Christian Herzog: Aktion Phoenix

Was für ein spannender Thriller: Ralf H. Dorweiler, der hier unter dem Pseudonym Christian Herzog schreibt, nimmt die Olympischen Spiele von 1936 in Berlin zum Hintergrund seines Romans „Aktion Phoenix“.

Hauptfiguren sind eine Widerstandskämpferin gegen die Nazis, ein Mitarbeiter des Propagandaministeriums unter Goebbels, der sich in sie verliebt, und ein werdender Steward auf dem größten Zeppelin, den es damals gab: den LZ 129 „Hindenburg“.

Die Drei müssen sich mit einem perfiden Plan Hitlers, der als Figur sogar selbst auftritt, herumschlagen.
Herzog vermischt hier gekonnt Fakten und Fiktion. So treten erdachte Charaktere wie unsere drei Helden neben realen Figuren dieser Zeit wie einigen Nazi-Größen, der Regisseurin Leni Riefenstahl, dem erfolgreichen Sportler Jesse Owens oder auch dem Zeppelin-Erbauer Hugo Eckener auf.

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Brooke Robinson: Die Dolmetscherin

Ehrlich? Ich habe mehrfach überlegt, das Buch einfach aus der Hand zu legen.

Die vielversprechenden Ankündigungen wie auch der Klappentext hatten mich neugierig gemacht auf eine spannende Story. Gut 160 Seiten lang wartet man allerdings auf den Moment, in dem Revelle Lee diesen entscheidenden Übersetzungsfehler macht, der eben einen Prozessausgang wenden würde, beziehungsweise, dass sich Spannung einstellt. Den Fehler macht sie – sie übersetzt in einer Zeugenvernehmung bewusst falsch. Ganz bewusst. Und schickt damit quasi einen Unschuldigen ins Gefängnis. Das lässt sie dann aber nicht mehr los.

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Stephen King: Holly

Dieses Hörbuch verdanke ich einem Versehen. Übereifrig hatte ich das Buch sofort bei der ersten Gelegenheit vorbestellt und dabei die englische Ausgabe erwischt. Nebenbei bemerkt ist mir dabei aufgefallen, wie unglaublich sprachgewaltig der Altmeister im Original ist, aber es ist halt auch anstrengend, wenn der Autor so viele Wörter kennt, die ich erst nachschlagen muss. Also hab ich zum Hörbuch gegriffen, David Nathan ist das Zuhören ja ohnehin immer Wert.

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Rita Falk: Steckerlfischfiasko

Eberhofer ermittelt wieder – doch der Fall gerät erneut in den Hintergrund

Es stand zu befürchten und dennoch konnte ich nicht widerstehen: ein neuer Eberhofer muss sein. Doch wie schon im Vorgängerband, so stehen auch diesmal die Familie und die Befindlichkeiten des Franz Eberhofer im Mittelpunkt und der Kriminalfall, den er aufklären soll, wird zur Nebensache.

In Niederkaltenkirchen gibt es neuerdings einen Golfplatz, was natürlich die üblichen Verdächtigen auf den Plan ruft, wie die besten Freunde von Franz, den Simmerl und den Heizungspfuscher Flötzinger. Letzterer durfte im Clubhaus die sanitären Anlagen gestalten und nun findet man just dort eine Leiche, nämlich den Vereinschef. Erschlagen mit einem Golfschläger.

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Katrine Engberg: Glutspur

Fast bis zum Ende laufen drei Erzählstränge in KatrineEngbergs neuem Krimi um Privatermittlerin Liv Jensen parallel. Klar, dass es zwischen den drei Fällen, um die es geht, Schnittstellen geben muss, aber nicht nur Liv muss lange recherchieren, bis sie die Verbindungen sieht, auch als Leser sieht man lange nicht, was die Fälle um den Mord an einem Journalisten, den Selbstmord eines Häftlings und den Mord an einer Museumsmitarbeiterin verbindet.

Zwischen den einzelnen Fällen liegen Jahre, die Opfer kannten sich nicht und haben offensichtlich auch keinerlei Gemeinsamkeiten. Auch warum Liv nun wirklich den Polizeidienst quittiert hat und jetzt als Privatermittlerin arbeiten will, wird nicht ganz klar. So ganz hat sie die Verbindungen zum alten Job allerdings noch nicht gekappt, noch laufen die Geschäfte als Selbstständige nicht so gut. Als ihr alter Freund und Kollege Petter sie also bittet, einen alten Fall wieder aufzurollen, um vielleicht doch noch neue Fakten und Ergebnisse aufzudecken, denkt Liv nicht lange nach.

