Ralf Langroth: Mauern und Lügen: Die Philipp-Gerber-Romane 04

In seiner Danksagung schreibt der Autor Ralf Langroth: „Als ich vor ein paar Jahren das Konzept für eine Reihe von Thrillern entwarf, in denen die Geschichte der jungen Bundesrepublik erzählt werden sollte, habe ich … vier konkrete Geschichten in Kurzform entwickelt.“ (S. 413)

Der aktuelle Thriller Mauern und Lügen ist das vierte Buch in der Philipp-Gerber-Reihe. Hier ist der Mauerbau in Berlin und das Spiel von Spionage und Gegenspionage der politische Hintergrund, vor dem Hauptkommissar Gerber mehrfach in Lebensgefahr gerät.

Es beginnt ganz harmlos mit einem geplanten Treffen zwischen Gerber und dem im Ruhestand befindlichen General Anderson. Dieser erhielt als ehemaliger Chef beim US-Militärgeheimdienst Informationen, die er unbedingt Gerber zuspielen will. Denn die Amerikaner glauben, beim deutschen Geheimdienst könne ein Verräter sein.

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Kristina Gorcheva-Newberry: Das Leben vor uns

„Man hat uns das Leben gestohlen, Lopatin … und in fünfzig Jahren weiß keiner mehr, dass es uns gab.“ (S. 340)

Anja und Milka wachsen hinter dem Eisernen Vorhang auf. Schon in jungen Jahren spüren sie in einem Randgebiet von Moskau eine Enge. Alles sieht ähnlich aus. Die Kleidung, die Wohnungen, die Möbel, überall herrschen die Töne grau-braun. Auch in den Köpfen sollen die gleichen Gedanken sein. Während Anjas Eltern zu Hause politische Diskussionen führen, bevorzugen Milkas Mutter und ihr Schwiegervater Ausschweifungen. Aus diesem Grund ist Milka überwiegend bei Anja. Und die Sommerferien verbringen sie in der Datscha von Anjas Eltern.

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Anne Griffin: Wellengang

Rosie hat schon immer das Meer geliebt, und auch die Insel, auf der sie lebte und die Fähre ihres Vaters, die die Verbindung zwischen der Insel und dem Festland garantiert. Schon als Mädchen lernte sie, sich in einer Männerwelt durchzusetzen. Mit Anfang zwanzig erhielt sie das Kapitänspatent.

Trotzdem verlief ihr Leben genauso wie bei anderen Frauen: Für ihren Mann gab sie alles auf. Rosie zog nach Dublin. Zwei Kinder und die Karriere ihres Mannes bildeten den Rahmen ihres Daseins.

„… Im Laufe der Jahre hatte ich es aufgegeben, meine Kinder daran hindern zu wollen, diese dunklen, glitschigen Felsen hochzuklettern. … Doch keine dieser Schürfwunden konnte mein furchtloses Duo stoppen, also gab ich den Versuch auf, sie zu zügeln und machte stattdessen mit, in der Hoffnung, so etwaige Katastrophen verhindern zu können.“ (S. 182)

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Joakim Zander: Ein ehrliches Leben

Simon fragt Max, warum sie zusammengekommen seien.

„Weil du uns brauchst, Baby“ flüsterte sie. … „Und weil wir dich brauchen.“ (S. 222) Wofür sie ihn brauchen, findet Simon so nach und nach heraus. Es ist der Weg eines Verliebten in die Radikalisierung und Ernüchterung.

Der in Stockholm geborene Autor Joakim Zander hat sich bereits mit den drei Bänden „Der Schwimmer“, „Der Bruder“ und „Der Freund“ einen Namen gemacht. Die Reihe erschien in 30 Ländern. Die Verfilmung seines neuen Romans „Ein ehrliches Leben“ wird gerade vorbereitet und damit der nächste Schritt in seiner Karriere.

Das Thema seines Romans ist einerseits politisch, wenn es um die Verteilung des Wohlstands in einer Gesellschaft geht und andererseits die raffinierte Verführung eines jungen, schüchternen Mannes.

