Liza Marklund: Das kalte Moor

Das in recht dunklen Farben gehaltene Cover vermittelt einen guten Vorgeschmack auf die Geschichte, die der zweite Teil der Polarkreis-Trilogie erzählt. Düster, geheimnisvoll, aber diesmal wesentlich persönlicher als im ersten Teil, den man im Übrigen nicht gelesen haben muss, um jetzt im zweiten mitzukommen. „Das kalte Moor“ ist gut als Standalone zu lesen, die Geschichte erklärt sich gut und ohne viele Bezüge.

Düster und leicht bedrückend ist die Gegend, in der die Autorin das Geschehen angesiedelt hat. Stenträsk, ein kleiner schwedischer Ort nördlich des Polarkreises und unmittelbar angrenzend an ein Raketenversuchsgelände, das schon an sich geheimnisumwoben ist, weil die, die dort arbeiten, ob aus dem kleinen Ort oder von ihren Firmen irgendwo auf der Welt für eine gewisse Zeit abgeordnet, natürlich nicht über das reden dürfen, was auf dem Gelände passiert oder erforscht wird. Dennoch kommt man natürlich miteinander in Kontakt, immerhin müssen diejenigen, die nur auf Zeit in Stenträsk arbeiten, ja im Hotel wohnen und man trifft sich natürlich auch mal in der Kneipe. Markus, der Sohn des örtlichen Polizeichefs Wiking Stromberg, arbeitet auf dem Versuchsgelände. Was genau er dort macht, darf er auch seiner Familie nicht erzählen, nur so viel: Er soll befördert werden und würde dieses Angebot auch gerne annehmen. Wenn da nicht dieses anonyme Schreiben wäre, das ihn eindringlich davor warnt. Der Schreiber, die Schreiberin bittet ausdrücklich, dass Markus das Schreiben seinem Vater zeigt, der sofort einen bestimmten Verdacht hat, wer der Absender sein könnte.

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Christiane Franke, Cornelia Kuhnert: Matjes al dente

Amüsant, warmherzig und liebevoll wie immer, gewürzt mit einer guten Portion friesischen Charmes. Die Ostfriesenkrimis dieses Autorinnen-Duos sind ein bisschen wie Urlaub an immer dem gleichen Ort. Man kennt die Umgebung, mag die handelnden Personen und die Region und ist gleich mittendrin. Ohne lange Vorrede sind wir auch diesmal wieder beim ersten Todesfall. Postbote Henner findet die tote Reederin Tjalda auf ihrem Schiff, mitten in der Blumendeko für die nächste Seebestattung, die in wenigen Stunden stattfinden soll. Sein Freund Rudi und dessen Polizistenkollege Schnepel stellen eindeutig fest: Tjalda ist erschossen worden. Schnepel, der gerne mal ohne lange nachzudenken Schlüsse zieht, hat auch gleich eine einleuchtende Theorie: Das war ein Mafiamord. Immerhin war Tjalda mit einem Italiener verheiratet, der einen Feinkostladen führt, und sie war im Vorstand des gerade vor Kurzem erst gegründeten Hanf-Vereins in Neuharlingersiel.

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Romy Fölck: Fünf Fremde

Die Wellen peitschen gegen die Fähre, als fünf Passagiere an einem stürmischen Oktobertag die Insel Neuwerk in der Nordsee erreichen. Für vier von ihnen ist es die Rückkehr an einen Ort, der dunkle Erinnerungen wachruft. An einen Sommer vor dreißig Jahren, in dem zwei Teenager spurlos aus dem Schullandheim verschwanden. Auch damals waren die vier auf Neuwerk – und eine Frage hat sie seither nie mehr losgelassen: Was geschah in jenem verhängnisvollen Sommer wirklich? Als ein Orkan aufzieht und niemand die Insel verlassen kann, drängen lang gehütete Geheimnisse an die Oberfläche. Denn es gibt jemanden, der die Antwort kennt. Und der nicht eher ruht, bis eine alte Schuld endlich gesühnt wird …

Die Vielzahl der Charaktere erfordert zu Beginn einiges an Konzentration, um den Überblick zu behalten. Da die Geschichte auf zwei Zeitebenen und aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt wird, muss man als Leser stets aufmerksam bleiben, um nicht den Faden zu verlieren.

