Tim Parks: Hotel Milano

In seinem jüngsten Roman „Hotel Milano“ greift Tim Parks die Lebensumstände während des Corona-Lockdowns auf. Plötzlich befindet man sich wieder mitten in jener Atmosphäre mit Ausgangssperren, Masken, Handgel, Kontrollen, geschlossenen Restaurants, ausverkauften Läden, leeren Straßen. 

Der Protagonist Frank Marriot scheint den Ernst der Corona-Situation nicht realisiert zu haben. Ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, an dem sich die Sicherheitsvorkehrungen und Verbote zu verschärfen drohen, fliegt er ins Zentrum der Epidemie nach Mailand. Dort will er an der Beerdigung seines einstigen Freundes und Verlegers Dan Sandow teilnehmen.

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Dan Diner u.a.: Roads not taken

Man möchte es sich nicht immer vorstellen – Katalog zu einer faszinierenden Ausstellung

Im Deutschen Historischen Museum in Berlin läuft noch bis Ende November des kommenden Jahres eine interessante – und manchmal vielleicht verstörende – Ausstellung.

Es werden Zäsuren aus der deutschen Geschichte aufgegriffen und durchgespielt, was gewesen wäre, wenn die Geschichte an diesem Punkt einen anderen Verlauf, die Ereignisse ein anderes Ende gefunden hätten. Sehr spannend, manchmal erschreckend, auf jeden Fall lehrreich.

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Andrej Kurkow: Samson und das gestohlene Herz

In der zweiten Geschichte über den jungen Polizisten Samson geht es um seine Liebe zu der Untermieterin Nadjeschda und die politischen Unruhen, die Kiew 1920 zu einem gefährlichen Terrain machen.

Zurzeit muss er aufgrund einer neuen Verordnung auch den privaten Verkauf von Fleisch untersuchen. Und während Samson und sein Kollege in der Mietdroschke zu den Zeugen gefahren werden, denkt er häufig an seine Untermieterin. Denn seit Nadjeschda da ist, ist sein Leben weniger leer und zeitweise voller Sorgen.

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Markus Heitz: Die schwarze Königin

Keiner der Untertanen ahnt, dass ihre Herrscher zu Beginn des 15. Jahrhunderts schon seit Langem nicht mehr die alleinigen Gebieter über ihre Königreiche sind. Zwischen der Unterwelt und der Menschenwelt bestehen wenig Berührungspunkte. Wird ein neuer Monarch inthronisiert, nimmt Lician, der Anführer der Blutsauger Verbindung mit diesem auf, macht ihm oder ihr ein unwiderstehliches Angebot. Nach außen hin herrscht Frieden, die Welt der Übernatürlichen bleibt im Verborgenen, dafür werden die Herrscher in ihrem jeweiligen Drang nach Expansion aktiv unterstützt.

Barbara von Cilli, die zweite Gattin von Sigismund, dem König von Ungarn, ist eine junge, wissensdurstige und intelligente Frau und Alchemistin. Über Vlad II, der ihrem Gatten als Geisel dient, hört sie erstmals von der verborgenen Welt der Strigoi. Auf der Reise zu einer anderen Burg ihres Gemahls kommt sie in direkten Kontakt mit den Vampiren. Ihr wird das übliche Angebot unterbreitet, ein Angebot, das sie zunächst annimmt, das sie aber nicht dauerhaft einzuhalten gedenkt.

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Johanna Sebauer: Nincshof

Das unscheinbare Dörfchen Nincshof liegt in der alleräußersten Ecke Österreichs an der Grenze zu Ungarn. Isa Bachgasser und ihr Mann Silvano Mezzaroniaus Wien kaufen dort eine alte Mühle und bauen sie zu einem modernen Eigenheim um. Silvano, dank eines Erbes von seinem Beruf als Architekt unabhängig, erfüllt sich einen Herzenswunsch, indem er Irrziegen züchtet, die ursprünglich aus Südamerika stammen. Er findet relativ leicht Zugang zu den Alteingesessenen.

Isa hingegen, Dokumentarfilmerin in einer Schaffenspause, kann in dieser provinziellen Einöde nur schwer Fuß fassen. Schließlich ergibt sich ein sachter Kontakt zur Witwe Erna Rohdiebl. Erna gehört mehr unfreiwillig als freiwillig zum Club der Oblivisten. Diese Oblivisten arbeiten daran, Nincshof in Vergessenheit geraten zu lassen.

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Molli Morgan: Vom Glück, auf Bäume zu flattern

Ein Huhn erzählt von der Freiheit – absurd und interessant zugleich

Bücher, in denen Tiere die Protagonisten und manchmal auch die Erzähler sind, gibt es viele. So wie der kürzlich rezensierte Roman „Frankie“, in dem die Umsetzung nicht so wirklich gelungen war. Ähnliche Probleme hatte auch die Autorin des vorliegenden Romans, die unter dem Pseudonym besagter Henne das Buch veröffentlicht.

