Christian Baron: Drei Schwestern

Der deutsche Autor Christian Baron (Jahrgang 1985) hat eine Trilogie zu seiner Familiengeschichte geschrieben. Der erste Teil „Ein Mann seiner Klasse“ (2020) wurde hochgelobt und unter der Regie von Marc Brummund 2024 verfilmt. Darin erzählt Christian Baron seine eigene und die Geschichte seiner Eltern Mira und Ottes in den 1990er Jahren. Im zweiten Teil „Schön ist die Nacht“ (2022) stehen Barons Großeltern in den 1970er Jahren im Mittelpunkt. Nun kommt mit „Drei Schwestern“ der Mittelteil aus den 1980er Jahren an die Öffentlichkeit. Am 31. Juli 2025 erschien der Roman im Claassen Verlag.

Der Roman „Drei Schwestern“ von Christian Baron ist enttäuschend

Ich möchte vorausschicken, dass ich die ersten beiden Romane der Trilogie von Christian Baron nicht gelesen habe. Der Film „Ein Mann seiner Klasse“ hat mich beeindruckt und war auch der Grund „Drei Schwestern“ zu lesen. Weiterlesen →

Heinrich Steinfest: Das schwarze Manuskript

Heinrich Steinfests neuer Roman „Das schwarze Manuskript“ beginnt mit einer scheinbar alltäglichen Szene: Ashok Oswald, ein wohlhabender Mann, schwimmt wie jeden Morgen in seinem Pool. Doch an diesem Tag wird er von drei Fremden gezwungen, ein geheimnisvolles Manuskript herauszugeben, das ihm einst von Peter Bischof anvertraut wurde. Die Dringlichkeit und Entschlossenheit der Eindringlinge lassen Ashok erkennen, dass dieses Buch von ungeahnter Bedeutung ist. Um das Rätsel zu lösen, verlässt er sein bisheriges Leben und begibt sich auf eine Suche, die ihn in einen Zwischenbereich von Literatur und Realität führt.

Steinfest ist bekannt für seinen humorvollen, originellen Stil, der auch in diesem Roman zum Tragen kommt. Besonders die ersten Seiten sind geprägt von Witz, überraschenden Perspektivwechseln und einer Sprache, die das Alltägliche ins Groteske kippen lässt.

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Julia R. Kelly: Das Geschenk des Meeres

Dieser Roman – kaum zu glauben, dass es ein Debütroman ist – sticht angenehm aus dem permanenten Einerlei aus Krimis, Thrillern und Romcoms heraus. Nicht nur durch die gut durchdachte und spannend erzählte Handlung, sondern auch dank der einprägsamen und mit großer Empathie gezeichneten Figuren. Die Handlung, die sich ausschließlich in einem kleinen Küstenort Schottlands zuträgt, spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen im Jahr 1900, als nach einem Sturm ein kleiner Junge am Ufer gefunden wird. Er spricht nicht, ist schwer verletzt und niemand kennt ihn. Das Kind sieht genauso aus wie der Sohn von Dorothy, der früheren Lehrerin des Ortes. Ihr Sohn wurde – und das ist die zweite Zeitebene – vor sehr vielen Jahren, als noch kleines Kind, vom Meer erfasst und ertrank. Seine Leiche jedoch wurde nie gefunden, sodass Dorothy nie richtig um ihn trauern konnte. Dass der kleine Findling nun ihrem eigenen Kind so sehr gleicht, stürzt sie in ein immenses Gefühlschaos. Weiterlesen →

Markus Orths: Crazy Family: Die Hackebarts drehen durch

Wer die verrückte Familie Hackebart kennt, der weiß, Chaos ist vorprogrammiert! Band vier ist allerdings, wie ich finde, nicht unbedingt der optimale Einstieg für Leser, die die ersten Bände nicht gelesen haben. Man sollte schon wissen, mit wem man es hier zu tun hat, sonst fällt es ein bisschen schwer, den richtigen Zugang zu finden.
Wieder mal geht es, wenn auch nicht vordergründig, um die Finanzen der Familie, um die es chronisch schlecht bestellt ist, insbesondere aber, seit Vater Hackebart diese völlig heruntergekommene Doppelhaushälfte „blind“ ersteigert hat, die den größten Teil der Million verschlungen hat, die die komplette Familie bei einer Sonderausgabe von Jauchs „Wer wird Millionär“ gewonnen hatte.

