Bridget Collins u.a.: Schaurige Nächte

Wer auf beliebte Gruselzutaten wie eingemauerte Skelette, Geister in alten Gemäuern oder Rollstühle von Verstorbenen steht, die sich selbst in Bewegung setzen, der sollte den Kauf der Horror-Anthologie „Schaurige Nächte“ in Erwägung ziehen.

Sie stammt aus England, dem Mutterland des viktorianischen Schauerromans, und in ihr sind die Geschichten von acht Autorinnen und Autoren versammelt, die allesamt schon ihre Lorbeeren auf dem Gruselsektor gesammelt haben – wie Laura Purcell, die zuletzt mit „Die stillen Gefährten“ oder „Das Porzellanhaus“ für Furore gesorgt hat – oder Bridget Collins, die preisgekrönte Autorin der Jugendbücher „Die verborgenen Stimmen der Bücher“ und „Das große Spiel“.

Weiterlesen

Jennifer Estep: Sense of Winter

Es ist Weihnachten und das verschneite Bergdörfchen könnte so schön sein – gerade wenn man zu Gast auf Burg Tannenbaum ist, dem Wintersitz der mächtigen und reichen Eisen-Familie. Nur haben Spione leider keine Ferien und eingeladen sind Charlotte und Desmond auch nicht wirklich. Stattdessen haben sie sich bei den Feierlichkeiten eingeschleust, um zwischen dem glitzernden Weihnachtsschmuck und den gigantischen Nussknacker-Dekorationen eine Mission zu erfüllen: Informationen über Henrika Hyde sammeln, die brutale wie magische Unterwelt-Verbrecherin.

Weiterlesen

Ivar Leon Menger: Angst

Schon in seinem ersten Roman (wie übrigens in den meisten seiner Hörspiele, die ich auch empfehlen kann) hat Ivar Leon Menger bewiesen, dass bei ihm selten etwas so ist, wie es dem Leser oder dem Protagonisten scheint.

Mia lebt in Berlin in einer WG und möchte Schauspielerin werden. Gerade war sie zum Vorsprechen für einen Film und macht sich große Hoffnungen, dieses Mal die Hauptrolle zu ergattern. Nebenbei trifft sie immer wieder Männer aus dem Internet zum Ausgehen und gerade ist es einer, der ein Haupttreffer zu sein scheint. Das erste Date mit Viktor findet in sehr gediegener Umgebung statt, ihre Mitbewohnerin ist begeistert. Mia weniger, obwohl sie nicht wirklich belegen kann, warum. Seltsame Dinge geschehen, ihr Hausschlüssel verschwindet und taucht plötzlich wieder auf, in ihrem Zimmer stehen plötzlich Dahlien und sie weiß nicht, wie sie dort hinbekommen sind. Letztlich ist alles irgendwie erklärbar, aber ein schlechtes Gefühl bleibt. Mia kommt sich verfolgt vor und vermutet Viktor hinter den Geschehnissen.

Weiterlesen

Terézia Mora: Muna oder Die Hälfte des Lebens

Terézia Mora erhielt 2013 für ihren Roman „Das Ungeheuer“ den Deutschen Buchpreis. In diesem Jahr ist sie mit „Muna oder Die Hälfte des Lebens“ wieder nominiert. Der Deutsche Buchpreis wird am 16. Oktober 2023 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen. Der Roman ist am 30. August 2023 im Luchterhand Literaturverlag erschienen.

Muna Appelius ist gerade achtzehn geworden, da versucht ihre alkoholabhängige Mutter, Schauspielerin am Theater der Stadt Jüris in der DDR, sich mit Tabletten und Alkohol das Leben zu nehmen. Munas Vater starb an Lungenkrebs als sie ein Kind war. Die Mutter überlebt und macht eine Therapie. Es ist 1989 und Muna steht kurz vor dem Abitur.

Weiterlesen

Eva Lohmann: Das leise Platzen unserer Träume

Jule und David ziehen aus der Stadt aufs Land. Gemeinsam renovieren sie ein Bauernhaus. David arbeitet weiterhin im Krankenhaus als Anästhesist, Jule als Köchin bei Events auf einem nahen Gutshof. Der Traum von einer Familie, von Kindern, die im Garten herumtollen, erfüllt sich nicht. Mit Anfang vierzig sind sie immer noch kinderlos. Eine Tatsache, die vor allem für Jule bitter ist. David scheint das leichter zu verkraften. Er unterhält allerdings in der Stadt eine Affäre mit Hellen, geschieden und Mutter von achtjährigen Zwillingen.

Hellen will nur Sex und David ist das recht, gibt es mit Jule doch schon lange keine intimen Begegnungen mehr. Obwohl ihre Ehe nur noch auf dem Papier besteht, schaffen Jule und David es nicht, einander reinen Wein einzuschenken und die Tatsachen auf den Tisch zu legen. Hellen weiß, dass David verheiratet ist und wie seine Frau heißt. Jule hat von der Existenz von Hellen keine Ahnung.