Molli ist in einer Legebatterie aufgewachsen, kennt kein Gras und keine frische Luft. Sie hatte nie Gelegenheit, ihre Mutter kennenzulernen und ihre einzige „Freundin“ unter den anderen Hennen liegt eines Tages tot in der Legebox. Die anderen Hühner im Stall picken und hacken nach Molli, der es dann aber mit Geschick und dank eines Zufalls gelingt, aus der Legebatterie zu entkommen.

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Anna-Maria Caspari: Perlenbach

Luise weiß genau, dass sie im Perlenbach nicht nach Muscheln suchen darf. Jeder, der dabei erwischt wird, muss mit einer vom König verordneten drastischen Bestrafung rechnen. Während Jacob und Wilhelm am Ufer stehen, springt sie in das eisige Wasser des Perlenbachs. Der Fund, das plötzliche Erscheinen von einem Wächter und die gelungene Flucht in ein Versteck machen aus diesem Spiel ein unvergessliches Abenteuer. Mit den Perlen besiegeln sie ihren Schwur auf ewige Freundschaft.

Die drei Kinder werden älter und viel zu schnell erwachsen. Jeder von ihnen verfolgt eigene, einsame Ziele, und es sieht so aus, als würde der Schwur im Laufe bewegender Jahre in Vergessenheit geraten.

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Uwe Timm: Alle meine Geister

Der 1940 geborene deutsche Erfolgsautor Uwe Timm erinnert sich in seinem neuen Werk „Alle meine Geister“ an seine Zeit als Kürschner-Lehrling in den 50er-Jahren. Im Alter von 14 Jahren wird er von seinem Vater, ebenfalls Kürschner, in eine solche Lehre geschickt.

Fortan dreht sich das Leben des Jungen um Felle, Schnittmuster und das Miteinander mit den so unterschiedlichen Kollegen. Von dem einen erhält er Literaturempfehlungen, von dem anderen hört er Geschichten über die körperliche Liebe, und ein dritter bringt ihm die Politik näher.

Insofern ist „Alle meine Geister“ ein Coming-of-Age-Roman. Er zeigt die Entwicklung des schüchternen Lehrlings hin zu einem literarisch und politisch interessierten Menschen, der schließlich das Handwerk an den Nagel hängt, sein Abitur nachmacht und studiert.

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Meike Stoverock: Tod im Museum: Ein Fall für Skarabäus Lampe 02

Willkommen zurück in meiner Welt. Einer Welt, in der wir Tiere die Zivilisation beherrschen, in der es Freude, Vergnügen und Leid gibt. Und ja, es passieren auch hier Diebstähle, Erpressungen, ja Morde. Gefragt ist dann die Polizei, die ihre Ermittler hauptsächlich bei den Hunden rekrutiert. Deren Geruchssinn hat schon so manchen Täter überführt.

Dieses Mal aber geht es um kein Verbrechen. Mein Vater, der gefeierte Archäologe und Ehrenbürger der Stadt, erlag an seinem Schreibtisch im Museum einem Herzinfarkt. Anlässlich seiner Ablebens richtet die Stadt, die eigentlich dringend die Elendsviertel sanieren und wenigstens die dortige Kanalisation in Ordnung bringen sollte, im Museum eine aufwendige Totenfeier aus. Als einer der Ehrengäste bei seiner Rede auf dem Pult zusammenbricht, wird deutlich, dass beide Tode nicht natürliche Ursachen hatten.

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Vincent Moissonnier & Joachim Frank: Der Käse kommt vor dem Dessert

Goldene Regeln für den Benimm im Restaurant – unterhaltsam, wenn auch vielleicht ein wenig aus der Zeit gefallen

Wer kennt nicht den „Knigge“ oder hat zumindest schon mal davon gehört. Ein ähnliches Anliegen, nämlich den Menschen ein wenig Benehmen beizubringen, hat wohl auch die Autoren dieses kleinen, fein illustrierten Buchs umgetrieben.

Vincent Moissonnier ist oder vielmehr war Betreiber des gleichnamigen Restaurants in Köln, Joachim Frank ist Journalist, der für eine Kolumne viele Gespräche mit Moissonnier führte. Daraus ist schließlich dieses kleine Buch entstanden. In welchem sich der Restaurantbetreiber in lockerer Weise, ohne erhobenen Zeigefinger, aber doch deutlich auf Defizite hinweisend, über die verschiedenen Möglichkeiten auslässt, sich beim Restaurantbesuch daneben zu benehmen.

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