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Alessio Guerrini: Im Schatten der Palazzi

Erster Eindruck

Was bietet Alessio Guerrini dem Leser mit ›Im Schatten der Palazzi‹, dem ersten Roman, den er unter diesem Pseudonym schreibt? Einen ebenso spannenden wie sympathischen Kriminalroman sowie einige Kurzkrimis hat er uns unter dem Namen Rudolf Georg schon vorgestellt. Nun ist es ein spannender Krimi vor der malerischen Kulisse San Gimignianos in der Toskana. Eine gelungene Mischung aus Sommer- und Urlaubsgefühlen und dem schaurig-schönen Kribbeln, das einen überfällt beim Lesen über raffinierte Verbrechen, die unblutig sind und die einen nicht selbst betreffen. Der leichtfüßige Schreibstil trägt dazu bei, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Zwischen Zypressen und Palazzi: In der Toskana verschmelzen Kunst, Macht und Verbrechen zu einem mörderischen Spiel.

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Sven Stricker:  Sörensen geht aufs Haus

Richtig gut geschrieben, aber weniger Krimi als Psycho- und Sozialstudie

Der zweite Sörensen-Krimi von Sven Stricker, den ich gelesen habe. Und schon wie beim letzten Band sah ich beim Lesen stets den Schauspieler Bjarne Mädel vor mir, der den Kommissar im Film verkörpert, und hörte seine unvergleichliche Art zu sprechen in den Dialogen.

Die wieder den Hauptteil der Geschichte ausmachen, die unglaublich gut gelungen sind, aber für die Handlung, also den Kriminalfall, um den es gehen soll, oft recht wenig bedeuten.

Es ist ein Cold Case, der wieder aufgegriffen wird, als im Garten eines ehemaligen Schulfreundes von Sörensen, der plötzlich in Katenbüll wohnt, menschliche Knochen gefunden werden. Erst nach und nach stellt sich heraus, wessen Knochen das sind, der Verdacht aber taucht auf, es könne sich um die Leiche der vor ein paar Jahren verschwundenen Mia handeln.

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John Grisham: Das Vermächtnis

Simon Latch, Provinzanwalt in Braxton, einer Kleinstadt in Virginia, hat seine liebe Müh mit seinem Leben: eine schlecht gehende Praxis, eine teure Scheidung, drei Kinder mit geldverschlingenden Hobbys und Ambitionen, Wettschulden, das Konto hoffnungslos überzogen. Plötzlich hellt sich der Himmel auf in Gestalt der 85-jährigen Witwe Eleanor Barnett, für die Simon ein Testament aufsetzen soll. Als sich herausstellt, dass sie über ein millionenschweres Erbe verfügt und sie bereits ein Testament bei einem windigen Konkurrenten gemacht hat, der sich rechtswidrig ihre riesigen Aktienpakete unter den Nagel reißen wollte, sieht er seine Chance.

Allerdings ist auch sein Testament alles andere als standesrechtlich sauber. Zwar baut er Spenden an gemeinnützige Organisationen ein, aber in erster Linie will er an die Millionen, die ihn von allen Sorgen befreien würden. Er freundet sich mit Eleanor an, führt sie großzügig zu zahlreichen Restaurantbesuchen aus und setzt alles daran, ihr Vertrauen zu gewinnen. Aber warum zeigt sie ihm nicht ihr Portfolio? Warum hat sie noch keine seiner Rechnungen bezahlt? Gründe, misstrauisch zu sein, gibt es genug. Doch Simon will ihr glauben. Seine Gier, sein Traum vom großen Reichtum behält die Oberhand.

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Fergus Craig: Betreutes Morden: Ein Fall für Serienkillerin Carol Quinn

Wunderbar skurril, süffisant, stellenweise „very british“, auf jeden Fall sehr unterhaltsam ist dieser leichte Krimi, der uns in die vermeintlich noble Seniorenresidenz Sheldon Oaks führt.

Wer je dachte, das Leben in einer Seniorenresidenz sei nur noch langweilig und trist, der kann sich hier – nicht ganz ernst gemeint – eines Besseren belehren lassen. Sheldon Oaks scheint eine besondere Anziehungskraft zu haben für Menschen, die in ihrem aktiven Berufsleben in irgendeiner Weise mit Kriminalität zu tun hatten. Wie zum Beispiel der ehemalige Kriminalkommissar Geoffrey, der es natürlich nicht lassen kann, den jungen Kollegen mit gut gemeinten Ratschlägen und seiner Erfahrung auf die Nerven zu gehen. Oder Margaret, die einmal Innenministerin gewesen ist und jetzt immer noch über gute Kontakte verfügt, was sich im Laufe der Geschichte als durchaus hilfreich herausstellt, oder Catherine, die ehemalige Pathologin, die mit ihrer langjährigen Erfahrung unterstützt, als es darum geht, einen tragischen Todesfall in Sheldon Oaks aufzuklären. Nicht zu vergessen Carol, die von allen sofort verdächtigt wird, den armen Desmond vom Dach der Residenz gestoßen zu haben, weil sie als die verurteilte Serienmörderin erkannt wird, die sie einmal war.

