist perfekt.

Worum geht es: Die junge Sarah lebt sehr zurückgezogen in der Villa ihrer verstorbenen Tante. Diese hatte Sarah und ihre Schwester aufgezogen, nachdem deren Eltern bei einem Unfall ums Leben kamen, als die Mädchen noch sehr klein waren. Sarah hat sehr an ihrer Tante Amalia gehangen und so ist es auch kein Wunder, dass sie den gleichen Beruf ergriff wie diese und deren Arbeit weiterführt. Amalia war Bücherrestauratorin und immer auf der Jagd nach neuen Schätzen, Antiquitäten jeder Art.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Carina Schnell: Die Todesbotin

Als Banshee ist es Eeries Aufgabe, Menschen zu töten. Als Kind wurde sie dazu auserwählt und nie ist es ihr in den Sinn gekommen, ihre Bestimmung zu hinterfragen. Bis der Rat ihr nächstes Opfer bestimmt: Adam, ein junger Doktorand, der in seiner Freizeit an Maschinen bastelt, wunderschöne Zeichnungen anfertigt, sich liebevoll um seine Katze kümmert und vor allem: der Eerie bei ihrer ersten Begegnung das Herz stielt.

Über Wochen beobachtet sie ihn im Verborgenen, immer mit der Ausrede, sicherstellen zu wollen, dass er tatsächlich eine Gefahr für sie und ihr Volk darstellt, bis sie die Wahrheit nicht länger verdrängen kann: Egal, was sie herausfindet, ihr Ziel ist es nicht länger, Adam zu töten, sondern ihn zu beschützen.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Alex Schulman: Endstation Malma

Der schwedische Autor Alex Schulman legt mit „Endstation Malma“ einen emotional sehr dichten, inhaltlich aber recht verzwickten Roman vor, in dem es um ein in der Kindheit erlittenes Trauma geht, das über Jahrzehnte bis in die nächste Generation nachwirkt.

Im Mittelpunkt stehen drei Zugfahrten in den fiktiven Ort Malma. Sie finden zu unterschiedlichen Zeiten statt. Zunächst fährt die kleine Harriet als Kind mit ihrem Vater dorthin, viele Jahre später unternimmt sie als erwachsene Frau mit ihrem Mann Oskar die gleiche Reise. Bis zum Schluss des Romans ist nicht klar, zu welchem Zweck das Paar reist, denn seine Ehe ist zu diesem Zeitpunkt längst zerrüttet. Und wiederum viel später fährt ihre Tochter Yana ebenfalls nach Malma, um zu ergründen, was auf der zweiten Reise mit ihren Eltern geschah.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Ulla Scheler: Acht Wölfe

Spannend, dramatisch, emotional – ein Highlight des Jahres

Was für ein Roman, was für ein Thriller. Er bescherte mir zwei durchwachte Nächte, weil ich ihn nicht aus der Hand legen konnte.

Dabei, so abwegig die Geschichte im Grunde sein mag, wirkt alles derart realistisch, als wäre man mittendrin in der Handlung. Dass ein solcher Roman von einer jungen deutschen Autorin stammt, ist da schon fast eine Überraschung.

Was geschieht: Acht junge Menschen, darunter vier Deutsche, wollen eine geführte Wanderung durch die unberührte Natur Kanadas machen. Drei Wochen soll die Tour dauern. Der Führer Nick wirkt vertrauenswürdig und erfahren.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Shelley Burr: Hell

Wenn ein Kind spurlos verschwindet, bleiben den Angehörigen nur noch die Hoffnung und eine unendliche Trauer. In Australien verschwinden viele Kinder, so dass Lane Holland schon in jungen Jahren beschließt, diese Fälle in den Medien zu verfolgen. Sein persönliches Interesse beginnt mit einem Fall in Nannine. Dieser Ort „war als Umschlagplatz für Farmer entstanden, die ihre Tiere zu den Viehmärkten und ihr Getreide zu den Lagerspeichern brachten, doch die landwirtschaftlichen Familienbetriebe verschwanden …“ (S. 11)

Eine Autostunde von Nannine entfernt liegt die weitläufige Farm der Familie McCreery. Für die Familie mit den Zwillingen Evelyn und Mina ist es ein einsames und arbeitsreiches Leben, in dem sich der Winter vom Sommer nur darin unterscheidet, dass er etwas weniger heiß ist. Eigentlich könnte hier das Glück zuhause sein. Doch 1999, in einer Mainacht, verschwindet Evelyn im Alter von neun Jahren aus dem Kinderzimmer, während Mina direkt daneben schläft. Niemand scheint etwas zu wissen oder gesehen zu haben. Und das Fehlen von Spuren macht die Polizei ratlos und setzt damit die geschockte Familie einem nicht enden wollenden Medieninteresse aus.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Michela Marzano: Falls ich da war, habe ich nichts gesehen

„… und falls ich etwas gesehen habe, erinnere ich mich nicht.“ (S. 28)

Dieser Spruch aus dem ideellen Familienerbe ist der rote Faden im Buch der Autorin und Philosophin Michela Marzano.

Durch Zufall findet sie die Taufurkunde ihres Vaters mit dessen vollständigem Vornamen: Ferruccio Michele Arturo Vittorio Benito. Neben seinem Rufnamen, den Namen von Vater und Großvater und dem des damaligen Königs trägt er auch den Namen von Benito Mussolini. Warum sollten die Großeltern ihren Sohn nach dem faschistischen Diktator benennen? Als sich dann auf Nachfrage im elterlichen Haus das Parteibuch des Großvaters findet, bricht für die Autorin eine Welt zusammen. Sie hatte in dem Glauben gelebt, dass alle Mitglieder der Familie dem Faschismus ablehnend gegenüberstanden und stehen. Gut, ihr Großvater hatte der monarchistischen Partei angehört, aber das war allenfalls ein bisschen peinlich. Nun stellt sie fest, dass er einer der Faschisten der ersten Stunde war und zugleich zu den Squadrista, dem berüchtigten Schlägertrupp Mussolinis, gehörte.

Weiterlesen
Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: