Alex Beer: Felix Blom: Mord an der Spree

Inhalt

Die Privatdetektive Felix Blom und Mathilde Voss stoßen im Rahmen ihrer Ermittlungen auf ein Ereignis aus Mathildes Vergangenheit: Das mysteriöse Verschwinden einer Freundin scheint in Verbindung mit ihrem aktuellen Mordfall zu stehen. Schnell stellt sich heraus, dass jemand vor keinem Mord zurückschreckt, um ein Geheimnis zu wahren. Im Zuge ihrer weiteren Ermittlungen wird Mathilde verhaftet und des Mordes angeklagt. Ihr droht die Todesstrafe. Felix hat nur noch wenig Zeit, den Fall allein zu lösen …

„Blom blieb zurück. Der Wind raschelte in den Wipfeln (…). Noch einmal drehte er sich um und blickte auf die Villa. Jemand spielte ein böses Spiel, und er musste herausfinden, wer.“ (S. 87)

Hinweis: „Felix Blom – Mord an der Spree“ ist der dritte Band der Felix-Blom-Reihe. Jeder Band kann dabei als Einzelband gelesen werden. Es ist jedoch ratsam, zugunsten der Hintergründe und Beziehungen der Figuren die Reihe in chronologischer Reihenfolge zu lesen.

Rezension

Alex Beers „Felix Blom – Mord an der Spree“ ist eine kleine Zeitreise und bietet eine Auszeit aus dem Alltag. Im Zentrum steht der Gentleman-Gauner Felix Blom. Ehemals als „Schatten von Berlin“ ein sehr erfolgreicher Dieb, hat Felix Blom seit Längerem einen rechtmäßigen Weg eingeschlagen: Gemeinsam mit seiner Nachbarin Mathilde Voss führt er eine Privatdetektei. Dabei ist die Atmosphäre ein gelungener Mix aus Sherlock Holmes und der Filmserie „Peaky Blinders“. Felix Blom sammelt viele Informationen für seine Ermittlungen in der Berliner Unterwelt, beschafft so manches Beweismaterial auf weniger legalem Wege und entkommt dabei elegant drohenden Verhaftungen durch die Polizei.

Blom nimmt die Leserinnen und Leser mit in verschiedene soziale Milieus: die kriminelle Unterwelt Berlins, der er selbst lange Zeit angehörte, seine dadurch entstandenen Kontakte in die gutbürgerliche bis adelige Gesellschaft sowie seine zwangsläufigen Verbindungen zur Polizei. Dadurch wird ein umfassendes Bild des historischen Berlins und dessen Lebensgefühls vermittelt – eine echte Zeitreise.

Der Schreibstil ist äußerst spannend und fesselnd; man fiebert beim Lesen mit den Figuren mit. Der Krimiaufbau ist verschachtelt, die Narration springt sowohl zwischen verschiedenen Protagonisten als auch zeitlich. Das Buch will also aufmerksam gelesen werden. Doch die dichte Atmosphäre und der detaillierte Schreibstil ermöglichen ein leichtes Eintauchen in das Berlin des Jahres 1879. Ein Beispiel:
„Mathilde ließ sich auf das harte Lager sinken, die Tür wurde abgeschlossen. Absolute Stille umfing sie (…) Der Staat behandelte Kriminalität wie eine ansteckende Krankheit, jeglicher Kontakt zwischen den Insassen war daher untersagt. Die Mauern waren dick, ihre Fugen mit speziellem Mörtel versiegelt, damit kein Laut von Raum zu Raum drang. Keine Stimmen, kein Klopfen, kein geflüstertes Wort. Nur unerträgliches Schweigen.“ (S. 99)

Ein weiteres Plus: Hinten im Buch findet sich ein Prolog mit ausführlichen historischen Fakten, auf denen die Handlung basiert. Die Schilderungen des historischen Berlins sind also keinesfalls reine Fiktion, sondern beruhen auf sorgfältiger Recherche und wahren Begebenheiten.

Fazit: Eine absolute Leseempfehlung!

Alex Beer: Felix Blom. Mord an der Spree.
Rowohlt, November 2025.
320 Seiten, Paperback, 18,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Kati Szangolies.

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