Rebecca Schaefer: Bis auf die Knochen

Market of MonstersSeit ihre Mutter sie vor ein paar Jahren von der Schule nahm, arbeitet Nita im Familienbusiness. Sie schnippelt Leichen auf, damit ihre Mutter, mit Hilfe des in den USA lebenden Vaters, Stücke dieser meistbietend im Darknet verkaufen kann. Dazu muss man wissen, dass es sich bei den angebotenen Leichenteilen um Körperteile von Monstern handelt. Wesen, die vom Schmerz anderer zehren, Einhörner oder Vampire – angeboten wird, was gefragt und damit teuer ist. Das Mutter-Tochter Gespann hat sich dabei nach Südamerika zurückgezogen. Nicht nur, dass hier die Gesetze lascher gehandhabt werden, in den Ländern gibt es auch schlicht mehr Beute für die Jägerin.

Eines Tages bringt die Mutter statt der üblichen Leiche allerdings ein lebendiges Opfer aus Argentinien mit nach Peru. Nita hat Mitleid mit dem jungen Mann, verhilft ihm zur Flucht. Schlechte Idee, ganz schlechtes Karma, ist ihre Mutter doch jetzt so etwas von sauer – dass sie ihre eigene Tochter gleich auf dem Schwarzmarkt für lebendige Übersinnliche am Amazonas verkauft. Denn Nita hat, wie ihre Mutter auch, übernatürliche Fähigkeiten. Sie kann willentlich ihren Körper verändern, sich selbst heilen. Hier trifft sie, festgehalten in einem Käfig, das erste Mal auf Kovit, einen Übernatürlichen, der sich vom Schmerz Anderer ernährt. Einen besseren Folterknecht als ihn gibt es nicht. Früher stand er in Diensten der Mafia, inzwischen arbeitet er auf Aufseher auf dem Market of Monsters. Die Beiden lernen sich kennen und schätzen – Nita weiß, dass sie nur mit seiner Hilfe dem drohenden Verkauf entkommen kann … Weiterlesen

Jonas Jonasson: Drei fast geniale Freunde auf dem Weg zum Ende der Welt

Johan gehört zu den Menschen, die eine kindliche Naivität innehaben. Blau ist Blau, wenn sein großer Bruder Fredrik dies behauptet, auch wenn die Farbe eine andere ist. Nach einer schwierigen Jugend leben die beiden Brüder noch immer zusammen, bis Fredrik die Chance erhält, bei der schwedischen Botschaft in Rom zu arbeiten. Der von ihm abhängige Johan passt nicht in Fredriks Karriere als zukünftiger Botschafter. Deshalb findet sich dieser am Tag von Fredriks Abreise in einem alten Wohnmobil, seinem neuen Zuhause, wieder.

Johans Ausgangssituation ist schwierig: Er hat keinen Führerschein und kann das Wohnmobil nicht fahren. Auch seine Barmittel sind überschaubar. Auf dem heruntergekommenen Campingplatz, den Fredrik gebucht hat, lernt er Petra kennen. Petra, die Wissenschaftlerin, hat den baldigen Weltuntergang errechnet. Niemand will ihr glauben, trotzdem bleibt sie bei ihrer Überzeugung. Und wenn die gesamte Menschheit sowieso bald sterben wird, dann kann sie sich auch schon ein paar Tage früher das Leben nehmen, findet sie in einem Moment tiefer Traurigkeit.

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Page, Murphy: Der Trau-dich-Tiger

Mika kann nicht einschlafen. Zu viele Gedanken über den kommenden Tag schwirren in seinem Kopf herum und machen ihm das Leben schwer. Was nur soll er am morgigen Mitbringtag mitnehmen? Fast noch schlimmer ist, dass er dann dazu vor allen anderen Kindern auch noch etwas erzählen soll.

Auf einmal taucht in seinem Zimmer ein Tiger auf und Mika bekommt noch mehr Angst. Doch der Tiger ist freundlich und stellt sich dem Jungen als sein „Trau-dich-Tiger“ vor. Zusammen mit dem Trau-dich-Tiger erkundet Mika nun den Urwald, der plötzlich in seinem Zimmer gewachsen ist. Von dem Tiger lernt Mika, wie er sich lautlos durch den Urwald bewegen kann und was es dort alles zu entdecken gibt. Welche Gerüche umgeben ihn? Was kann man alles hören und sehen,  wenn man sich darauf konzentriert?

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Jodi Picoult: Ich wünschte, du wärst hier

Diana hat ihr Leben im Griff. Trotz der Mutter, die ihr Kind immer wieder zu vergessen schien, während sie als Fotografin um die Welt reiste und einen Preis nach dem anderen gewann. Diana arbeitet bei Sotherby’s und es ist ihre Aufgabe, in Frage kommende Bilder zu begutachten, die Todesanzeigen im Auge zu behalten und potentielle Verkäufer zu überreden. Ihr Verlobter Finn arbeitet als Arzt in einem Krankenhaus und da Diana alles plant, weiß sie, dass er sie auf der bevorstehenden Reise um ihre Hand bitten wird.

