Kate Fagan: Die drei Leben der Cate Kay

Cate Kay hat Erfolg. In Hollywood. Mit Büchern. Die gerade verfilmt werden. BislaCate Kay hat Erfolg. In Hollywood. Mit Büchern, die gerade verfilmt werden. Bislang lebte sie eher zurückgezogen, jetzt erklärt sie sich bereit, über ihr Leben zu reden – oder besser gesagt: zu schreiben. Es beginnt, als sie noch Annie heißt und bei ihrer suboptimalen Mutter lebt. Sie hat eine beste Freundin: Amanda. Die beiden sind so dicke, dass man sich sofort fragt, wo Amanda eigentlich in diesem Hollywood-Leben geblieben sein mag. Aber schon nach den ersten Seiten deutet sich etwas an: Annie kann Amanda nicht vertrauen. Das scheint weniger an Amanda als vielmehr an Annie zu liegen, aber klar bleibt: Die Teenagerfreundschaft beginnt zu bröckeln.

Nach einer fatalen Fehlentscheidung, die ich hier nicht spoilern möchte, verschwindet Annie, und Cass übernimmt. Sie hat nichts, beginnt ganz von vorne und baut sich ein neues Leben auf, das sie dann irgendwann aufgibt und zur Autorin Cate Kay wird. Eine Frau, die irgendwann von ihrer Vergangenheit eingeholt wird – einer Vergangenheit, die sich nicht mehr so darstellt, wie sie sie in Erinnerung hatte.

„Die drei Leben der Cate Kay“ erzählt von einer Frau, die in der Lage war, immer weiterzugehen, aber auch von einer Frau, die bis jetzt nicht aufhört zu fliehen. Vor sich selbst, vor dem, was sie getan hat. Das Ironische daran ist: Hätte sie sich dem sofort gestellt, wäre ihr Leben anders verlaufen. Besser? Vielleicht. Leichter? Bestimmt. Sie wäre vermutlich niemals eine erfolgreiche Schriftstellerin geworden, hätte sie ihre Heimatstadt nicht verlassen und alle Brücken hinter sich abgebrochen. Aber sie hat getan, was sie getan hat, und will sich dem jetzt stellen.

Besonders interessant fand ich, dass Cate noch lange nicht am Ende ihres Lebens angekommen ist. Sie reflektiert zu einer Zeit, in der sie Dinge noch verändern kann. In der sie noch Zeit hat, sich ihren Entscheidungen zu stellen und zu sehen, was passiert. Memoiren schreibt man ja eigentlich eher am Lebensende – Cate macht das deutlich früher und muss sich jetzt fragen, ob sie Cate bleibt, ob sie wieder Annie wird oder ob sie sich noch einmal neu erfinden will.

Spannender Roman, auch wenn ich Annies Fehlentscheidung für nicht so unumkehrbar hielt, wie sie selbst. Aber vielleicht wollte sie ja auch gehen.

Kate Fagan: Die drei Leben der Cate Kay
Aus dem Englischen übersetzt von Claudia Voit
Insel Verlag, 09 / 25
Paperback, 409 Seiten, 17 Euro

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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