L. J. Shen: Truly Forbidden

Als Calla in ihre Heimatstadt zurückkehrt, will sie nur eins: ihre beste Freundin Dylan zurückgewinnen. Seit Dylan sie mit ihrem großen Bruder Ambrose erwischt hat, herrscht zwischen den beiden Funkstille. Sich von Ambrose, der mittlerweile ein berühmter Sternekoch ist, fernzuhalten, wird allerdings schwieriger als gedacht, denn er ist sogar noch attraktiver geworden. Für Cal sind die alten Gefühle mit einem Schlag wieder da. Aber Ambrose ist tabu, heute mehr denn je, wenn sie die Freundschaft mit Dylan kitten will. Doch als Cal einen Job in Ambrose’ Restaurant annimmt, kommen sie sich unweigerlich wieder näher. Und etwas Verbotenes hat sich noch nie zuvor so gut angefühlt …

In einigen Punkten war das Buch leider recht vorhersehbar, hatte kaum eine bemerkenswerte Wendung hingelegt und war teils auch etwas zäh. Dabei fand ich den Start der Geschichte noch sehr gut.

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Bernardine Evaristo: Blondes Herz

Booker-Preisträgerin übertrifft sich selbst!

Bernardine Evaristo ist nicht nur die erste Frau mit afroamerikanischen Wurzeln, die mit dem renommierten Booker Prize ausgezeichnet wurde. Sie ist vor allem eine Autorin, deren Bücher atemberaubend anders sind. Als Meisterin der Fabulierkunst vermischt Sie Genres, überschreitet Grenzen, fordert beim Lesen heraus und unterhält doch bestens! Wer geglaubt hat, Zuleika – eine Mischung aus Versen und Instagram-Speech über eine schwarze Sklavin im London zur Zeit der römischen Besatzung – könnte nichts mehr toppen, wird mit diesem Roman eines Besseren belehrt. Diesmal verschifft Evaristo weiße Sklaven auf den afrikanischen Kontinent. In einer Welt, in der Schwarze die Weltherrschaft erlangt haben und als führende Rasse gelten, sind plötzlich Kelten, Germanen und Wikinger zur Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen verdonnert. Der Verve, mit dem Evaristo die Geschichte auf den Kopf stellt, ist einfach unglaublich. Berührend, brutal, humoristisch und mit jeder Menge starker Frauenfiguren, erleben wir Geschichte mit ganz anderen Augen. Weiterlesen

Christian Baron: Drei Schwestern

Der deutsche Autor Christian Baron (Jahrgang 1985) hat eine Trilogie zu seiner Familiengeschichte geschrieben. Der erste Teil „Ein Mann seiner Klasse“ (2020) wurde hochgelobt und unter der Regie von Marc Brummund 2024 verfilmt. Darin erzählt Christian Baron seine eigene und die Geschichte seiner Eltern Mira und Ottes in den 1990er Jahren. Im zweiten Teil „Schön ist die Nacht“ (2022) stehen Barons Großeltern in den 1970er Jahren im Mittelpunkt. Nun kommt mit „Drei Schwestern“ der Mittelteil aus den 1980er Jahren an die Öffentlichkeit. Am 31. Juli 2025 erschien der Roman im Claassen Verlag.

Der Roman „Drei Schwestern“ von Christian Baron ist enttäuschend

Ich möchte vorausschicken, dass ich die ersten beiden Romane der Trilogie von Christian Baron nicht gelesen habe. Der Film „Ein Mann seiner Klasse“ hat mich beeindruckt und war auch der Grund „Drei Schwestern“ zu lesen. Weiterlesen

Heinrich Steinfest: Das schwarze Manuskript

Heinrich Steinfests neuer Roman „Das schwarze Manuskript“ beginnt mit einer scheinbar alltäglichen Szene: Ashok Oswald, ein wohlhabender Mann, schwimmt wie jeden Morgen in seinem Pool. Doch an diesem Tag wird er von drei Fremden gezwungen, ein geheimnisvolles Manuskript herauszugeben, das ihm einst von Peter Bischof anvertraut wurde. Die Dringlichkeit und Entschlossenheit der Eindringlinge lassen Ashok erkennen, dass dieses Buch von ungeahnter Bedeutung ist. Um das Rätsel zu lösen, verlässt er sein bisheriges Leben und begibt sich auf eine Suche, die ihn in einen Zwischenbereich von Literatur und Realität führt.