Wir schreiben den März 2020. Finn bittet sie, alleine zu fahren, da er aufgrund eines neuartigen Virus im Krankenhaus unabkömmlich sei. Kaum ist Diana auf den Galapagos-Inseln angekommen, fällt die Welt in den Lockdown. Sie sitzt fest, mit kaum Handyempfang, ohne WLAN und mit geschlossenen Hotels und Geschäften. Sie lernt Gabriel und seine Teenager-Tochter kennen. Aus Tagen werden Wochen, aus Wochen Monaten. Aus sporadischen E-Mails ihres Freundes Finn erfährt sie, wie dramatisch die Lage in New York inzwischen ist. Ihre Mutter stirbt an Corona im Pflegeheim. Sie lernt, Gabriel zu lieben. Und dann dreht sich die Welt plötzlich weiter.

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Die lange Reise des alten Gnoms

„… Da erschien über den Bergen der Mond, und der alte Gnom erblickte im tiefschwarzen Seewasser sein eigenes Spiegelbild. Obwohl er schon viele, viele Jahre auf der Erde war – sein Gesicht hatte er noch nie gesehen.“

Wie wäre es, einen kurzen Einblick in den Zauber der finnischen Sagenwelt zu gewinnen? Es ist eine wundersame Welt, in der die Natur ein Zuhause für Bäume, Tiere und die Wurzelgnome ist.

Die Familie der Wurzelgnome wohnt zwischen den Baumwurzeln in behaglichen Höhlen und wenn sie nach oben kommen, kümmern sie sich um die Bäume und Pflanzenwelt. Nur für wachsame Augen sind sie sichtbar. Denn die Gnome sind sehr klein und ihre langen silbrigen Haare bedecken ihre Gesichter und Körper, nur die Knollennase teilt die bis zum Boden reichenden Strähnen.

Kurz vor dem Wintereinbruch erklärt der Älteste seiner Großfamilie, dass er auf eine lange Reise gehen müsse. Weiterlesen

Jo Nesbø: Blutmond: Harry Hole ermittelt 13

Über den norwegischen Schriftsteller Jo Nesbø (1960) muss man nicht mehr viel sagen, dafür ist er zu bekannt bzw. berühmt. Über seinen Protagonisten Harry Hole auch nicht, oder doch? Am 24. November 2022 erschien bei Ullstein Buchverlage der „neue“ Harry Hole mit dem Titel „Blutmond“. Neu ist auch der Untertitel „Harry Hole ermittelt“ statt wie bisher „Ein Fall für Harry Hole“. Übersetzt wurde der Krimi wie gewohnt von Günther Frauenlob.

Nachdem Harry Hole sich am Flughafen sitzend in Jo Nesbøs letztem Krimi „Messer“ verabschiedet hat, ist er nun in Los Angeles (USA) gelandet. Nach dem Tod von Rakel betäubt er sich dort mit Alkohol. Bis er eine gealterte Schauspielerin kennenlernt. Lucille hat Schulden bei der Mafia. Und Harry will ihr helfen. Da kommt ihm das Angebot eines reichen Osloer Immobilienmaklers gelegen. Markus Røed steht im Verdacht, zwei Frauen ermordet zu haben. Er hofft, dass Harry seine Unschuld beweisen kann. Dafür verlangt Hole exakt die Summe Geld, die Lucille ihren Gläubigern schuldet. Er bekommt zehn Tage Zeit.

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Klüpfel, Kobr: Die Unverbesserlichen

Die Unverbesserlichen – Der große Coup des Monsieur LipaireNicht das Allgäu, sondern Südfrankreich ist der Schauplatz des neuen Buchs von dem berühmten Autoren-Duo, das damit ganz offensichtlich eine neue Reihe beginnt. Es steht zu erwarten, dass sie nicht weniger erfolgreich wird als die Kluftinger-Romane, ist doch das Ensemble, das hier zusammentrifft, nicht minder skurril, sonderbar und sympathisch.

Dennoch hat der Roman mich nicht so recht erreicht, fand ich den Zugang nicht. Mag es daran liegen, dass in einem Einstiegsband das Personal erst umfangreich eingeführt werden muss, das Setting ausführlich beschrieben und die Hintergrundgeschichten detailliert erzählt werden müssen – die Spannung und das Tempo blieb für mich dadurch auf der Strecke.

