„… und falls ich etwas gesehen habe, erinnere ich mich nicht.“ (S. 28)
Dieser Spruch aus dem ideellen Familienerbe ist der rote Faden im Buch der Autorin und Philosophin Michela Marzano.
Durch Zufall findet sie die Taufurkunde ihres Vaters mit dessen vollständigem Vornamen: Ferruccio Michele Arturo Vittorio Benito. Neben seinem Rufnamen, den Namen von Vater und Großvater und dem des damaligen Königs trägt er auch den Namen von Benito Mussolini. Warum sollten die Großeltern ihren Sohn nach dem faschistischen Diktator benennen? Als sich dann auf Nachfrage im elterlichen Haus das Parteibuch des Großvaters findet, bricht für die Autorin eine Welt zusammen. Sie hatte in dem Glauben gelebt, dass alle Mitglieder der Familie dem Faschismus ablehnend gegenüberstanden und stehen. Gut, ihr Großvater hatte der monarchistischen Partei angehört, aber das war allenfalls ein bisschen peinlich. Nun stellt sie fest, dass er einer der Faschisten der ersten Stunde war und zugleich zu den Squadrista, dem berüchtigten Schlägertrupp Mussolinis, gehörte.
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