Steinfest ist bekannt für seinen humorvollen, originellen Stil, der auch in diesem Roman zum Tragen kommt. Besonders die ersten Seiten sind geprägt von Witz, überraschenden Perspektivwechseln und einer Sprache, die das Alltägliche ins Groteske kippen lässt.

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Julia R. Kelly: Das Geschenk des Meeres

Dieser Roman – kaum zu glauben, dass es ein Debütroman ist – sticht angenehm aus dem permanenten Einerlei aus Krimis, Thrillern und Romcoms heraus. Nicht nur durch die gut durchdachte und spannend erzählte Handlung, sondern auch dank der einprägsamen und mit großer Empathie gezeichneten Figuren. Die Handlung, die sich ausschließlich in einem kleinen Küstenort Schottlands zuträgt, spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen im Jahr 1900, als nach einem Sturm ein kleiner Junge am Ufer gefunden wird. Er spricht nicht, ist schwer verletzt und niemand kennt ihn. Das Kind sieht genauso aus wie der Sohn von Dorothy, der früheren Lehrerin des Ortes. Ihr Sohn wurde – und das ist die zweite Zeitebene – vor sehr vielen Jahren, als noch kleines Kind, vom Meer erfasst und ertrank. Seine Leiche jedoch wurde nie gefunden, sodass Dorothy nie richtig um ihn trauern konnte. Dass der kleine Findling nun ihrem eigenen Kind so sehr gleicht, stürzt sie in ein immenses Gefühlschaos. Weiterlesen

Markus Orths: Crazy Family: Die Hackebarts drehen durch

Wer die verrückte Familie Hackebart kennt, der weiß, Chaos ist vorprogrammiert! Band vier ist allerdings, wie ich finde, nicht unbedingt der optimale Einstieg für Leser, die die ersten Bände nicht gelesen haben. Man sollte schon wissen, mit wem man es hier zu tun hat, sonst fällt es ein bisschen schwer, den richtigen Zugang zu finden.
Wieder mal geht es, wenn auch nicht vordergründig, um die Finanzen der Familie, um die es chronisch schlecht bestellt ist, insbesondere aber, seit Vater Hackebart diese völlig heruntergekommene Doppelhaushälfte „blind“ ersteigert hat, die den größten Teil der Million verschlungen hat, die die komplette Familie bei einer Sonderausgabe von Jauchs „Wer wird Millionär“ gewonnen hatte.

Inzwischen ist zwar alles renoviert und bewohnbar gemacht, alle fühlen sich wohl, aber das Geld ist eben alle. Da kommt der Gedanke, seinen wertvollsten Besitz zu verkaufen, gerade recht. Papa Hackebart hat bei den Renovierungsarbeiten eine wertvolle Klobürste gewonnen, die seitdem seine Sammlung dieser historischen Gebrauchsgegenstände ziert. Eine Klobürste aus dem Mittelalter, die einst der Königin Clothilde aus dem Geschlecht der Merowinger gehört haben und sehr wertvoll sein soll. Bei einem Besuch in einem Museum hat Walter den Grafen Sauberbart kennengelernt, der dieses seltene Hobby mit ihm teilt und ihm seine Klobürste gerne für 100.000 Euro abkaufen würde. Viel Geld. Das klingt zwar verlockend, aber reichen würde es wohl nicht. Weiterlesen

Antonia Wesseling: Loverboy

Viven ist anders geworden, seit sie mit Pascal zusammen ist, sie ist unzuverlässig geworden, verstrickt sich in Lügen und noch dazu verschwindet sie nach einer Auseinandersetzung einfach spurlos aus der WG. Ihre Mitbewohnerin Lola meldet sie nach einigen Tagen als vermisst, doch ohne Erfolg. Da Viven bereits erwachsen ist, geben die Polizisten ihr den Rat sie bei Viviens Freund zu suchen, doch Lola ist sich sicher: da kann was nicht stimmen. Plötzlich taucht Elias vor der WG auf, er ist Viviens Halbbruder der nie erwähnt wurde und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Viven. Bei der Suche kommen sie sich immer näher, ahnen dabei jedoch nicht, welche Grenzen Viven für die vermeintlich große Liebe schon längst überschritten hat …

Antonia Wesseling hat hier etwas Unglaubliches zu Papier gebracht. Sie zeigt auf erschütternde Weise, wie toxisch Liebe sein kann.