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Michael Kobr: Sonne über Gudhjem

Lennart Ipsen übersiedelt auf die Insel Bornholm. Er ist Däne, 47 Jahre alt, geschieden und Vater zweier Töchter. Lange Zeit hat er für Interpol in Kopenhagen gearbeitet, war in Lyon und Brüssel im Einsatz, bis ihn ein Burn-Out außer Gefecht gesetzt hat. Jetzt will er wieder in seinen Beruf einsteigen, gemächlicher, überschaubarer und auf Bornholm. Dort passiert kurz nach seinem Eintreffen gleich ein Mord. Ein alleinstehender Bauer, spezialisiert auf Schweinezucht und Schinkenherstellung, wird in seiner Räucherkammer tot aufgefunden. Ipsen macht sich mit seinen Kolleginnen Britta Blomdal und Tao Nguyen an die Aufklärung des Falles.

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Michael Tsokos: Mit kalter Präzision

Wer was über Rechtsmedizin lernen will, ist hier richtig. Wer Berlinkolorit liebt, ist hier auch richtig. Ein spannender Thriller? Ja, auch. Aber wer starke, eingängliche Protagonisten sucht, die im Gedächtnis bleiben ist hier eher nicht richtig.

Sabine Yao, Gerichtsmedizinerin aus Berlin in ihrem ersten eigenen Fall. Eine zierliche Deutsch-Chinesin mit einer ganzen Menge Energie und festem Willen. Die braucht sie in diesem Fall auch. Die Frau eines bekannten Chirurgen wurde ermordet, ihr Mann hat ein nicht zu widerlegendes Alibi für die Tatzeit. Die Tatzeit? Irgendwas stimmt da nicht, die Totenstarre passt nicht zur berechneten Tatzeit. Berechnet von zwei verschiedenen Gerichtsmedizinern unabhängig voneinander. Muss also richtig sein.

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Marcel Huwyler: Frau Morgenstern und der Abgrund

Die Auftragskillerin ermittelt wieder – spannend, skurril, unübertroffen

Noch immer sind Violetta Morgenstern und ihr Freund und Kollege Miguel Schlunegger gleichzeitig Jäger und Gejagte. Sie sind Auftragskiller, Detektive und werden gleichzeitig von ihrem früheren Arbeitgeber gesucht.

Hier hilft der Hinweis, dass man gut daran tut, die Vorgängerbände zu kennen, um in diesem neuen Roman alle Zusammenhänge verstehen zu können. Auch wenn hin und wieder Erklärungen oder Rückblicke eingeflochten sind, entsteht einfach auch mehr Spannung, wenn man weiß, was vorher geschah.

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Tove Alsterdal: Blinde Tunnel

Es sollte ein Neubeginn werden.

„Die Leute sagen, man müsse im Jetzt leben, aber das ist unmöglich. Das Jetzt gibt es nicht. Es verschwindet in jeder Sekunde. Immer wenn ich versucht habe, im Jetzt zu sein, hat mich die Vergangenheit eingeholt.“ (S.18)

Das schwedische Ehepaar Daniel und Sonja haben nach persönlichen Rückschlägen beschlossen, nach Tschechien auszuwandern. Das Paar im mittleren Alter sucht im ehemaligen Sudetenland eine Perspektive für ihre Ehe, die letzten Berufsjahre und einen Ausweg aus dem festgefahrenen Leben voller Zweifel und Hader.

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Sebastian Fitzek: Die Einladung

Was ist Wahrheit? Was ist Lüge? Was ist Einbildung? – Diese Frage treibt auf Dauer nicht nur Marla, die Protagonistin, um, sondern früher oder später auch den Leser.

Überhaupt Marla. Ist sie nur verwirrt? Oder macht sie allen was vor? Kann sie eigentlich selbst einschätzen, was Realität oder Fiktion ist? Auf jeden Fall ist sie stark traumatisiert seit ihrer Kindheit durch einen Vater, der sie – wie er später in einem Abschiedsbrief schreibt – begehrt, aber sie nie angerührt hat und der an diesem Begehren später zerbricht und Selbstmord begeht. Ihr Leben lang fühlt Marla sich verfolgt, sieht Schatten, wo (angeblich?) keine sind, fühlt sich beobachtet, obwohl niemand in ihrer Nähe ist. Sie ist gesichtsblind, gleicht diese mangelnde Fähigkeit aber durch genaues Beobachten und Wahrnehmen, was anderen entgeht mehr als aus. Das macht sie zu einer wertvollen Beraterin des LKA, auch ohne jede polizeiliche Ausbildung. Ihre Mentorin beim LKA scheint ihre einzige Vertraute und Freundin, die einzige, die Marlas Probleme und Nöte versteht.

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