Erik D. Schulz‘ KI-Thriller ist in der nahen Zukunft angesiedelt, im Jahr 2075. Das Nipah-Virus ist mutiert, es gibt das Moon- und das Mars-Village, Korea ist wiedervereinigt und es gibt ein Abkommen zur Abschaffung von Atomwaffen. Das Grundeinkommen ist eingeführt, Androcops sorgen für Ordnung auf den Straßen und das Gesundheitssystem in Deutschland macht KIs zu Kollegen des Menschen.
Schulz schafft hier ein atmosphärisches Near Future-Szenario, in dem der Arzt Philip Rogge -scheinbar zufällig- von Friedrich Cannavale aufgesucht wird, der am Ende des Romans eine Revolution ausgelöst haben wird, „die das Leben auf der Erde tiefgreifend verändert hat“. Diese Vorausschau baut Spannung auf, und der Arzt und Autor Schulz hält diese bis zum Schluss aufrecht.
Allerdings fragt man sich an dieser Stelle, warum Cannavale sich Rogge überhaupt anvertraut. Dies wird erst zum Ende des Romans aufgelöst und die scheinbare Ungereimtheit lässt den Leser nicht ganz los: „‚Sagen Sie, warum erzählen Sie mir das alles?‘, fragt Rogge zu Beginn der Ereignisse, und Cannavale antwortet nur: ‚Ich habe Vertrauen zu Ihnen.‘“ Weiterlesen

2381: Das Leben auf der Erdoberfläche ist schon vor Jahren unmöglich geworden. Seitdem verbringt der kleine Rest der Menschheit seine Zeit in drei riesigen Bunkern unter der Erde, eingesperrt in lebenserhaltenden Kapseln und 24 Stunden am Tag in eine virtuelle Welt eingeloggt, um dem Schrecken der dicken Betonwände und der Platzangst zu entkommen. Ein ins Hirn implantierter Chip kümmert sich um den täglichen Bedarf an Nährstoffen und setzt bei erhöhtem Stress Beruhigungsmittel frei. Gleichzeitig fungiert er auch als persönlicher Assistent, der mit einem spricht und durch das digitale Leben navigiert.
In einem China der nahen Zukunft feiert eine Schulklasse gerade mit ihrer Lehrerin den Abschluss des sechsten Jahrgangs. Sie reden darüber, wie ihre Zukunft aussehen könnte, über ihre Traumberufe und Lebenswünsche. Noch können sie nicht ahnen, dass alles anders werden wird. Denn das unaufhaltbare Ende rückt für den größten Teil der Menschheit immer näher: Durch eine Supernova, einen explodierenden Stern, ist eine tödliche Strahlung auf dem Weg zur Erde und als sie diese an eben jenem Abend erreicht, kann kein Mensch entkommen. Alle, die älter als dreizehn Jahre sind, werden an den Folgen sterben.