Der Hallodri Guillaume Lipaire, der eigentlich Wilhelm Liebherr heißt, versorgt offiziell diverse Wohnungen, Feriendomizile und herrschaftliche Villen während der Abwesenheit ihrer Besitzer. Dass er dabei in die eigenen Tasche wirtschaftet, die Unterkünfte auch schon einmal untervermietet und sich aus den fremden Vorräten bedient, sorgt für sein Auskommen. Weiterlesen

Joachim B. Schmidt: In Küstennähe

Larus ist dreiundzwanzig und lebt an der Westküste Islands. Nach mehreren Jobwechsel findet er eine Stelle als Gehilfe des Hausmeisters in einem Seniorenheim. Das ist zwar auch nicht das, was er bis ans Lebensende machen möchte, aber die Anforderungen sind verkraftbar und er bekommt regelmäßig ein Gehalt. Seine Haupteinnahmequelle ist allerdings der Drogenhandel. Er passt höllisch auf, dass er den Stoff nur vertrauenswürdigen Personen verkauft. Selbst hält er sich von gefährlichen Dingen fern.

Nur alkoholtechnisch stürzt er gelegentlich ab. Mit den Mädchen klappt es auch nicht recht. Soffia, Pflegefachkraft im Heim, gefällt ihm zunehmend. Er vergrault sie aber mit seinen lockeren Sprüchen und schließlich bringt sie ein Missverständnis nicht einander näher, sondern separiert sie immer mehr. Weil in Zimmer 37-A ein Heizkörper kaputt ist, kommt Larus in Kontakt mit Grimur, dem Schlächter. Demalten Fischer eilt der Ruf voraus, er habe eine inzestuöse Beziehung mit seiner Halbschwester gehabt und diese bei einer Fahrt auf seinem Boot umgebracht. Grimur ist im Dorf Zeit seines Lebens ein einsamer, in sich gekehrter und wortkarger Außenseiter geblieben, ohne Familie, ohne soziale Kontakte.

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Jon Steinhagen: Kafka und der Tote am Seil

Frank Kafka liegt mit gerade einmal 40 Lenzen im Lungen-Sanatorium. Eigentlich ist es nur eine Frage von Stunden, bis der Arzt das Leintuch über sein Gesicht ziehen wird. Doch dann passiert etwas Unerwartetes, etwas Ungewöhnliches, etwas Merkwürdiges. Kafka erwacht, das erste Mal seit Jahren, mit einer freien Lunge. Er atmet tief durch und verspürt, ebenfalls seit Monaten unbekannt, ein merkwürdiges Gefühl – ist es, ja es ist profaner Hunger!

Dass ein lebensgroßes Insekt, offensichtlich eine Kakerlake mit Namen Gregor, sich bei ihm im Zimmer aufhält – wen schert’s? Jetzt wird erst einmal geschlemmt – mit Leberwurst und das ihm, als damit ehemaligem Vegetarier. Die Situation wird noch skurriler, als ein Inspektor ihn als Privatermittler für die Aufklärung einer mysteriösen Mordserie verpflichten will. Beide, ein Mensch, dessen Körper zwischen der männlichen und der weiblichen Form changiert, setzt ihn auf eine Mordserie an, die Wien erschüttert. Leichen werden aufgefunden, die erdrosselt wurden. Offensichtlich wurden sie erhängt – nur, kein Abschiedsbrief, kein Seil, kein rechter Tatort – von einem nachvollziehbaren Motiv wollen wir einmal gar nicht sprechen. Irgendwie scheinen die Toten mit einem Künstler zusammenzuhängen, der sich allabendlich im Varieté erhängt – und danach munter von dannen schreitet … Weiterlesen

Patrick Aryee: 30 Tiere, die uns klüger machen

Endlich mal positive, bewusstseinserweiternde Inspirationen! Sie haben genug von schlechten Nachrichten und Krisen aller Art? Dann werden Ihnen die 30 atemberaubenden Episoden aus dem Tierreich die Augen öffnen. Denn was wäre, wenn die Lösungen für viele unserer gegenwärtigen Probleme in der Natur liegen – seit Beginn der Evolution erprobt, perfektioniert, sogar unter extremen Überlebensbedingungen? Ein Best-Practice-Kandidat ist das Bärtierchen, das Jahrzehntelang ohne einen Tropfen Wasser überleben kann! Die Panzerschuppen des prähistorischen Fischs Arapaima im Amazonas halten sogar dem Biss eines Piranhas stand, während der Kopf eines Spechts der 1000-fachen Schwerkraft ausgesetzt ist, ohne dabei Schaden zu nehmen. Ob Energiewende, Tarnanzüge, Schutzausrüstung, Gebäudeeffizienz, Langlebigkeit oder Marsbesiedelung – vieles, was noch nach Zukunftsmusik klingt, könnte dank Inspirationen aus dem Tierreich bald Wirklichkeit werden.

Hier lernen LeserInnen nicht nur die außergewöhnlichen Fähigkeiten von Tieren kennen, sondern auch, wie wir diese für technische Innovationen umsetzen können. Die Rede ist von dem faszinierenden Feld der „Bionik“, auch „Biomimikry“ genannt. Die Rezensentin verspricht: Dieses Buch wird ihre Vorstellungskraft sprengen. Im Kapitel mit dem Bombadierkäfer sogar sprichwörtlich…

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