Weiterlesen

Gisela Stelly Augstein: Der Fang des Tages

Eine Erbschaft ist oft ein emotionales Erlebnis, unter anderem weil zuvor das Ableben eines Menschen erforderlich ist. Häufig wird der Grad der Zuneigung der Erblasserin, des Erblassers an dem Wert des zugewiesenen Erbes festgehalten. Die ganze Angelegenheit wird umso schmerzhafter, wenn die Aufteilung des Nachlasses offensichtlich manipuliert worden ist …

Im Hause Escher kommen nach dem Tod der Mutter die erwachsenen Kinder zusammen. Der Verdacht, dass bereits im Vorfeld einiges von dem Familienvermögen abhandengekommen sein könnte, motiviert die zwei Brüder und zwei Schwestern, alte und neue Konflikte aufleben lassen.

Weiterlesen

C. K. McDonnell: Love will tear us apart

Manchester ist berühmt für seine zwei namenhaften Fußballclubs, dazu gibt es einige alte Häuser und eine Zeitung, wie es sie im UK nirgends sonst gibt! Die Stranger Times widmet sich in den Artikeln all dem, was seriöse Zeitungen nicht mal mit der Kneifzange anfassen. UFO-Sichtungen, das Monster von Loch Ness, Vampire und Dämonen, selbst Engel und Ehefrauen von Autobahnen werden hier gewürdigt.

Kopf hinter der Zeitung ist deren Herausgeber Vincent Bancroft. Einst war er der Enthüllungsjournalist schlechthin, ein Mann, der mehr Politiker und Banker entlarvt und auf die Anklagebank geschickt hat, als all seine Kollegen zusammen. Dann starb seine Frau – der krasse Absturz folgte.

Die Stranger Times, sein cholerischen Naturell und die Flasche mit dem Hochprozentigen sind nun seine Begleiter. Doch dann fasst er plötzlich und unerwartet Hoffnung. Könnte es sein, dass seine Frau doch noch irgendwie präsent ist, dass sie ihm Nachrichten, Hilferufe aus dem Grab sendet?

Bancroft kümmert sich nur mehr um diese, seine neue Obsession, Hannah, seine Vertreterin, hat überraschend fristlos gekündigt, um sich in eine Wellnessoase zu begeben. Hier soll sie im Auftrag der Begründer, unsterblicher Magier, die die Welt aus der zweiten Reihe heraus regieren, dem Rätsel um den sprunghaften und letztlich letalen Auswirkung bei den Insassen des Instituts auf die Spur kommen.

Weiterlesen

Annette Mingels: Der letzte Liebende

Die Kölner Autorin und Literaturwissenschaftlerin Annette Mingels (Jahrgang 1971) ist promovierte Germanistin. Sie schreibt Romane und Erzählungen. Mingels lebte einige Jahre in den USA. 2020 erschien der Erzählband „Dieses entsetzliche Glück“ mit Geschichten aus dem fiktiven Hollyhock, Virginia. Am 30. August 2023  veröffentlichte der Penguin Verlag ihren neuen Roman „Der letzte Liebende“.

Zu diesem Roman haben unsere Rezensenten Sabine Sürder und Andreas Schröter ganz unterschiedliche Meinungen. Wir veröffentlichen hier beide. Teilen Sie uns gerne Ihre Meinung in den Kommentaren unten mit.

Weiterlesen

Antti Tuomainen: Die Biber-Methode

Vergnügungsparkbetreiber streiten um die Vorherrschaft – merkwürdig absurde Geschichte aus Finnland

Henri Koskinen, seines Zeichens ehemaliger Versicherungsmathematiker, leitet den ehemals seinem Bruder gehörenden Vergnügungspark „DeinMeinFun“. Doch seit kurzem macht ihm der neu eröffnete Park „Purzelbaumwelt“ am anderen Ende der Stadt schärfste Konkurrenz. Bietet man dort doch freien Eintritt, kostenlose Mahlzeiten und vieles mehr, um die Besucher anzulocken.

Henri ist empört und verzweifelt, denn sein Park steht dadurch vor der Pleite, es kommen keine Besucher mehr. Aufgrund seiner beruflichen Vergangenheit fällt es ihm leicht, zu errechnen, dass die „Purzelbaumwelt“ sich das doch eigentlich nicht leisten kann und über kurz oder lang mit diesem Methoden zugrunde gehen müsste. Er versucht sogar, die dortigen Betreiber davon zu überzeugen, doch die lassen nicht mit sich reden. Es folgt ein nächtlicher Einbruch Henris in die Büros der Konkurrenz, um die finanzielle Lage herauszufinden. Dabei allerdings stolpert Henri über eine Leiche.

Weiterlesen

Franzi Kopka: Game Show 02: Das Versprechen von Glück

Seit Cass von ihrem Vater hintergangen wurde, musste sie an den brutalen Spielen um Leben und Tod teilnehmen – das Finale aller die jährliche Gameshow, deren Gewinnern ein freies Leben in der weißen Zone versprochen wird. Nur dass Cass jetzt die Wahrheit kennt: Keiner der Sieger ist jemals in die weiße Zone gekommen, stattdessen werden sie nach der Siegesfeier getötet. Ob man die Arena überlebt oder nicht, am Ende stirbt jeder, der sich für die Gameshow qualifiziert hat.

In der Hoffnung, das kranke System zu stürzen, sichert Cass den Rebellen in der Roten Zone ihre Unterstützung zu, auch wenn deren Plan mit dem Leben ihrer treusten Freunde spielt: Jax und Enzo sollen ins Finale geschleust werden, um ihre eigene Hinrichtung per Livestream an die ahnungslose Welt zu übertragen.

Weiterlesen