Wie in ihrem Debütroman „Die letzte Bibliothek der Welt“ finden sich auch im neuen Buch „Menschen, die wir noch nicht kennen“ der englischen Autorin Freya Sampson Menschen zusammen, die alle ihr Päcklein zu tragen haben und durch Freundschaft und gegenseitiges Vertrauen sowohl zueinander wie auch aus ihren Problemen heraus finden.
Das könnte kitschig und rührselig sind, ist es auch an mancher Stelle, doch die mit so feiner Feder und viel verständnisvoller Beobachtungsgabe gezeichneten Figuren machen das wett. Zwar ist auch diesmal, wie im Vorgängerroman, das Ende ein bisschen zu süßlich, aber auch das empfindet man nicht als störend, weil es einfach zum Roman passt.
Auch die Vorhersehbarkeit nimmt man gerne in Kauf bei einer so liebevoll erzählten Geschichte. Protagonistin ist Libby, die von ihrem Freund quasi vor die Tür gesetzt wurde, weil er sich in ihrer Beziehung langweilt. In Ermangelung anderer Optionen schlüpft sie bei ihrer Schwester unter, die sie gleich als kostenlosen Babysitter zwangsverpflichtet. Im 88er Bus trifft Libby auf Frank, einen sehr alten und bereits leicht unter Demenz leidenden Mann, der seit 60 Jahren immer mit diesem Bus fährt, weil er damals dort seine Traumfrau traf, nur um sie unmittelbar danach wieder zu verlieren.
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