Inzwischen ist zwar alles renoviert und bewohnbar gemacht, alle fühlen sich wohl, aber das Geld ist eben alle. Da kommt der Gedanke, seinen wertvollsten Besitz zu verkaufen, gerade recht. Papa Hackebart hat bei den Renovierungsarbeiten eine wertvolle Klobürste gewonnen, die seitdem seine Sammlung dieser historischen Gebrauchsgegenstände ziert. Eine Klobürste aus dem Mittelalter, die einst der Königin Clothilde aus dem Geschlecht der Merowinger gehört haben und sehr wertvoll sein soll. Bei einem Besuch in einem Museum hat Walter den Grafen Sauberbart kennengelernt, der dieses seltene Hobby mit ihm teilt und ihm seine Klobürste gerne für 100.000 Euro abkaufen würde. Viel Geld. Das klingt zwar verlockend, aber reichen würde es wohl nicht. Weiterlesen →

Antonia Wesseling: Loverboy

Viven ist anders geworden, seit sie mit Pascal zusammen ist, sie ist unzuverlässig geworden, verstrickt sich in Lügen und noch dazu verschwindet sie nach einer Auseinandersetzung einfach spurlos aus der WG. Ihre Mitbewohnerin Lola meldet sie nach einigen Tagen als vermisst, doch ohne Erfolg. Da Viven bereits erwachsen ist, geben die Polizisten ihr den Rat sie bei Viviens Freund zu suchen, doch Lola ist sich sicher: da kann was nicht stimmen. Plötzlich taucht Elias vor der WG auf, er ist Viviens Halbbruder der nie erwähnt wurde und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Viven. Bei der Suche kommen sie sich immer näher, ahnen dabei jedoch nicht, welche Grenzen Viven für die vermeintlich große Liebe schon längst überschritten hat …

Antonia Wesseling hat hier etwas Unglaubliches zu Papier gebracht. Sie zeigt auf erschütternde Weise, wie toxisch Liebe sein kann.

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Tommy Wieringa: Nirwana

Tommy Wieringas Roman „Nirwana“ ist ein vielschichtiges, generationenübergreifendes Epos, das Themen wie Einsamkeit, familiäre Konflikte und das Ringen mit der eigenen Herkunft vereint.

Im Zentrum steht Hugo Adema, ein gefeierter Künstler, dessen Leben stagniert, nachdem ihn seine große Liebe Loïs verlassen hat. Er begibt sich zurück auf das Anwesen seiner Großeltern, um die Vergangenheit seines 100-jährigen Großvaters Willem Adema zu erforschen.

Willem war während des Zweiten Weltkriegs zunächst Mitglied der SS, bevor er zum Widerstand überging. Nach dem Krieg baute er ein erfolgreiches Offshore-Ölunternehmen auf, das die Familie bis in die Gegenwart prägt. ​Die Familie schweigt über Willems NS-Vergangenheit. Hugo, im Gegensatz zu seinem Zwillingsbruder Willem junior, der das Familienunternehmen führt, steht mit seiner Kunst und seinem spirituellen Hang zum Buddhismus für eine Gegenposition zum Kapitalismus, den er kritisch sieht. Weiterlesen →

Kristy Boyce: Dungeons and Drama

Die Würfel sind gefallen und haben mich zu diesem Buch gebracht … Als hätte Riley nicht alle Hände voll damit zu tun, das Frühlingsmusical ihrer Schule zu retten, brummen ihre Eltern ihr auch noch eine Strafe wegen Fehlverhalten auf. Arbeiten in dem Spielwarenladen ihres Dads. Grauenhaft! In „Sword and Board Games“ laufen nur Nerds herum, die den ganzen Tag über Würfel und Spielstrategien fachsimpeln. Und wäre das noch nicht genug, taucht ihr Ex-Freund Paul auf und kurzerhand erzählt sie ihm, sie würde ihren Arbeitskollegen daten. Nathan, der ziemlich sarkastisch und nervig drauf ist. Nathan, der in jemand anderen verliebt ist. Und so nehmen die Lügen ihren Lauf …   Eine Geschichte über das Erzählen von Geschichten – einfach schön! Dungeon and Dragons hat mir dieses Buch schmackhaft, aber die Musicalthematik hat mir ebenso gut gefallen. Bei beidem geht es um das Geschichtenerzählen und die Charaktere verfolgen es mit Leidenschaft, sodass ich selbst Lust bekam, mitzuspielen. Weiterlesen →