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Jennie Godfrey: Unser Buch der seltsamen Dinge

Im Yorkshire der 70er und 80er Jahre hat Miv eine einsame Kindheit. Seit ihr Vater zu einer beruflichen Neuorientierung gezwungen wird und ihre Mutter unter Depressionen leidet, hat sie bei den anderen Kindern an Ansehen verloren. In der Kirche fällt sie einer Mutter auf, die sie zu sich nach Hause einlädt und damit das Leben ihrer Tochter Sharon und Mivs verändert. Die beiden gleichaltrigen Mädchen werden allerbeste Freundinnen. Nun ist Miv nicht mehr allein. Sie kann sich mit ihrer Freundin über alles austauschen. Unter anderem ist der Serienmörder Ripper in Mivs Fokus. Sie kann die Angst vor ihm und die erfolglose Suche der Polizei nach ihm nicht mehr ertragen. Am schlimmsten jedoch ist für sie der Plan ihres Vaters, wegzuziehen, dorthin, wo es sicher ist.

„Was, wenn ihn jemand erwischte?, fragte ich mich, während ich allmählich eindöste. Was, wenn die Morde aufhörten? Und wir hierbleiben könnten? Dann müsste ich Sharon nicht zurücklassen, und wir könnten für immer beste Freundinnen bleiben.“ (S. 23)

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Francesca Maria Benvenuto: Dieses Meer, dieses unerbittliche Meer

Der fünfzehnjährige Zeno sitzt auf einer kleinen Insel im Jugendgefängnis fest. Er kann nicht schwimmen, und das unüberwindbare Meer verabscheut er.

Als ihm seine Lehrerin Anregungen zum Nachdenken und eine besondere Aufgabe gibt, beginnt bei Zeno eine Zeit der Selbstreflexion. Er soll über seine Erlebnisse und Gefühle schreiben. Also fängt Zeno an, über sein Leben zu berichten, wie es um ihn steht und er so nach und nach verschiedenen Auflagen nachkommt, damit er über Weihnachten zwei Tage bei seiner Mutter verbringen darf.

Und während er nachdenkt, schreibt und über das Leben philosophiert, ist seine Fantasie erwacht. Zeno beginnt das Meer zu lieben.

Francesca Maria Benvenuto, Autorin und promovierte Anwältin für internationales Strafrecht, stammt aus Neapel und arbeitet inzwischen in Paris. Sie hat mit ihrem Debüt über ein „fiktives“ Ereignis vor 33 Jahren ein Tor geöffnet, das für Außenstehende kaum begreifbare Lebensumstände offenbart.

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Ross Macdonald: Schwarzgeld (1965)

Man sieht Lew Archer an, dass er nicht zum mondänen Tennisclub Montevista gehört. Dies liegt unter anderem an seinem einfachen Anzug und den direkten Fragen, die er Angestellten und Mitgliedern über Francis Mantel stellt.

Sein Mandant, ein junger reicher Mann, erklärt, Francis Mantel sei seit zwei Monaten hier, und plötzlich stünde seine ehemalige Verlobte unter Mantels Einfluss. Es sei keine normale, keine gesunde Beziehung. Er mache sich schreckliche Sorgen um sie.

Für den Detektiv Archer aus Los Angeles scheint es ein ganz normaler Fall zu sein, bis er auf Ungereimtheiten stößt. Dieser Mantel bringt auf der einen Seite alles mit, was ein reicher Mann unter seinesgleichen braucht: Arroganz, Geld und den Anspruch, nur das Beste sei gerade gut genug für ihn. Doch auf der anderen Seite hat er die Angewohnheit, genauso schnell zu verschwinden, wie er gekommen ist. Nur dieses Mal will er die Exverlobte des Mandanten mitnehmen.