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Tommy Wieringa: Nirwana

Tommy Wieringas Roman „Nirwana“ ist ein vielschichtiges, generationenübergreifendes Epos, das Themen wie Einsamkeit, familiäre Konflikte und das Ringen mit der eigenen Herkunft vereint.

Im Zentrum steht Hugo Adema, ein gefeierter Künstler, dessen Leben stagniert, nachdem ihn seine große Liebe Loïs verlassen hat. Er begibt sich zurück auf das Anwesen seiner Großeltern, um die Vergangenheit seines 100-jährigen Großvaters Willem Adema zu erforschen.

Willem war während des Zweiten Weltkriegs zunächst Mitglied der SS, bevor er zum Widerstand überging. Nach dem Krieg baute er ein erfolgreiches Offshore-Ölunternehmen auf, das die Familie bis in die Gegenwart prägt. ​Die Familie schweigt über Willems NS-Vergangenheit. Hugo, im Gegensatz zu seinem Zwillingsbruder Willem junior, der das Familienunternehmen führt, steht mit seiner Kunst und seinem spirituellen Hang zum Buddhismus für eine Gegenposition zum Kapitalismus, den er kritisch sieht. Weiterlesen

Kristy Boyce: Dungeons and Drama

Die Würfel sind gefallen und haben mich zu diesem Buch gebracht … Als hätte Riley nicht alle Hände voll damit zu tun, das Frühlingsmusical ihrer Schule zu retten, brummen ihre Eltern ihr auch noch eine Strafe wegen Fehlverhalten auf. Arbeiten in dem Spielwarenladen ihres Dads. Grauenhaft! In „Sword and Board Games“ laufen nur Nerds herum, die den ganzen Tag über Würfel und Spielstrategien fachsimpeln. Und wäre das noch nicht genug, taucht ihr Ex-Freund Paul auf und kurzerhand erzählt sie ihm, sie würde ihren Arbeitskollegen daten. Nathan, der ziemlich sarkastisch und nervig drauf ist. Nathan, der in jemand anderen verliebt ist. Und so nehmen die Lügen ihren Lauf …   Eine Geschichte über das Erzählen von Geschichten – einfach schön! Dungeon and Dragons hat mir dieses Buch schmackhaft, aber die Musicalthematik hat mir ebenso gut gefallen. Bei beidem geht es um das Geschichtenerzählen und die Charaktere verfolgen es mit Leidenschaft, sodass ich selbst Lust bekam, mitzuspielen. Weiterlesen

Sigrid Boo: Dienstmädchen für ein Jahr (1930)

Das von Ärger geprägte Wortgefecht zwischen Helga und Jørgen endet mit einer Wette. Wenn Männer behaupten, Helga, eine moderne junge Frau, sei nutzlos, dann kann sie nur dagegen halten. Natürlich kann sie alles, was sie sich in den Kopf gesetzt hat. Und dann behauptet Jørgen im Kreis ihrer Freunde, sie könne niemals ein Jahr lang unerkannt als Dienstmädchen arbeiten. Für Helga gibt es kein niemals. Für einen Diamantring als Gegenleistung würde sie diese Aufgabe meistern. Erst nach dem Streit begreift sie, dass sie tatsächlich gewettet hat. Nun muss sie ihre Familie überzeugen und noch ganz viel erledigen.

Aus den Reaktionen ihres Umfelds entnimmt Helga, dass kaum jemand an ihr Durchhaltevermögen glaubt. Eine verwöhnte Fabrikantentochter, die nie im Haushalt arbeiten musste, so sagen sie, ist in der Diensttracht einer Hausangestellten einfach nicht vorstellbar. Dabei weiß jeder von ihrem Ehrgeiz, dem gerade abgeschlossenen Abitur mit den sehr guten Noten und den gewonnenen Trophäen beim Sport. Jørgen, der Frauenschwarm, kann ebenfalls eine Trophäe werden. Weiterlesen