Katrin Tempel: Die Zeitungsdynastie 03: Neue Freiheit

Im dritten und letzten Teil dieser historisch bestens recherchierten Familiensaga um den fiktiven Manthey Zeitungsverlag führt uns 1945 zurück nach Berlin. Die Stadt liegt wie ganz Deutschland in Trümmern. Auch der Verlag ist quasi nicht mehr existent. Fritjof und seine Schwester Vicki kommen aus den USA zurück, um ihn wieder aufzubauen. Papier ist kaum zu bekommen, geeignete Reporter zu finden, die während des Krieges nicht mit den Nazis sympathisiert haben, ist mindestens ebenso schwer. Doch Fritjof gibt nicht auf. Immerhin gibt es „den alten Birnbaum“ noch, der als Setzer schon vor dem Krieg für ihren Vater in der Druckerei gearbeitet hat und in der Lage ist, die noch vorhandenen Reste der Druckmaschinen wieder in Gang zu setzen. Für Birnbaum ist der Verlag alles.

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Jojo Moyes: Zwischen Ende und Anfang

Vorhersehbarer und dennoch unterhaltsamer Liebes- und Eheroman

Jojo Moyes ist eigentlich eine Garantin für gute Unterhaltung, ihre Romane sind zwar meist ein bisschen seicht, aber fast immer voller Gefühl, mit ein wenig Spannung und oft auch einem besonderen Hintergrundthema.

So ist auch der neue Roman nicht wirklich enttäuschend, doch eben auch von vornherein absehbar, durchsetzt mit altbekannten Zutaten, dazu aber auch voller liebenswerter und sehr menschlicher Figuren.

Lila, 42 Jahre alt, Mutter der 16-jährigen Celie und der 8-jährigen Violet sowie Hüterin des ständig bellenden Hundes Truant, muss ihr Ehe-Aus verarbeiten. Ihr Mann Dan hat eine neue Frau, natürlich jünger und attraktiver, und diese ist nun auch noch schwanger. Zusätzliche Herausforderung ist ihr Stiefvater, der, obwohl Besitzer eines eigenen Hauses, nach dem Tod ihrer Mutter nun mehr oder weniger permanent bei Lila im Haus wohnt.

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Kerri Maniscalso: Capturing the Devil

Kerri Maniscalco liefert mit „Capturing the Devil“ einen fesselnden Abschluss ihrer Audrey-Rose-Reihe. Der historische Thriller entführt die Leser ins Jahr 1893 und bietet eine packende Mischung aus Spannung, Romantik und düsterer Atmosphäre.

Handlung und Setting

Die Geschichte spielt vor der Kulisse der berühmten Weltausstellung in Chicago. Audrey Rose und ihr Verlobter Thomas ermitteln in einer Reihe mysteriöser Morde und Vermisstenanzeigen. Ihre Nachforschungen führen sie auf die Spur des berüchtigten Serienkillers H.H. Holmes und seinem als „Murder Hotel“ bekannten Gebäude.

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Tillie Cole: A Thousand Broken Pieces

Savannah hat den Verlust ihrer Schwester Poppy vor vier Jahren noch immer nicht verwunden. Ganz im Gegenteil: Seit ihrem siebzehnten Geburtstag verliert sie sich mit jedem Tag mehr in ihrer Trauer und Einsamkeit. Diese Gefühle teilt sie mit Cael, der seit dem Tod seines Bruders vor wenigen Monaten am Boden zerstört ist. Erst als die beiden sich bei einem Therapieprogramm für Jugendliche begegnen und langsam näherkommen, erhalten sie eine Chance auf das, was sie sich beide so verzweifelt wünschen: endlich wieder zu leben. Doch dafür müssen sie nicht nur dem Programm vertrauen, sondern auch sich selbst …

Dieses Buch hat mich emotional so zerstört – und das meine ich auf eine positive Art und Weise.

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Maria Turtschaninoff: Moorhöhe

Im 17. Jahrhundert bekommt Matts Mattsson Rask von der Krone für treue Dienste im damaligen Osten Finnlands, in Österbotten, ein Stück Land geschenkt. Er darf es urbar machen, einen Hof darauf bauen, seinen Lebensunterhalt davon generieren. Matts ist zäh, tüchtig und arbeitet unermüdlich, bis er dem Bodeneinen kleinen Acker abgerungen und ein Haus gebaut hat.

Er nennt den Weiler Nevabacka, Moorhöhe, und wird selbst zu Matts Mattsson Nevabacka, denn ein Bauer trägt den Namen seines Hofes. Bis ins einundzwanzigste Jahrhundert begleitet der Leser die Bewohner von Nevabacka, jeden die kurze Spanne seines Lebens lang. Eine wichtige Rolle spielt dabei immer die Natur, insbesondere das Moor, das seltsame Wesen hervorzubringen scheint, Ort alter Lieder und Legenden ist und für manchen zum Zufluchtsort wird.