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Susanne Goga:  Die Geister von Beelitz

Leo Wechsler ermittelt undercover – bedingt spannender historischer Krimi

Ich bin großer Fan von Susanne Goga und von ihrer Leo-Wechsler-Reihe um den Kommissar, der im Berlin der 20er Jahre unerschrocken und erfolgreich Mörder zur Strecke bringt, nun schon im zehnten Band.

Der den Ermittler diesmal in ein Sanatorium für Lungenkranke führt. Dort, respektive nach der dortigen Behandlung, sind mehrere Männer verschwunden. Männer, die entlassen wurden, kamen nie zuhause an. Leo und seine Kollegen vom Kommissariat gehen auf besonderen Wunsch von Polizeichef Gennat der Sache nach.

Um sich ein Bild von der Lage zu machen, lässt sich Leo Wechsler unter falschem Namen im Sanatorium einweisen. Was nicht nur wegen der Suche nach vielleicht einem Mörder gefährlich ist, sondern vor allem auch wegen der möglichen Ansteckungsgefahr durch die Tuberkulose-Kranken. Diese Sorge treibt insbesondere Leos Frau Clara um, was zu einer vorübergehenden Missstimmung zwischen den Eheleuten führt. Dies wiederum sorgt bei Leos kleiner Tochter Marie für Ängste, woraufhin sie Dinge tut, die für Leo gefährlich werden.

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Andreas Gruber: Herzfluch

Die Wiener Privatdetektivin Elena Gerink ist auf der Suche nach einem zu Unrecht freigesprochenen Mörder, der sich vor fünfzehn Jahren ins Ausland abgesetzt hat. Nach schwierigen Recherchen führt sie der Fall schließlich nach Griechenland. Dorthin sind auch Elenas Mann Peter und sein Kollege Dino Scatozza unterwegs – beide Entführungsspezialisten des österreichischen BKA. Unter Zeitdruck versuchen sie, eine vermisste junge Urlauberin zu finden, die zuletzt auf einer Party der Athener High-Society gesichtet wurde. Als sich die Spuren beider Fälle auf einer kleinen griechischen Privatinsel kreuzen, ermitteln Elena, Peter und Dino dort gemeinsam weiter … und werden in die düstere Vergangenheit der Insel hineingezogen.

13 Jahre nach dem ersten Band einen zweiten zu veröffentlichen, ist recht gewagt – doch lohnt es sich dennoch, das Buch zu lesen? Ein klares Ja.

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Sunil Mann: Ziemlich beste Verbrecher

Ein herrlich skurriler, unterhaltsamer, leichter Krimi mit zwei herrlich dargestellten Protagonisten, die sich zwar gegenseitig nicht ausstehen können, aber auch nicht anders können, als weiterhin zusammen in einer Art Wohngemeinschaft miteinander auszukommen. Beide in fortgeschrittenem Alter, da bleiben nicht mehr allzu viele Möglichkeiten, sich eine neue Existenz aufzubauen, wenn die bisherige Arbeitgeberin verstirbt. Alois Mistelzweig, gescheiterter Pianist, verdingt sich hin und wieder als Klavierspieler in Hotelbars oder Lounges, was allein allerdings den doch anspruchsgewohnten Lebensunterhalt nicht sichern kann. Berta Bartok, pensionierte Köchin, ist da eher auf die „Zusammenarbeit“ mit Alois angewiesen. Gemeinsam haben sie ein recht raffiniertes System entwickelt, den ein oder anderen Gast in vornehmen Zürcher Cafés oder Restaurants um sein Bargeld zu erleichtern. Ihre Methode ist ziemlich gezwungenermaßen ausgeklügelt und hat bisher auch immer gut funktioniert – zum Flüchten sind beide immerhin zu alt, da hätten sie keine Chance gegen einen jüngeren Verfolger.

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