Sigrid Boo: Dienstmädchen für ein Jahr (1930)

Das von Ärger geprägte Wortgefecht zwischen Helga und Jørgen endet mit einer Wette. Wenn Männer behaupten, Helga, eine moderne junge Frau, sei nutzlos, dann kann sie nur dagegen halten. Natürlich kann sie alles, was sie sich in den Kopf gesetzt hat. Und dann behauptet Jørgen im Kreis ihrer Freunde, sie könne niemals ein Jahr lang unerkannt als Dienstmädchen arbeiten. Für Helga gibt es kein niemals. Für einen Diamantring als Gegenleistung würde sie diese Aufgabe meistern. Erst nach dem Streit begreift sie, dass sie tatsächlich gewettet hat. Nun muss sie ihre Familie überzeugen und noch ganz viel erledigen.

Aus den Reaktionen ihres Umfelds entnimmt Helga, dass kaum jemand an ihr Durchhaltevermögen glaubt. Eine verwöhnte Fabrikantentochter, die nie im Haushalt arbeiten musste, so sagen sie, ist in der Diensttracht einer Hausangestellten einfach nicht vorstellbar. Dabei weiß jeder von ihrem Ehrgeiz, dem gerade abgeschlossenen Abitur mit den sehr guten Noten und den gewonnenen Trophäen beim Sport. Jørgen, der Frauenschwarm, kann ebenfalls eine Trophäe werden. Weiterlesen →

Tillie Cole: A Thousand Broken Pieces

Savannah Litchfield hat den Verlust ihrer Schwester Poppy vor vier Jahren noch immer nicht verwunden. Ganz im Gegenteil: Seit ihrem siebzehnten Geburtstag verliert sie sich mit jedem Tag mehr in ihrer Trauer und Einsamkeit. Diese Gefühle teilt sie mit Cael Woods, der seit dem Tod seines Bruders vor wenigen Monaten am Boden zerstört ist. Erst als die beiden sich bei einem Therapieprogramm für Jugendliche, die Schicksalsschläge erlebt haben, begegnen und langsam näherkommen, erhalten sie eine Chance auf das, was sie sich beide so verzweifelt wünschen: endlich wieder zu leben. Doch dafür müssen sie nicht nur dem Programm vertrauen, sondern auch sich selbst — und einander …

Ich war so begeistert vom ersten Band, dass ich mich unglaublich auf den zweiten freute, doch leider muss ich sagen, dass ich die Fortsetzung nicht unbedingt gebraucht hätte. Im Vergleich zum ersten Band war dieses Buch um Längen schwächer und teils so unglaublich in die Länge gezogen worden. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin unbedingt auf eine bestimmte Seitenanzahl kommen wollte, man hätte es besser machen können und weniger in die Länge ziehen können, denn dann wäre es auch dieses Mal ein Highlight geworden. Weiterlesen →

Ana Savas: Beneath Broken Skies

Für Madelyn Prince ist nichts wichtiger als ihre Arbeit im Unternehmen ihrer Familie. Doch als der renommierte Verlag plötzlich verkauft wird, stellt sie dies vor ungeahnte Herausforderungen: denn der junge Erbe des Konkurrenzverlags – und Maddies neuer Boss – ist niemand anders als Wesley Knight. Ausgerechnet Wes, in den sie in der Schule schon verliebt war, der sie aber nie wirklich beachtet hat. Wes, der trotz aller Mauern um ihr Herz tief in ihre Seele schaut. Doch je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto stärker sind die Gefühle zwischen ihnen mit einem Mal – bis ein Moment alles verändert …

Ein Buch, in dem es um Bücher geht, noch perfekter geht es ja wohl nicht!

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