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Anders de la Motte: Eisiges Glas

Leonore Askers Kindheit war eher dysfunktional. Aufgewachsen bei einem überzeugten Prepper hat sie sich irgendwann befreit und sich ein eigenes Leben als Kriminalinspektorin aufgebaut. Sie war fest davon überzeugt, niemals wieder zurückzukehren. Aber die Vergangenheit lässt einen Menschen nicht so einfach los. Während sie noch versucht, sich in ihrer neuen Aufgabe als Leiterin der Abteilung für hoffnungslose Fälle – das scheint für die Kriminalfälle ebenso zu gelten wie für die Mitarbeiter – zurechtzufinden, meldet sich ihr Vater bei ihr. Nur wenige Meter von seiner Farm entfernt wurde die Leiche eines Urban Explorers gefunden und er geht – ganz richtig – davon aus, dass er unter Verdacht geraten wird. Leo soll den wahren Täter schnell finden, denn ihr Vater wird sich mit allen Mitteln gegen eine Verhaftung zur Wehr setzen.

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Quentin Peck: Minus 22 Grad

Laura Gehler wird entführt. Mitten in einer Winternacht, als sie wie immer mit ihrem Trekkingrad unterwegs ist. Sie findet sich wieder in einem gläsernen Käfig, ausgestattet wie ein Zimmer für ein junges Mädchen. Ihr Entführer spricht mit verzerrter Stimme mit ihr, gibt ihr Rätsel zu lösen. Wenn es ihr gelingt, soll sie frei sein. Wenn nicht, wird sie an einem vom Entführer bestimmten Datum sterben. Gleichzeitig bekommt Lauras Mutter, eine bekannte und einflussreiche Kommunalpolitikerin eine makabre Botschaft – eine Barbiepuppe mit dem Sterbedatum ihrer Tochter. Ermittler Lukas Johannsen wird durch die Puppe an einen lange zurückliegenden Fall erinnert, der nie aufgeklärt werden konnte.

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Anne Tyler: Drei Tage im Juni

Anne Tyler kann man als bewährte Autorin für gute Unterhaltungsliteratur bezeichnen. Sie war für viele Preise nominiert und ist unter anderem Trägerin des Pulitzerpreises und des Sunday Times Award für ihr Lebenswerk. In unserem Portal ist außerdem die Rezension zu ihrem 2016 erschienenen Roman „Kleine Abschiede“ zu lesen.

Lebensnah, mit treffenden Dialogen

Mit den Figuren dieses Romans fühlt man sich schnell angenehm vertraut. Anne Tyler versteht es, sie in all ihrem Tun so echt und lebensnah agieren zu lassen, dass man das Gefühl hat, es handle sich um alte Bekannte. Federleicht beschreibt sie Tagesabläufe, Konflikte und Emotionen. Vor allem die überaus treffende Dialogführung, mit der Anne Tyler weite Bereiche der Handlung ausfüllt, liest sich frappierend stimmig. Kein einziges Wort wird hier als überflüssig oder Lücken füllend wahrgenommen.

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Ralf Thiesen: Krähen über Königsberg

Vielschichtiger, figurenreicher historischer Kriminalroman

Wieder ein zweiter Band aus einer Reihe, deren ersten ich leider verpasst habe. Doch auch ohne den Inhalt der ersten Folge zu kennen, versteht man diesen neuen Krimi durchaus, der seine Spannung erst nach und nach entwickelt.

Die Handlung dieses in den zwanziger Jahres des zwanzigsten Jahrhunderts spielenden Krimis zusammenzufassen, ist gar nicht so einfach. Denn die Story ist sehr wendungsreich, verlangt einiges an Geschichtskenntnissen und hat vor allem (zu) viele Handlungsorte und Figuren.

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Rebecca Yarros: Alles, was ich geben kann: The Last Letter

Ella hätte nie gedacht, dass sie als Brieffreundin eines anonymen Soldaten in diesem einen wahren Freund finden würde. Dennoch entwickelt sich eine tiefe Zuneigung zwischen ihr und ›Chaos‹ – vielleicht sogar mehr. Dann treffen Ella mehrere schwere Schicksalsschläge, und als auch die Briefe von ›Chaos‹ ausbleiben, muss sie glauben, dass sie allein auf der Welt ist.
Obwohl er sie nicht persönlich kennt, hat Beckett alias ›Chaos‹ sich in die Frau hinter den Briefen verliebt. Ella, die Schwester seines besten Freundes. Als dieser stirbt, bittet er Beckett in einem letzten Brief, Ella beizustehen. Beckett wird alles tun, um Ella zu unterstützen, aber er wird ihr niemals sagen können, wer er wirklich ist, und Ella hasst nichts mehr als Lügen.

Das Buch hat mich anfangs sehr gefesselt und ich kam dadurch unglaublich schnell voran, leider ließ es aber zur Mitte hin stark nach, und ich tat mich plötzlich schwerer als zu Anfang.

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