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Carl Nixon: Kerbholz

Der Plan klang einfach: Umzug von London nach Neuseeland, dort ein paar Jahre arbeiten, danach zurück für den nächsten Sprung auf der Karriereleiter. Aus diesem Grund saß die ganze Familie mit vier Kindern in einem Leihwagen. Es sollte ein kleiner Urlaub vor dem ersten Arbeitstag des Vaters werden.

Statt der Schönheit der Inseln sahen sie Regen. Sehr viel Regen. Noch mehr Regen. Und so entstand der Gedanke. Schnell weiterfahren. Das schnelle Weiterfahren fand nachts statt und endete so plötzlich, dass nur der Vater begriff, was gerade geschah. Seine Familie schlief, als der Wagen in einen Abgrund stürzte.

Im Morgengrauen hört Katherine ihren Bruder Maurice stöhnen und jammern. Allmählich begreifen sie, dass nur sie und der kleine Tommy überlebt haben. Der Regen hat über Nacht die Spuren des Absturzes weggespült. Theoretisch und praktisch hatten die drei Kinder keine Chance, in der Wildnis zu überleben, wäre nicht nach drei Tagen ein Mann mit Namen Peters vorbeigekommen.

Das Leben nach dem Absturz findet auf einer alten Farm ohne Strom und fließendem Wasser statt. Es gibt für alle viel Arbeit und für die Kinder ein Kerbholz, auf dem sie ablesen können, wie hoch die Schulden sind, die sie abarbeiten müssen. Weiterlesen

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Alexandra Blöchl: Was das Meer verspricht

Bisher dachte Vida, ihr Leben auf der kleinen Insel sei prima; genau das Leben, das sie sich auch selbst aussuchen würde. Auf der Insel in Norddeutschland leben nur wenige Menschen. Vidas Eltern führen für die Bewohner und die Touristen einen kleinen Laden und ein Café. Als Vidas großer Bruder Zander nach dem Studium auf dem Festland bleiben will, spürt sie eine Verantwortung ihren Eltern gegenüber, die ihr ungefragt aufgebürdet worden ist. Ihre berufliche Zukunft sieht sie nun in der Küche und im Laden. Dabei versucht sie, die Leerstelle in der Familie zu füllen. So nach und nach wird ihr alter Schulfreund Jannis zu ihrem Vertrauten und Verlobten.

Vidas überschaubares Leben verändert sich schlagartig, als in dem heruntergekommenen, leerstehenden Nachbarhaus eine junge Frau einzieht. In Vidas Augen ist Marie ein besonderer Mensch, für den Freiheit und Selbstbestimmung an erster Stelle steht. Ohne dass Vida etwas dagegen machen kann, verändert Marie ihre Perspektive und ihr Selbstbild. Weiterlesen

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Christoffer Carlsson: Wenn die Nacht endet

„Die Erwachsenen behaupteten, es gut zu meinen, doch die Leidtragenden sahen das anders. Es wurde als Strafe empfunden, und das war es wohl auch; als sei das, was Mikael und Kilian widerfahren war, in gewisser Weise ihrer aller Schuld. Sander fühlte sich zu Unrecht verknüpft mit Tod und Gewalt, obwohl seine Gedanken um kaum etwas anderes kreisten.“ (S. 201)

Für Sander ist deshalb eine Welt zusammengebrochen. Ohne Vorwarnung ist sein bester Freund bei einem Unfall gestorben. Aber das Schlimmste für ihn ist die allgemeine Vorverurteilung, Kilian habe nach der Party Mikael erschlagen. Sander kann und will nicht daran glauben. Dieser unerschütterliche Glaube hält ihn in seiner dörflichen Heimat fest, die er schon als Kind verlassen wollte. Der Traum seines Jurastudiums in Stockholm ist geplatzt.

Zwanzig Jahre glaubt er an Kilians Unschuld, bis ein neuer Kommissar alles neu bewertet. Routinierte Lügen, die Verdrängung von traumatischen Erlebnissen und vieles mehr bilden den Nährboden für weitere Todesfälle. Weiterlesen

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